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Eie preßte sich cOi ihn, tote einer, der ertrinkt und sich zu retten sucht.

Komin, sag's mein Herzblut du, sag: ich will!"

Ich will!" schluchzte sie.

Sv, itun noch einmal deine Lippen! Gut Nacht, Meibelchen, gut Nacht, mein süßes, tapferes Bcütterchen!"

Er gab ihr das Kind in die Arme.

So, nun schlaft! Morgen, bevor ihr answacht, bin ich über alle Berge."

Sie war müd geworden, sie nickte nur, nahm das Kind und ging in ihr Zimmer.

Z iv e i t e s B u ch.

Erstes Kapitel.

Prost Neujahr!" sagte am anderen Morgen die Kost), als sie mit beut Kaffeebrett ins Schlafzimmer kam. Sie mußte es aber uod) einmal und lauter sagen, denn die junge Fratl schlief noch, uitd das Kind lag an ihrer Brust.

Prost Neujahr, Frau von Hilbach!" schrie die Kost) nun. Sie sah verfroren und überwacht aus, hatte eine gestrickte Jacke über die wollene Bluse gezogen und außer­dem Kopf und Brust in ein großes Tuch gewickelt. Nur die blauen, schielenden Aeugilein und die rote Nase sahen daraus hervor.

Der "Bub wurde zuerst toach. Blinzelnd sah er in der Kosh Laterne, mit der sie ihnr ins Gesicht leuchtete. tLr reckte sich, gähnte, sagte auch:Prost Neujahr!" und be­gann die Mutter zu wecken.

Das toat nicht so leicht, sie lag in festeni, tiefem Schlummer; eine verquirlte, schwere Nacht hatte sie durch- gekärupst. Der frühe Morgen erst hatte ihr die Augen zugedrückt.

Prost Neujahr!" hörte sie nun halb tut Traum, und dazwischen fühlte sie des Jungchens täppische Händchen auf ihrem Gesicht und der Kosh ktcherudcs Lachen.

Na n-u. das itettn ich einen gesegneten Schlaf, Frau von Hilbach!" sagte die Alte.Prost Neujahr, meine Keine Gnädige! Wissen Sie schon das Neueste?"

Frau von Hilbach sah geradeaus in der Kosy Laterne; der Kopf lvar ihr so schwer. Ja, sie wtlßte etwas Neues, etwas unsäglich Schweres und Bitteres, aber im Augeu- blick konnte sie sich nicht darauf besinnen.

Der Doktor ist fort!" berichtete die Kosh.In aller Herrgottsfrühe donnert's an meiner Tür.He, Alte," schreit einer,macht auf!" Ich denk, ein Unglück ist passiert, lauf zur Tür, und wer steht da? der Doktor! Fix und fertig angezogen mit Reisetasche, Plaid und Stock.Kasse!" brüllt er und" setzt sich in eine Ecke und schimpft über die ver­dammte Kälte, und toie er endlich den Kaffee hat, erklärt er mir alles. Er will wieder nach Straßburg, will wieder arbeiten, wieder ein Mensch werden; aber übers Jahr kommt er wieder. Und hier, meine kleine Gnädige, die Bezahlung für die letzte Woche, und fürs Jungchen soll ich nach Naum- burg machctr und ihm die Eisenbahn kaufen, die er sich gewünscht hat. Ein nobler Mann, der Doktor, zehn Mark Trinkgeld zum Abschied für die Kosy. So, hier ist der Kaffee!"

Frau von Hilbachs Kops war wieder tief in die Kissen gesunken. Schwer lagen ihr die Tränen auf der Brust, das Weh in ihr würgte ihr armes Herz.

Ach, schreien können! Toben! Irgend etwas tun, nur Nicht so stumm leiden!

Die Kosy hatte das Jungchen auf den Arm genommen und fütterte es mit Milch und Stollen.

Aber meine kleine Gnädige, der Kaffee wird ja kalt!" faßte sie ungeduldig,und Sie müssen auch heraus. Die Häuflein ist schon fix und fertig angezogen, die wird gleich die Miete bringen; heute haben wir chle Hände voll zu tun! So, Jungchen! jetzt muß die Kosy heraus, jetzt kommt der Herr Postrat!" und sie setzte den Kleinen zu seiner Mutter ins Bett.

. Sie hatte Langmann durch den Schnee stapfen sehen Und lief ihm entgegen.

Ra, Männeken, was gibt's?"

Langmann kratzte sich umständlich die Füße ab, schimpfte Mer die Kälte, wtschte sich Eisstückchen aus seinem Bart » kramte in seiner Tasche.

Kosy," rief Frau von Hilbach,bringen Sie Lgng- mmtn meinen Kaffee, ich kann ihn nicht trinken, und hier he$ Weujährstaler!"

Die Kosy rannte eilig hin und her; Langmann schrie einDanke" ins Schlafzimmer herein, und schließlich kam die Alte mit einer Handvoll Briese. Frau von Hilbach sah sie nicht an.

Ich bin so müde," sagte sie leise,sch habe so schlecht geschlafen!"

Ja, aber meine liebe, kleine Gnädige, das gibt's heute nicht! Denken Sie, eine Hausbesitzerin, die am Quar- talserften nicht zur Steile ist! Die Hänflein will nun mal ihr Geld vor der Kirche los sein, und die Specht wird wohl kündigen, und was mit unserer Gräfin los ist . . . Aber Sie juchten ja!"

Ach lassen Die mich! Nur heute lassen Sie mich, Kosy, ich kann ja heute nicht, ich bin so krank!"

Die Kosy war nah ans Bett gekommen. Die Tränen standen ihr in den Augen.

So ein armes Herz!" sprach sie mitleidigeAch, meine arme, kleine Gnädige, ich weiß ja alles, ich versteh ja alles! Bon drei Männern hab ich scheiden müssen, das tut Weh! Den Kopf möcht man sich abreißen, mit den Händen die Wände zertrümmern, aber schließlich wird man doch ruhig. Arbeiten, immer was tun und die Gedanken ableukeu, das hilft am ersten. Und er kommt ja wieder. Alte Hexe" hat er zu mir gesagt,pflegt mir die Fran gut, in einem Jahr bin ich wieder da!" Und dabei hat er mich angesehen, so drohend, na, Sie wissen ja, meine Gnädige, im Anfang hatten Sie ja auch Angst vor diesen Augen."

An der Wohnstubentür klopfte es zweimal, leise, aber energisch; das war die Specht.

So, nun aber heraus, Frau von Hilbach, Sie haben wirklich keine Zeit zum Träumen heut; ein bißchen Zer­streuung tut Ihnen jetzt auch wohl!"

Ach, bitte, Frau Oberlehrer," sagte sie zu Frau Specht, der sie die Tür öffnete,Frau von Hilbach muß noch schnell einen wichtigen Brief fertig schreiben. Kommen Sie in einer Viertelstunde wieder."

Die Specht machte ein mißtrauisches und ärgerliches Gesicht.So, so, sie schreibt in ihrem Schlafzimmer! Nun, sagen Sie bitte Ihrer Frau von Hilbach, ich hoffte, Sie in einer Viertelstunde sprechen zu können; sie wird doch! wohl auch am Neujahrstag in die Kirche gehen, und da hat man feine Geschäfte doch gern vorher besorgt!"

Die Kosy erwiderte nichts darauf, sagte nur noch ein­mal:Mso in einer Viertelstunde!" und lief ins Schlaf­zimmer, um zu sehen, ob ihre Frau ausgestanden sei.

Flott, flott!" drängte sie, als sie sah, daß Frau von Hilbach sich mit müder Bewegung die Haare bürstete.Die hat was vor, die Specht! Ich kenne chr Gesicht, wenn sie einen anderen ärgern will. An jedem Quartalsersten läuft der die Galle von neuem über wegen der zivöls Mark fünfzig Pfennig, die sie mehr bezahlen muß. Na, daß sie kündigt, wissen wir ja, und das brauchen wir uns nicht weiter zu Herzen zu nehmen. Die Etage werden wir allemal los. Biel mehr Sorgen macht mir der Lengerich ihre Wohnung. Wo das nun doch einmal im Ort durch­gesickert ist, daß die sich das Leben genommen haben soll und noch dazu eine Mörderswitwe war, sürchten sich die meisten. Na, ich denke aber, wenn wir die Wohnung noch ein- oder zweimal im Naumburger Kreisblatt ausschreiben, kriegen ton doch noch jemand. Liehen Sie mal Ihr gutes Schwarzes an, Frau von Hilbach. Die Specht war auch schon geputzt. Laß die Mama in Ruhe, Jungchen, die hat heute anderes zu tun, afö aus dein Geschwätz zu ant­worten. Ihre Briefe haben Sie auch noch nicht gelesen, Frau von Hilbach. Ach, da klopfte es schon wieder."

Es war die Mutter der Frau Natusius, Die Sie Miete brachte. Sie zahlte der Kosy den Betrag auf, gab ihr auch das Quittungsbuch und wartete, bis Frau von Hil­bach unterschrieben hatte.Meine Tochter kommt am Nachmittag einmal herüber!" sagte sie, wünschte der Kost) ein glückliches Neujahr und ging.

(Fortsetzung folgt.)

Die verschwundene Braut.

Eine Detektivgeschichte von Conan Dohle.

(Fortsetzung.) (Nachdruck verboten.)

Lord Robert St. Simon" meldete unter kleiner Diener, indem er die Tür weit ausmachlc. Ein Herr trat ein mit seinen, angenehmen Augen, vorspringender Nase und blasser Farbe: er hatte einem vielleicht etwas hochmütigen Ausdruck um den Mund«