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Warte einen Augenblick," unterbrach ich den Bericht meines Freundes;hüt der Stallknecht, als er mit dem Hunde heraNskaM, Ue Tür hinter sich offen gelassen?"

Vortrefflich, Watson, vortrefflich," Murmelte Holmes,Der Umstand schien auch mir von solcher Wichtigkeit, daß ich gestern eigens ein Telegramm nach Dartmoor sandte, um mir Gewrßhert darüber zu verschaffen. Der Stallknecht hat die Tür zugeschlossen, als er hinausging, und das Fenster ist nicht groß genug, um Sinent Mann Einlaß zu gewahren."

Hunter wartete bis zur Rückkehr ferner berden Genosten Md schickte daun seinem Herrn einen Bericht über den Vorfall. Straker war zwar sehr ärgerlich, doch scheint er sich nicht klar gemacht zu haben, was die Sache eigentlich zu bedeuten hatte. Eine unbe­stimmte Sorge Malte ihn indessen jedenfalls, denn, als seine Frau UM ein Uhr nachts aufwachte, sah sie, daß er im Begriff war, sich anzukleiden. Auf ihre Fragen erwiderte er, feine Unruhe um die Pferde hasse ihn nicht schlafen, er wolle int Stall nachsehen, ob alles in Ordnung sei. Sie hörte den Regen an die Scheiben klatschen und bat ihren Wann, daheim zu bleiben, aber es war vergehens; ev zog seinen Gummimantel an Md verließ das Haus,"

(Fortsetzung folgt.)

Vevm?schtes.

kf. Ein Kampf um die kurzen Balletröcke. Die Tänzerinnen der Pariser Oper haben mobil gemacht. Der Grund hierfür ist gewichtig genug: ein vor furjem neu angestellter Ballet- meister ein Russe droht mit einem Staatsstreich: er will die kurzen, weiten, duftigen Balletröckchen beseitigen. Die Balleteusen aber wollen lieber sterben, als ihre alte Kleidung ablegen unb statt deren lange, eng anliegende Röcke anziehen, wie sie der russische Tänzer einführen will. Fran Mariquita, eine berühmte Ballet- meisterin, hat mit Elan ausgesprochen, daß die Frage nach einer Reform des Balletrockes seit mehr als 20 Jahren wiederholt auf­geworfen worden sei, daß er aber alle Versuche neuerungssüchtiger Balletmeister siegreich überlebt habe. Der Russe erklärt dagegen, daß, wenn auch manchmal das bisher übliche Kostüm angebracht fei, es doch sehr oft oder sogar in der Regel absurd wirke. Des­halb müsse es von der Bühne verbannt werden. Allerdings brauche es nicht ganz ju verschwinden, beim auch in den berühmten russischen Ballets, und zumal von Frau Pawlowa, rverde es zu einigen der berühmtesten Tänze verwandt. Im Interesse des guten Geschmackes wäre zu wünschen, .daß der Russe seinen Willen durchsetzte.

* Ausländisches Wild in Deutschland. Die Zeit für den Weidmann ist gekommen, die Schrotspritze räumt unter den Hühnern undKrummen" auf, unb dem Rot- und Damwild geht es auch an den Kragen. Es ist eine ziemlich einförmige Ge­sellschaft, die der Büchse oder dem Eisen zuin Opfer fällt, rind ein Stück Raubzeug, ein Marder, eine Fischotter, ein Fuchs ist schon eine seltenere Beule. Trotzdem werden auch in Deutschland mit­unter seltene, hier nicht heimische Jagdtiere geschossen, es gehört nur Glück ober eine gewisse Unverschämtheit dazu. Letztere in­sofern, als es sich häufig um Tiere handelt, mit denen wohl­gesinnte Leute kostspielige Akklimatisationsversuche anstellen und die nun von rücksichtslosen Jagdnachbarn weggeknallt werden. So kann man z. B. heute noch in manchen Gegenden Deutschlands Schneehasen schießen, die anfangs dieses Jahrhunderts zu Hunderten ausgesetzt wurden. Ein Wapiti freilich, wie es der s. Zt. bei Klischendorf geschossene Sechzehnender war, wird kaum erlegt werden, denn die von der Fürstlich Solms-Baruih'schen Verwaltung ausgesetzten amerikanischen Hirsche haben sich nicht besonders ein- gewöhnt. Ein Känguruh könnte allerdings hier und da fallen, denn sowohl in Schlesien, ivie in Sachsen, als auch in der Eifel sind die merkwürdigen Beuteltiere ausgesetzt worden und haben in der Freiheit Nachkommenschaft gehabt. Um Elentiere (Elche) schießen zu können, braucht man nicht nach Skandinavien zu gehen; das Vergnügen kann man im Kreise Heydekrug im Jbenhorster Forst haben, wenn man der Kaiser oder sein begünstigter fürstlicher Jagdfrenild ist. Weiße Hirsche kommen wohl nur noch im Volks­lied vor und diedrei Jäger" setzen ihnen zwar nach, bekommen sie aber nicht. Einem freilich ist es einmal geglückt, in Deutschland einen zu erlegen, das war König Alexander von Serbien. Als er zum Besuch in Potsdam weilte, reservierte man ihm einen im Wild­park gehaltenen weißen Hirsch zum Abschuß.

kf. Was alles gesammelt wird. In London gab es einen alten, nun verstorbenen Herrn, der Galgenstricke sammelte, nämlich die Stricke, mit denen in aller Welt die zum Tode verurteilten Verbrecher gehängt .werden. Er hatte selbst große Reisen unternommen und auf diesen seine Sammlung ge­gründet und bereichert; und in den Laudern, wohin er nicht gekommen war, saßen Freunde unb Bekannte, die ihn beim Sammeln unterstützten. Ein Sammler in Gent hat seinen Erben eine große Sammlung interessanter Knöpfe hinterlassen. Eine solche Sammlung mag beim ersten Blick lächerlich erscheinen, aber auch sie kann die Aufmerksamkeit dessen, der sie sich nähA Mseht, fesseln. Der Genter Sammler hatte feine! Knöpfe ge­schichtlich geordnet: sie reichten vom 9. Jahrhundert bis in

unsere Zeit. Der geschichtlich älteste 'Knopf stammte von Sdfl Anzuge Karl des Großen, und der berühmteste aus bet jüngsten Zeit gehörte zn einer Uniform Napoleons. Man sah in der Sammlung Knöpfe aller Regimenter von den Freischützen Karls VII. von Frankreich bis zu den modernen Alpenjägern; es gab Knöpfe aus Holz, aus Kristall, 'Knochen, Elfenbein, Blei, Kupfer und Zink, Silber und Gold-, aus Smaragden, Rubinen unä Diamanten. Die Sammlung ist nach ihrem Materiellen Wert aus über 160 000 Mark geschätzt worden: sie hatte aber dem. SamM ler vielleicht das Doppelte gekostet.

* Landstreicher im Dienste der Wissenschaft. Ein amerikanischer Gelehrter, Dr. Dudley Sargent, der Direktor des Instituts für Gesundheitspflege an der Harvard-Universität, der bereits kürzlich mit der Erklärung Aufsehen erregte, die Frauen müßten aus Rücksicht für ihre Gesundheit Männerkleider tragen, beschäftigt die Gemüter der Pankees nun mit einem neuen Plane. Er hat zwei Vagabunden, die sich bisher redlich mit Landstreichen ernährten, Jesse und Warren Bufsum, engagiert, und ihnen die Aufgabe gestellt, zu Fuß durch ganz Amerika von Boston bis San Franzisko zu wandern und noch eine Karre mit Lebensmitteln vor sich her zu stoßen. Ter eine von ihnen ißt Fleisch, aber der andere marschiert als reiner Vegetarier, und beide haben sich außerdem verpflichtet, keinen Alkohol zu trinken unb die ganze Zeit unter freiem Himmel zu schlafen. Auf diese Weise will der Gelehrte feft- stellen, ob Fleisch oder Gemüse die bessere Nahrung für den mensch­lichen Organismus ist. Die beidenTramps" erregen natürlich überall großes Aufsehen und man beobachtet eifrig, welcher von beiden besser und kräftiger aussieht. Als sie vor kurzem in Chicago eintrafen, neigte man der Ansicht zu, Warren, der Vegetarier, sei in besserem Zustande. Doch sind beide vergnügt und guter Dinge. Sie wiegen sich täglich selbst, um ihrem Professor alle Schwankungen des Gewichtes genau mitteilen zu können, und sind für das Unternehmen Feuer und Flamme. Da sie keinen Rekord aufzustellen brauchen, so sehen sie sich in Ruhe überall dieschöne Gegend" an und genießen die Gastfreundschaft, die ihnen von allen Seiten angeboten wird.

ff. 81 verlassene Eisenbahnen gibt es nach einem Berichts imRailroad Men's Magazine" gegenwärtig in beit Vereinigten Staaten. Bei einer großen Anzahl dieser Eisen­bahnen ist nur der Betrieb eingestellt, weil er nicht weiter auf­recht erhalten iverben konnte, bei anderen jedoch hat man sogar die Schienen wieder entfernt. In Europa wäpe das Eingehen einer Eisenbahn beinahe eine Unmöglichkeit; in den Vereinigten Staaten dagegen scheint es ziemlich häufig zu fein. DieHecla and Torch Lake Railroad" in Michigan, die 15 Lokomotiven und 800 Wagen besitzt und hauptsächlich Erze von einem Bergwerke beförderte, ist eingegangen, weil das Bergwerk erschöpft und sie damit überflüssig geworden war. Eine andere Eisenbahn, int Staate Kentucky, ist anscheinend deswegen eingegangen, weil das Publikum sie nicht ausstehen konnte: im Jahre 1908 beliefen sich die Betriebskosten dieser Bahn es handelte sich um eine kleine Nebenlinie, die zwei Hauptlinien miteinander verbindet auf 12 333 Dollars. Tie Einnahmen betrugen jedoch nur 697 Dollars, und so hielten die Besitzer der Bahn es für das Gescheiteste, auf diese unglückliche Erwerbsquelle zu verzichten.

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(Auflösung in der nächsten Nummer.)

Auflösung des Buchstabenrätsels in voriger Nummer t Kilometer Amalie Rubel Liverpool Zwillings, Karl Zeller.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang», Gießen,