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kommen," mahnte Lisbeth, ohne sich umzmvendei!, unb jauchzte dann ihre verständnisvolle Antwort zu den Gefährtinnen hinunter.

.Helene hatte sich bereits erhoben und stand nun wieder dicht neben dem jungen Offizier, der ebenfalls aufgestanden war und sich mit der Linken fest ans seinen Stock stützte.

Die Rechte griff nach einer warnten, weichen Mädchenhand, die sich willig wie ein scheues Bögelchen hmeinschmiegte.

Wann seh ich Sie wieder, Fräulein Helene?" flüsterte er, in einer jäh erwachten Zärtlichkeit auf ihr gesenktes Köpfchen niedersehen-,dürfen Sie denn gar nicht allein ausgehen?"

Ein trauriges Kopfschütte.n antwortete ihm.

Zugleich überflog, von dem Druck seiner: Hand ausgehend, jptn Zittern ihren jungen, schlanken Körper.

Auch ihn durchlief eilt heißer Schauer.

Aber ich kann Sie doch wieder einmal sprechen, wenn Sie hier Tennis spielen? Ar? Bitte! Ich werde jeden Nachmittag hier sein, wenn nicht in der Grotte, dann auf irgend einer Bank in der Nahe. Sie werden kommen, Fräulein Helene? Ja?"

Sie sah voll rührender Hingebung zu ihm auf.

Ja!" flüsterte sie, unter seinem verliebten Blick errötend.

Helene! Nun komm aber."

Die blonde Lisbeth ivandte sich in die ©rotte zurück.

Langsam lösten sich die Hände der beiden jungen Menschen.

Nun drückte er auch der Freundin, in der er eine Bundes-- Genossin ahnte, herzlich die Hand.

Adieu, Herr Leutnant! Auf Wiedersehen!"

Die Augen, die das blonde Mädchen dazu machte! Sie ver­band Jfie bereits mit Bewußtsein zu gebrauchen.

1Tas ist was für Espach, dachte er, den lootse ich einmal. Mit, damit sie auch ein Amüsement hat und damit ich mit Meiner Kleinen allein bin."

DieKleine" drehte sich soeben, ehe sie im grünen Buchen­laub verschwand, nach ihm um. klebermütig warf er ihr eine Kußhand zu. Ein lustiges Mädchengckicher kam zurück.

Dann lvar er allein,

II.

Der kurze Heimweg iw für Hans von Hassingeu eine wahre Kein.

, Sein junges Gesicht ließ nichts mehr von der schalkhaften Heiterkeit erkennen, die vorhin aus ihm geleuchtet; er war jetzt sehr ernst und zeigte in den leicht geblähten Flügeln der ziemlich großen Mse den Zug ljoii, Hockmut, der bei dem gutmütigen Kinn und dem liebenswürdlgen Munde geradezu befremdete.

Die gute Laune, in die das kleine Intermezzo auf dem Heidel­berg ihn versetzt hatte, mußte wieder der gedrückten Stimmung tanger, entmutigender Krankheitstage Watz machen.

Wie schwach er sich fühlte. Und dazu die laue, ermattende FrühlingÄnst.

Er sehnte sich nach seinem Zimmer zurück, eben so heiß, tme er sich zuerst ins Freie hmans gesehnt hatte.

w förmliche Wut faßte ihn gegen sich selbst, gegen seine Muoe Hinfälligkeit. _ Er war nie krank gewesen. Im Kadetten­korps aufgewachsen, früh etwaigen veriveichelnden Einflüssen einer ängstlichen Diutter entzogen, hatte er neben körperlicher Kraft Kua) eine^ gestählte Gesundheit in seinen Beruf mitgebracht.

Mle Strapazen desselben überwand er spielend, in allen körper- richeu Hebungen, wie Schwimmen, Turnen, Tennis spielen, Radeln war er gewandt und ausdauernd, ja, er hatte seine Leistungen darin oft Wertrieben, auf seine Kraft und seine unverwüstliche Gesundheit bauend.

Dann war ihm bei einer Felddienstübung im März dieser an sich geringfügige Unfall zugestoßen, der so schwere Folgen nach sich ziehen sollte. Ein Sturz aus glattgefrorenem Boden. Weiter uuytS. Er hatte sofort ivieder auf den Füßen gestanden und war noch zivölf Kilometer toeit marschiert, obgleich sich allmählich ,rm Kme stechende Schmerzen meldeten.

t^r<J?3i£c <!nc^ ltc4 Dienst getan, drei Tage lang. Bis zum letzten Moment, da er buchstäblich zusammenbrach und im Wagen von der Kaserne aus ins Lazarett gebracht wurde, hatte er ge-- knemt, dieseBagatelle" müsse von selbst wieder gut werden.

Und nun krankte er jetzt nach neun Wochen noch daran, P°n, mutlos geworden, ob er überhaupt das verletzte Bein M nneder würde ordentlich gebrauchen können.

Erschöpft langte er vor seiner Wohnung an.

, . ^-3 nn Erdgeschoß eines kleinen, einstöckigen, alten Hauses,

, r fünf Fenster Front hatte. Die beiden links von der Haustür, zu der ein Paar titeinjlufen hinaufführten, gehörten ju seinem Reich, das aus einem Wohnzimmer, dem nach hinten W gelegenen Schlafzimmer unb einem Nebengelaß für den Burschen bestand.

M beim Oeffneir der TÜr die altmodische Haustürglocke grell.

und langgezogen bimmelte, stürzte ein schwarzer Pudel mit lautem Freudegeheul die ausgetretene Holztveppe von oben herab, sprang an dem jungen Offizier in die Höhe, leckte nach feinen Händen, kurz, gebärdete sich wie, unsinnig.

Er faßte die Hündit! an den zottigen, langen Kopfhaaren.

Na, Alte! Wo hast du gesteckt vorhin? Herrc^n wollte dich mitnehmeN. Schäm dich, immer nach oben zu laufen."

Bella" duckte sich, schuldbewußt winselnd, auf die Stein« fliesen nieder.

Hassingen ließ sie frei, versetzte ihr noch einen leichten Klapse Ivorauf sie ihm schweistvedelnd ins Zimmer folgte.

-/Stadthagen!"

Der Ruf fand sofort Antwort.

Zu Befehl, Herr Leutnant."

Stadthagen stand bereits im Rahmen der Schlafzimmertür.

Er war ein sehr hübscher, blonder Mensch mit vergißmein­nichtblauen Augen, frischen Gesichtsfarben und flottem Schnurr­bart, das Ideal eines Offiziersburschen, geschickt und zuverlässig, treu und verschwiegen.

Alles, was seinen Leutnant anging, traf ihn mit, als sei e§ eigene Freude und eigenes Leid.

Jetzt heftete fein Blick sich ängstlich und treuherzig auf die ernsten Züge des Offiziers, Mhrend er auf ihn zutrat, ihm Hut und Stock abzrmehmen.

Hassingen bemerkte es und sagte lächelnd:

Sehen Sie mich nicht so jammervoll an, Stadthagen; ftirÄ erstemal ging die Sache ganz gut bin bloß verdammt müde jetzt."

Er ließ sich in dem bequemen Sessel nieder, den der blonde Bursche, dessen Gesicht sich freudig ausgehellt hatte, ihm hin- schob, und streckte sich wohlig darauf aus. Die Müdigkeit Ivar nun eine angenehme Empfindung.

Mit halbgeschlossenen Ägien hörte er Stadthagens Meldung.

Herr Leutnant Espach war vor einer Viertelstunde da, Herrn Leutnant zu besuchen; ich sagte, Herr Leutnant würden wohl nicht mehr lange fortbleiben, da wollte er nur etwas besorgen und dann noch mal wiederkommen."

Hassinger nickte befriedigt. ,

Brav gemacht, Stadthagen. Sonst noch etivas?"

Nein, Herr Leutnant."

Gut, Sie können gehen."

Er hatte die Augen nicht geöffnet, unb der Bursche dämpfte im Hinausgehen, so gut es ging, den Tritt der schweren, nägel- beschlagenen Schuhe.

.Hassingen blieb allein. Es war sehr still im Zimmer. fstosiges Licht, von der ssunenbestrahlten Wand des gegenüber liegenden Hauses zurückgeworfen, erfüllte es mit warmem Glanze.

Tie Hündin lag, den Kopf auf den Vorderpfoten, zu Füßen ihres Herrn, zuckte bei jedem Geräusch, das von der Straße her durch das offene Fenster drang, mit den Ohren unb ließ zuweilen, ein unterdrücktes Knurren hören.

Plötzlich fuhr sie wütend klässestd in die Höhe.

Die Haustürglocke gellte, im Flur rasselte ein Säbel, gleich darauf klopfte es kurz und laut.

Bella raste -zur. Tür wie aus der Pistole geschossen, so daß Hassingen, der sich jäh seinem Halbschkummer entrissen sah, laut auflachen mußte, und der eintretende Offizier ebenlalls lachend rief:

Reg dich bloß nicht umiötig auf, Alte, das schadet der Ge­sundheit."

Bella, die beim Anblick der Uniform ihren Irrtum einge­sehen, schlich beschämt zu ihrer Decke am Ofen unb rollte sich dort zisiammen.

Sie beioeit Offiziere schüttelten sich die Hände.

Lupus in fabula, lieber Espach!" sagte Hassingen, sich aus seiner bequemen Lage aufrichtend,habe heut nachmittag des öfteren Ihrer gedacht kommen Sie, nehmen Sie hier ist der Sofaecke Platz ist ja Ihr Stammsitz."

(Fortsetzung folgt.)

Wie der Schilauf nach Deutschland kam.

Von Dr. BernhardBerger.

Wer in diesem Winter das Glück bat, ein Schirennen auf bem Feldberg, dem höchsten Gipfel des Schwarzwaldes, mitanzu- When, der wird dort Hunderte, ja bei gutem Weiter an di- tausend Mcn;chen finden, dm-auf Schiern das Riesen Hotel umschwirren oder den kühnen Sprüngen »usehen, die den Springer 30 und 40 uketer Weit durch dir Luft sausen lassen, oder die Sieger maltnla^{e. bejubeln, die vvm Belchen her 26 Km. weit mit - netter Steigung in 8 oder gar 2Vi Stunden gelaufen find1 cm Marsch, der schon im Sommer den Fußgänger 10 12 Stundest