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Friedel halb-süß.
vornan von Fedor von Zobeltiß.
(Sortierung.) (Nachdruck verboten.) •
sprach der Alte. Er wog gewissermaßen jedes ^ort auf der Zungen er sprach sehr langsam.
, /'^ksn. lieber Fritz, ich für meinen Teil habe ganz
gewlß^ nichts gegen deine Absichten. Im Gegenteil, ich begrüße ftc mit Freuden. Nur etwas macht mich stutzig. K>u sagtest, das Resultat deines Zweikampfes sei für dich der augere Anstoß gewesen. Stimmt das? Ist das wirklich so?"
Ustter dem forschenden Blick des Opas senkte Fritz unwlllkurllch die Äugen. „Ich will ehrlich sein," begann er stockend.
selbstm^Ech!" rief der Mte, „das versteht sich von „Gut, Opa. Vater, verzeihe mir diese Ehrlichkeit. Ich habe sert Jahren den Geschäftsgang verfolgt. Ich sah, daß stbwcirts führte. Ich kannte auch die Gründe. Vater allein ist tzu schwach für die Gegenarbeit. Aber Gatte und Sohn iverden wirksameren Widerstand zu leisten vermögen gegen die Strömungen, die uns dem Untergang zutreiben. Die in einem Geschäft, wie dem unfern, geradezu unbegreifliche Geldnot hat mir bewiesen, daß wir unsere Lebensführung vollständig umgestalten müssen. Das gilt für uns drei: für den Papa, für mich — vor allem für die Mama. Ich ziehe meine Attila aus, um arbeiten zu können. Von der Mama werden wir fordern, daß sie ihre Bedürfnisse dem Lohn unserer Arbeit anpasse. Das wird sie tun, wenn sie verständig ist. Und tut sie es Nicht —"
„Sie tut es nicht!" rief der Opa.
„So werden wir ihr die Wünsche versagen," schloß Fritz ruhig, „die nach unsrer Ansicht unerfüllbar sind."
„Bravo!" Der Alte schlug mit der Hand ans den Tisch. „Das ist seit langem, langem das erste vernünftige Wort, das ich in diesem feinen Hause gehört habe."
Der Kommerzienrat lachte spöttisch auf. „Sehr liebenswürdig von dir, mein guter Fritz, daß du mich im Kampfe gegen die Ansprüche der Mama unterstützen willst. Der Kampf währt nun bereits fünfundzwanzig Fahre — und bisher war ich immer der Unterlegene. Bin neugierig, was du erreichen wirst. Aber alles das führt uns vorläufig nicht vom Fleck. Wir brauchen Bewegungsgelder, und die wären auf der Stelle da, wenn Ihr mit meinem Plane einer Gesellschaftsbildung einverstanden sein wolltet."
„Sie sind auch s o da, Papa. Ich schieße meine Erbschaft von der Großmutter ein. Das sind dreimalhundert- tausend Mark. Sie werden genügen."
Der Kommerzienrat antwortete nicht. Er 6 eg riff seinen Jungen nicht- er erschien ihm wie ausgewechselh wie ein ganz' fremder Mensch. Der Opa aber schüttelt« den Kopf. „Das wäre gegen den Willen der Großmutter," sagte er; „sie wollte ihr Vermögen nicht im Geschäft aüq gelegt wissen. Es sollte ursprünglich die Mitgift deines Schwester bilden. Aber der Storch ließ sich zu keiner Schwester bewegen. Auch dieser Fall war im Testament vorgesehen. Die Großmutter wollte dir eine gewisse Utto abhängigkeit sichern — speziell deiner MiUtter gegenüber. Die beiden standen sich nicht sonderlich gut miteinander."
„Sei's wie es sei, Opa. Ich bin volljährig und Besitzer meines Erbes. Es kann auf der Stelle flüssig gemacht werden. Es soll mein Geschäftsanteil sein. Sind) damit die Äugenblicksschwierigkeiten gehoben?"
„Durchaus." Der Kommerzienrat goß sich ein WaA Portwein ein. Er war wirklich ein wenig verwirrt. Er freute sich einerseits über die unerwartet rasche Beseitig gung eines gefährlichen Moments, konnte andrerseits aber auch ein leises Gefühl des Mißbehagens nicht unterdrücken. Er leerte mit raschem Zuge sein Glas. „^Durchaus," wiederholte er. „Aber, lieber Fritz, ich schließe mich den BL-! denken des Opas an. Mcht nur deines Vermögens halber, das dir ja schließlich nicht verloren geht, das im Gegenteil im Geschäft wahrscheinlich rascher arbeitet als auf der Bank --ich sorge mich, daß es dich eines Tages reuen dürfte, den Beruf gewechselt zu haben. Es kommt doch in Betracht, daß du mit Passion Soldat bist!"
Fritz schüttelte den Kopf. „Rein," sagte er, „das bist ich nicht. Das, was mich an meinem Berufe reizte, waren nur Aeußerlichkeiten. Aber sie verloren den Reiz, je älter ich wurde. Ihr wißt, daß ich mir ein paar Jahre hindurch' im Verein mit Helldorf einen Rennstall gehalten habe. Ich gab ihn nicht nur auf, weil seine Rentabilrtät zweifelhaft wurde, sondern weil ich das bestimmte Empfinden hatte, daß ich als Sportsman immer nur ein fröhlicher Dilettant bleiben würde. So bin ich auch als Offizier nur ein Dilettant — einer, der seine Pflicht und Schuldigkeit tut, denk es aber an begeisterter Hingabe fehlt. . . ." Ein etwas müdes Lächeln ging über fein abgespanntes Gesicht. . . ? „Ihr werdet mir recht geben: jeder Beruf fordert diese Hingabe, fordert ein volles Interesse — und ihr seid auch! wieder im Recht, itoenn ihr mich fragt: „Wirst du im Kaufmannsberuf so völlig aufgehen können, wie es WM Besten des Geschäfts nötig ist?" — Da will ich euch offen antworten. Es gab Zeiten, da mich grade das Weingeschäft greulich dünkte. Ich stand unter dem Einflüsse der Mamch auch unter dem eines eigenen, sehr albernen ästhetischen Empfindens. Die Kellerwirtschaft mit all ihren Prozeduren schien mir einen so schroffen Gegensatz W meines gesellschaftlichen Stellung draußen W bilden, daß sie mir gradezu widerlich wurde. Uebrigens habe ich ähnliches auch bei andern Weinhändlerssöhnen gefunden, die mit mir in Bordeaux, Huelva «und Reims güf der Weihe waren. Für


