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Ferner besteht zwischen dem! Hosland (am Ende der Psersdorfer Markung und dem Südrande des ausgedehnten Hunnehags) einerseits und diesem Hunnehag d. i. Hundehag, Hag der „Hunde" gleich Stammesgenossen andrerseits die gleiche Beziehung wie zwischen den ungarischen Ösen, d. i. Hosen gleich Hansen (vgl Ansa neben Hansa!) und der Hont er Gespanschaft, die sie bewohnen. Die Haßberge aber, die sich über dem Hastgau nächst der Stadt Haßfurt erheben, und die int' Volksmunde Hoß- berge heißen, entsprechen den Hundsrück-Bergen und den Katzenbergen der „Hunde-Hessen" (s. des V. Aufsatz m Nr. 125!), die ftüher als „Menweiden" dienten und deren einer, der Katzeuberg bei Msfeld, nicht weniger als vier Ortschaften, nämlich Mackenrode, Seipelsdorf, Ohmes, Ruhlkirchen zusammen begreift (v. Pfister, Ergänzungsheft zu Vilmars , Idiotikon). Ebenso entspricht der Name der Stadt Haßfurt int Hastgau dem Namen der Dorfschaft Katzensurt im Stammlande der Hessen (w. von Gießen) oder, wie sie früher hießen, Hassen, Chatten, Katzen. Alle diese Namensformcn sind, wie wir nun mit Bestimmtheit sagen können und jedem eiuleuchten dürfte, nur mundartlich oder landschaftlich verschiedene Benennungen der Mitglieder einer Urgemeinde oder Nachbarschaft, einer sogenannten Hanse oder H0s (Hüs), Genossen einer eine Ganzheit oder Gesamtheit (universitas) bildenden Hundschaft oder Hundertschaft, eines „Hundes" (Gundes, Gendes, Gon- des) d. i. Geschlechtes oder Stamtnes. Vgl. des Verfassers beide Aufsätze in Nr. 103 und 125 mit dem Titel: „Die blinden Hessen" und die „Huudsrück-Berge der blinden Hunde-Hessen" und einen demnächst in der Darmstädter Zeitung erscheinenden Aufsatz über die Herkunft des Hessennamens.
Büchertisch.
— Mode. Die zwei neuen Juli-Hefte der bekannten ^Deutschen Moden-Z eitung" haben den Sondcrtitel „S o m m e r" und „H o ch s o m m e r". Sie berücksichtigen in ihrem Modeteil hauptsächlich Sommerkleidung jeder Art für Erwachsene und Kinder. Zum Selbstaufertigen dieser Kleidung bringen die den beiden Heften beigegebenen großen Schnittmusterbogen sorgfältig ausgeprobte Naturgröße Schnitte.
— Die neueste Nummer der Leipziger Illustrierten Zeitung vom 11. Juli (Verlag von I. I. Weber) folgt den jüngsten Tagesereignissen wieder unmittelbar auf dem Fuße und berücksichtigt sie in reichster Auswahl.
— National-Hygiene-Museum und Univ ersi- tät in Dresden? Unter diesem Titel ist eine Broschüre erschienen, die nach eingehender Erörterung des künftigen Hygiene- Museums zu dem Schluß kommt, daß es abzulehnen ist, da es aus einer Reihe von Gründen seinen Zweck nicht erfüllen wird. Die für dieses Museum vorgesehenen Gelder sollten vielmehr für die Gründung derUniversitätDresden verwendet werden.
— In Chile, Patagonien und auf Feuerland. Ergebnisse mehrjähriger Reisen und Studien von Dr. Siegfried Benignus. Mit 14 Tafeln, 92 Abbildungen und einer Karte. Verlag von Dietrich Reimer (Ernst Bohsen), Berlin. Was der Verfasser in Chile, wo ter von 1905 bis 1906 in amtlicher Stellung tätig war, erlebte und erschaute, was er während seiner Kreuz- und Querfahrten 1907 bis 1908 vom Sattel, vom Boote und zu Fuß im patagonischen Steppen- und Waldgebiete erkunden konnte, das hat er in dem vorliegenden Buche niedergelegt. Um die Fülle wirtschaftlicher Fragen, die das so lange verkannte südlichste Südamerika anregt, zu bewältigen, ist der Stoff in eine Reihe einzelner in sich abgeschlossener Essays eingeteilt. Aus eigener Erfahrung wird die hohe wissenschaftliche und wirtschaftliche Bedeutung jener Gebiete erörtert, die der Allgemeinheit bis in die jüngste Zeit noch als etwas fast Unbekanntes, im besten Falle recht übel Beleumundetes galten. Die Essays verteilen sich auf Chile, Patagonien und Feuerland. Leitend ist bei der Abfassung des ganzen Werkes der Gedanke deutscher Betätigung in den genannten Gebieten. So ist eine Reihe von Essays ausschließlich deutscher Kulturarbeit von ihren Anfängen bis zur Gegenwart gewidmet, wie „Deutsche", „Von deutscher Arbeit im Süden" -„Valdivia", „Der See der Deutschen", „Von deutscher Turnerei", '„Weihnachten", Die schweren Existenzkämpfe der Deutschen vor mehr als einem halben Jahrhundert werden anschaulich geschildert, aber auch die glänzenden Erfolge deutscher Tatkraft in Kolonisation, Schulwesen, Landwirtschaft, Industrie, Handel und Schifffahrt. Neben aller Anerkennung für das Geleistete macht der Verfasser allerdings auch in freimütiger Weise auf deutsche Fehler hüben und drüben aufmerksam, und in dem Abschnitt „Die Fremden" würdigt er den 'Kulturanteil anderer Nationen, der Engländer vor allem, dann der Nordamerikaner, Franzosen, Italiener usw. Die Skizzen „Ein südamerikanischer Pufferstaat?" und „Revolte in der Hauptstadt" enthalten politische Betrachtungen, „ließet den Llongimay", „Quer durch Chile", „Durch die Maghellan- straße", „Morgenrot", „Mit patagonischer Post" schildern Teile des an landschaftlicher Schönheit reichen Gebietes, Abhandlungen über Schafzucht, Petroleum, Gold, die Trausandenbahn beschäftigen sich mit der Fülle wirtschaftlicher Möglichkeiten: zum Schluß pringt der Verfasser eingehende Studien über die Ureinwohner und die Tierwelt Patagoniens.
Vevmrschtes.
— Galanterie. Im „Zwiebelfisch", der von Hans v. Webe herausgegebenen kleinen Zeitschrift für Geschmack lesen wir das folgende hübsche Erlebnis : „Durch das französische Nordasrika saust der Luxuszug. Im Speisewagen ein deutsches Ehepaar, einig, Tische weiter ein französischer Kolonist mit zwei Damen. Haltestelle. Der Franzose eilt auf den Bahnsteig und bringt jeder seiner Damen ein Veilchensträußchen. — Da plötzlich stutzt er, er erhebt sich wieder und tritt bedauernd an den Tisch der Deutschen, um sich zu entschuldigen, daß er der Dame kein Sträußchen überreichen konnte, es habe nur noch zwei gegeben. — Dann setzt er sich wieder an seinen Tisch. — Eine Station weiter aber entdeckt er wieder eine Verkäuferin, holt noch einen Strauß und bringt ihn höflich und beglückt der detüschen Dame. — Durchaus keine Aus- dringlichkeit, er hat kein Wort weiter mit den Deutschen gewechselt. Nur Galanterie. Es war ihm peinlich, daß eine Dame keine Blumen erhielt, wenn er anderen welche gab. Bitte, mein lieber und kühner Leser, versuche das mal auf der Strecke Berlin- Hamburg. — Du kannst von Glück sagen, wenn du nur Prügel bekommst und nicht als Mädchenhändler verhaftet wirst . . ."
— Ein geistreicher Komponist. Dem französischen Komponisten Reher wird dieser Tage in dem malerischen lleineit Hafen des Mittelmeers Lavaudou, wo der Schöpfer des „Sigurd" die Wiutermouate zu verleben pflegte, ein Denkmal errichtet,- bei dessen Einweihung Mafseuet eine 8lede hält. Bei dieser Gelegenheit erinnert ein ftanzösisches Blatt an einige Witze des geistreichen Musikers, der wegen seiner schlagfertigen Antwortest fast noch berühmter war, als wegen seiner Kompositionen. Einst kommt eine junge Künstlerin zu ihm und singt ihm zur Probe das Taubenlied aus seiner „Salambo" vor. Als sie geendet, nähert sie sich zitternd vor Erregung dem Komponisten und flüstert: „Ach, Meister, was für Angst habe ich ausgestandenUnd Reyer erwidert gutmütig mit dem Brustton der Ueberzeugung: „Lange noch nicht so viel als ich, mein Kind". Bei einem' Fest im Elysöe wollte die Gattin eines Senators dem Komponisten ihre Bewunderung ausdrücken; sie naht sich ihm also und sagte mit schmelzender Stimme: „Es ist mir eine Lieblingsvorstellung, lieber Herr Reyer, wenn ich mir denke, wie Sie wohl Ihren wundervollen Hymnus „Die Walküre hast du erobert" komponiert haben mögen. Gewißin einer traumhaften Stimmung, an irgendeinem paradiesischen Ort, in einer Umgebung voll Poesie. Jst's nicht so?" „Aber durchaus nicht," antwortete Reyer ruhig, „ich saß dabei auf dem Dache eines Omnibus und rauchte meine Pfeife ..."
* Ein Mittel gegen die Maul- und Klauenseuche hat das Bürgeruieisteraint der Stadt Homburg in der Pfalz entdeckt. Es erläßt in der Presse nämlich folgende Anordnung: „Die Maut- und Klauenseuche in Martinshöhe ist aufgehoben; dies wird hiemit ortsüblich beknnutgegeben." — Da die bisher bekannten Mittel gegen die bösartige Seuche nichts ausrichteteu, blieb dem Bürgermeisteramt allerdings nichts anderes übrig, als die Maul» und Klauenseuche einfach auszuheben.
*Die verlorene Standarte. In einer der letzten Ausgaben des „Bonner Generalanzeigers" befindet sich folgende Anzeige:
Standarte
mit Inschrift „Radsahrklub Falke Bonn-Poppelsdorf" im Ehaussee- graben zwischen Hangelar-Siegburg gesunden. Zu erfragen gegen Erstattung der Unkosten bei Krause, Großenbusch bei Hangelar.
Das läßt tief blicken.
».
* Ja so! Was ist denn eigentlich mit Ihnen? Neulich waren Sie so vergnügt, und jetzt. . ," — „Stimmt! Vor vier Wochen ist meins Frau durchgegangen ..." — „Und das nehmen Sie sich so zu Herzen?" — „Nein — aber jetzt ist sie wichet da!"
Anthmogriph.
1 5 3 4 9 8 7 berühmter Badeori.
2 7 1 5 10 7 ein Königreich.
3 5 4 2 9 7 ein Planet.
4 5 7 7 9 ein Baum.
5 2 1 2 3 4 männlicher Vorname.
6 9 7 2 3 eine Göttin.
7 8 5 1 5 10 5 Strom in Nordamerika.
8 10 5 7 asiatisches Hochland.
9 8 3 11 9 8 4 eine Erdperiode.
10 9 8 3 ausländische Getreideart.
8 7 3 4 9 10 Fluß im Norden Deutschlands.
4 8 1 9 10 ein Raubtier.
11 9 8 3 8 1 ein Singvogel.
Die Anfangsbuchstaben der gefundenen Wörter ergeben bee Reihe nach, von oben nach unten gelesen, den Namen eine) Jugendschriftstellers.
Auslösung in nächster Nummer. >
Auflösung des Rätsels in voriger Nummert Linse, Insel.
Redaktton: R. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Stete*


