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den in höchster Verwunderung ausgestoßenen Worten: »Was, Du 'rauchst noch nicht einmal?" anfangs verblüffte, war mit der Schokoladenzigarre immer leichter beizukommen. Die schoben sie sich bald lachend in den Mund.
Diesem ersten Besuch im Prater ließen wir bald einen zweiten, einen dritten folgen. Jedesmal war der Anfang der gleiche, der Schluß stets ein anderer. Denn Brahms, auch darin ein Meister, führte mich stets in ein anderes Restaurant, einmal zu Krieau, einmal zur Czardas, jener ungarischen Weinkneipe, in der er hingerissen von den erschütternden und berauschenden Weisen der Zigeunermusik diese nachschrieb. Er schilderte mir, wie er die Musikanten veranlaßte, ihm die Tänze immer wieder vorzuspielen, bis er sie sich ganz zu eigen gemacht hätte; er schilderte auch, welch aufreizende Wirkung diese Musik auf die Zuhörer gemacht habe, oie bei den feurigen Weisen nicht auf ihren Stühlen sitzen blieben, sondern aufjauchzend sich einem fast in Wahnsinn ausartenden Tanze Hingaben. Das Tanzen war dann von der Polizei verboten worden. Aber das Feuer, das diese Musik entfachte, glomm heimlich fort, denn als einer dieser Tänze gespielt wurde, erlebten wir es, daß die Ungar-Männlein und -Weiblein aufsprangen und die Linke an die Hüfte gestemmt, die Rechte an den Hinterkopf, sich gegenüberstellten, um wenigstens durch einige rhythmische Bewegungen ihres Oberkörpers die lodernde Leidenschaft zu dämpfen."
Vermischtes.
* Soll man Stein kohle n vor dem Verteuern ankeuchten? Ein jeder hat wohl ichon die Beobachtrmg gemacht, daß der Schmied seine Kohlen fortgesetzt onnäßt; viele Leute glauben, daß bterötird) der Heizwert der Kohlen erhöht und eine Ersparnis an Brennstoss erzielt ivürde. Dem ist jedoch nicht so, venu die Verdammung des zugesetzten Wassers erkordert Wärme, bringt also einen Verlust an Brennstoff mit sich. Der Schmied beleuchtet seine Kohlen nur, um das Wegfliegen kleiner Kohlenteilchen inkolge des Luitzuges zu verhindern und die im Innern des Kohlenbauiens erzeugte Hitze zrisa>ninenzuhalten. Bei fstückigen Kohlen und Briketts ist das Annässen zivecklos, dagegen empfiehlt es sich bei staubsörmigem Kohlengrus, iind zwar um so mehr, je stärker der Zug der Feuerung ist. Bei Kesselfeuerung werden infolge des starken Zuges die kleinen Kohlenstückchen mit sorlgerissen und gelangen teilweise, ohne zu verbrennen, in den Schornstein, was natürlich einen Brennstoffverlust bedingt. Wird jedoch die Kohle vor dem Verieuern angenäßt, so legen sich die keinen Teilchen dicht aneinander, backen auch bet der Erhitzung, wenn sie weich iverden, zusammen tuib brennen in Stückchen aiis. Ein weiterer Vorteil ist der, daß die angenäßte Kohle auch in dünneren Schichten aus dem Rost besser liegen bleibt, in den dickeren Schichten sich lockerer lagert und der Verbreniiiingslukt nicht den Weg versperrt, so daß es möglich ist, auf der ganzen Rostfläche ein gleichmäßiges Feuer zii unterhalten. Durch Versuche hat man fest- gestellt, daß bei staiibreichen Kohlen zur Bindimg des Kohlenstaubes etwa 6 Prozent des Kohlengewichtes an Wasser zum An- feuchten eriorderlich sind. Dieses Wasser wird natürlich verdampkt, wozu etwa 0,6—2 Prozent der Kohlen verbraucht werden. Tie Verstäubung der trockenen Kohlen ist um 2—3 Prozent größer, als bei angekeuchteten; der Wärmeverlust von 0,6 Prozent infolge der Verdampsung des zugeiührten Wassers wird also reichlich ausgewogen. Außerdem muß man in Betracht ziehen, daß es für das Heizerpersonal jedenfalls angenehmer und auch weniger gesundheitsschädlich ist, wenn die Kohle angefeuchtet und dadurch das Stäuben im Kesselhause vermieden wird. Werden Zimmeröfen und Kochherde mit Steinkohlen geheizt, so empfiehlt sich das An» seuchten der Kohlen ebenfalls als Borbeugungsmatzregel gegen Staub und Schmutz. Im Rheinland und in Süddeutschland, wo die Kohlenfeuerung der dort üblichen eisernen Oien und Herde die Regel ist, wird auch das Nässen des Feuerungsmaterials allgemein geübt. Es mutz jedoch mit Platz und Ziel geschehen, da zu starkes Anfeuchten der Köhlen mehr Nachteile als Vorteile mit sich bringt. Auf einen Kasten Kohle (ungefähr ein Eimer) sgenügen 1 bis 2 Tassenköpfe Wasser.
* Kann der Wind einen Zug Umstürzen? Vor einigen Wochen wurde in Amerika ein Personenzug auf kreier Ebene eine Stunde lang durch die Gewalt des Sturmes aus der Stelle festgehalten. Man hat aus diesem Anlaß die Frage aufgeworken, ob 'e§ möglich gewesen wäre, daß der Zyklon den Zug auch hätte umstürzen können, und es scheint, nach den Tatsachen, die man daraufhin beigebracht hat, daß dies zweifellos möglich ist. Es kommt häufiger vor, daß ein Sturmwind Züge, bte er von vorn kaßt, zum Stillstanb bringt, und wenn er von der Seite kommt, wird die Geschwindigkeit ganz erheblich herabgesetzt. Dagegen sind die Fälle, daß Züge umgestürzt werden, ziemlich selten. Im Jahre 1868 wurde aus der französischen Südbahn zwischen Leucate und Fiton durch einen Sturmwind, dessen Druck 150 Kg. auf den
Quadratmeter überstieg, ein Zug umgeworien; >tur ein schwer beladener Güterwagen blieb auf den Schienen stehen; um diesen umzustürzen, hätte es eines Druckes von 264 Kg. auf den Quadratmeter bedurft. Aus jüngster Zett berichtet der „Board of Trade* einen Fall, daß ein Zug umgestürzt wurde, aus der Gegend von Ulverstone auf der Eisenbahn von Furnetz. Der Zug umfaßte 10 Wagen und die Maschine; er führte 34 Reisende mit sich. Ter Sturm wurde so heftig, daß nach mehreren Aufenthalten, die durch umgestürzte Telegraphenpfähle und Bäume verursacht wäret:, schließlich die Katastrophe eintrat. Der Zug hatte gerade infolge einer Störung an der Bremsvorrichtung auf dem Viadukt von Leven Halt gemacht, und der Heizer, der von der Maschine ab« gesttegen war, versuchte den Schadett auszubessern, als plötzlich ein furchtbarer Windstoß einsetzte und beit Zug auf die Seite wark, der glücklicherweise auk die Seite des zweiten Geleises hinüberfiel. Die Windgeschwindigkeit wurde aus 160 - 190 Km. in der Stunde geschätzt und der durch sie auf die Waggons hervorgerusene Druck betrug 160—200 Kg. aus den Quadratmeter.
kf. Von einer Katastrophe a ir k dem V o g e l z u g berichten die von Dr. K. Flöricke herausgegedenett „Mitteilungen über die Vogelwelt": In der Nacht vom 12. bis 13. September 1910 herrschte starker Osl-Nord-Ost-Slurm an der Küste des Schwarzen Meeres. Der Durchzug der Wachteln, Schwalben und Wildtauben muß in dieser Nacht sehr stark gewesen fein. Am Morgen des 13. September land man in Sulina die Straßen wie beiät mit toten Wachteln und Schwalben, vereinzelt fand man auch Wildtauben. Im Haien und am Meeresstraude sah man unzählige tote Wachteln und Schwalben auk dem Wasser treiben. Huitderte von Wachteln, die durch den Anprall an die Häuser oder Telegraphendrähte betäubt waren und teilweise stumpssinnig dasaßen, teilroeije verzweifelt in den Straßen herumflatichten, wurden bei der un Lanke des Morgens sich entwickelnden allgemeinen Wachtel- jagd zur Strecke gebracht. Die Lenchtlurmwächter lammelten an diesem Morgen neben vielen anderen Vögeln vier große Sacke — etwa 400 Kg. — toter Wachteln auf.
* Eine Pflanze, die lacheit macht, ivächst in Arabien, und bringt eine leuchtend gelbe Blume hervor, deren schwarzer Samen in der Form an schwarze Bohnen gewohnt. Die Eingeborenen trocknen und pulverisieren diesen ©amen. Eine kleine Dosis des Piilvers, so berichtet eine englische Wochenschrift, bringt bei dem nüchternsten Menschen eine wunderliche Verwandlung hervor: der Betreffende beginnt sich wie ein Clowii oder ivie ein Wahnsinniger zu benehmen, tanzt, singt und lacht schallend und setzt diese Heiierkeitsausbrüche etwa eine Stunde lang fort. Dann folgt ein schwerer Schlak, und wenn der Erschöpfte schließlich wieder erwacht, hat er jede Erinnerung an sein verrücktes Geboren verloren, und weiß nicht, ivas er getan und was mit ihm geschehen ist.
* E i n Zahlenphänomen. Zu den in der letzten Zeit in vielen deulscheit Zeittmgen wiedergegebenen Zahlenphänomenen kann ein weiteres angeführt iverden, das in der neuesten Nummer der „Welt der Technik" ausgestellt wird. Es stellt sich folgendermaßen bar;
12 345 679 mal 1X9 — 111111111
12 345 679
2X9
—
222 222 222
12 345 679
3X9
—
333 333 333
12 345 679
4X9
—-
444 444 444
12 345 679
5X9
—
555 555 555
12 345 679
6X9
=
666 6 6 666
12 345 679
7X9
=
777 777 777
12 345 679
8X9
=
888 888 838
12 345 679
H
9X9
=
999 999 999
Slal-Ausgade.
Mittel- und Hinterhand passen, weshalb Vorhand mit folgender Karte;
tourniert, und zwar: Treff-Buben; sie meldet nun Grand an. Da noch ein äußerst günstiges Blatt im Skate liegt, gelingt es dem Spieler, die Gegner Schneider zu machen. Wie waren die Karten verteilt und wie war der Spielgang? Mittelhand hat vier Augen mehr in ihren Karten als Hinterhand.
Auflösung in nächster Nummer.
Q Q
Auflösung des Versteckvtttsels in voriger Nummer: Ein Appell an die Furcht findet im deutschen Herzen niemals ein Echo.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiudruckerci, R. Lange, Gießen.


