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unglaublich unwissend, ohne Achtung
gleiche: herrisch, aggressiv, brutal zugleich, herzensgut, eröarmungslos, wenn' man
skrupellos, egoistisch, gutmütig und wenn man ihm nicht entgegentritt, es tut, ehrgeizig, selbstvertrauend?
Wirkliche and Gegenwärtige, stellt er den konkreten Menschen dar, den die Fragen des geistigen Lebens - weder stören noch quälen, der gleichzeitig die Methode -beherrscht und der Sklave des Objekts ist und darum die Welt erobert, der weder Fragen noch Zweifel kennt, ein Kind mit* dec Muskulatur eines Mannes, der - ackte Ureuropäer, so daß man sieht, was er wirklich ist: ein rSrb risches, gedankenloses, naives, frühreifes und geschicktes Tier." i s ist kein schmeichelhaftes Bild, das dieser Engländer von am. ionischem Wesen und den charakteristischen Eigenschaften, die in den Staaten ausgebildet haben, entwirft, und doch wird fcv. denkender Amerikaner es zu bestreiten wagen, er wäre denn gl i .falls von der'geistigen Kurzsichtigkeit-und dem Größenwahn bcf. llen, die» die Fähigkeit zur Selbstkritik bei so vielen feiner Landsleute aufheben und ihnen ihr eigenes Bild in idealisie-
tätig. und geschäftig um der Tätigkeit willen, intelligent und ungeistig, voll Mutterwitz und unglaublich unwissend, ohne Achtung für das Geistige, aber kluge Einfälle liebend, ein Mensch, dec nichts schätzt als den Erfolg, nichts anerkennt als das, Greifbare,
Dteegemann in Hannover erschienenen Buch »Das Land Gottes. Das Glicht des neuen Amerika", ein ungeschminktes Bild, der großen Republik, die bei all ihrer äußeren Macht und ihrem Reichtum doch die deutlichen Züge geistiger Unreife und Un- freiheit zeigt. Wir geben aus dem bedeutsamen Werk einen Abschnitt wieder, der sich mit der Stellung des Amerikaners zum heutigen Deutschland beschäftigt.
Die deutsche und amerikanische Geistigkeit sind einander noch nie so lebhaft entgegengetreten wie jetzt, da so viele Amerikaner nach Deutschland kommen. Sie kommen in der Furcht und im Glan- Ben, daß die Deutschen von-kochendem Haß gegen sie erfüllt sind pnd das würden sie vollkommen natürlich finden. Gab Amerika Deutschland nicht, den letzten Stoß, der es niederwarst? Hat Wilson nicht die deutsche Regierung und das deutsche Btzlk bewußt betrogen? Lieferte er sie nicht, nachdem er sie betragen, ihren blutdürstigen und erbarmungslosen Feinden aus? Zeigte nicht Amerika unter der unheilvollen Leitung Wilsons und der Fkmanz- vligarchie, die ihn vollständig in der Hand hatten fast von Anfang an die unneutralste Haltung gegen ein Bvlk, das ihm stets die größte Freundlichkeit bewiesen hatte? All dessen ist sich der Amerikaner bewußt, wenn er das Land der Deutschen betritt; und dieses Wissen, sowie die phantastischen Lügen von deutschen Greuelns mit denen seine leicht erregbare Phantasie während des Krieges gefüttert worden, lassen ihn das schlimmste erwarten.
Gr» ist daher vollkommen verblüfft und sprachlos, wenn er findet, daß es in Deutschland-trotz allem, trotz der unfreundlichen Haltung der Washingtoner Regierung und der amerikanischen Presse, trotz der systematischen Duldung, der'-französischen Raub-, Erprossungs-, Beschimpfungspolitik, so gut wie keinen-Haß gegen Amerika. und die Amerikaner gibt, ja daß man irn Gegenteil die Amerikaner noch für die besten und anständigsten von allen Feinden Deutschlands hält.
Der Amerikaner, der in seiner Primitivität an das alte he- bräisch-puritanische Gesetz „Auge um Äuge, Zahn um Zahn" glaubt, vermag diese ganz außerordentlich versöhnliche Haltung von feiten.der Deutschen nicht zu verstehen. Er fühlt sich sehr erleichtert, da er in Deutschland freundlich aufgenommen wird, aber innerlich' sagt er sich doch: „Du heiliger Himmel, weiß, denn der Kerl nicht, daß wir die Hauptursache all seines Glends find?" llnb mit seinem Erstaunen und'seiner Verwunderung, und das ist wieder menschlich, verbindet'sich eine gewisse Verachtung für den allzu versöhnlichen Deutschen. So sehen.wir, daß gewisse christliche Tugenden und Eigenschaften, wie Vergebung und sogar Liebe für den Feind, in ein er Welt, in der in Wirklichkeit eine rein heidnische Ethik herrscht, gering geschäht werden und die entgegengesetzte Wirkung haben.
Kein Volk versteht die Amerikaner so gut wie die Engländer. Dies ist, angesichts der Stammverwandtschaft und der — trotz tiefgehender Unterschiede und divergenter Entwicklung — gemein« tarnen tUeberßeferungen nur natürlich. Wenige Engländer haben die amerikanischen Verhältnisse fo^ scharf beobachtet und so tief erkannt und beurteilt, wie Prof. G. Lowes Dickinson aus Cambridge. Seine Objektivität, sein Gerechtigkeitsgefühl geht schon daraus hervor, daß er sich nicht scheute, die Kriegspolitik seines eigenen Landes anzugreifen und eine schärfere und endgültigere Probe für die geistige Ehrlichkeit eines Engländers gibt es nicht. Man höre nun, was dieser englische Denker von Amerika sagt, und bedenke, wie britische und amerikanische Propagandisten dieses ■Urteil verwertet hätten, wenn ein Deutscher es ausgesprochen, wenn ein Deutscher fähig gewesen wäre, oder den Mut gehabt hätte, es so ungeschminkt auszusprechen.-Von seiner Theorie ausgehend, daß alle europäischen Typen in Amerika sich zu einem Typus zurückbilben, führt er aus»:
„Sowie sie nach Amerika verpflanzt werden, kehren all die Spielarten, die sich in Europa entwickelt haben, zu einem Ur« lypus zurück, der sich, zu unvergleichlicher Kraft und Blüte entfaltet. Es wird kein neuer Typus entwickelt, sondern der Urtypus entwickelt sich in dem neuen Boden in schwelgerischer Fülle. Man braucht nur den Amerikaner zu schildern: im Osten wie im Westen, im Aorde-n wie'im Süden, überall zu alter Zeit ist er der
weise auf dem Gebiet einst wissenschaftlichen Völkerpsychologie irgend zählen', bann müßten die Deutschen hinfort die größtel, Senner und Autoritäten auf dem Gebiete der amerikanischen Psychologie sein. And dennoch, wenn Deutsche die 'Vereinigten Staaten kritisieren, geschah es zumeist in freundlicher Art, ia mit übermäßigem Lobe, wie in den Büchern von Goldaerger, Münsterberg, Holitscher und anderen. Man war voll kritikloser Bewilnderung und Mitteilungseifers. Der Krieg hat eine neue Art von Kritikern gezüchtet; unter den besten dieser deutschen Kenner und Forscher Amerikas müssen wir besonders Dr. Äwednch Schönemann nennen, der früher an der Havard-Universitat in Connecticut, jetzt an der Universität Münster, tätig ist. Er setzt ich mit großem und bewundernswertem Eifer für eine wirkliche „Amerika-Kunde" ein und hat eine ausgezeichnete Broschüre unter diesem Titel veröffentlicht.
Die englische Kritik, von Dickens angefangen bis S" Kipling, Trollope, Wells, Chesterton, Shaw, ist immer gönnerhaft, unfreundlich oder geradezu feindlich gewesen. Sie beurteilten alles nach dem englifchen Maßstab, und für den gebildeten Engländer ist und bleibt der Amerikaner ein unausgegorener Kolonialmensch. Kürzlich hat zwischen George Dernard Shaw und Oswald Garrison Billard, dem Herausgeber der Reuhorker Ration ein Briefwechsel stattgefunden, der, an sich euie interessante Probe journalistischen Witzes, zugleich auch ein kehrreicy.es Licht auf. we amerikanische, die deutsch-amerikanische und die englische Betrachtungsweise wirft. Oswald. Garrison Billard ist einer per hervorragendsten liberalen Publizisten der Bereinigten Staaten, aber er verrät seine deutsche Abkunft bereits in ■ der ats a-che,- daß er ober sein Bat er, der Hilgard hieß und aus dem Rheinland stammte, den alten Familiennamen änderte und anglisierte, sochie in Der typisch deutschen. Zuvorkommenheit, mit der er Shaw einlud und vor der ich meine deutschen Freunde nicht genug warnen rann. Sdaw ist, wie bekannt, niemals in Amerika gewesen. ? Oswald Garrison schrieb: „Lieber Herr Shaw! Wir hören, daß viele Ihrer Freunde diesseits des Ozeans Sie dringend bitten, nach Amerika zu kommen. Ich brauche kaum zu sagen, baß die „Ration glücklich sein würbe, Sie hier begrüßen zu können. Ihr aufrichtiger Oswald Garrison Billard." Darauf antwortete Dernard Shaw: ^Lieber Herr Dillard! Diese Verschwörung ist schon seit einiger Zeit im ©ange aber der Bogel geht nicht ins Retz, -ich habe nicht ven geringsten Wunsch,- mit Debs ins Gefängnis zu wandern oder meine Frau nach Texas mitzunehmen, wo der Ku Klux Klan weiße Frauen aus den Hotels schleppt und sre teert und federt. Wenn mein Ruhm davon abhinge, daß ich mich zum Märtyrer 'macken lasse, was glücklicherweise nicht der Fall ist dann wurde ich nach Irland gehen. Das ist weniger gefährlich; dafür ist die Reise kürzer und minder kostspielig. Richtig ist. daß eme Anzahl Leute mich dringend eingeladen haben, nach Amerika zu kommen,'aber warum in aller Welt nennen Sie diese Leute meine . Freunde? Dernard Shaw."
chier haben wir ein vortreffliches Deispiel der iteberlegenßeit be$ englischen Geistes; es ist' eine' Ueberlegenheit, die auf Den Amerikaner Eindruck macht, ohne ihn zu befremden oder zu verletzen. Die Heiterkeit beseitigt den Stachel oder.stumpft ihn ab. Es war gleichfalls ein Engländer, der Dichter Akerster Orowley, der sagte, daß er niemals einen Amerikaner getroffen hatte, Der dumm („unintelligent"), aber wenige,- die nicht albern („full) ) gewesen wären. ------
Douaumont 1K1K*).
Der Morgen des 23. war regnerisch und mißgelaunt heraus« gezogen. Das Feuer schwoll mit Hellwerben schlagartig-^u außer« *'fier Heftigkeit an. Alles deutete darauf hin, daß es heute wohl zur Krisis kommen würde . . . Dis zum Mittag verstärkte sich das Feuer zu wahrhaft infernalischer Wut. Aoer treu' hielten die Gewölbe Eine Beobachtung nach außen war zu dieser Zeit nicht mehr möglich Durch Den Lärm der Beschießung hindurch horte man' aber ab und zu Handgianatenseuer aus dem rechts anschließenden Abschnitt. Vielleicht daß dort bereits der Angriff im Gange war. Don der eigenen Front bei Fleury unten erfuhr die Besatzung nichts. Drohend erhob sich die Erinnerung an die Atm- tage . . . Zur Untätigkeit verdammt, warteten die Douaumonv Verteidiger in den Kasematten und Gängen ... Da völlig sich das Verhängnis ... Es ging so rasch und rollte sich,in so zermalmender Einfachheit ab, daß es kaum dem Einzelnen zum vollen Bewußtsein kam. Es war auf einmal da. Und allen schien, paD sie es.erwartet hätten, obwohl niemand, damit, gerechnet hatte, vaß es so ausgehen würde. Es zerschlug in weNigenrDiertelsiUiidcn die Arbeit-und Mühe von Monaten und ließ nicht einmal Zeit, Darüber nachzudenken. Es arbeitete in so fürchterlich exakter Programm- gebundenheit, baß kein Mensch nachher mehr sagen konnte,, ob es nun um 11 Uhr oder um 12 Uhr oder um 2 Uhr begonnen! hatte . 12V2 Uhr mittags ist es gewesen . . . Für die Dauer einer Sekunde wurde der ungeheure verworrene Lärm Der Artillerieschlacyl __,__5___
*) Auszug aus dem in einigen Sagen im Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O., in der Schriftenfolge „Schlachten des Weltkrieges" erscheinenden Bd. 8': Douaumont 1916 von Werner Deumelburg Preis brosch. Grundzahl ca. 4,50 Mk., gebo. ca.
5,50 Mk.


