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stahlen.

(Fortsetzung folgt.)

Die Herbstmode.

Von Cyprienne,

ten sich um ihn. t

Er bemerkte nicht, daß im Hintergrund ewige Gestalten, die sich vorsichtig hinter den breiten Rücken der Vorder­männer gedeckt gehalten hatten, sich jetzt leise hinaus-

Unter den neuen Modestoffen für ganze Kostüme dominieren starke, haarige Köpergewebc - Cheviots, Diagonals-' Ä?

usw. in braunen Tönen, papierblau, bleu eheste, pfauenblau, marengo, erdbeer-, rost-, kupfer--, sultan- und tulpenrot, uial-< venlila, rotviolett, steingran sowie in grau-grnnlicyen Schattie­rungen, ferner weiches Tuch von stumpfer Oberfläche in den gleichen Farben, englische Stoffe m gestreifter, schotti'ckM, zwei­farbig karierter, gewürfelter und netzartiger Musterung, ganz- dicke graue und bräunliche Loden, Seidenkaschinirs und Popelines. I Die beiden letzteren, die vorzugsweise tn dunklem, goldigem Grün, - bläulichem Violett und rötlichen Nuancen ,vorhanden W-d, dienert - I mehr für Repräsentationsgelegenheiten, Fiye o clocks usw. Die

I sich ihnen einenden Umhüllen werden auch langer Fonfcftioniert I als die der gewöhnlichen Pronienadenkleider Sehr schön wm: em I dunkelgrünes Popelinckostüm von ausgesprochenem Auener Schich das sich aus schlankem Faltenrock und dreiviertellangem Menen!

I Paletot mit Millefleur-Seidenfutter kombinierte Minne Sciden- tresscn in der Grundfarbe, die zweimal den Rock umliefen, wärest Io scharf eingeplättet, daß sie wie cmgewcbt aussahen; auf dem Paletot rahmten sie die langen schmalen Revers, die beiden seit­lichen Tascben, die Aermelumschlage und die geschlitzten «eitenteila ein Ein "Anzug aus Seidenkaschmir m einem eigentümlichen aelblichen Rot, der, abgesehen von der sich vorn osinenden, Mit Passementerieknöpfen und -schlingen zurückgekndpsten vustenpasse und dem Devant ebenfalls tu Plisseefaltcn geordnet war, erhielt sein besonderes Cachet durch die geflochtenen Sc,denpaslcmentcrlc- schnüre, welche sämtlich« Nähte der offenen Jacke begrenzten und unten allemal in einem Bündel Quasten endigten. Tiescr Um- hülle fehlten die Revers gänzlich, dagegen waren ihr an den beldeir vorderen Rändern von oben bis, unten große Passemcntericknopfe, aufgcnäht. Entgegen dem herrschenden Geschmack, hatte man sie nicht mit abstechender, sondern mit gleichfalls roter, damaszurtep Seide gefüttert. Zwei andere Kostüme zeigten wieder ans den ersten Blick ihre Herkunft von jenseits des Rheins., Ter Rock des einen bestand aus violettem Tuch, das man unten ui Volants und U en eingereiht hatte, darüber fiel eine abgepaßte Draperie aus violettem Foulard mit weißpunktiertem Spiegel und breiter igyrte ,deren unterer Teil einfarbig violett und deren oberer! mit großen weißen Nullen gemustert erschien Sie war an beiden Seiten mit riesigen violetten Sammetrosettcn zusammengerasft/ 1ltn AUmnrfa nau diesen spitze Zipfel zu bilden; das ihr angeschnit­tene Blusenleibchen hatte großgemusterte SchoVpcnärmA und einen seinvunktiertcn Körper, den meiste Solspitzen labotaitig uvcr^ rieselten Ein Paletot aus violettem Tuch, Mit FoulardreverZ und harmonierendem Gürtel vervollständigte die Toilette. Dw zweite vorerwähnte machte vermöge ihrer Zusammenstellung «iuj EiMtÄFSS feüSiinifi dem Rock und Jackett eingchefte cm. blaulila Seidenteilen, die cremgelbe Spachtelspitzen uberlcgwn und rote Passepoils einrahmten, sowie dunkler getönten grauen ,ve de - gälons, zncrst einen in koloristischer Hinsicht geradezu sinnlosen

Kenner der Mode haben uns oftmals versichert, daß sie int | .Herbst selten eine ausgeprägte Physiognomie zeig«. Nicht umsonst, sagen sie, spricht man von ihr als einer Uebergangssaison, denn alle die neuen Schöpfungen in Seide, Saminet, Pelz, Spitzen, Federn und Blumen, die man in der Seinestadt und anderen auf dem Gebiete tonangebenden Metropolen für den Winter vorbereitet,: treten im Herbst tastend, gleichsam versuchsweise und reichlich ge­mischt init Trachten des verflossenen Sommers auf die Bildflache. Zweifellos liegt, wie wir das auch in diesem Jahre konstatieren I können, viel Wahres in dieser Behauptung.

Sehen wir uns das Toilettenpanorama auf den elegantesten Straßen nnd Plätzen großer Städte an, wie es sich an schönen, sonnigen Tagen vor unseren Blicken ausbrmtet, so fallen uns allenthalben die auf die denkbar möglichste Schlankheit der Kon­turen zurückgeführten weiblichen Gestalten auf fehlanker können sie kaum sein, denken wir' und dennoch ist das Bestreben un­verkennbar, diesen hcrabgemindertcn Umfang der Rocke nnd Schul- tern bis zu einem gewissen Grade zu verhüllen oder fast mochte man sagen zu entschuldigen. Noch wagt , mau es nicht, den Rock so eng zu schneiden, wie es für den Winter protektiert fit, aber inan drapiert ein straff zurückgebundenes Tunikaarrangeinent, der ihn knapper erscheinen läßt, darüber, oder legt ihn, von einer mittleren Stolabahu ansgehend, in tiefe Längsfalten, die Man über den Knien durch einen breiten Stossstreifen zusammenhalt,, Diese letztere Anordnung ist namentlich für gestreifte Gewebe beliebt, die man einer Reminiszenz an die SomMermodc zuliebe nie in gleicher Fadenlage, sondern abwechselnd horizontal, vertii- kal und schräg verarbeitet, wodurch allerhand aparte Wirkungen erzielt werden. Bei dem vorerwähnten Rockmodell fit z. B. die Grundform so gefertigt, daß die Streifen von oben nach unten

gehen, während sic die Stolabahu und den ausgcstepptcn Streifen durchqueren. Bei den Timikaröcken wiederum schneidet man die Tunika meist in schräger und die darunter befindlichen Teile in gerader Streifenlage. Ein für leichtere Stoffe bevorzugtes Ar- rangemeiit zeichnet sich dadurch ans, daß dem Rock unten ein Stuck in beliebiger Breite angesetzt wird, in das man leinen oberen Teil einreiht. Manchmal läßt man die beiden Seitenbahnen auch offen bis zu den Hüften und schlägt sie beiderscittg um> garniert den so entstehenden Aufschlag mit Knöpfen und falschen Knopflöchern und setzt ein keilförmiges Plisseestück darunter. Wie man sicht, ist die Ausgestaltung des Rockes eine außerordentlich verschiedenartige, aber ganz glatt bleibt er eigentlich nie. Man kann aus den Formen, die er zunehmend veranschaulicht, deutlich erkennen, daß wir der Mode aus den siebziger Jahren pes, ver­flossenen Säkiilums mit ihren schmalen Linien und ihren icheinbap

wurden. Das Herz schwoll Mn, wenn er des gestrigen Abends gedachte. In der Wirtsstube des Prochownik hatte er eine schöne Stunde verlebt. Sie hattenBravo" ge­rufen und in die Hände geklatscht.

Freilich, die Honoratioren hatte er vermissen müssen: den Doktor Wolinski, den Apotheker, den Bürgermeister, den Postverwalter, den Steuerkontrolleur und so manche andre. Und Nasen, ähnelnd der Nase des Löb Scheftel, waren reichlich vertreten gewesen. Aber in seinem Eifer hatte er des nicht sonderlich geachtet. Und als am Schluß Löb Scheftel sich zu ihm herangedrückt und devot geflüstert hatte:§at>eii sie mir zwar eingefchmissen 's Ladenfenster und mir genommen heraus das Kälberviertel, die Speck- TtU||CUCU un. -

feite und 's pikfeine Geschlinge, hab' ich doch keine Angst I |0 komplizierten, in Wahrheit aber sehr leicht hcrzustellcnden gekriegt, bin ich doch gekommen, zu reichen dem Herr Baron I Tekorationsdetails entgegengehen. ,.

die Hand. En freisinniger Mann, en aufgeklärter Mann, Ihr entsprechen auch die zwischen BluseniidKoiiagcdicAUte wer' icki ihm neben doch meine Stimme," hatte I haltenden, leicht verkürzten Taillen und offeiien, halbanliegenoui er keinen Ekel empfunden, wie, noch vor nicht allzu langer yenon;mw4lmrdn^!KKel^u^äSr

Seit, sondern die Hand des jüdischen Schlächters gedruckt I -m ^Wahs. auf den Markt gebrachten, aber von den Tamert war es doch eine Hand! ziemlich durchgehend abgelchnten Blusenjacken darstellem Ms

Und hier, unter lauter deutschen Mannern fast alle I Nouveautes bürfen dabei eigentlich nur bie Aermel der M-ostunw Idiome des Vaterlandes waren vertreten sollte es da | umhüllen gelten. Entweder krausen sie sich einer unteren Aermei- nicht ein Leichtes sein, Hingabe zu erwecken, Liebe, Mfer I passe an ober sie erscheinen in halber Länge, stinten Uch erweiterns ÄUr deutschen Sache?! und mit breitem Umschlag versehen. An Anzügen, bte für ta tere

D-I- ch»I »erga8, daß P-I-- Muer ihn durch I-l» I Tag- «nd,-rsord-m I>-

braucht kaum erst versichert zu werden. ..Was die Lange der Straßenkleider anbetrisst, so wird für ben täglichen Gebrauch bei Trotteur immer noch seine Oberherrschast behalten, wahrend wiv an eleganteren Promenaden mäßigen Toiletten m allernächster Zu­kunft sehr langen Röcken begegnen dürsten. Sie besitzen zwar keine: Schleppen, sondern find ringsum tn gleicher Lange gfichntttM,

Fehlen enttäuscht hatte, und so noch dieser und jener. Seine erst stockend begonnene Ansprache wurde flüssig. Die Worte strömten ihm zu; Gedanken, an die er vorher nicht ge­dacht, Vergleiche, Bilder drängteii sich ihm förmlich auf. Er bemühte sich, volkstümlich zu sein, sich einem doch immer­hin bescheidenen Denkvermögen anzupassen. Das wenig­stens mußten sie doch verstehen erfuhren sie's nicht täg- i öajieppen, wiw«w n»" ^«^^^"wrtwäbrenb auf

lich am eigenen Leibe? wenn er ihnen sagte, daß sie die aber vollkommen genügt, daß man sich vorn wrtwayrcno aur hier ständen, einsam wie der Soldat auf der Wacht, ebenso I den Saum tritt. f. H siiromenoben»

gefährdet und auch ebenso verantwortlich. Und daß er sie In den großenModesalonsl'^n Toiwtten snr auffvrdcre, ihrem Deutschtum Ehre zu machen, deutsch zur ! 1

wählen, regierungstreu, allen Machinationen von Polen | 5^0011*?eit bawn ge^en mib Klerus zum Trotz!

Es war ihm eine Wohltat, einmal frei heraus sprechen zu können, ohne die Rücksichtnahme, die doch immerhin an andern Orten, wo die Zuhörerschaft eine gemischte, be­dingt gewesen war. Hier waren ja lauter deutsche Männer, eine kleine Zahl zwar nur, aber tüchtige Pioniere. Pio­niere des Deutschtums, Pioniere der Kultur. Und sie schar-