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Kenntnis und Bewilligung in die Anstalt gebracht wurde, und zweitens, ob der Anteil, den ich an der Sache hatte, derart war, daß er den Ausdruck der Dankbarkeit von ihrer Seite verdient hätte. Mr. Gilmore ist über diese unangenehme Angelegenheit beruhigt; Sie sind beruhigt bitte, beruhigen Sie nun auch mich-, indem Sie den Brief schreiben.

Sie nötigen mich, Ihrem Wunsche zu willfahren, Sir Percival, während ich ihn doch weit .lieber versagen niöchte. Mit diesen Worten verließ Miß Halcombe ihren Platz und ging an den Schreibtisch.

Miß Halcombe brauchte nicht viel Zeit zu ihrem Briefe. Ms sie ihn beendet, stand sie vom Schreibtische aus und reichte Sir Percival das offene Blatt Papier. Er ver­beugte sich, nahm es, legte es zusammen, ohne den Inhalt anzusehen, versiegelte es, schrieb die Adresse und gab cs ihr dann schweigend zurück. Das ganze geschah mit einer Anmut und Würde, wie ich sie in meinem Leben nicht einnehmender gesehen.

Sie bestehen darauf, daß ich diesen Brief auf die Post gebe, Sir Percival? fragte Miß Halcombe.

Sir Percival nickte und stellte dann noch einige Fragen, ob Anna Catherick von einer der Damen gesehen worden sei und wo sie sich aufgehalten habe.

Trotz alledem machte Miß Halcombe auf mich den Ein­druck, als ob sie noch nicht ganz befriedigt sei.

Daher fragte ich sie, sobald Sir Percival das Zimmer verlassen hatte, offen, ob sie irgendwelche Gründe habe^ Sir Percival nicht zu trauen.

Nein, durchaus keine, erwiderte sie.

Sehen Sie etwas Unwahrscheinliches in seiner Er­klärung?

Wie könnte ich das nach dem Beweise, den er mir von der Wahrheit gegeben? Gibt cs ein Zeugnis, das mehr zu seinen Gunsten sprechen könnte, als das Zeugnis her Mutter des Mädchens, Mr. Gilmore?

Es gibt kein besseres. Falls die Antwort auf ihre Nachfrage befriedigend ausfällt, so sehe ich mcinesteils nicht, was ein Freund Sir Percivals noch ferner von ihm verlangen kann.

Dann wollen wir den Brief abschicken, sagte sie, indem sie aufstand, um das Zimmer zu verlassen, und die Sache ruhen lassen, bis die Antwort kommt. Achten Sie nicht aus mein Zögern. Ich kann Ihnen keinen bessern Grund dafür angcben, als daß ich seit einiger Zeit zu ängstlich um Laura bin, und ängstliche Sorge, Mr. Gilmore, macht die Stärksten von uns unsicher.

Am folgenden Morgen, Dienstag, ging Sir Percival in Begleitung eines der Diener als Führer nach Todds Ecke. Seine Nachfragen, wie ich später erfuhr, blieben ohne Erfolg.

Die Post am Mittwoch brachte ein Ereignis, die Ant­wort von Mrs. Catherick. Ich nahm eine Abschrift von dem Dokumente, die ich aufbewahrte und hier anführen will. Cs enthielt folgendes:

Madame!

Ich habe die Ehre, Ihnen den Empfang Ihres Briefes anzukündigeu, in welchem Sie mich fragen, ob meine Tochter mit meinem Mitwissen und meiner Einwilli­gung unter ärztliche Aussicht gestellt, und ob Sir Per- eival Glydes Anteil an der Sache der Art gewesen, daß er den Ausdruck meinet Dankbarkeit verdiente. Geneh­migen Sie auf beide Fragen meine bejahende Antwort und erlauben Sie, daß ich mich zeichne gehorsamst

Jane Anna Catherick."

II.

Die nächste Aufgabe, die uns nun oblag, war, Miß Fairlie mit Sir Percivals Erklärung bekannt zu machen. Miß Halcombe hatte dies übernommen. Ich sprach mit ihr darüber und nahm aus dieser Unterredung den Eindruck mit, daß die beiden Damen 'ein Geheimnis hatten, das sie sowohl'mir als auch Sir Percival verbargen.

Diese Ueberzeugung wurde durch Miß Halcombes Sprache und Benehmen bestätigt, als ich sie später am Tage wiedersah. Sie war mißtrauisch, kurz und zurück- als sie mir den Erfolg ihrer Unterredung mit ihrer Schwester mitteilte; Miß Fairlie, wie es schien, hatte ihr ruhig zugehört, als sie ihr die Briesaffäre aus dem richtigen Gesichtspunkte vorlegte; als aber Miß Halcombe ihr darauf mitteilte, daß Sir Percivals Besuch in Lim-

meridge den Zweck habe, sie zu bitten, den Tag für ihrs Vermählung festzusetzen, tat sie jeder ferneren Erwähnung des Gegenstandes Einhalt, indem sie um Zeit bat. Wenn Sir Percival sie jetzt noch verschonen wolle, so verpflichte sie sich, ihm vor Ablauf des Jahres noch ihre entscheidende Antwort zu geben. Sie hätte mit solcher Angst und Auf­regung um diesen Verzug gefleht, daß Miß Halcombe ihr versprochen, nötigenfalls ihren Einfluß geltend zu machen, um ihn für sie auszuwirken; und auf Miß Fairlies ernst­liche Bitten hätte damit jede fernere Unterhaltung über die Heiratsfrage geendet.

Dieses rein temporäre Uebereinkommen mochte der jungen Dame gelegen sein; den Schreiber dieser Zeilen setzte es jedoch einigermaßen in Verlegenheit. Die Früh­post hatte mir einen Brief von meinem Kompagnon ge­bracht, welcher mich nötigte, am folgenden Tage mit dem Nachmittagszuge nach London zurückzukehren. Es war höchst wahrscheinlich, daß ich keine zweite Gelegenheit finden würde, um in dem Jahre noch einmal nach Limmeridge House zu kommen. Dann würden wir genötigt sein, schriftlich in Sachen übereinzukommen, welche immer mündlich ver­handelt werden sollten. Ich sagte nichts von dieser Schwie­rigkeit, bis Sir Percival über den Verzug befragt worden. Er war ein zu galanter Mann, um nicht sofort ihren Wunsch zu gewähren. Als Miß Halcombe miäy hiervon unterrichtete, sagte ich ihr, daß ich durchaus mit ihrer Schwester sprechen müsse, ehe ich Limmeridge verlasse; und es wurde daher bestimmt, daß ich Miß Fairlie am nächsten Morgen in ihrem Wohnzimmer sprechen solle. Sie kam weder zn Tische, noch später abends herunter. Unwohlsein wurde als Entschuldigung angegeben, und Sir Percival schien mir ein wenig verdrossen auszusehen, .als er hörte, wozu er gewiß auch Ursache hatte.

Am folgenden Morgen, sobald das Frühstück vorbei war, ging ich in Miß Fairlies Wohnstube hinauf. Das arme Mädchen sah so blaß und traurig aus und kam mir so bereitwillig und hübsch entgegen, daß mein Entschluß, sie über ihre Laune nnb Unentschlossenheit auszuzauken, sofort wankte. Ich führte sie zu dem Sitze zurück, oeu sie verlassen, und setzte mich dann ihr gegenüber.

Ist diese hübsche Zeichnung von Ihnen? begann ich.

Ich deutete auf ein kleines Album, das neben ihr aus dem Tische lag, und in dem sie offenbar geblättert, als ich hereinkam. Die Seite, au der es offen lag, zeigte eine sehr hübsch vollendete kleine Landschaft in Wasserfarbe. Dies war die Zeichnung, welche meine Frage diktiert hatte: eine allerdings sehr müßige Frage, aber wie hätte ich wohl, sowie ich meine Lippen öffnete, von Geschäften an­fangen können?

Nein, sagte sie etwas verlegen von der Zeichnung hin­wegblickend, sie ist nicht von mir.

(Fortsetzung folgt.)

------- K siibelstrahl.

Dctektivgeschichte von Conan Dohle, (Fortsetzung.)

Nun siehst bat, welchen Wert die Einbildungskraft hat," sagtü Holmes.Es ist das einzige, woran cs Gregory fehlt. Wir haben uns vorgcjstellt, was geschehen sein könnte; wir handelten darnach Und sanden, daß wir uns nicht geirrt hatten. Komm, laß uns! weitergehen."

Wir schritten Wer den Marschboden, dann über eine Strecke harten dürren Rasens; hierauf senkte sich der Boden wieder und wir fanden die Hufspuren. Zwar verloren wir sie abermals während einer halben Meile, entdeckten sie jedoch ganz dicht bei Capleton von neuem. Holmes sah sie zuerst und zeigte mit triumphierendem Blick daraus hin. Tie Fußspuren eines Marines! erschienen neben denen des Pferdes.

Bisher war das Pferd allein," rief ich.

Jawohl, es war allein. Aber halt, was ist das?"

Die Doppelspur brach kurz ab und ging in der Richtung nach Kings Pyland weiter. Holmes pfiff vor sich hin, und wir ver-i folgten sie. Während er aber kein Äuge davon verwandte, blickte ich ein wenig zur Seite und sah zu meiner Ueberraschung, daß! dieselben Spuren in entgegengesetzter Richtung zurückkamen.

Bravo, Watson," sagte Holmes, als ichihn darauf aufmerksam! wachte,du hast uns einen weiten Weg erspart, der uns wieder! auf den alten Fleck zurückgebracht hätte. Folgen wir jetzt der! Spur nach rückwärts."

Wir brauchten nicht weit zu gehen. Sie endete bei dew. Asphaltpslaster, das bis ans Tor der Stallungen von Capleton; Khrte. _ Als wir uns näherten, kaw ein Stallknecht eilig heraus« Hier darf sich niemand Herumtreiben," rief er uns 1»