Cs ist überhaupt erstaunlich, aus wie wenig Material die Welt gebaut I ist Das zeigt «ine ganz einfache Ueberlegung. Denn stellen wir uns em- I mal vor, alle Donnen und alle Arten Körper im Raum zerfielen, m ihre I feinsten Bestandteile, und dieser Staub verteilte sich gleichmäßig m l-ner chwindelerregenden Unendlichkeit, fo wäre etwa unsere Lust >m Vergleich zu der Dünnheit und Feinheit eines solchen Gases harter als der hartch- | Granit. Wir beobachten in Wirklichkeit solche Zustande im Weltraum., Di I loaenannten kosmischen Gasnebel, besonders solche die noch in einem frlihen Stadium ihrer Entwicklung stehen, sind noch „inng .Hier fyaben ! mir in der Tat ein „Chaos" vor uns, die Geburtsftatte der Welten Aber wi-> anders müssen wir uns dies „Chaos" vorstellen, als jenes gmhende, I tobende Flammenmeer. Diese Nebel, die doch, sogar !ch°u ein erhebliches Verdichtungsstadium darstellen, sind em eiskaltes und unvorstellbar dünnes Etwas, kaum mehr als ein fast unmatenclles Leuchten, und | I fnnn man sagen, daß die Welten aus einem Lichthauch gewoben sind. Daß I ,,im Anfang" das Zicht war, als Erstes, kommt den Anschauungen mo- dernlter Phnlik in sehr vielem entgegen. ± .. . . I
Daß die körperlichen Vorgänge nicht nur im Raum begrenzt smd, son- I N„n auch ebenso in der Zeit, ist bereits seit längerem bekannt Es war I der große Physiker Clausius, der bereits im letzten Drittel des neun- I zehnten ^Jahchunderts in seiner mechanischen Theorie der Warme das | berübmte E n t r o pie-Gesetz aufgestellt, das von der .Entwertung der Energie" handelt. Zwar wissen wir, die Dumme aller Energien ist I immer die gleiche, wie sehr die Energiearten sich auch_ m ewigem Kreis- | Imst ineinander verwandeln. Aber man wußte nicht, daß dieses unablässige Kreisen Dichwandeln und Verwandeln nicht ungehemmt vor sich gehen kann Die physische Welt, das Uhrwerk der Natur, tragt eine sonderbare Hemmung in sich. Denn die Kraft, die wir Wärme nennen — und bei jedem Naturvorgang entsteht ausnahmslos auch Wärme —läßt s'/h niäst | ganz, nicht restlos wieder in andere Kräfte umsetzen. Ein Rest bleibt Wärme, für immer, ©teilen wir uns einmal vor, lemand hatte eine Summe in Gold, und wechselte sie fortwährend hin und her, m S,lber, in Kupfer, wieder in Gold. Aber zedesmal, wenn das Wechseln durch das Kupfer hindurchgeht, würde ein kleiner Betrag m Sbupfer eingehalten. Dann wurde zwar der Gesamtbetrag stets der gleich« bleiben, aber langsam ganz und gar von Gold zu Kupfer entwertet. Ganz so geht es „nm allen Naturprozessen. Die Naturvorgänge können nicht beit «big vorwärts und rückwärts laufen. Sie find nicht umkehrbar wie die Gleichungen der Mathematik, sie haben eine Richtung. Die Natur hat eine Geschieht«. Es gibt ein Energiegefälle. Alle Energie entwertet sich durch Wärme. Aber für das Geschehen, für die Entstehung von Formen, Gestalten, Prozessen sind nur die höheren Energien von Wert. Diese me- drigste Form der Energie würde alles in gleiches, unterschiedsloses Einerlei wandeln, das nichts anderes wäre als das Nichts. Die Uhr der Welt hat also ein« Hemmung in sich, die hindert, die sinkenden Gewichte wieder ganz zur Höhe aufzuziehen. So sehr auch überall aufziehende Kräfte wirken, nichts vermag das Uhrwerk wieder zur vollen Höhe zu heben. Die Weltenuhr läuft ab. Die Welten tragen den Tod in sich, wenigstens die Körperwelten, aber jene „Entropie" ist dieser Todeskeim.
Noch viel seltsamer aber zeigt sich diese Relativität der Korperwelt in der Welt des Kleinsten, in der feinen Struktur der Atome. Noch vor kurzem hielt man die Atome für die einfachsten unzerlegbaren Bausteine der Welt. Man glaubte bis zu den letzten Bestandteilen vorgedrungen zu sein. Heut wissen wir, daß «in Atom ein kleines Sonnensystem ist, in dem nach den gleichen Gesetzen wie am Himmel kleine Trabanten um einen zentralen Kern kreisen. In diesen feinen Partikelchen, den E lektrone^ sehen wir nun di« endgültig letzten Glementarteile der Materie. Wie yr g sind die Elektronen? Wie groß ist ein Atom? Die Atome, diese kleinen Elektronenschwärme, können ja bekanntlich niemals für sich allein bestehen. Sie müssen sich sofort mit anderen Atomen vergesellschaften, sei es von derselben oder anderer Art, oder mehrere Sorten von Atomen bilden eine iolche kleine Vereinigung, die man Molekül nennt. Die verschiedenen Sorten von Atomen haben verschiedene Gröhe. So lassen sich z. B. auf einer Linie von einem Millimeter zehn Millionen Atome des Wasserstof s lagern. So enthält ein Gramm Wasserstoff 600 000 000 000 000 000 000 000 Atom«. Diese Ziffer ist weitgehend genug. Die Anzahl aller auf Erden lebender Menschen ist ein verschwindender Bruchteil dieser Zahl. Aber dennoch ist dieses Atom, dieser Staub des Staubes, gegen den ftaubchen ein Universum ist, noch immer em ganzes Milchstraßensystem. Mit unvorstellbaren Sekundengeschwindigkeiten, Billionen vonm ber Sekunde, treten die Elektronen in dieser kleinen Welt um das ZAitral. , Sonnen-Elektron. Die Größenverhältnisse eines Elektrons zu 8sm Raum, I hen «in solches Mikrokosmus einnimmt, ist ähnlich wie das der Eide zu unterem ganzen Sonnensystem. Also auch im kleinsten ist die Mater,« uw säglich dünn und spärlich verteilt. Das Elektron ist gegenüber dem Atem noch wiederum von außerordentlicher Kleinheit. Unvorstellbar sind aber di« Kräfte, di« diese winzigen Welten zusammenhalten. Wenn es gelang«, ein einziges Gramm Radium abzubauen, diese interatomische Welt des Radiums auf eine einfachere niedere Stufe herabzudrucken, die etwa jenem kleinen Sonnensystem entspricht, das wir Blei nennen, so mürben wir dabei Kräfte entbinden, um durch ein Gramm N°dium hundert Millionen Liter Wasser zum Sieden zu bringen. Man versteht jetzt, welche Perspektiven sich der Technik eröffnen, wenn es gelingt, btete kleinsten I Welten zu zertrümmern. Und es wird gelingen! Der franzöfifa>e Physiker LeBon hat te ünem interessanten Buch, in dem er feine Experimente schildert, behauptet, daß die Materie nicht ewig ist, londern vergchen kmin mh lick, zerstören läßt. Er schätzt tue Gewalten, die z.B. ein Gramm ! Kupfer im Innersten zufammenhalten. auf etwa sieben Milliarden
der Mond herauf, beleuchtet mit magischem Glanze die Ostfeee und die 1 alte Hansestadt. Eine goldene Straße zaubert er auf das Wasser, auf der I Boote mit sehnsüchtigen jungen Menschen heimwärts ziehen. Wisby schlaft. I
Ringsum der tiefe Frieden der nordischen Nacht. In der Ferne blinken I Leuchtfeuer. In berauschendem Rosen- und Fliederduft gehüllt schlaft 1 Wisby, vom Mondlicht übergossen, von blauen Fluten umspult, vo. ! ^"^Noch ^rAS°Lfer. Vor mir das funkelnde Zaubernetz, das I der Mond über die Ostsee geworfen hat. Noch sind Boote unterwegs. Die ! müder tauchen wie in flüssiges Gold. Die/Nacht scheint von Sehnsucht «riüllt. lieber all dieser Schönheit spannt sich das blinkende Sternenzelt. I Feierlich klingt von den Türmen der Stadt die mitternächtliche Stunde. I
Abschied von der Materie.
Die neue Physik ohne Stoff.
Von Dr. Erich Gutkind.
Wie sehr standen wir bis vor kurzem noch unter einer Zwangsvor- tellung von der Unendlichkeit der materiellen Welt Der unendlich« Raum ei erfüllt von endlosen Stern^nsystemen. So^glaubte man in P/ten *^ ;errlichen funkelnden Sternenhaufen, tue irn cernrofjr einen so !
den Anblick darbieten, einen Ausblick auf ferne Sternenwelten M haben. Heut wissen wir, daß sie alle Teile des großen „Milchstrahen-systems find zu dem wir selbst mit unserer Sonne gehören, und wir wissen werter, haß'wir nicht unweit der Mitte dieses Systems stehen. Langsam beginnen wir uns in dieser Unermetzlichkeit zurechtzufinden, und wie unser- Erde, einst auch unermeßlich, nun für uns zusammeistchrumpft, auf Entfernungen von Tagen, vielleicht bald von Stunden, so schrumpft auch die Unendlichkeit des Universums ein. Man kann zahllose Bewegungen von Sonnen beobachten — eine scharfsinnige Ueberlegung hat uns m den Stand gesetzt, dasselbe Spektroskop, mit dem wir die entfernteften »ferne chemisch analysieren können, auch zur Messung von Bewegungen zu verwenden, die sich sonst in Jahrtaiistnden nicht bemerkbar machen wurden — man hat in Tausenden von Himmelskarten photographisch alles registriert^ was der Weltraum enthält, man hat eine Sternstatistik sogenannte S ern- eichungen" vorgenommen und die Verteilung der Sterne
bies ist besonders ein Verdienst des leider kürzlich verstorbenen Münchener Astronomen von Seeliger — und mir wissen nun: das Universum, bns Milchstraßensystem, ist ein etwa linsenförmiges Gebilde von metz- baren Dttnensionen. Zwar versagt unsere Vorstellungskraft, wenn wir hören daß das Licht bei feiner Sekundengeschwindigkelt von 300 000 Kilometer vielleicht zehntausend Jahre braucht, um dies Gebilde zu durcheilen, aber — es ist eine endliche Größe, und das verdient das größere Staunen Wir haben unsere Meßpflöcke bis an die Weltgrenze vorgerückt. Auchi bas Studium der Druck-, Wärme- und Strahlungserscheinungen bestätigt d e Endlichkeiten der Wetten, denn gab« es unendliche Massen Materie, so würden die entsprechenden Erscheinungen in völlig anderen Ausmaßen
Das Wunderbarste von allem ist aber die Erforschung der Masse der Elektronen. Ein Triumph der geistvollen Methode, die man auf radioaktiv« Vorgänge, auf Kathodenstrahlen und andere Strahlungen an- gew7nd«t hat Und da ergab sich: Die „Masse" eines Elektrons hangt ab non feine/ Geschwindigkeit. Seine Masse ist keine konstante Große und würde te RuÄage Null sein. Die Elektronen haben also nur eine schem- bare Masse Dieser allerfeinste Weltenstaub, aus dem alle Korperwelt verdichtet iß halkAne Mass«, nun wo es gelang, das letzte Grundelement in unteren Händen zu halten, zerrinnt es zu ernenn Nichts, zu einer bloßen Beziehung ja man kann sagen, zu einer mathematstchen Fiktion. Es gibt zwei Arten 'von Elektronen, Kernelektronen, diese Zentralsonnen, sie sind nickte anderes als positive Elektrizität. Und die herumkrestenden Planeten- elektronen sie sind die negative Elektrizität. Nun hat sich aber weiter gezeigt, daß auch die Masse der Atome bedingt ist, abhangt von der positiv elektriicken Ladung. Also auch die Atome haben nur scheinbare Masst, und das getarnte materielle Universum spiegelt uns „Masst als eine Grund- eigenschaft nur vor. Es bewegen sich diese F°rsckMngen m einem gswifs Narallelismus mit der Lehre Einsteins, die durch d>e Aneinander tettuna von Raum, Zeit und Masse alle diese brei relativiert hat. Weder finb ietit 'Reit und Raum noch selbständige Behälter, die durch das, was v ibnkn Ergeht etwa gar nicht irritiert würden, noch, ist'das matenelte Geschehen unabhängig von Raum und Zeit. Die Physik ist. «in unsäglich kompliziertes Bezugssystem geworden, nichts ruht noch in sich selbst. Und das Bezugssystem — worin ruht dieses?
Vom gefundnen Reinhold und „verlorn" Grellein.
Von Heinrich St e i n h a n s e n.
I (Fortsetzung.)
ctm Fähnlein der Feinde, dem ich zugeteilet war, daß ji° mich etwa I bis zur AuslAung bewahrten, ersnhr ich, daß sie noch gestern hinauf nach Wa^ergen marschieren sollten auf Färemont, ihres Obristen, besondern
I 9n«hnlh macht* ich mir allerhan'd Gehanken, lvie ich b-as SmSuÄ le»abmenten könnte. Sagte daher ^n Wmbel iw?obaeletit war ick wär' hier herum daheim und wallst sie wohl
I den besten ^Beq^ hinge'leiten durch den Wald. So ließen sie sich von mir hinführen. Unterwegen hört ich von ihnen, daß sie Srausame DiNge iM bedachten »tag au«8ufi$ren 3d) brautes dg |ie WVKM8M
’ tneb6o war's kein Traum heut," rief ich verwundert, „und ich hab' deine ; Stimme wirklich gehört überm Kirchhof?


