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nur dann der Fall. Es stehen freilich diese Namen in einer engen Beziehung zum Hanse. Man spricht vom Homatins-Haus, Schützehaus usw., und sehr ost führt nur die Linie den Namen weiter, die im Hause bleibt. Aber gebunden sind die Namen nicht an die Häuser. Ost genug führen doch auch die nicht im Hause bleibenden den Namen fort, und wie gesagt, auch ein Schwieger­sohn, der nie in des Schwiegervaters Hause,gewohnt hat, kann von diesem den Ncnuainen erhalten. Daß übrigens der Name der Frau den des Mannes verdrängt, ist auch bei unfern Familien­namen int Mittelalter eine Erscheinung, die sich hie und da nock nachweisen läßt. Wenn z. B. die Söhne der .Hebele und Sveneke Rode, der beiden Schwestern des Rostocker Ratmannes Johann Rode (f 1351) in den Urkunden stets Rode genannt werden, so haben sie eben sicher den Familiewtamcn der Mutter geführt. Denn daß beide Schwestern zufällig gerade Rodes ge­heiratet haben sollten, ist «kaum anzunehmen, zumal die Söhne der Hebele noch wieder ans zwei Ehen zu stammen scheinen, und noch wieder ein Schwestersohn der letzteren, von dem wir wissen, das sein Bater Pape hieß, wird wiederholt-Rode genannt. Ebenso sind die beiden Brüder Heinrich und Gerhard Kruse allem An­schein nach S chw e st er föhne des 1348 verstorbenen Ratmannes Ludwig Kruse. Und wenn man hier auch die Möglichkeit zngeben mußte, daß ihr Bater auch von Haus ans schon Kruse ge­heißen haben kann, so wird doch bei dem _ in weiblicher Lime ebenfalls aus dieser Familie stammenden Giso Haltermann in einer Urkunde ausdrücklich bemerkt, daß er sonst auch Kruse ge­nannt werde. Und wenn der Rostocker Bürger Timmo von Gnoyen, er kommt 13841411 vor, wiederholt Timmo von Zarmerstorp, einmal auch Timmo von Zarmerstorp von Gnoyen genannt wird, so ist es auch hier wahrscheinlich, daß der mütterliche Familiennamen dem väterlichen den Rang streitig gemacht hat, zumal wenn man beachtet, daß 1343 zwei Familien Gnoyen und Zarmerstorp nachbarlich beieinander wohnen. Ob hier der väterliche oder der mütterliche Name schließlich siegreich blieb, läßt sich nicht entscheiden. Bei den Rodes und Kruses läßt sich übrigens auch noch zeigen, was dem mütterlichen Familien­namen solche Dauerhaftigkeit gab. Man könnte vermuten, daß die Rot- und Kraus-köpfe der Töchtersöhne, diese so nachdrücklich als Rodes und Kruses auswies. Aber der Grund war doch wohl ein anderer. Allem Anschein nach haben diese Männer mit den Brüdern und Brüdersöhnen ihrer Mutter in engster Besitz- und Erwerbsgemeinschaft gestanden, und schon ihre Väter werden bei ihrer Heirat, wie tvir sagen würden, in die Firmen Rode, bezüglich Kruse eingetreten sein. So gehörten sie eben zu den Rodes und Kruses und wurden auch so genannt. Vielleicht gibt uns die Beobachtung, daß bei dm heutigen volkstümlichen Nennamen so Häufig der Name aus der mütterlichen Familie stammt, das Recht, zu vermuten, daß das auch in der Wervezeit unserer Familiennamen noch viel Häufiger der Fall gewesen ist, als sich noch mit Sicherheit Nachweisen läßt.

Wie nun die Nennamen oft aus der weiblichen Linie stammen, so können denn auch weibliche Taufnamen zu Familiennenn- namen werden. So haben !vir die Familien Mines und Susanns, Und auch dafür bieten wieder nufere Familiennamen die ent­sprechenden Beispiele. In den ältesten Rostocker Stadtbuchblättern (um 1260) tritt eine noch längere Zeit blühende Familie Lyse auf. Sie geht zurück ans einen Ratmann Hermannus dominae Lyse, d. h. Sohn der Frau Liese. Ueberhaupt sind in diesen Urkunden aus einer Zeit, wo sich erst in einigen Familien Familien­namen zu festigen beginnen, eine ganze Reihe von Männern da­durch näher bezeichnet, daß ihrem Taufnamen der Name der Mutter, gelegentlich auch wohl der Schwiegermutter hinzugcfügt ist. Und z. B. der Sohn des Johannes Dominae Titbeke (oder Tibbeke-Titbcrga) heißt dann auch Johannes Tibbcken junior. Ebenso werden Familiennamen wie Tilse, Mette, Methke, Wöbbeke oder Wöpke von tveiblichen Taufnamen abzuleiten sein. Denn das sind gangbare Kurz- und Koseformen der Namen Elisabeth, Mecht­hild und Walburg, von denen namentlich die zwei ersteren außer­ordentlich häufig, aber auch der dritte sehr beliebt war. Kundige würden diese Beispiele leicht vermehren können.

Man würde diesen IFranen, nach deren Namen ihre Nachkommen genannt werden, sehr Unrecht tun, wenn man vermuten wollte, daß ihre Kinder eben keinen Vater gehabt, nach dem sie hätten genannt werden können. Im Gegenteil weiden sie meist Frauen gewesen sein, die nach dem frühen Tode des Mannes tapfer und tat­kräftig ihr Hauswesen allein fortgeführt und ihre Kinder groß- gezogen haben, gelegentlich wohl auch einmal solche, die durch ihre überragende Persönlichkeit den noch lebenden Mann etwas in den Schatten stellten.

Ich weiß nicht, ob die zünftigen Namenforscher diesen gegen­wärtig int Volk immer neu entstehenden Familiennamen viel Be­achtung geschenkt haben. Jedenfalls: wie diese heute entstehen, sind einst auch unsere entstanden, wie diese sind auch unsere einst aufgetaucht, von einer Linie in die andere gewandert, hier verdrängt und dort durchgedrungen. Es hat sich wirklich derselbe Prozeß, dessen Ergebnis unsere Familiennamen sind int Gang erhalten, und wer sich überhaupt um diese Dinge kümmert, ist

überrascht und gefesselt, wenn ec sich plötzlich mitten hinein- versetzt sieht in einen Vorgang, von dem er glaubte, daß er längst und für immer der Vergangenheit angehöre.

Marienschlo ß.§ chm al tz.

Vermischtes.

k?. Der un verbrenn bare Fil m. Die Feuergefährlich- keit des Zellstoffes, aus dem der Film des Kinematographen be­steht, hat die Erfinder zu manchen Versuchen angesvornt. Es ist ein Zelluloid erfunden worben,. das unverbrennbar sein soll, und neuerdings hat man es i'ibcrhauvt durch einen anderen Stoff er­setzen wollen. In London haben dieser Tage in einem Sitte« inalographen-Tbeater Proben stattgefnndcn, bei denen eilt feuer­festes Pavierband verwendet worden ist. Dieses feuerfcsie Pavier­band, eine Erfindung des Franzosen Dupuis, ist lichtnndttrchlassig und daher erfolgt dte Projektion der Bilder ettvns anders als sonst. Es wirb nämlich nicht das Licht der Bogenlampe durch den Film hindurchgesandt, sondern der Papierfilm ist mit einer silber­artigen Schicht belegt, itttb das Bild erscheint als Spiegelung. DerStandard", der diese Nachricht bringt, gibt übet den optischen Vorgang keine weiteren Einzelbeilen an, sondern beschränkt sich aus die Mitteilung, die Helligkeit der Bilder sei nicht wesentlich geringer gewesen als beim Zelluloidstlin. Daß der /enerfcfte" Papierfilm" wirklich feuerfest ist, davon hat sich einer seiner Ver­treter überzettgt. Stücke des neuen Kinetnatographettvandes wurden ein paar Minuten hindurch der vollen Hitze von Bogenlampen ausgesetzt, aber sie verbrannten nicht, tmb die ganze Einwirkung der Hitze war ein Zusammeuschruinpseu der Oberfläche. Ter einzige schwache Punkt des seuer'esten Papterstlms liegt darin, daß er zum Brüchigwerden neigt. Allein er kann tausendmal zur Bilder- projektiou verwendet werden, ehe er unbrauchbar wird, und außerdem soll der Preis nur ein Viertel des Zelluloidpreises be­tragen.

* Ber da chiige Bereitwilligkeit.Geld her oder ich schieße!"Aber, mein Gutester, ich habe zur Sicherheit das Geld in die Stiesel gesteckt und die kriege ich allein nicht aus: das müssen Sie besorgen."Das geht nicht, ich habe ja den geladenen Revolver in der Hand!"O, den werde ich Ihnen so lange halten!"

Vüchertifch.

Hölderlins Werke in vier Teilen. Heransgegeben, mit Einleitungen und Anmerkungen versehen von Marie Joachimi- Dege. Goldene Klassiker-Bibliothek. Deutsches Verlagshaus Bong u. Co., Berlin W. 57. Die Gestalt Friedrich Hölderlins in ihrer fast überirdischen Reinheit übt eine immer wachsende Anziehungs­kraft auf uns aus, seitdem wir nach llcberwindung 'bcS Naturalis­mus uns mehr und mehr der Schönheit der Form wieder zitweuden. Niemals war irgend ein Dichter so durch itttb durch Künstler wie Hölderlin. Während er lechzte nach einem Dasein auf den Höhnt der Menschheit, wie -er es in den Großen von Weimar vor Augen fah, trieb ihn sein eigenes Los durch die Erniedrigungen des Haus- lehrerberv.fs. lind als er endlich sein Ideal an Schönheit und Güte in der Geliebten Divtima vertvirklicht fand, da war es die Frau eines anderen, der das Recht hatte, ihn ttach jahrclangetc Demütigungen ans dem Hanse zu weisen. .So brach dieses allzu feine Seelenleben zusammen und dämmerte in vierzigjähriger geistiger Umnachtung dahin. Die Werke des Dichters liegen jetzt in der Goldenen Klassiker-Bibliothek in einer bisher von keiner anderen Ausgabe erreichten Vollständigkeit vor und der Preis beträgt nur 2,50 Mark. .

in

Austoiuug

Reihen gieichlanteitd solgenbes ergeben:

1. Stibametikauische Republik.

2. Tiere aus der Familie der Wieberkätter.

3. Emen Handwerker.

nächster Nummer.

Meuzrätsel.

In die Felder nebensteheuder Figur sind die Buchstaben

aaaabbcceeeeeehh iiiilllnnnnnnoopp rrrrsssssstt

derart eiuzutragen, daß die senkrechten und ivagerechten

Auflösung des Silbenrätsels in voriger Nummer: Jommr Orgelpfeife Havel Aareitrttp Niobe Nepomuk Elias;

Johannes Kepler.

Redaktion: K. N e u r a t b. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäis-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.