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Leigen und Wollte ihren $uÜ> fühlen. Auf das Zeichen des Mb- Narchen brachte eine alte Sklavin einen leichten Müllstoff, mit dem man das Gelen? der Kranken umwickelte, um eine direkte Berührung ju vermeiden.
Endlich stellte er mit gelehrten Worten, die der König Or "verstehen vorschützte, deren Sinn aber niemand verstand, die Krankheit fest und verordnete Arzneien; dann verließ et mit denselben Zeremonien das Palais.
Tage und Wochen vergingen, ohne Last der .Zustand der Dienerin sich besserte. Sie war jetzt so schwach, daßosie das! "Lager, auf dem sie Tag und Nacht lag, nicht mehr,verliest.
Tie Verzweiflung des Königs wuchs mit dem Uebel.
Eines Tages teilte Man ihm mit, daß einer der bekanntesten Derwische Persiens sich erbot, die Dienerin zu heilen. Er war — sagte man — mit der Wissenschaft der alten Magier üerfrautl Und besiegte jedes Uebel. Mit dem langen Derwischlgewand bekleidet, kam er an. Zwei junge Leute folgten ihm, dhs' Schreibzeug mit Federhaltern ans Fliederholz in der Hand.
Zahra, die einstmalige Dienerin, würde Königin. Im könig- Wen Harem untergebvacht, hatte sie seidene Stoffe, reiche Wetsteine, schöne Gärten und zahlreiche Sklaven zu ihrer Verfügung. Der König geruhte, sie an mehreren Tagen hintereinander $u be- Whien.
Aber die Geschenke ließen sie gleichgültig; sie sehnte sich inmitten der herrlichjen Gärten und schmachtete nach der Wohnung sbres Herrn. Die Rosen schwanden von ihren Wangen, ihr lilienweißer Teint Wurde welk, der Glanz ihrer schönen Augen ^erlosch. Kein Wort kam mehr von ihren entfärbten Lippen. Bald begriff man, daß Zahra sterben würde. Jeden Morgen legten sie ihre Sklavinnen in eine Hängematte, in der Nähe eines murmelnden Springbrunnens, unter die duftenden Zw'eige blühender" Orangenbäume. Dort blieb sie, unbeweglich und ohne zu sprechen, bis zum Sonnenuntergang.
Der König War Verzweifelti Er ließ die geschicktesten Aerzte seiner Hauptstadt kommen, aber alle Kunst versagte. Da ließ er in seinem ganzen Königreich verkünden, düst bte Hälfte ferner Schätze in Silber und in Edelsteinen bent gehören sollte, der gegen die sonderbare Krankheit, die an per Dienerin zehrte, ein Heilmittel fände.
Ein junger Mann stellte sich vvr. Er tut meinen Weißen Kragen Und einen schwarzen Rock, nach Art der Morgenlandbewohner. Da er an europäischen Universitäten studiert hatte, rühmte er sich, der weiseste Mann von Persien zu sein.
Seine Haltung verriet, wie tief er von seiner Bedeutung durchdrungen war. Er betrat das Palais zwischen zwei Reihen von Würdenträgern; als er aber vorübergegangen war. spie so mancher zum Zeichen der Verachtung aus, indem er seinen Namen aussprach, Weil man den Argwohn hegte, daß er ein schlechter Muselmann ge
worden war. >
Er betrat den Harem in Gesellschaft des Königs, der "Eunuchen Und eines ganzen Zuges verschleierter Frauen, die dumpfe Seufzer ckusstiesten.
Die Dienerin lag auf einer mit Seidenstoffen bedeckten Matratze Msgestreckt; iht bleiches Haupt ruhte zwischen reichen Kissen.
Der „Doktor" untersuchte sie gewichtig, liest sie die Zunge zeigen und Wollte ihren PuD Ahlen. Auf das Zeichen des Mo- üarchen brachte eine alte Sklavin einen leichten Müllstoff, mit
Als er vor dem Krankenbett stand, zog" er aus feiner Tasche ein großes Zauberbuch heraus, aus dem er zu lesen begann, wobei er komplizierte. Verneigungen machte und geheimnisvolle Worte aussprach. Auf seinen Befehl holten die Sklaven eiligst eine Kröte, der man die Haut von lebendigem Leib ab'zog, um den Zauber der Kranken zu vernichten. Er erkundigte sich, um welche Stunde die Hähne gekräht hätten, diktierte einem seiner Schreiber eine Sentenz aus dem Koran, die der König auf eine Silberplatte zu gravieren versprach und die Zahra Tag und Nacht auf der Brust tränen sollte. Bis die Arbeit ausgeAhrt War, hing er um den Hals der jungen Frau einen Rabenschnabäl, der den Einfluß des bösen Blicks entfernt.
Vergeblich wurden alle Hähne aus biet Nachbarschaft, bie man bei ihrem Kikeriki in verhängnisvollen Stunden abgefaßt hatte, erbarmungslos abgeschlachtet; vergeblich drückte Zahra bie Silberplatte unb ben RabenschUabel gegen ihre Brust. . . Die Krankheit schritt mit jebem Tage vor.
Der König erfuhr weder Freude, noch! Ruhe. Seine Liebe wuchs, je sicherer er würde, sie verlieren z"n Müssen. Nichts vermochte ihn von seinem Kummer abzulenken. Er vernachlässigte die Sultaninnen, feine Gemahlinnen, und begegnete seinen Höflingen mit bewölkter Stirn. Traurigkeit herrschte im Palais, weil eine Dienerin dem Tode entgegen ging!
Zahra, die regungslos, ohne ein Wort zu sprechen, zwischen den reich gestickten Kissen und Stoffen lag, schien bereits ganz körperlos. Ihre Seele, die zu entschweben bereit War, blickte aus ihren großen Augen; man konnte ihr bis auf den Grund" sehen. Ihren schweigsamen Lippen entrang sich kein Wort.
Wenn der König nicht bei ihr Weifen konnte, lösten sich jede Stunde Boten ab, um aus dem Harem nach dem Palais über das Befinden der Dienerin zu berichten.
„Zahra Hanonn: hat ihre Lippen in Zitronensaft getaucht . . Sie hat einen Tropfer: Granadawein gekostet . , , Sie hat einen Nhltrank abgewiesen. . ."
„Hat sie gesprochen?" fragte der König.
>,Zahra Hpnoum hat kein Wort gesagt!"
Zahra würde sterben, ohne M sprechen! Die Dienerin atmete kaum noch!, und man erwartete reden Augenblick, Last sie bat Geist aufgebe, als ein Greis vor dem Palais ersMen.
Ein langer weißer Bart Wallte über seine Brust. Er ritt huf einem Maukpferd, seine Füße baumelten zu beiden Seiten! in Ledersandalen. Das Maultier neigte. Wie er, demütig den Kopf und schüttelte seine langen Ohren.
^Jch Werde die Dienerin retten," sagte er.
Der König, der keine Hoffnung mehr hatte, enrpftng ihn ohns Erregung.
„Man lasse Uns allein!" verlangte der Greis.
Man gehorchte, obgleich das Gesetz es verbvi, eine FrM allein und ohne Schleier mit einem Mann zu lassen. Aber Liess war am Sterben.
„Mein Kind," sagte der Greis", neben der Dienerin hockend/ „ich bin nur ein armer Mann und dich hat die Liebe des Königs W einer der 'angesehensten Frauen Persiens gemacht; aber ich Wollte dich nicht sterben lassen, ohne dir den letzten Gruß Von Hadja-Mohammed, dem Kaufmann, zu bringen."
Bei diesem Namen atmete Zahra, als ob mehr Luft in ihrs "zarte Brust eindringe.
„Ich habe mich nicht geirrt," dachte der Greis. Und laut sagte er: „Jeden Tag betet Hadja-Mohammed — möge Allah ihn beschützen — für deine Heilung. Du aSter Willst sterben . ."-
Tie Dienerin öffnete die Lippen, versuchte, etwas zu stammeln/ Wie ein Kind, das die Sprache ihrer Mütter uachahmt und sagte endlich:
„Greis, Woher kennst du Hadja-Mohamn:ed?"
„Ich war schon damals sein Nachbar, als Üu noch seins Dienerin warst."
Zahra richtete sich trotz ihrer Schwäche auf Men Kissen auf; ihre schönen Äugen, in denen ihre Seele Wohnte, fuhren fort/ den Greis zu befragen.
Als der König mit seinem Gefolge zurückkam, verging ep fast vor Freude, als er Zahra erblickte, die sich bleich, "öfter lächelnd zu ihm wandte und sauft murmelte:
„Mächtiger König, der Greis besitzt einen wirksameren Talisman, als alle anderen. Er hat mir das Wort wiedergegeben/ und er wird mir auch bie Gesundheit wiedergeben, wenn du erlaubst, daß ich jeden Tag, allein mit ihm, die magische Formel Wiederhole,"
Der König erlaubte das.
Allmählich erblühten neue Lilien und neue Rosen auf ZahraH Wangen. Es kam der Tag, da sie, in Begleitung des Greises"/ einige Schritte in ihrem blühenden Garten gehen konnte.
Seitdem rühmte man in ganz Persien bie Mßerordentlichie! Tugend und bie Macht dessen, der mit einer geheim gebliebene» Formel die vom König angebetete Dienerin von dem Tode der Schwelle des Lebens zugeführt hatte.
Die ersten SMeMtzchen.
Zwei unter unseren heimischen kätzchentrageirden Bäumen und Sträuchern haben äs mit dem Blühen besonders eilig und öffne» ihre Kätzchen, die« den ganze:: Winter über fertigt vorgebildet geschlummert haben, schon jetzt: die Hasel und die Sahlweide^ Goldene Staubwolken schüttelt die Hasel von sich, und süße Honigdüste haucht die Sahlweide ans. Beide wissen sehr wohl>- warum sie ihre Blüte:: scheinbar so voreilig herausbringen. Auf die Hilfe des Windes rechnet die Hasel, wie viele andere Kätzcheni- trager auch, auf ben Besuch von Insekten bie Sahlweide; diesen Vermittlern der Beftuchttlng sind die Blüten beider trefflich angepaßt, und ihretwegen erscheinen sie auch so früh: die Kätzchen"/ die den Blütenstaub dem Made aNvärtrauen, wie es bei der Hasel der Fall ist, erscheinen, ehe Bäume Und Sträucher Blätter gebildet haben, bie den Blütenstand auffangen könnten, und die! Blüten der Sahlweide, die durch Duft und Farbe Insekten aiw locken, erscheinen, ehe andere farbige und duftende Blüten ihnen die erwünschten Gäste abspenstig machen können.
Die silberpelzbesetzten Kätzchen der Sahlweide kennt wohl ein jeder ben: Aussehen nach. Betrachtet man sie näher, so erkennt man, daß alle aufrecht stehen; sieht rn'an etwa eine größere Menge SahlWeideu beisammen steh«:, so fallen dem" Ange die vielen gelben Blütenstände auf, und ebenso auffällig sind sie natürlich für bie Augen der Insekten, die so früh in: Jahre schon fliegen. Eingehendere Betrachttrng zeigt, daß die Sahl- Weide zwei !Mrten vvn Blüten hat, die auf verschiedene Pflanzen" verteilt fiiü): bie einen, die männlichen, die auffälliger aussehen, tragen nur bie leuchtend gelben Staubbeutel, bie unschein^ baren weiblichen haben nur grüne Stempel.
Ganz anbers sind bie Hangenden Haselblüten gebaut. Auch beim Haselstrauche sind männliche und weibliche Blüten vorharchen? aber beide wachsen auf ein und demselben Strauche, die weift? liehen meistens höher als die männlichen. Dem Aussehen nach sind "sie grundverschieden: die männliche Blüte ist eine gelbliche, längliche Aehrenspinbel, bie aus lauter einzelnen Schupp«: zu bestehen scheint. Unter jeder Schuppe entdeckt man beim Betrachten durch die Lupä zwei kleine Schüppchen, und hierunter stehen je vier Staubbeutelchen, deren jeder aus zwei Fächer» besteht und feine Härchen trägt. Der Blütenstaub fällt vom


