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Fichenurwk-lber, bie Wir zuvor uns gegenüber faßen, ni!sT rv« mrlr’ tx^e grenzenlose Mmmerung umgibt uns, hoch nnb still nmchsen die Fichten aus bem Abgrund, “gl stürzte Siaiume liegen in maßloser Verwilderung, verwesend mtb zerfasernd, an beit steilen Sängen, der Waldboden schlingt und ringelt Dickicht, Farren mtb Kräuter zu unentwirrbaren Knäueln zusammen. Nun nicht mehr weit und wir erreichen die Hütte, wo man leiblich essen und schlafen kann, Um am nächsten Morgen zum Bulleasee anfzusteigen.
, Mulleatal. Ein Wasserfall schäumt von einer
p bereu ^al stufe, in einer tiefen Felsenrinne weiterstürzenb, zu!
volle Mond steigt auf, graue Mmmeruugen und Wvlkenbampfe vor sich herseiidenb, und bespült die bas Tal ST w Butean mtb des Picu Bulü lautlos
mir Licht. Am frühen Morgen geht es bann hinan, am steilen
W Zschtenwälder und zwischen Felsen, über ttefes Geröll, über Schluchten hin auf die obere Talstufe: Tie Region der Walder ist überwunden, nur trenn btt: zurückblicfft, grectm sich noch die schwarzen Fänge hinter dir, in der Tiefe. Rmgs erberen sich grünliche Felfenspitzen, gezahnte Grate steten smrr in der kalten, scharfen, von oben wehenden Luft; an beit Sangen.'weiden Schafherden, Hirten in schneeweißen Pelzen blicken tron beit Hohen herab, lieber Felsen mtb die glitschigen Steins § E ^^^rüberschäumten Betten ber Bäche wirb eine neue! Tatstufe erreicht, die Külte nimmt zu, noch einen Felshang hinan, v°j?c and Unwirtlich, am Fuße des Benatvrea (Jägerin) zwischen kahleni Gestein' eingesenkt, wirb sichtbar, und eine dunkle, verlassene, reglose.Flut, ganz schwarz gegen bas kalkige Grau der Iv^schaen Felsen, spielt in seiner Tiefe. Welche gelassene Siebt» Weit inmitten einer völlig verödeten Welt! Wie freunblich und ist dieses Element, selost trenn es eingemauert ist ins ewige! uttfnir.ttoare, Leere, maskenhaft Tote! Nebel steigen geheimuiA- voln aus dem Unbekannten über diese wüsten Felsengrate, Stürme, ms Lewe tobend, wüten zwischen den Wänden, aber sie bewegen! die Seele dieses träumenden Wassers nicht, das, klar, tief mtb kühl, kaum an der Oberfläche zittert.
Dies ist ber Bulleasee. Und wunderlich ist es nur zu denken, daß jene schwarze, sanfte Flut auch jetzt, als ich dieses schreib, da droben «t der Fremde zwischen den kaUen Felsen chläst.
stand schafft tote ungewohnte Uebersichtlichkeit: wenn wir in bem richtig gewählten! Bvrderdorfe ans dem Zuge steigen, so führt Nus einer bet landesüblichen, rasselnden Wagen pseilgerab dem O'-te M,von wo aus wir uns in den Wäldern des Gebirges verlieren wvlleit; diese Fahrt am frühen Morgen, in dem immermehr sich Uarenbett Anblick der ganzen Wald- und Felsenkette, durckS rück- wkwge.Dorf, über Baumstämme, durch Furten, zwischen Stein- M>am ist ttvtz aller Hindernisse tote ein freier Flug, dem Gipfel A's Gebirges zu: denn ob baS armfelige Gefährt auch in allen Fugen kracht, letzt mit einem Ruck nach vorn zu springen, scheint, jetzt fast zum Kippen auf bie Seite geneigt, mühsam zwei fahrbare Rinnen zwifcheii den Felsen trümmern sucht oder auf unb ab über zerbröckelte Steine hüpft, so daß die Härte der durch nichts geimlberten Stöße einem durch Glieder und Eingeweide schüttert, das Auge ist frei unb hat, zum Glück, nichts als bie seinen, zer- sliechenden Nevel ber Morgenfrühe zu überwinden: wunderbar weit flieht rechts unb links das' Flachlrntd ins Unendliche, immer mniger, begehrender ergreift der Blick die gesuchte Welt der ihre Schluchten erschließenden Berge; jetzt beginnen ihre Einzelheiten, Rücken und Kämme, hervorzutreten, aber noch verbunden mit dem gewaltigen,, geheimnisvollen Ganzen, in dessen Tiefe es rauscht; und tote ein- Spieler, ber seine Karten genießerisch eine langsam hinter der anderen vor sich enthüllt, scheint man den ersten Mick in eine ersehnte Fremde, in eine lockende Tiefe ®u tun, die einen zweiten, einen dritten verspricht und Ent- hiiUungeN mehr ahnen läßt, als unmittelbar erfüllt. Schon sind wir ztvischen den weit vorgestreckten Armen des Gebirges, jn stnem' Waldlal, in das die reine Kühle von den Höhen verheißend Niedertoeht, noch ein einsames Gehöft mit einem kitmnrerkichen, sonnenlosen Gärtchen, tzundegebell darin, und bann umfängt uns, nachdem wir den Wagen verlassen, Stille, Wald, Unendlichkeit. Wenden wir uns zurück, so breitet sich hinter dem Tal, in dem wir Uns befinden, hinter den Wildnissen des zerklüfteten Bodens, über beit wir gefahren, bie ganze Ebene, M wäre unser Tal ton schmales Flüßchen, bas sich dort zu einem langgestreckten See erweitert, bet zügellos ins Weite und Breite hineinschänmt.
Diese Fahrt unb biefer Empfang wirb jedem zu teil, ber einen ber Seen oder Gipfel des fogarascher Gebirges erreichen will. Nur daß bie AushangK- mtb Endpunkte jedesmal anders heißen. Für bas Bulleagebiet nimmt der Anfahrtsweg in .Reez seinen Anfang, einer Keinen sächsischen Gemeinde, bie, weltvergessen in ber Ebene liegend, bie Giebel ihrer ärmlichen Häuser tote in einer Verzauberung dem unergründlichen Gebirge zugetoeudet, den Wan- derer mit der ganzen Fülle traumhaft fremdet Stimmung uMgibt, deren dieses Land fähig ist. Reez ist bedeutungslos geworden, obgleich es dereinst eine bet frühesten Stätten westlicher Kultur in Siebenbürgen war. Zisterzienser Mö-nche bauten schon zu Anfang des dreizehnten Jahrhunderts^ eine heilige Wohnstätte in diese Wildnis, deren Reste noch heute den innigsten gotischen Geist predigen, unb, obwohl verwildernd, immer 'noch Zeugnis ab» feen für die himmelanstrebende Sehnsucht des menschlichen Hetzens, die sich hier im Unwegsamen, in der nur von wilden Tieren! bewohnten Oede mit glühender Kunst ein stilles, hohes Haus Errichtete: Diese Reezer Abtei, bereit zerfallende Bögen, edle Nortate, schlanke Mauerpfeiler noch im Untergänge wunderbar gtenug von Einsamkeit und Inbrunst reden. Angeftillt von dem mystischen Schauern dieses Anblicks eilt man nun dem Gebirge zu, d-urch- ßrt das zu beiden Seiten des wild sich krümmenden Bullea- tzes gelegene Hinterdorf Cattisora, erreicht das letzte Gehöft, das an der Stelle einer nun aufgelassenen Glashütte schon tief Müschen bett1 Wäldern steht, und ftihlt sich von dort ab her ungebrochenen Natur mit Leib und Seele übergeben.
Wald. Alles Herrliche und Schreckliche, atemlos Stille Und Mächtig Brausende,, bas. dieses Wort in ber Fülle seiner Bedeutung zu enthalten vermag, UMgibt uns nun in den nächsten Wander- stnnden. Zuerst ist man eiNgehüllt in Wald, dann gilt es, ihm! gegenüber zu stehen. Und während jenes trotz steil hinanklimmenben Aufstiegs wunderbar beruhigt, indes die schlanken Silberstämme ein leises, mit grauem Scheine blendendes Licht verbreiten, ist dieses erregend, berauschend und schreckensvoll: Tenn aus bem Schutz der kühlen Buchendämmerung attiaffen, über sich den Kimmel, steht man, wie von Geisterhänden dahin versetzt, plötzlich auf einem schmälen, in den Berg gesprengten Plateau und Erschreckt vor der Jähheit, mit der ber Wald nun, groß und furchtbar, wie er ans der Hand des Schöpfers hervorgegang-est, vor bie sich verwirrenden Sinne tritt. Ununterbrochene Kichteite Wäiibe stürzen, 1000—1200 Meter.tief, in eine in grauenhaftem !Dickicht sich verschlingende, in der Tiefe brausende Schlucht hin- siitter. Man steht ohne Gefahr und bie Angst, bie den Wanderer im ersten Augenblick befällt, scheint grundlos; allein die Drohung dieser ungeheueren, schveigenben Waldstürze ist so groß, daß sie t'ito Art metaphysischer Furcht erzeugt, als habe bie Natur an diesem Orte heimlich alle Gewalt entfesselt, unb ber lüsterne Mensch muß nun erblicken, was nicht für ihn zu schauen bestimmt war, Nnb erkennen, daß er es nicht ertragen kann, tote Semele, die Zeus in seiner göttlichen Gestalt erschauen wollte unb znsammenbrach, als sich die ungemilderte Majestät vor ihr enthüllte. Rasch eilen toir weiter und fühlen uns noch lange winzig und verloren in.diesem unermeßlichen Raum, indes toir auf dem in bie Berglehnen gehauenen, schmalen Weg an bem' durch Gestrüpp verhüllten Abgrund' entlang schreiten, bis der Wald sich wieder ändert: deyn
L;n Besuch beim Kursteu 3to.
»Itos Leben erzählen, das heißt, bie Geschichte Japans seit der Revolution schreiben," so hat ein Kenner ber modernen japa- Nischen Geschichte die Bedeutung des großen Staatsmannes gekemte zeich.net, der jetzt der Kugel eines Koreaners zum Opfer gefallen ist Er wurde der Schöpfer des „Neuen Japans", der Bismarck des Mikado-Reiches, dessen Einfluß in den letzten 30 Jahren das beseelende und stärkende Elenient der ganzen Regierung wär. Sein Mer? steht so einzigartig da, wie die Entstehung des modernen Japans, die ebenfalls mit der Reformierung keines anderen Landes verglickvN werden kann. Als Hirvtumi Ito seine Laufbahn begann, da iuiar fein Vaterland in seinen wichtigsten Elementen noch ein! barbarischer Staat des Orients; nun, da er jählings seinem Unendlich reichen Wirken entrissen, wurde, ist Japan eine Weltmacht, die Mit der Kultur der großen eunopäischen Staaten Wette eifert. Mit allen Reformen und Neuerungen ist sein Name und Schaffen mehr oder weniger eng verknüpft, so daß er als Mittelpunkt der ganzen großen Bewegung ausgefaßt werden muß. Bis zu seinem plötzlichen Ende war der Fürst tätig und rüstig, unermüdlich für die Durchführung seiner Ideen schaffend; aber in dein letzten Jahrzehnt zog er sich doch besonders gern nach feinem Landsitz Oiso, nahe bei Tokio, zurück, wo er in stillen Beschaulichkeit und Muße neue Kräfte für fein Amt und Werk sammelte. Tort hat ihn vor einigen Jahren ber Engländer! Alfred Stead besucht, der eine anschauliche Schilderung von der Persönlichkeit und dem Heim des Fürsten entwirft: Obwohl ihm bie Aerzte Wegen einer hartnäckigen Bronchitis Schonung auferlegt Hatten, war an bem kleinen, lebhaften, jung aussehendenj Manne nichts vom Kranken zu bemerken. Sein Haar und der dünne Bart sind grau gesprenkelt, aber in den Augen und ber Stimme ist nichts von Alter zu verspüren. Es sind die eines Mannes, der immer jung ist und es bis zu seinem Ende bleiben! Wird. Er trägt europäische 'Kleidung, einen eng zugeknöpften! langen Rock und empfängt inich in seinem 'europäischen Hause in! einem recht hübsch .eingerichteten Salon. Hinter diesem zur Repräsentation bienenden Gebäude aber hat er noch ein japanisches Haus, bas fein Lieblingsaufenthalt ist, in dein er sich erst recht Wohl fühlt. Um mich durch den Garten nach diesem; hinteren Heim zu begleiten, setzt er einen weichen Filzhut auf. Ter Raum, in! dem wir vor dem Lunch saßen, hat eine wunbev- volle Aussicht aus bett reizendsten aller Berge, den Fnjiama. Zwei Fernrohre waren da aufgestellt, durch die man in der klaren Spätfommerlnst die zahllosen! Pilger genau beobachten konnte, bie den Berg hinankletterten. In den Zimmern standen die kostbarsten Gegenstände herum, zumeist Geschenke des chinesischen! Kaisers. Ter Staatsmann, der so enge Beziehungen mit dem! Nachbarsande unterhalten, hatte dort das höchste Ansehen genossen und War mit Aufmerksamkeiten überschüttet worden. Einen! Teil seiner chinesischen Raritäten hatte er dem Mikado geschenkt. Da; Hing ein großes Kakemvno, gus das die Kaiserin Witwe


