450
Die Erstlinge Anter den MnLem Klsrss.
Von H. Hoffmann.
| ®er Frühling ist zwar vorüber und deshalb mögen diese Zlus- Mrungen nicht mehr recht zeitgemäß erscheinen. Loch nur am I ^Vttt inan rmen Ucberbllck über Vorangegangenes erhalten, wre auch wrr m oankbarer Erinnerung an all das Schöne, das uns der Frühling gebracht, seinen lieblichen Kindern, den Blumen' Lum Abschied ein kurzes Geleitwort geben wollen; denn sie haben uns das Ende des rauhen Winters, der unerbittlich allem Lebenden I das Ende zu bringen drohte, verkündet und den farbenfrohen ! Reigen dessen, was da grünt und blüht eröffnet.
Kaum hatte in unseren Gärten das Schneeglöckchen das neue ^ahr eingeläntet, da s-roßte es auf den sorgsam gepflegten! Beeten und Safran und Tulpe, Scilla, weiße und gelbe Narzisse sprengten die schützende Erdhülle, um ihre leuchtenden Blüten zu enthalten. ^er Kornelkirschensirauch, dessen rote Früchte uns int Derbste erfreuen, bedeckt sich über und über mit gelben.Blüten, noch ehe seine .Blätter erscheinen, und die vielen Obstbäume und Sträucher, die in Menge den Garten füllen, wie Birn-nmd Apfelbäume, Quitten und Pfirsiche, Pflaumen, Kirschen, Mandeln und Gold- regm verwandeln den Garten in ein wahres Blütemneer. Stillep erblühen auf der schmalen Rabatte die Johannis- und Stachelbeeren und das duftige Veilchen. Selbst auf der alten Gartens mauer wird es lebendig, Löwenmaul, Gymbelkraut und der gclb- bluhende Lerchensporn nehmen die seit langem innegehabten zurückgezogenen Wohnsitze wieder ein. — Wenn wir nun durch die knarrende Gartentüre unser Anwesen verlassen und unter den« Schatten einer Allee breitkroniger Roßkastanien, deren Blüten sich wie rote und weiße Kerzen von dem dnnkelen Grün abheben- unv den die Stadt umgebenden Ländereien und A e ck e r n nähern, sehen wir, daß auch hier der Frühling seinen Einzug gehalten fiat;
öelbe Huflattich erwacht, dann der zweizwiebeligä Ackergoldstern, das Hirtentäschchen, das Frühlingshmigerblüm- Se!k , . und der von der Hausfrau geschätzte
Feldsalat Ihnen folgten der Ackerhahnenfuß, das Hellerkraut, Frühlings- und Ackerehrenpreis, die Vogelniiere und das Stief- mutterchen, dessen Nachkommen dazu berufen waren, unsere Gärtest mit Farbenglanz zu erfüllen und jetzt leuchtet mit brennenden Farben m mehreren Arten der Klatschmohn aus den grünest Halmen hervor.
Beim Weiterschreiten öffnen sich nun dem Blicke des Spazier- ganger^ die weiten Fluren der Wiesen, die uns wieder andere uruhlmgsgaste vor Augen führen, als die, die wir eben kennest gelerni. haben. Hier finden wir schon im Vorfrühling den Wiesen- goldstern, das braunglänzende Hasenbrot, das zierliche Frühlings- singerkraut und das allgeniein bekannte Gänseblümchen. Mitunter, gedeiht auch hier der vorhinerwähnte Huf- m,'.a>;,’,y,e enerc nef?,e,n toir den blauen Salbei und die grüne überall jedoch das kleine Habichtskraut, die ho» %,Tfrmone den goldblumigen Hahnenfuß, den kriechen-
Wtesen-Hahnenfuß, das Wiesenschaumkraut, me ptaue Kreuzblume und hie arzneiliche Schlüsselblume. Gegen
Erstaunen Ausdruck, daß der Herr Aufseher das alles so gut tut Kopf behalte. Dieser sagte geschmeichelt:
„Ich habe ein dickes Buch. Da steht's drin. Wenn es Sie interessiert, bring' ich's Ihnen mal mit. "
. ^Lieber nicht," lachte der Bürgermeister, „das hängt mir zu hoch. Das geht schon mehr den Pflastermeister
r, .,7. dazu, wo der jetzt bei den Ortenbachern etwas Kunstmaßrges zusammenpflastern soll. Wie ist's, Meister?" «f ,^uc9 tat' ich so wenig klug werden wie Pu.' sagte Friedmar. „Und dann müßt' ich nicht, was es drüben in Or>enbach bei dem Pflasterwerk viel Kunstmäßiges geben sollr.
"Ä- ^ief der Aufseher. „Was hab' ich neulich reißen lwd?"^ Pstaster beim Durchlaß wieder auf-
vergessen," erwiderte Friedmar, von dem seibstyemlichen Ton des Auffehers unangenehm berühirt.
"mJ ?Pertt r P ^ach eine Künst, hab' ich gesagt."
•JRerr Aufseher. No, ich denk', an meiner Arbeit hier ist nichts mehr zu mäkeln."
„Behaupt' ich ja auch gar nicht."
vst/s ? dir lassen," nahm einer der Gemeinde-
vate das Wort, „du hast deine Sach' gut gemacht, Meister." Die übrige,r GeEndevater bestätigten das. Man trank ba"tto»u. Auch der Aufseher, der gar nicht die Absicht zu reizen, schmetterte sein „Prost" da-
S^schen-..Währenddessen lachte der Bürgermeister hämisch bor sich hin, als ob er etwas Arglistiges ausbrüte. : lÄtatt’Z “Vä ** *** *"*' W
"Wann mir's zu spät wird, bleib' ich halt hier."
„Gelt', im Sterns
,>'s kann sein."
Der Bürgermeister lachte kurz auf.
„Oder im Einhorn, hä?"
Friedmar wurde unruhig. „Was schiert dich dann das?" Der Bürgermeister drohte mit den, Finger.
"Meister, Meister, ich steck's Leiner Frau."
„Was steckst du meiner Frau?"
ihr euch so fein anblinzelt du und die kleine Einhornschlang'." I
Es kochte in Friedmar.
„Das sind einfältige Redensarten."
der SSrX @ie t>On bec Shw' Bürgermeister?" fragte
„Eben von der."
bl° W Ich nichts rommn,.
....."Das sind so Ansichten, Herr Aufseher. Die Junge mu^man^kennen " ’”e un3ebieü3e Sippschaft. Die
m Cr"?’a^,enr Sie den Bürgermeister doch geifern, Herr Aufseher, sagte Friedmar scharf. „Als wüßt' man nicht, w°Aum er den Frauensleut' im Einhorn was anhängen |
„Fällt mir nicht ein. "
.ivarf sich Friedmar auf den Bürgermeister und packte dessen Arme wie Mit eisernen Klammern. Dieser ^ild fichin ohnmächtiger Wut und stöhnte:
„Lass'st du Mich los, du — "
Alle hatten sich von den Plätzen, erhoben. Der Auf-
[ Mer' dem der Schreck rn die Glieder gefahren war, leate Mittel. „Um Himmels willen keinen Streit hier
! Meister, so nehmen sie doch Vernunft an." Die Gemeinde- i *ate Zauderten, sich an den riesenstarken Mann heranm- dem^Zori?^ a6er fältelte den Bürgermeister in raseip-
. „Das Mädchen verschimpfierst du urir nicht. Da laß deme schmutzigen Finger davon. Du Wucherjud'! Du sangst die Menschen aus und wälz'st dich in deinem unrechten Gut Und wer sich mcht vor dir duckt, den bespritzst du mit deiner giftigen rauch'! Dich hab' ich erkannt. Das sag' ich dir eigenen Haus. Und bleib' keine Minut' mehr
„ Mit dröhnendeil Schritten verließ er das Zimmer Die Zuruabletbenden blickten ihm wie erstarrt nach. Der' Äuf- abgespielt, oaß man jetzt erst zur klaren Besinnung darüber kam. Die Gemeinderäte, als Kreaturen des Bürgermeisters, behaupteten, der Pflaster- meister sei betrunken gewesen.
„Er war vollkommen nüchtern," sagte der Aufseher und mit einem strengen Blick auf den Bürgermeister fügte er hinzu: „Ich mische mich nicht in die Sache. Aber Sie haben den Streit vom Zaun gebrochen."
„Was? Ich?" schrie der Bürgermeister.
„^awohl. Sie hatten es darauf abgesehen, den Mann zu beleidigen. Und tote man in den Wald ruft, schallt's
Der Bürgermeister setzte eine trotzige Miene auf. „No, wann Sie den Mensch noch verdeffendieren, Herr Aufseher Mir kann's gleich sein. Ich weiß, was ich weiß. Und ich werd's ihm eintranken, den Lumpsack."--- 3
(Fortsetzung folgt.)
Der Bürgermeister stellte das volle Glas, das er eben an den Muno fetzeii wollte, ivieder vor sich bin
„Was weißt dann du?" ;
du's Einhorn schlucken wollt'st. Du hast 'nen ausgepichten Magen. Kannst schon was vertragen. Aber 's Einhorn hat sich nicht schlucken lassen. Und die Franen- in«"fl^°ben drr selbigmal gezeigt, wo der Zimmermann das Loch gelassen hat. Dessentwegen bist du so rabbiat" . Der Bürgermeister schlug mit der geballten Faust auf den Tisch, daß die Glaser klirrend in die Höhe sprangen
„Das sind hundsgemeine Lügen!"
wenn du deine Gall' ün den. Leut ausläss'st, darfst du dich nicht wundern, wann man deine Schlich' aufdeckt."
an den Laden legen? du schlechter Kerl Die Spatzen pfeifen's auf dem Dach. Du ber Du sollst dich schämen. Ein verheirat'er
kchwolleii die Adern an der Stirn, und aus In 1 ÄHTitrf"611 ltn'11,13611 Dunken. „Lügenmaul, das nimmst vu zurucr.
1
t ,i
1 i i r t s 1 k i
e t v s d g
)
tz st $ st t)i b sc ai
Le tri si in
he to in stc fh H- sa de du Lc tll fol W ße1 Hi sch ©( Bc fei Fr vö wi ili die bei
Fl-
M
Bl die
So eig vei piil
dui her am


