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und Kvpie wieder in das Pult und händige mir beides morgen friih persönlich ein."

Ich nahm die Papiere"

,Bitte, einen Augenblick," unterbrach rhu Holmes, Ovaren Sie beide allein während dieser Unterredung?"

Ganz allein."

In einem großen Raum?"

Was Zimmer mag etwa Lrerßrg Fuß lang, fern und ebenso breit."

Sie standen in der Mitte?"«

Ja, ungefähr."

Und sprachen nicht laut?"

Mein Onkel spricht gewöhnlich mit sehr leiser StrmMe, Und ich habe fast nichts gesagt."

Danke sehr," versetzte Holmes und schloß dre Augen.

-Ditte, fahren Sie fort."

Museumsdiebe und Museumsdiebstähie.

Die Mona Lisa ist und bleibt gestohlen"und so viel wir auch leider in den jüngst vergangenen Jahren von Müseums- diebstählen haben hören müssen, so bleibt ihr Raub doch dre Unerhörteste Leistung dieser Art, wovon die Geschichte zu erzählen weiß. Daß Museumsdiebstähle dieser Art allein nur der modernen Zeit zu Last zu legen sind, kann man eigentlich nicht behaupten; wenigstens wurde bereits im Jahre 1601 aus einem in der Kathedrale von Antwerpen befindlichen Martyrium des Heiligen Sebastian, das von der Hand der Koeberger stammte, ein Stück herausgeschnitten, und diesen Frevel muß man ja füglich auf eine Stufe mit den modernen Museumsdiebstählen stellen.

Einer der ältesten richtigen Museumsdiebstähle wurde int Jahre 1747 vollführt, als aus der Dresdener Sammlung auf völlig geheimnisvolle Weise drei Bilder verschwanden, von denen nur ein Mieris wieder herbeizuschaffen war. Ueberhaupt ist wohl Unter den deutschen Galerien keine so oft von Diebstählen be­troffen worden, wie die in Dresden, die sie ja freilich auch alle jan Alter übertrifft. 1788 wurde CorregiosLesende Magdalena", dasUrteil des Paris" von van der Werff Und ein Bildnis von Sehbold gestohlen. Auf eine Belohnung von 1000 Dukaten gelang es, die beiden letzt erwähnten Werke wieder herbeizuschaffen; den Corregio aber fand man erst, als es später glückte, den Dieb selbst zu entdecken das Bild fand sich noch bei ihm selbst vor. Ein 1810 gestohlenes Bildnis der Holbeinschule ist bis zum heutigen Tage spurlos verschwunden geblieben, während der ausgezeichnete kleine Metsu, den eine gewisse Sophie May aus London 1840 am hellichten Tage aus der Galerie gestohlen hatte, bei dem ersten Versuche, das Werk zu veräußern, in Leipzig angehalten werden konnte.

Auf tvelche Weise manche der geschichtlich bekannten Mu­seumsdiebstähle gelingen konnten, bleibt, so viel man auch daran herumerklären mag, rätselhaft; konnte doch vor etwa 5 Jahren aus dem (Louvre selbst eine 40 Kilo schwere Jsisstatue verschwinden! Freilich gibt es eine ganze Menge von genialen Tricks, deren sich die Museumsdiebe bedient haben und bedienen, und das all­gemeine Kennzeichen dieser Tricks ist: je frecher, desto besser. Ein klassischer Fall derart ereignete sich in Paris in den Tagen Ludwig Philipps. Betrat da die Räume des Louvre ein Arbeiter, der auf die Frage der Museumswächter, was er wünsche, die Ant­wort gab, er habe den Ofen zu reinigen.Aber er brennt er brennt gerade!"Tann werden wir ihn auslöschen." Bereit­willig begleiteten nun die Hüter der Kunstschätze den braven Arbeiter zu dem Ofen, halfen ihm das Feuer löschen und den Ofen auseinander nehmen und überließen ihn dann seiner wei­teren Arbeit. Diese bestand darin, daß der Biedermann in aller Ruhe ein wertvolles Gemälde aus seinem Rahmen nahm, zu­sammenrollte und in die Ofenröhre verpackte. In dieser Weise ging er, ohne den geringsten Anstoß zu erregen, und tags darauf war der Skandal da.

Uebrigens haben sich ja die Diebstähle gerade im Louvre in den letzten Jahren in ganz erschreckender Weise gehäuft; auf einen sensationellen Diebstahl im Jahre 1906 folgte die Entwendung eines Bildes von Murillo, die im Herbste 1907 in Gegenwart der Museumsdiener ausgeführt wurde, rind auch in den nächsten Jahren rissen die Diebstähle in dem großen nationalen Museum Frankreichs nicht ab. Das Rekordjahr der Museumsdiebstähle ist bisher wohl das Jahr 1907 gewesen. Damals wurde zuerst in der Londoner Sammlung von Charles Wertheimer der große Diebstahl von Gemälden, Miniaturen und Dosen ausgeführt. Es folgte der freche Raub in der Kirche von Blanzuo, an den sich ein Diebstahl im Museum von Auxerre anschloß. Nächst einigen Dieb­stählen in italienischen Privatgalerien ist dann der merkwürdige Fall des Malers Finn zu erwähnen, dem bei einer Vorbesich­tigung seiner Werke in einer Londoner Privatgalerie Werke im Werte von Zusammen etwa 25 000 Mark gestohlen wurden. Auch un Museum von Haarlem wurden etwa gleichzeitig Kunstwerke von Wert entwandt, und es schloß dies Unglücksjahr mit dem frechen

Raube der Kreuzerhöhung von pan Dyck aus der Kathedrale vor» Courtrai, sowie mit dem Diebstahle schöner Arbeften von Boucher und Fragonard ans dem Museum von Amiens. Freilich haben auch deutsche Galerien von Museumsdieben neuerdings viel zn leiden gehabt es sei nur an die Diebstähle im Berliner Kaiser-Friedrich- und im Kunstgewerbe-Museum, sowie an die Entwendung des kostbaren van Dyck aus der Galerie des Grafen Harrach in Wien erinnert, die im August 1908 erfolgte.

Die Psychologie der Museumsdiebstähle ist, mit Fontane zu reden, ein weites Feld. Bei Diebstählen Dort Münzen, Me­daillen Und kunstgewerblichen Kostbarkeiten bildet natürlich die gemeine Habsucht gewöhnlich das Motiv, aber bei der Entwen­dung von Gemälden spielt auch der Dämon der Sammlerleiden- schäft ünd spielen zuweilen selbst merkwürdige erotische Motive eine große Rolle. Ein amerikanischer Psychologe, Professor David Edgar Rice von der Columbia-Universität, hat sogar dieMu- seumstehlsucht" als eine eigene Form der Kleptomanie erkennen wollen. Merkwürdig bleibt immerhin der von ihm angeführte Fall eines Riesendiebstahls in den Sammlungen des Moskauer Kremls, der nicht etwa von einem geschulten und raffinierten! Diebe, sondern von einem ganz dummen jungen Bengel her- rührte, dem alle Schlauheit, alle Uebung und die Fähigkeit, sich des Wertes seines Raubes zu versichern, abging.

Vermischtes.

ff. Die Kammerzofe der Republik. Einen Postens der ebenso dankbar und einträglich wie leicht auszUführen tft, hat die Kammerzofe des französischen Ministerpräsidenten. Der fran­zösische Staatshaushalt erkennt, wie dieOpinioiU feststellt, der Gattin des jeweiligen Ministerpräsidenten eine Kammerzofe zu, die monatlich 80 Mark bekommt und außerdem auf Staatskosten Wohnung, Kost und Kleidung erhält. Seit dem Sturze des Ministeriums Combes im Jahre 1905 hat nun diese Kammerzofe nichts zu tun, aus dem einfachen Grunde, weil seit lenem Znt- puukt sämtliche Ministerpräsidenten entweder Junggesellen oder Witwer oder von ihren Frauen geschieden waren. Nur Rouvrer war verheiratet, aber seine Gattin zog es vor, sich ihrer eigenen/ statt der Regierungszofe zu bedienen. Der jetzige Ministerpräsident Caillaux lebt von seiner Frau geschieden. Er hatte die geschiedene Fran eines seiner Subalternbeamten geheiratet, und diese hat rhn eines schönen Tages verlassen, um zu ihrem ersten Männe zurück- 'zukehren, der es natürlich inzwischen zu einer hohen Stellung gebracht hatte. So hat denn gegenwärtig die französische Staats­zofe nichts weiter zu tun, als sich darüber zu unterrichten, lob die voraussichtlichen Nachfolger des Herrn Caillaux Frauen haben oder ob sie auch fürderhin ihr süßes Nichtstun wird durchführen können. Dennoch bezieht sie pünktlich an jedem Monatsanfang ihr Gehalt. ,,

* Eine tödliche Beleidigung. Der geistreiche Und witzige Henri Rochefort ist kürzlich als Sachverständiger in Kunstdingen über Bilderfälschungen befragt worden und erzählte dabei dem Besucher eine lnstige Anekdote aus seinem Leben.Setzen Sie sich, mein Freund," so empfing er den Gast,ich werde Ihnen ein lehrreiches Erlebnis erzählen. Es ist noch nicht lange her. Eines Tages erschien bei mir ein Amerikaner und bat um meine Meinung über die Gemälde, die er gerade gekauft hatte.Sie stehen vor der Tür," sagte er,ich habe sie in meinem1 Wagen gleich mitgeb rächt." !Die Bilder wurden hierher in mein Arbeits­zimmer gebracht: Es waren Rembrandts, Corots und .Harpignies. Tas Urteil war nicht schwer.Die Rembrandts sind Fälschungen," sagte ich,die Corots dito und die Harpignies dito." Der Amerikaner war entsetzt. Er sagte, er habe für die Bilder alles in allem' 640000 Mark bezahlt.Schön," sagte ich,lassen wir die Rem­brandts und Corots beiseite. Diese Maler sind tot, aber Har- pigutes lebt noch. Hier haben Sie ein paar Zeilen von mir für ihn. Fragen Sie ihn selbst, ob er diese Gemälde signiert hat. Mein Amerikaner verschwand, ich habe nie mehr etwas von ihm gehört. Dafür bekam ich aber einige Tage danach einen kurzen Brief von Harpignies. Der Brief lautete:Mein lieber Freund/ wenn sch nicht 92 Jahre alt wäre,, hätte ich Ihnen meinem Sekundanten geschickt, weil Sie mir jenen Amerikaner sandten, um mich zu fragen, ob jene?.wertlosen Schmierereien von mir stammen. Ihr Henri Harpignies."

* Durch die Blume. Er:Ich finde, deine Mutter wird recht vergeßlich!" Sie:Wieso?" Er:Nun, sie vergißt ganz, wieder imch Hause zu fahren!"

Erganzungsrätse!.

E. n.. A.. e. n P. i. e. p.. n.. n, H.. ß.. n. ch. b.. m.. r. i. . e. n;

R.. h. b.. m.. r. i. . e. n w.. l . e. ß. n: W.. d. n . i. e. A .. e. n P.. n!

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer: Das ewige Ro m.

Redaktion: K. Neurath, Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Slciudruckerei, R. Lange, Gießen«