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Fahrzeuge zwei Feldschmieden, zwei Fuhren mit Kohlen und sechs Wagen mit Handwerkszeug gerettet.

Da in der Nackt die Wachtfeuer einiger Kosakenpulks VE jenseitigen Ufer herüberleuchtcn, läßt Napoleon in der <yriifje des 26. November vor Beginn der Arbeit einige 40 polnische Reiter, jeder einen Voltigeur hinter sich im Sattel, hinüberschwim­men, um mit Hilfe einiger hundert auf Flößen übersetzender Schützen die Kosaken zu verjagen. Dann beginnt die unsäglich schwierige Arbeit des Banes zweier etwa 250 Schritt voneinander entfernte*; Brücken, die eine für Fußgänger und Reiter, die breitere für Geschütze und Fuhrwerk. Napoleon selbst ist zugegen und ruft den bis au die Brust im eisig kalten Wasser stehenden Pio­nieren ermunternde Worte zu. Kurz nach Mittag ist die schmalere der Brücken über die infolge fünftägigen Tauwetters etwa hmrdert Meter breite Beresina fertig. Sofort geht das Oudinotsche Korps unter donnerndemBive l'Empereur!" über und- nimmt auf dem jenfeitigeu User auf den südlich gelegenen bewaldeten Höhen eme Bereitstellung ein, um einem etwaigen Wiedervorbrechen der Bor­truppen des Admirals Tschitschagow entgeg-entreten zu können. Dieser hatte sich jedoch durch die Gerüchte von einem Uebergang südlich Borisow täuschen lassen und traf erst zwei Tage später an der richtigen Brückeustelle ein. Gegen oier_ Uhr wird nach nn- glaiiblicheii Anstrengungen der Bau der größeren Brücke beendet. Noch am Abend des 26. hat auch die Garde ihren Uebergang be­werkstelligt nnd biwakiert bei dem Stiidiaiika ungefähr gegenüber« liegenden Zaniwki als Rückhalt für das Korps Ondinot.

Im Laufe des 27. November gehen die Trümmer des west­falischen Korps Junot, die des polnischen unb die Reste von Mar­schall Reps drittem Korps, darunter die Württemberger, mit längeren Unterbrechungen über die beiden Brücken. Da diese ans den Balken und Brettern der Häuser von Studiauka gezimmert sind, müssen sie wiederholt ausgebessert werden. Nur die Ueber- bleibsel des Korps des Vizekönigs (äugen und das Nachhutkorps Davouts, zu dem je ein badisches, mecklenburgisches und hessen- darnislädtisches Infanterieregiment gehören, verbleiben aus dem Ostufer, um den Uebergang für das vor Wittgenstein zurückw eichende Korps Viktor und die nach Tausenden zählenden Nachzügler frei« zuhalteu. Aber auch diese beiden Korps können noch am 27. den Userivechsel vornehmen, da Marschall Viktor -n der Dämmerung bei Stiidianlä eintrifft. Die Truppen dieses Marschalls be­stehen ans den drei Divisionen Partonnealix, Daudels und Girard, sowie zwei leichten Reiterbrigaden des Generals Fournier. Wäh­rend die Division Partonneanx ans französischen Jnfänterie-Re- gimentern zusammengesetzt ist, gehören zur Division Daudels sieben badische Bataillone unter deut Befehl des Grafen Hochberg und vier großherzoglich Bergische (rheimsch-westsälische) Batail­lone. Die Division Girard zählt vier sächsische und sechs polnische Bataillone, während bei der leichten Reiterei des Generals Four­nier Oberst Laroche das badische Husaren- und hessen-darmstädtische Chevaul gers-Regiment rmd General Delaitre ein sächsisches Dra­goner- und ein bergisches Lanster-Regiment befehligt.

Von diesen Truppen passiert die Division Daudels, also die badische und bergische Infanterie, noch am Abend des 27. die Brücken, während die Division Girard auf den Höhen östlich und südöstlich Studiauka die Reste der Korps des Vizekönigs Eugen und Davouts ablöst. Kaum aber haben die Bataillone der Tioi- sion Daudels auf dem Westuser ihre Biwakseuer angezündet, da trifft nur ein Bataillon der Nachhutdivision Partonneanx bei Stndianka ein. Diese Division, der General Delaitre mit den bergischen Lanziers und den sächsischen Dragonern zugeteilt war, hatte bei Borisow eine Vereinigung des inzwischen von Süden auf dem westlichen Ufer anmarschievenden Admirals Tschitschagow und der Wittgensteinschen Armee verhindern sollen. Wittgenstein war je« doch nordöstlich Borisow vorbeimarschiert und hatte so tue ganze, iwch etwa 3500 Mann starke Division Partonueaux emgekreist. Trotz verzweifelter Durchbruchsversuche, die während der ganzen Nacht sowohl gegen die Wittgensteinschen als auch gegen, die in­zwischen südlich Borisow eintresseriden Vortruppen der Kutusvwschen Armee fortgesetzt wurden, mußte der löwenbrave General ui den Morgenstunden des 28. mit den Trümmern ferner Division die Waffen strecken. Die letzte Truppe, die sich aus die Nachricht hiervon ergab, war das bergische Lanz ier-Regim ent unter Graf Nesselrode, während die sächsischen Dragoner schon vorher fast bis auf den letzten Mann vernichtet mürben. Noch am Spatabend des 27 hatte Admiral Tschitschagow die Brücke bei Bonsow wiederher­stellen lassen und Mit Wittgenstein für den folgenden Tag em ge­meinsames Vorgehen auf beiden Ufern gegen Me sum Schutz der Brücken ausgestellten Truppen der Marschalle Oubinot und Viktor verabredet. Auf französischer Seite gehl m der Nacht ber größere Teil des Armeetrains unb ber Nachzügler über bie bereits bedenklich schwankenbcn Brücken.

Noch vor Anbruch bes 28. November läßt Napoleon bte Division Tanbels wieder auf bas östliche Beresina-Ufer zuruck- geheii, Ido sie mit ihrer Schwesterdivision Girard den Uebergang der auf etwa zehntausend angewachsenen Nachzügler gegen Wittgen­stein beefeu soll. Marschall Viktor hat diese beiden nocy etwa 4000 Infanteristen unb 350 Reiter zählenden Verbände auf den meist bewaldeten Höhen südlich und südöstlich «ludianla folgender­maßen gruppiert. Den an die Beresina angelehnten rechten Flügel bildet die Division Tandels, am) äußersten. Mugel die 7 Bataillone Badener unter Graf Höchberg mit einer Zwölf«

bfünberbatterie, sowie beut geretteten Bataillon der Division Par- tonneaur, dann die 4 Bataillone ber Bergischen unter General Damas. Daran anschließend die Division Girard mit 6 Ba­taillonen Polen und am linken Flügel 14 Geschütze und die vier ächsischen Bataillone. Hinter diesem auf freiem Felde stehenden Flügel hält General Fournier mit der ihm noch üerbliebcncn; Reiterbrigade, den badischen Husaren des Obersten Laroche und den hessen-barmstäbtischen Chevauxlegers unter Oberst Talwik.^

Ein überaus heftiger Frost hat seit dem 24. tot eher eingesetzt und ber in großen Flocken fallende Schnee bedeckt liebevoll bas grausige Bild des Nachzüglerhausens in ber Nähe ber beiden Brücken. Ein wilder Knäuel Unbewaffneter, Kranker, Verwuii- deter unb zum Troß gehöriger Personen Beiderlei Geschlechts, fast unfähig, sich zum Ueberschreiten der Brücken aufzuraffen. Derweil hat Ondinot auf dem Äeftufer feine schwachen Divisionen, fortne die Trümmer ber Korps Ney und Poniatowski aufgestellt. jken an bie Beresina aiigeteljaiten linken Flügel tommanbiert Marschall Ney, ber am Flusse eine Garbebatterie in Stellung gebracht, um bas Angriffsfelb ber am anberen Ufer postierten Babener mit bestreichen zu können. Die anberen zwei Drittel ber etwa 2Hz Ktlo- meter langen Verteibigungslinie befehligt Oubinot selbst, während bie Garben für den Notfall als Reserve weiter rückwärts bereite stehen. ,

Auf bem Westuser beginnt schon zwischen acht unb neun Uhr vormittags das blutige Ringen. Mit vierfacher Uebermacht führt Tschitschagow einen kräftigen Stoß gegen das bünnberoalbete, wellige Höhengelände, auf dem sich die Franzosen und ihre nicht minder tavseren (Berbünbeten wie bie Löwen wehren. Beim Korps Oubinot sinb es außer Dombrowskis Polen, ben Portugiesen unb Kroaten vor allen Dingen bie Schweizer, bie ihrer angestammten Helbenhastigkeit alle Ehre machen; bei ben Truppen des Marschalls Ney bie Württemberger und Poniatowskis Polen. Auch ein zweiter wütender Angriff Tschitschagotos wird blutig abgewiesen. Hierbei erhält Oubinot eine nicht unerhebliche Verwiinbung unb übergibt bem trefflichen Ney bie Leitung. Mit Hilfe aufräumenber Vorarbeit ber französischen Artillerie macht ber unermüdliche Marschall mit den Resten seines eigenen unb des polnischen Korps nun seiner­seits einen brillanten Vorstoß. Die Russen werden zurückgedräugt und machen erst wieder Halt, als Tschitschagow seine Reserven ein- setzt. Doch auch hieraus ist Ney gefaßt, sofort erhält bie Kürassier- Division Toumerc beit Befehl zum Eingreifen. Trotz bes tief- verschneiten, walbigen Gelänbes fahren bie braven Panzerreiter) wie ein losgelassener Orkan in bie russischen Kolonnen hinein. Laut knirschend ächzt ber Waldboben unter dem donnernden Ge­trappel ber fturmfreubigen Pferbe unb mit schrillem Sausen pfeifen die hocherhobenen Pallasche durch die eisig kalte Wtnter- lust, so matiches leserlicheEigenhändig" unter den Bärenmützcit einzeichneud. Der Erfolg ist mehr wie glänzenb ganze Linie ber Russen flutet unaufhaltsam zurück, an bie 3000 Ge­fangene, 2 Fahnen und 6 Geschütze in ben Hänbcn der -Sieger zurücklassend. Tschitschagow zählt über 10 000 Tote und Ver­wundete und der brave Marschall Ney hat für ben 28. einen weiteren Besuch seines Gegners nicht mehr zu gewärtigen.

Mit berfelbcn grimmen Entschlossenheit schlagen sich auf dem Oftufer die heldenmütigen Truppen des Marschalls Viktor gegen bie Armee Wittgensteins unb bie Vorhut Kutusows unter Wo« radowitsch. Gegen zehn Uhr preschen bie Russen gegen Viktors rechten Flügel vor, wo 5 basische Bataillone um etwa Kanonen- schußweite süblich Stubianka in einem auf nichtigem Hügel ge­legenen Birkenwülbchen unb der Ebene norböstlich bavon einen schwierigen Posten zu halten haben. Da bie rechten Flügel­bataillone der Badenser trotz verzweifelter Gegenwehr von einer Uebermacht bald zurückgebrängt werden, setzt sich Gras Hochberg persönlich an die Spitze seiner beiden Reservebataillone, laßt Stnrmmarsch schlagen und to-irft bie Russen wieder von bem Birkenhügel herunter. Trotz ivieberholter heftiger Angrisse be­haupten bie tapferen Badenser ohne Rücksicht auf die enormen Verluste ihre Stellungen bis zuni Einbruch ber Nacht. Im An­schluß an bie babische Brigade hielten bie beiben bergischen In­fanterie-Regimenter einen Höhenrücken besetzt, an dessen Sud­hang sich eine Schlucht entlang zog. Als nun die nordöstlich ber Bergischen fechtende Division Girard, die Polen und Sachsen, durch bas Kreuzfeuer ber ihnen sowie ber ben Bergischen gegen- überftelienben Batterien große Verluste erleiben, erhalt General Damas ben Befehl, mit beit 4 bergischen Bataillonen tu zwei Linien bie jenseitigen Höhen zu erstürmen. Schon hat die vordere Linie den jenseitigen Rand eines Wäldchens, auf dem gegenüber­liegenden Hauge erreicht, und will nun mit bem Vajonett bte Höhe gewinnen, ba prasselt ein überwälttgenbes Geschütz- und Musketenfeuer in bie Reihen der sturmfrohen Rhemlanber und Norbwestfalen hinein. Trotz dieses Höllenfeuers wird da*- Nn-> mögliche dreimal versucht. Vergebens will bte Reservekolonue bte vorbere Linie wieder vorreißen, die Trümmer der bergischen Brigade müssen zähneknirschend in ihre alte Stellung ziirucksluten. Nun erfolgt an diesem schwachen Punkte ein energischer Gegenstoß ber russischen Infanterie unb einiger Kosakenpulks. Noch sticht haben bie Angreifer ben Fuß der Höhe erreicht, ba bestehlt Marschall Viktor dem General Fournier, bie badischen «usaren unb hessen- barmstübtischen Chevaulegers zur Attacke anzusetzen. In unwiber- stehlichem Anrennen werden zunächst bie Kosaken über den Haufen geworfen, bann brechen bte braven süddeutschen Reiter in dm