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ist, den unter Wasser befindlichen Teil des Schiffes zu reinigen, in allen seinen Einzelheiten nachzusehen und Schäden zu reparieren. Außerdem müssen sie immer bereit sein, um in Augenblicken der Not zu helfen, bei Zusammen­stößen oder sonstigen Unglücksfüllen Hilfe zu leisten. Auch wenn Feuer an Bord ausbricht, bilden die Taucher die wichtigste Rettungsmannschaft, da sie mit ihren Helmen in den dichtesten Rauch hineinkönnen, ohne zu ersticken. Ihre gewöhnliche und wichtigste Aufgabe aber bleibt die Reinigung des Schiffsrumpfes, denn für die Schnelligkeit des Schiffes ist es von hoher Bedeutung, daß sein Körper nicht durch Muscheln und Tag beschwert wird. Diese Arbeit ist weder leicht noch angenehm. Sie erfordert große Hebung, Gewandtheit und Kraft. Ein erfahrener Taucher kann vier bis sieben Stunden am Tage diese Arbeit verrichten mit einer Unterbrechung und, je nach den günstigeren oder ittt= günstigeren Bedingungen, 63 bis 135 Quadratfuß in der Stunde reinigen. Eine der wichtigsten Funktionen der Ma­rinetaucher ist, besonders in Kriegszeiten, das Legen von Unterirdischen Minen am Eingang von Häfen und Werften. Doch auch noch andere Beschäftigungen fallen dem Mariue- taucher zu, so daß er auf einem großen Kriegsschiff ein wenig dasMädchen für alles" spielen muß.

Sonnenthal-Anekdoten.

Von Sonnenthal, bem großen Schauspieler, den nun der Tod hinweggeuom'men, erzählt Adolf Wilbrandt in feinen Burg- theater-Erinuerungen manch feine und auch lustige Charakterzüge. Sonnenthal war gar soft, bevor er eine neue Rolle spielte, zag­haft und zweifelte mst Erfolg. Als er als Nero in Wilbrandts Aria und Messalina" auftreten sollte, ward ihm auf den Proben ganz schwül zu Mute, denn keiner von den Kollegen gönnte ihm dieseBombenrolle" und er sah sichumringt von Neros", auf deren Gesichtern er die Zweifel an seiner Neroschaft zu lesen meinte. Er wurde schließlich so verzweifelt, daß er die Rolle zurückgeben wollte; nur der Zuspruch des alten Laroche, des Patriarchen des Burgtheaters, hielt ihn davon zurück und sicherte ihm so einen großen künstlerischen Erfolg, den er als Nero davontrug. Sehr nervös konnte Sonnenthal werden, io ernt nicht alle Einzelheiten der Inszenierung sich dem Spiel har­monisch einfügten. In WilbrandtsVermählten" hatte Dingel­stedt, der das Melodramatische liebte, bei einer romantisch zarten Licbesszene am Schluß des zweiten Akts eine leise Musikbegleitung angeordnet, die die Stimmung erhöhen sollte. Der höchst emp­findlichen Künstlerseele Sonnenthals !var das Orchester bald zu leise und bald zu laut, und so konnte denn der Wissende bei den Aufführungen dieses Stückes fast regelmäßig bemerken, wie der malerisch auf eine Bank hingestreckte Liebhaber in dem koketten Zusammenspiel in eine immer größere innere Empörung geriet; kaum war der Vorhang gefallen, so sprang Sonnenthal in wilder Wut über die zu laute Musik in die Höhe u,nd die Stimme, die eben weich geflötet, stieß nun in einer furchtbar komischen Verwandlung König Leartöne aus:Wo ist der Kapellmeister? Der Kapellmeister soll heraufkommen! Rufen Sie ihn her! Rusen Sie ihn her!" An gewissen Rollen hielt Sonnenthal lange mit einer alten Liebe fest, obwohl andere jüngere Kräfte gar zu gern seine Nachfolgerschaft nngetreten hätten. Besonders war es so mit seinem berühmten Clavigo, den er durchaus nicht an Ernst Hartmann abgeben wollte, obwohl er zu dessen Rollenfach ge­hörte. Plötzlich aber durfte Hartmann den Clavigo spielen und zur Erklärung dieses Wunders erzählte man sich, daß cs dem Jüngeren nur durch eine etwas gewalttätige List gelungen sei, dem großen Kollegen diesen Verzicht abzuringen. Am Grundlsee befand sich im Sommer stets eine ganze Kolonie von Burgschau­spielern, zu denen auch Sonnenthal gehörte. In einem sogenannten Seelentränker", einem jener kleinen schwankenden Boote, die ihren Insassen wehrlos machen und mit einem kleinen Stoß umzuwerfen sind, erholte er sich gern, in den See hineinträumend, von den Anstrengungen der Saison. Da kommt eines Tages Hartmann in einem handfesten Boot angerudert und fährt gerade auf ihn zu jmit einer drohenden Wucht und einer Schneidigkeit, die nicht mißzuverstehen ist.Lieber Adolf, tvillst Du mir den Clavigo abtreten?" fragt er, und Sonnenthal, der gern Fische , aber nicht gern von ihnen gegessen wurde, nickt in seiner Angst, umgeworfen zu werden, Gewährung, gibt sein Wort und die Sache ist abgemacht. Auch Ludwig Barnay weiß in seinen Er- inncrungen manches zu dem Charakterbild Souneuthnls beizu- trageu; war doch der berühmte Landsmann das Idealbild seiner Jugendträume, die auch ihn unwiderstehlich zur Bühne zogen! Unvergeßlich war es ihm, mit welchen Ehren der kaiserlich könig­liche Hofburgschauspieler von seinen Ellern bei einem Besuch in Pest empfangen worden Ivar, wie vornehm der männlich schöne

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag

Löwe des Salons,höchst elegant gekleidet, musterhaft gantiert und chauffiert, liebenswürdig nud ungezwungen plaudernd" sich zu bewegen wußte. Er trug auch zwei Scherzgedichte vor: ein KindergedichtDas Lämmchen", in dem er den Ton eines Kindes nachmachte, das zu Vaters Geburtstag ein Gedicht hersagt, fort­während stecken bleibt, immer wieder von vorn anfängt und end­lich in lautes Weinen ausbricht, bann ein EffektstückchenGute Nacht", in bem alle möglichen Leute, ber Liebende, der Tänzer, der Schanspieler, der Metzger, der Lachende, der Weinende, der Be­trunkene usw. je nach Charakter und Beruf ihrGute Nacht" hersagen. Später ging dann Baruah zagenden Herzens zu Sounen- thal in dessen schöne Wohnung, wo ihn ein Diener anmeldete, und gab eingeschüchtert eine Probe seines Talents. Aber Sonnenthal riet ihm dringlich vom Schanspielerberuf ab nnd versicherte ihm, er müsse erst deutsch spreche» lerne», bevor er zur Bühne gehen könne. Als sich Barnay freilich doch dieser Laufbahn zuwandte, hat ihn Sonnenthal freundlich gefördert und Laube auf ihn auf­merksam gemacht, ________

Vermischtes.

* Der t n rkische Soldat von heute. Angesichts der großen Umwälzungen, die sich jetzt in Konstantinopel vollziehest und bei denen die Truppen eine entscheidende Rolle spielen, ge­winnt die Schilderung des türkischen Soldaten besonderes In­teresse, die der gegenwärtig in Konstantinopel weilende Kriegs- korrespostdent eines englischen Blattes entwirft.Gleichviel aus welchen Gründen, der türkische Mizaist gilt als der geduldigste ausdauerndste und tapferste unter den Söhnen des Mars. Ich war vor einigen Wochen Zeuge der malerischen Zeremonie, bie als Selamlik bekannt ist. Auf seinem Wege zur Moschee begleiteten den Padischah seine Soldaten, und ihrer Zusammensetzung gaben sie eine merkwürdige Gegenüberstellung der alten nnd der neuen Zeit. Als der Muezzin vom Minaret ans den Ruf zum Gebete ertönen ließ, wurde man Zeuge eines seltsamen Zuges. Mullahs und Hadschis zogen herbei, bann die Prunkhast gekleideten stolzen Krieger aus Tunis mit ihren grünen Turbans, bann bie Leib­garde des Sultans, die Truppen des anatolischen Corps, stach europäischem Muster gekleidet, Gendarmen, Matrosen, Musik­kapellen mit voraufschreitendem Tambourmajor, sie alle zogen vorüber, schwenkten ein, machten Halt, um dem Sultan beiist Nahen die Ehrenbezeugung zu erweisen. Unter ihnen fielen bie Soldaten auf, die bem Sultan am nächsten standen, bie als bie Herren bet). Situation galten: die ausgesuchten gewandten. Moderst ausgebildeten Truppen aus Saloniki. Sie waren cs, bie durch ihren Ausstand bie Palastregierang stürzten. Sie zeigen selbst­bewußte Haltung und ihr Benehmen verrät eine ausgezeichnete) militärische Erziehung, strenge Disziplin und kriegerischen Sinn; es sind wohlgewachsene kräftige Leute, die jieit Anstrengungen eines Feldzuges nicht leicht unterliegen; die Truppe sah auf ihre Führer, bie Führer auf die Truppe, wie Männer, bie ihre Pflicht kennen und sie erfüllen werden. Welch merkwürdige llmwand- l'irng spiegelte sich in diesem Zuge. Wenige Wochen früher noch sah ich in Albanien die Waffengefährten dieser modernen Truppen: schmutzige, verkommene Albanesen, die unter dem Befehl von alten verknöcherten Offizieren standen, bie ihren Leuten an Abgerisseu!- heit der Kleidung nur wenig nachstaudeu." Der englische Kriegs- korrespondent hat bann die Baracken in der Nähe des Kriegs- ministeriums besucht, in denen die Truppen nntergebracht sind, die als die verlässigsten Anhänger des neuen Regimes angesehen wurden. Es waren Anatolier und Truppen ans Saloniki, alle sorgsam und reinlich gekleidet, ausgezeichnet ausgerüstet und int Besitze der neuen Magazingewehre. In der Nähe lag auch Ka­vallerie. De» ganzen Tag über wurde exerziert und Rekruten empfingen ihre Ausbildung in aller Oeffeutlichkeit. Denn jeder­mann kann durch das offene Tor eintreten und auf dem Exerzier­platz der Ausbildung und den Hebungen der Truppen zusehen. Ist und unk Konstantinopel liegen fast 100 000 Mann ver-i schiebener Truppen, deren Mehrzahl als verfassungstreu gilt. Dazu kommen noch bk Truppen von Adrianopel, die beit Ren formen anhängen und andere Corps, die leicht nach Konstantinopel gerufen werden können.

Geographisches Berschiebrätsel.

Serbien,"Rußland, Baden, Türkei, Deutschland, Bulgarien, Bayer«.

Vorstehende Namen sollen derart untereinander geschoben iverden, daß eine Buchstabenreihe, von oben nach unten gelesen, den Namen eines Gebirges ergibt.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Diamanträtsels in voriger Nummer: I>

Eis Dachs

Dickens

Stein Enz s

ber Brühl'scheu Universitäts-Buch- und Steindrnckerei, R. Lange, Gießem