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wendige Zwischenfrage zu stellen. Als ich! geendet hatte« jfiff er leise vor sich hin. c
Eine verteufelte Geschichte Has! sagte er dann. Der Mann, dessen Gesicht Sie am Fenster gesehen haben, ist nämlich auch an 'einer großen Verschwörung beteiligt, dre uns gegenwärtig stark beschäftigt, und die Dame, die Sie aufgenommen haben, steht entschieden ebenfalls damit .» Verbindung'.
Diese Verdächtigung Marcellas brachte mich sofort rn Harnisch.
Aber sicher nur unschuldigerweise, antwortete ich erregt, das schwöre ich Ihnen.
Das ist sehr wohl möglich, erwiderte er ruhig. Ich! äae durchaus nichts gegen die Dame. Dazu fehlt mir eder Anhaltspunkt. Ich spreche nur die Vermutung aus« daß sie in eine derartige Verschwörung verwickelt ist.
Ah! sagte ich, das ist 'ne andere.Sache.
Sie werden einsehdn, fuhr er fort, daß. dieser Mann von den zehntausend Pfund, die sich im Besitz der jungen Dame befanden, Kenntnis gehabt haben muß. Er hat dann, als sie auf dem Wege zu Ihnen war, den Versuch gemacht, ihr diese Dumme abzunehmen, was ihm jedoch! nicht geglückt ist. Dank der Vorsicht Ihres Fraulein Schwester ist ihni auch der zweite Versuch nicht gelungen — ebensowenig wie jder dritte in London. Sie — damit meine ich die ganze Baude, der dieser Kerl angehört 1 < werden natürlich Himmel und Hölle in Bewegung setzen« um die Dame in ihre Gewalt zu bringen.
Solange sie sich in meinem Schutz befindet, werden sie damit kein Glück haben, versetzte ich mit Nachdruck und Begeisterung. M r.
Ich will es hoffen, sagte Herr Beale; imnierhin möchte ich Ihnen raten, jede mögliche Vorsicht zu üben, wenn Sie keine unangenehmen Ueberraschungen erleben wollen.
Das werde ich in jeder Weise tun.
Dieser Kunde, den ich im Verdacht habe, ist nämlich einer der gewandtesten Gauner Europas. Er ist uns von Paris und Berlin aus signalisiert worden, und wir bemühen uns schon eine ganze Woche, ihn dingfest zu machen. Aber zuerst möchte ich seine Identität genau feststellen — und dazu könnten Sie mir behilflich sein.
(Fortsetzung folgt.)
Jawohl, hat sie das — oder wenigstens g em mut — und sogar angedeutet, daß uns das Mädchen nachtv uit tne Luft sprengen würde. Eine nette Unterstellung das! Eine Unverschämtheit! Du machst hinge hon und, sie des uchen, wenn du Lust hast; ich habe kein Bedürfnis, die Tante Donaldsou wiederzusehen. Sie ist ja ne ganz herzlose
'' Ted! Ted! Was hast du für 'n aufbrausendes Temperament, sagte meine Schwester darauf.
Nein, erwiderte ich, das hab ich nicht; aber ich kann s nicht vertragen, daß sie in dieser Weise von Marcella ^Das ist überhaupt des Pudels Kern versetzte sie, mit dem Kopfe nickend und mir schelmisch zu blinzelnd. Du liebst Marcella, Ted. , ....., .
Nun, Und wenn das der Fall Ware, wurde ich mich gar nicht besonders darüber wundern, versetzte ich', ebensowenig als wenn ich hörte, daß du und Mortimer euch verlobt hättet. ,. .. , ,, , .<■
Helene wurde rot bis über die Ohren; sie faltete ihren Brief zusammen und steckte ihn ein.
Zu verwundern wär's ja gerade nicht, antwortete sie und ging hinaus.
Ich hatte im Laufe des Tages zwar ziemlich! viel mit der Praxis zu tun, aber keine besonders schweren Falle, und noch ehe ich mit meiner Runde fertig war, hatte ich die Ueberzengung gewonnen, daß. ich' wohl der Gegenstand aller möglichen Redereien geworden war, jedoch' rn der Gunst meiner Kundschaft nichts eingebüßt hatte. Wie ich nachträglich erfuhr, hatte zu dieser für mich günstigen Stimmung auch der Umstand viel beigetragen, daß sich zahlreiche Personen vergeblich um die auf Marcellas Entdeckung ausgesetzten fünfzig Pfund beworben hatten. Die Nachricht von dem Besuche des Barons von Eißen hatte sich rasch herumgesprochen, aber gleich darauf auch die energische Zurückweisung meinerseits, die Gregory, überall eifrig erzählte. So gestaltete sich am Ende des wages die Bilanz von Gewinn und Verlust deutlich zu meinen Gunsten, und ich war trotz Tante Marias Brief ganz zufrieden.
Meine Träume in jener Nacht waren, wie ich mich noch erinnere, freudvoll und heiter, ihr Inhalt nur Marcella.
"Der nächste Tag brachte nur einen einzigen bemerkenswerten Zwischenfall. Als ich- am Nachmittag von meinem üblichen Rundgang zurückkehrte, läm nur meine Schwester Helen im Hausflur entgegen. Sie machte ein tiefernstes Gesicht und flüsterte Mir zu:
Es ist 'n Mann von Scotland Yard im Empfangszimmer. Bedeutet das wohl wieder neues Unheil?
Ganz und gar nicht, sagte ich' lachend. Chärley hat mir geraten, unter allen Umständen die Polizei ins Vertrauen zu ziehen.
Da klärte sich ihr Gesicht sofort auf.
O, wenn's Charley gesagt hat — dann natürlich. Das WUßt' ich nicht. Mit diesen Worten lief sie beruhigt weg, während ich die Tür zum Empfangszimmer öffnete.
Als ich eintrat, erhob sich' ein kleiner, breitschultriger Mann mit rotem Gesicht und freundlichen kleinen grauen Augen. c
Herr Doktor Williams? sagte er; und ich bemerkte, baß er mich mit einem Blick von oben bis unten gemustert hatte.
Zu Diensten, erwiderte ich. Bitte, behalten Sie Platz.
Mein Name ist Beale, sagte er, ich bin Oberinspektor der Kriminalabteilung von Scotland Pard.
Es freut mich sehr, daß Sie gekommen sind, Herr Inspektor, antwortete ich. Ich dachte schon daran, morgen mal selbst persönlich zu Ihnen zu gehen.
Ihr Schreiben war mir sehr wertvoll, denn ich' war schon vorher von anderer Seite und durch andere Vorkommnisse auf die geheimnisvolle Dame hingewiesen worden, die sich im Besitz 'einer so bedeutenden Summe Geldes befinden soll, begann der Beamte, nun gleich auf die Sache eingehend-, und es würde mir sehr erwünscht sein, wenn Sie mir den ganzen Verlauf der Angelegenheit ausführlich mündlich mitteilen wollten.
Das will ich gern tun, antwortete ich' ihm und' erzählte den Hergang, wie ich ihn in den vorigen Kapiteln hier geschildert habe. Er hörte mit größter Aufmerksamkeit zu Und unterbrach wich- nur Ker und da« um eine noch
Der Dieb.
Skizze von Hedwig Stephan (Dortmund).
Irgendwo draußen schrillte eine Fabrikpfeife — lang und 9en@(ard Wolters zog ihre Uhr aus dem Gürtel, erhob sich hastig und nahm den Hörer des Tischtelephons ab, das auf dem mächtigen Eichenschreibtisch am Fenster stand _
„Hier Privatkanzlei. Jawohl, Wolters Sagen sie, Lemke, wann kommt denn die Post herauf? — Wie? Erst vor zehn Minuten? Aber das ist doch — — also bitte lagen.Sie Herrn! Voelz, daß die Eingänge unbedingt bis 11 sortiert sei» müssen — um 12 kommt der Baurat, und bis dahin muß das Tagest ’0Ur@U legte den"Hörer unsanft auf das Gestell zurück und ging wieder zu ihrem Platz. ,
Also Herrn Voelz beliebte -es, erst um 10 zum Diecht zN erscheinen, und sie konnte sich dann wer weiß, wie sehr beim Fvur- nalisieren abhetzen! Es war geradezu unerhört, was dieser junge Mensch sich herausnahm, und dabei war so ziemlich das ganze Bureau in ihn vernarrt, vom Abteilungschef bis hinunter zum Kanzleidiener! Erst gestern meinte die kleine Timme unten in der Schreibstube mit schwärmerischem Augenaufschlag, er wäre „so entzückend blond!" „Ja, und so entzückend liederlich! hatte Klara sich nicht enthalten können, hinzuzufügen und von „Tlmmchen sehr spitz zur Antwort bekommen: „Na natürlich — Sie können ihn eben nicht leiden!" „ . 1 . ...,A
„Natürlich!" das hieß, so viel als: „Er t)t jung und hübsch —- Uttb ^willkürlich preßte Klara ihre '.Fingerspitzen in di^ Hand- fläche. Ja, auf weibliche Reize Anspruch M erheben, das hatte ste allerdings schon lange, lange ausgegeben, ^hr war bas bißchen Jugendfrische abhanden gekommen tut Aktenstaub, in dusteren Kontoren, hinter dem tintenbeklecksten Pwt — ste war verbttürt und scharf geworden in zwanzigjähriger Dr°uarbeit und ^itte nur nach einem Ziel gestrebt — «ne gut bezahlte, selbständige Stellung zu erringen. Und das war ihr nun gelungen fei Dank! Was verschlug es ihr, daß man sie „die Olle iiannte, und daß die jungen Kollegen ihr gerade nur die knappste H t lichkeit erwiesen?


