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iDer Raum Urledige Männer", zu dem ich^ge-Srkck, wurde von zwei elektrischen Birnen matt erleuchtet. Die eine des and sich dicht an meinem Bett. In dem Bett unter mir schnarchte Idjon der Schlesier mit der Brille.

Bon irgendwelcher Nachttoilette konnte free nicht gut bte Rede sein. Handtaschen und Koffer hatte jeder am Fugende seines Bettes untergebracht. Ich tat das gleiche. Einige hatten sich gestiefelt und gespornt zu Bett gelegt; andere, die menten Deutschen, ihre Oberkleider unter demKopfkissen" znsammen- gerollt Einige hinwiederum ihre Oberkleider an der Elsenstauge über ihrem Bett angebunden. Ich tat rote sie, und bald lag ich anck in meinem Bett. So eng und unbequem pflegt sonst wohl nur ein Selbstmördersarg zu sein. Mein Nachbar richtete sich auf und musterte mich. Ich tat das gleiche. Jeder hätte dem anderen gar zu gern vom Gesicht abgelesen, ob er ein Spitzbube sei. Da dies aber nicht so ohne weiteres auf Menschengesichtern geschrieben steht, so beobachteten wir einander eine ganze Weile nut Vorsicht und Eindringlichkeit, während die Röcke und Hosen an der Decke zu taumeln begannen. .

Die Fensterluken standen auf, und ein leichter Zug strich immer wieder über mein Gesicht. Ich hatte mein Lager also gut gewählt. Trotzdem fühlte ich, wie mein Magen unruhig wurde, denn die Luft kam mir abscheulich vor. Namentlich der süsslich fade Geruch des Knoblauchs, der immer mehr den Raum füllte. Er drang hauptsächlich aus dem Nebenvaum, wo die galizischen Judeit nntergebracht waren. Drang? Er quoll förmlich aus allen Ritzen. Ich hatte mein Bett schlecht gewählt.

Ich fuhr in die Höhe, denn mir war eingefallen, daß sich in meinem Koffer ein Stück Seife, befand. sDas holte ich mir und legte mich mit der Nase darauf.

Mein Nachbar fast aufreckst und sah mir aufmerksam zu. 8tun lagen wir wieder beide.

Sie, Herr Nachbar!" ,

Ich drehte mich ihm zu. Er deutete zur Decke, wo kleine, dunkle Wesen hurtig hin und her liefen.Das heisst man Schwaben", sagte er. Ich nickte dankend emb bohrte die Nase wieder in die Seife. Wieder fuhr ich auf.

Die Aeidungsstücke an den Decken fingen an, sich kräftiger zu bewegen. Das Schiff schaukelte^ von rechts nach links. ®8 schnarchte niemand mehr. Die meisten lagen jetzt wach wie ich. Hier und da begann einer meiner Schlafkameraden zu wimmern Und zu ächzen. Das Schiff schaukelte nicht mehr, sondern es stampfte". Es Uhr gegen Wind und Wellen und seine Spitze Hob sich hock) aus dem Wasser, um nach einer Welle wieder in die See zu schlagen. Das wiederholte sich unausgesetzt, stunden­lang.Bewegte See", wie die Matrosen es nannten.,

Die Seekrankheit forderte, wie sich hören liest, ihre ersten Opfer. 'Der Knoblauchdnst, dieSchwaben", die fürchterliche Luft, das Wimmern und Aechzen ringsum wie sollte ich hier der Seekrankheit entgehen, an der ich trotz mancher stürmischen Fahrt noch nie gelitten ? Auch ich kämpfte einen verzweifelten Kamps.

Von den 32 Passagieren unseres Raumes blieben nur drei in dieser Nacht von der Seekrankheit verschont. Die anderen opferten ihr. Die Deutschen gaben sich wenigstens Mühe, dabei einigermaßen manierlich zu bleiben, dieOestlichen" kannten weder Rücksicht auf ihre Bettgenossen noch auf die Betten, noch auf das Schiff. Und nun erst die Polen und Slowaken! Und erst ihre Frauen! Es spottet jeder Beschreibung!

Am anderen Morgen glaubten wir, das Schlimmste hinter uns zu haben, da die See wieder ruhig war. Matt und elend lagen die meisten herum.

Für meine Kameraden bedeutete die Seekrankheit ihr schlimm­stes Erlebnis auf dieser Fahrt. Wäre ich seekrank geworden, würde es am Ende bei mir nicht anders fein. So aber habe ich Schlimmeres kennen gelernt.

VerMtscktes.

* Der gute Freund des (protzen K u r i fi r ff e n. Von der Art, rote in früherer Zeit die Fürsten zu ihrem Volke redeten, haben tvir in der Historie, in Komödien und Romanen Proben genng,Hanns Hieuickens a» Friedrich Wilhelm zn Preutzen ein­gereichte Snpvliqne zur Erlangimg eines Küste>dienstes", die wir im folgeiiden roortgetreu iviedergeben, mag nun einmal in ihrer amüsanten Weise die Perhallnisse von der anderen Seile spiegeln. Sie lautete:Hochwürdigster, Durchlauchtigster, Grotzmäclsttgster und allerunüberwindlichster Chur-Fürst nsw Treue Tleiiile geben treuen Lohn, saget der Haus-Lehrer Sprach im 5 Capitel Euch time ich zu wissen, datz der Küster-Dienst zu Lonckowitz itzo offen ist lind itzo ich zu solchen Tienslen wohl würdig bin, und wenn Jhro Grotzinächltgkeiien meine Person sehen unb singen hören feilten, würden sie sagen: der Kerl ist bet) meiner Seel mehr wert als datz er ein Küster seyn sollte; daß aber der Hundsfott unser Schutze mir semd ist, das macht, daß meine Fran eben einen solchen roten Rock hat, wie seine Frau, und wenn ich den Dienst haben werbe, so mir doch geivitz genng ist, so will ich meiner Frau noch einen besseren machen lassen, als des Schulze» feine hat, es mag beit Hundsfott verdrießen ober nicht, und wenn ich nun das Primarium kriegen soll, so muß es der Hundsfott unser Schulze

nicht roissen, sonst stößt er e§ glatt wieder umb, ich verlasse mich ganz gewiß daraus unb verbleibe euer guter Freund so lange ich lebe. Lonckowitz, den 23 Jan. 1688. Hanns Hienicke." Die Ant­wort bildete folgendes Signet:Dem Supplikanten werden nach abgelegter Probe sechs Dukaten verwtlliget, und wenn er in dieser Sache richtig bestehen wird, soll er den Tienil vor anderen ohne Einwenden des Schulzen haben. Friedrich Wilhelm, Chursürst.

* Ursache.Dein Hut, Franzt, wird dir auch schon wiedeck zu klein!"Ja, weil wir in der Schule so viel lernen müssen!'«

Altschwäbische Wächterrufe.

Reinste Volkspoesie bieten die alten deutschen Wächterrufe, bte sich Jahrhunderte lang von (Generation zu Generation nur münd­lich »ererbt haben unb in Dörfern unb kleinen Städten, roo der Nachtwächter mit Laterne, Ho>n unb Spieß noch lerne Sagengestalt geworden ist, bis aus den heutigen Tag ertönen. Einige bei poeste- volluen biejer Rufe aus dem Württemberger Land veröffentliche» wir hier:

Höret, was ich euch will sagen, Unsere Glock' hat elf geschlagen I Unb wer noch bei der Arbeit schwitzt, , Und bet dem Kartenspiel noch sitzt.

Dein jag ich's laut und deutlich nun:

's ist hohe Zeit, sich auszuruh'n.

*

Höret, was ich euch tvill sage». Unsere Glock' hat zivölf geschlagen. Wo noch bet stiller Mitternacht Ein trautes Herz voll Kummer wacht, Golt geb' ihm Trost, verleih ihm Ruh Und sühr's dem sausten Schlummer zu.

Höret, was ich euch ivill sagen. Unsere Glock' hat eins geschlagen. Und roo durch Satans List unb Rat Em Dieb hinschleicht auf dunklem Pfad, Ich ivtUs nicht hoffen, - doch geschiehts. So geh er heim, sein Richter sieht's.

*

Höret, was ich euch will sagen. Unsere Glock' hat zwei geschlagen. Und wenn die Sorg' schon, eh' es tagt, Schwer an dem schwachen Herzen nagt, Ter arme Tropf, sein Schlaf ist fort, Gott sorgt, verlaß dich auf sein Wort, *

(Am Eoimtagmorgeu.) Auf, ermuntert euch, ihr Bruder, Feiert euren Sonntag wieder. Feiert den Sonntag eures Herrn, Wie der helle jJiorgenfterit.

Wenn wir scheiden von der Erden,

Tann wirds erst recht Sonntag werde»

Droben in der Gottesstadt, Wo Gott seine Wohitiing hat. =F

(Am Merktagsmorgen.>

Auf, ermuntert eure Sinnen, enn es ist öte Nacht von hinnen, Go sei Tank, der uns bte Nacht ; at ' väterlich bewacht,

W.hl um die viere. 0. K.

Piamanträtiel.

Auslösung

In die Felder nebenstehender Ftgttr sind die Buchstaben a, b, c, e e e e, h h, i i, 1 1, m, u n n, o o, p, r, s s s. t derart einzutragen, daß die ivagerechle» Rethen folgendes bedeuten:

1. Einen Buchstaben.

2. Griechische Göttin.

3. Ein Baum.

4. Name zweier Maler.

5. Einen Weltkörper.

6. Musikalische Bezeichnung.

7. Einen Buchstaben.

Tie senkrechte unb wagerechte Mittel­reihe ergeben das Gleich«, in nächster Nummer.

Auflösung der Kötiigspromeuade in voriger Nmnmerr Wer groß sich dünkt an Macht unb an Besitz: Dte höchste Eiche ist zunächst dem Blitz; Und wem, weil er gering bleibt, Zweifel nagen: Auch kleine Zweige können Früchte tragen.

Albert Roderich.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck unb Vertag der Brühl'jchen Untversitäts-Buch- unb Steindruckerei, R. Lava«. Gteje»