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Leben ist Kampf.
Ein Wort E. Ott. Arndts gegen falsches Weltbürgertum.
Wir haben uns durch eine schlechte Lehre einer empfindeln- oen Humanität und eines philanthropischen Kosmopolitismus (wie man mit vornehmen, fremden Worten das Elendige be- ™}n*2 einwiegen und betören lassen, das, Kriegsruhm wenig, c< ?^L^ekert zu kühn, dah Männlichkeit trotzig und beschwerlich £’■ p., oaulheiten und weibliche Tugenden sind von uns als die höchsten Lebensbilder ausgestellt, deshalb sehen wir nach jenen ersten vergebens sein. Das Leben ist fein ewiger Krieg uni> |otl eS nicht sein, aber es ist Kampf und Ringen und wird und muh es bleiben, wenn wir nicht einschlafen wollen Wodurch das Haus beherrscht wird, wodurch das Weib züchtig, der Sohn gehorsam, die Tochter sittlich ist; die männliche Würde, das stolze Herz, das den Tod lieber hat als schlechten Dienst- der Trotz, der sich in die Schwerter stürzt, im Vertrauen, dah die Mikel fern Erkühnen ehren und nachahmen werden; der Grimm über Schändung der Weiber und Beschimpfung der Männer, der zu blutiger Rache auflodert, kurz, die höchste Männer- kra s t., welche verteidigen und rächen känn, sie allein ist es, welche Bolter herrlich und Menschen grob macht. Dies ist nicht das Herrlichste selbst, aber der Grund alles Herrlichsten, mit welchem rs rettungslos zusammenstürzt, um nie wieder aufzustehen.
Pessimismus und Optimismus.
Von Professor D. Dr. Albert Schweitzer.
Der als Bach-- und Orgelkenner, als Theologe und durch fern Wirken als Arzt in Westafrika weltbekannte Verfasser läht soeben bei C. H. Beck in München „Kultur und Ethik" erscheinen, dem das nachstehende Stück entnommen ist. Welt- und Lebens- anschauungsfragen werden hier klar und anregend behandelt. Der Verfasser spürt den Ursachen der heutigen Kulturtragödie nach und bietet nach einem ileberblick über die groben ethischen Persönlichkeiten der Philosophie die Weltanschauung einer Ethik der Ehrfurcht vor dem Leben.
Verwirrend ist, dah optimistische und pessimistische Weltanschauung in der Geschichte des Denkens der Menschheit selten rem auftreten. Gewöhnlich vertragen sie sich in der Art, dah die erne vorwaltet, die andere aber unetngestandenermahen mitredet.
tr'°P^en erhält geduldete Welt- und Lebensbejahung dem Pessimismus etwas von dem Interesse für die von ihm negierte auhere Kultur. Bei uns zehrt eingeschlichener Pessimismus an den Kulturenergien der optimistischen Weltanschauung. Sein Werk Jjl e^> dah uns der Glaube an den geistigen Fortschritt der! j Aren sch h eit abhanden gekommen ist. Auf ihn geht zurück, dah wir "derall mit herabgesetzten Idealen wirtschaften.
Pessimismus ist herabgesetzter Wille zum Leben. Er liegt also überall da vor, wo der Mensch und die Gesellschaft nicht mehr! "p^er dem Zwange aller Ideale des Fortschritts stehen, die der mit sich selbst konsequente Wille zum Leben denken muh, sondern ! oahm gelangen, auf weite Strecken Wirklichkeit Wirklichkeit sein I zu lassen.
Wo er so anonym am Werke ist, ist der Pessimismus der I h o r.mn gefährlichsten. Er greift dann die wertvollsten Ideen | oer Lebensbejahung an, während er hie weniger wertvollen un- I läht. Wie ein verborgener Rebenmagnetismus stört er I oen Kompah der Weltanschauung, so dah sie, ohne es zu ahnen, I etnen huschen Kurs nimmt. So hat das uneingestandene In ein» 1
I ander von Optimismus und Pessimismus bei uns das Resultat, I dah wir die äußeren Kulturgüter, die dem denkenden Pessimis- I mus gleichgültig sind, zu bejahen fortfahren, während wir die I umere Vervollkommnung, auf die er allein Wert legt, preis- geben. Der auf das Sinnenfällige gerichtete Fortschrittssinn, weil I er aus der Wirklichkeit erhalten wird, funktioniert weiter, wäh- I rend der auf das Geistige gehende, weil er auf die innerlichq I Regung aus dem denkenden Willen zum Leben angewiesen ist, sich erschöpft. Bei abnehmender Flut wird das, was tief geht auf Strand gesetzt, während das Flache flott bleibt.
Auf Vorgänge in der Weltanschauung zurückgesührt, besteht unsere Degeneration also darin, dah uns der wahre Optimismus I unvermerkt abhanden kam. Wir sind ein in Lebensgenuß ver- I weichlichtes und verkommenes Geschlecht, das sich in den Gewitterstürmen der Geschichte wieder zu Tüchtigkeit und Jdealis- I aufraffen muh. Bei erhaltener Tüchtigkeit auf den meisten I Geoieten der unmittelbaren Betätigung des Lebens sind wir I geistig verkümmert. Die Lebensauffassung samt allem, was aus I wr herdorgeht, ist für die einzelnen wie für die Gesamtheit herabgesetzt. Die höheren Kräfte des Wollens und Gestaltens I gehen in uns zugrunde, weil der Optimismus, aus dem sie ihre I Stärke nehmen sollten, sich unvermerkt mit Pessimismus durch- I seht hat.
Charakteristisch für das Zusammenwohnen von Pessimismus und Optimismus im Hause der Gedankenlosigkeit ist, dah der eine in den Kleidern des andern umherqeht. Sv gibt sich bei uns als Optimismus aus, was in Wirklichkeit Pessimismus ist, und Pessimismus wird genannt, was in Wirklichkeit Optimismus ist. Was so gemeinhin als Optimismus gilt, ist die natürliche oder erworbene Fähigkeit, die Dinge in möglichst gutem Lichte zu sehen. Diese Beleuchtung kommt dadurch zustande, dah eine herabgesetzte Vor- | stellung von dem, was sein und werden soll, vorhanden ist. Dio i Gifte der Schwindsuchtskeime bringen in dem Kranken die sogenannte Euphorie, das heiht ein eingebildetes Gefühl von Wohlbehagen und Kraft hervor. In ähnlicher Weise ist der veräußerlichte Optimismus in dem Mähe vorhanden, als die einzelnen und die Gesellschaft, ohne sich davon Rechenschaft zu geben, mit Pessimismus infiziert sind.
Optimismus und Pessimismus bestehen also nicht darin, dah sie mit größerer oder geringerer Zuversichtlichkeit dem gegenwärtigen Zustand der Dinge eine Zukunft zutrauen, sondern in dem, was der Wille als Zukunft will. Sie sind nicht .Urteils-, sondern Willensqualitäten. Dah bisher die unzulässige Bestimmung von Optimismus und Pessimismus neben der richtigen Geltung hatte und so aus der Zweiheit eine Vier hei t wurde, erleichterte 6er Gedankenlosigkeit das Spiel, in dem sie uns um den wahren Optimismus betrog. Den Pessimismus des Wollens brachte sie als Optimismus des Urteilens an, und den Optimismus des Wollens legte sie als Pessimismus des Urteilens weg. Man nehme ihr die beiden falschen Karten ab, damit sie nicht in dieser Weise fortfahre, die Welt zu betrügen.
Don der amerikanischen Seele.
Von Herman George Scheffauer.
Es gibt noch so manchen bei uns, der alles Heil von den Deremigt. Staaten erwartet und die Amerikaner in günstigstem Lichte sieht. Demgegenüber ist es interessant, zu sehm, tote streng und schonungslos ein Amerikaner selbst seine Landsleute beurteilt. Der bekannte Dichter und Schriftsteller Her- man Georgs Scheffauer entwirft in seinem soeben bei PaÄ


