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Beißiger Hände sind unter Leitung botanisch, technisch und fünft» torisch geschulter Kräfte bei der Arbeit, um der Natur ein Paroli tzU bieten und Blumen, Knospen, Blätter und Gräser Ms den Mannigfaltigsten Stoffen erfteljen zu lassem Noch int 18. Jahr­hundert lieferte die Fabrikation, die alsitalienische" bezeichnet toittrbe, obschon ihr Hauptsitz Paris war, nur Phantasieblumen, denn es genügte, daß das Gebilde bluMenähnlichen Charakter zeigte. Damals wurde auch Noch viel ein Material benutzt, das jetzt nicht mehr verwendet wird: die feinen Häutchen, die die letzten zusammengeleimten Fadenlagen der Coco'ns bilden. Aus den ab- geiösten Häutchen wurden, nachdem sie sortiert ilnd gefärbt oder bemalt wären, die Blumenblätter ausgestanzt und ulodelliert, ton dann mit Klebstoff oder Draht verbunden zu werden. Auch Berlin hat schon damals in solchen italienischen Blumen Absatz gehabt, denn eine 1'769 angelegte Fabrik brachte es bis 1782 von 90 auf 175 Arbeiterinnen und auf einen jährlichen Fabri- kationswert von 24 000 Talern. Später trat unter Anführung des Botanikers Seguin, der von der Fabrikation künstlicher Blumen Naturwahrheit in Formen und Farben forderte und bem= entsprechende Muster vorlegte, jene große Wandlung des Ge­schmacks ein, die immer mehr zu einer täuschenden Nachahmung der natürlichen Blumen drängte. Französische Firmen schritten kühn voran und suchte mit Hilfe verbesserter Werkgeräte, fein silhouei- tierter Ausschlageisen und delikat gravierter Matrizen dem Ver­langen Scguins nach Möglichkeit zu entsprechen. Berlin und Leipzig machten sich diese Bestrebungen gleichfalls zu eigen. Nun sind sie, ebenso lote Paris, schon längst Hauptzentreu der Blumen­fabrikation für den Weltmarkt geworden. Verhältnismäßig schnell geht die meist von Arbeiterinnen geübte Fabrikation voit statten. Mit dein Ausschlageisen werden die Blätter aus dem Material, wie Sammet, Taffet, Jaquonetts, Mull, englisch Leder und Papier Msgestauzt, um dann durch 'Pressung in der Matrize ihre Rippen Und Adern und, nachdem sie zuvor dem natürlichen Original entsprechend gefärbt sind, durch Bearbeiten mit heißen Eisen ihre Wölbungen und Krümmungen zu erhalten. Das Vereinigen der einzelnen Blumenblätter und Teile mit Hilfe von Klebestoffen »der mittete Zusammenwindens der einzelnen Drähte, die sorglich Umwickelt werden, ergibt dann Blume und Blütenzweig, deren Schönheit alle Tarnen entzückt und allen Männern teuer ist,

:i Mit d en Spaniern im Felde. Bon den kriegerischen Tugenden und Untugenden der im Rif kämpfenden Spanier, von ihrer Ka'mpfesweise und dem Leben angesichts des Feindes entwirft in einem Londoner Blatt ein englischer Mitkämpfer, hem es nach vielen Mühen gelungen ist, als Kriegs­freiwilliger in den Reihen der spanischen Armee aus­genommen zu werden, interessante und anschauliche Bilder. Er steht in der Borpostenlinie, die die Eisenbahn deckt, etwa zwei englische Meilen von Meline. Auf einem maurischen Markte, der von niedrigen, flachen weißen Häusern umrahmt ist, lagern did Truppen; die Offiziere und Sergeanten in den kleinen dunklen Gelassen der Häuser, die Mannschaften auf dem Markt. Auf Sand und Stein rastet man hier, in der Mitte des Platzes' lodern die Feuer, auf denen die Mittagssuppe gekocht wird;die Luft M fast verdunkelt von dichten Fliegenschwärmen, selbst jetzt beim Schreiben kriechen Dutzende dieser Fliegen mir über Gesicht und Hände." Die Truppen tragen eine weiße Leiuemmiform mit blauen Streifen und eine Art Sandsandale. Tas unangenehmste Ausrüstungsstück ist der schwere HelM, aber neue leichte Kaki- helure sind bereits unterwegs. Zweimal täglich erhalten die Truppen ihr Essen, eine Art zusammengekochter Suppe arte Bohnen, Knoblauch, Del, Fisch oder Fleisch; dazu Brot und ein Gläschen weißen Weines. An den Geschmack des Oeles und des Knoblauches gewöhnt man sich erst mit der Zeit. Das Wasser ist schlecht und nur nach Zusatz von Alkohol genießbar. Der Kriegsfreiwillige schildert daun den Verlauf einer gewöhn­lichen Tagesarbeit. Um 5 Uhr morgens endet der wenig genuß- veiche Schlaf auf den harten Steinen.Wir erhalten Befehl, dreiviertel Meilen weit in das Gelände vorzudringen, um cs von Mauren zu säubern, die sich vielleicht in der Stacht heran­geschlichen haben. . In Gruppen von zwölf Mann bricht man üuf, aber bald bildet man Schützenschwärme, denn schon auf Entfernungen von 1500 Metern beginnen die Mauresi ein siun- totb planloses Feuer. In raschen Sprüngen wird dann vor­gegangen, bis wir bis auf einige 800 Meter an den Gegner heran sind. Die Mauren schießen schlecht; bisher ließen wir ihr Feuer unerwidert, nun nehmen wir in Gruppen das Gefecht auf. Eine halbe Stunde später ertönt das Signal zum Rückzug. Wir sind etwa ein Kilometer über unsere Vorpostenlinie hinaus uiib haben in bas Gelände geklärt. Der spanische Soldat ist im Felde leicht zu befehligen, wenngleich er kein guter Schütze ist und wenig Gewandtheit und Neigung zeigt, die Geländedeckungest guszunützen. Zweifellos ist er mutig und kühn. 'Die Legende von den Truppen, die nur ungern und widerwillig in den Kampf Zögen, erscheint dem töricht, der unter ihnen weilt. Die Haltung des spanischen Soldaten im Feuer ist 'bewundernswert. Erst gestern Jab ich während des Rückmarsches, wie ein Sergecuik ltotteu tut feinblichen Feuer gelassen stehen blieb, Um feine Zi­garette anzuzünden und dann den Kameraden wieder uachzu- dilvn. Nach dein Gefechte vom Morgen erhalten wir Unsere erste

Mahlzeit; dann Gewehrreinigung. Nachmittags um 4 Uhr sind zwei Stunden Gefechtsübungen; dann das Abendessen. Um halb 8 Uhr werde ich aus Vorposten geschickt. Von 81 Uhr hocke ich hinter -einem Felsen und luge in die Nacht nach Feinden, abech bis 1 Uhr ist nichts geschehen, ich rolle mich in meine Decke, um einige Stunden zu schlafen." .In den Augen des englischen! Beobachters wird die Disziplin im Lager etwas lässig gehand­habt, trotzdem das Mannschaftsmaierial eine etwas schärfere Be­handlung ganz gut vertragen könnte, denn der spanische Soldat; ist ein sehr fröhlicher, lustiger und ein wenig übermütiger Ge­selle. Im Gefechte aber läßt er nichts zu wünschen übrig, es sei denn sein kriegerischer Uebereiser, der ihn das Kommando Halt" leicht überhören läßt. Der Offizier hat übrigens das Recht, unaufmerksame und nachlässige Leute handgreiflich zu be­strafen; dagegen werden Schlägereien zwischen den Mannschaften unnachsichtlich geahndet. Die Offiziere sind tollkühn, aber zu­gleich von allen Obliegenheiten ihres Berufes vortrefflich unter­richtet; bemerkenswert ist ihre große Sorge für das Wohlergehen! ihrer Untergebenen. Auffällig für bett Fremden ist die Angriffs­taktik der Spanier; bie Schützenlinie geht nicht in ihrer Breite vorwärts. Beim SignalSprung!" kriechen die Gruppen zu­sammen und stürzen bann in Indianer forma tion einer hinter dem andern- vorwärts zur nächsten Deckung, wo schnell wieder zur Linie ausmarschiert wird. Man- bietet so dem Gegner eist kleineres Ziel. Die verlustreichen Kämpfe haben die Maim- schaften übrigens rasch gelehrt, die natürlichen Deckungen beiist Vorgehen besser aus-zuttutzen wie zu Anfang des Feldzuges.

* Dem Südpol am chsteu. Die Veröffentlichung ton Leutnant ShaKetons Tagebuch, das in der Illustration abgedruckt wird, ist jetzt bis zu dem denkwürbigen Tage fortgeschritten, an deut ber kühne Südpolarsorscher Nahe am Ziele seiner Wünsche innehalten muß, am südlichsten bisher erreichten Punkt der Erbe im' ewigen Eise den Union Zack auspflanzt und mit herber Selbfli- überwindung den bitteren Cmtschluß faßt, tmtzukehven. Am 28. Oktober begann der entscheidende Vorstoß nach Süden. Dr. Marshall, Adams und Wild begleitetest Shakleboit auf dem ver­wegenen Zuge, der die vier Teilnehmer auf lange Monde den furchtbarsten Entbehrungen und Anstrengungen ausliefert. Ist kurzen, schlichten, packenden Worten schildert das Tagebuch das wochenlange sich Emporarbeiten zu dem großen Hochplateau: End­lich, am 18. Dezember ist die Hochebene erreicht und mit ihr eine Höhe von 2200 Metern. Die Temperatur sinkt, wilde Stürme toben über di« Eiswüste, die Nahrungsmittel schrumpfen zu- sam'rnen und noch tistmer trennen 544 Kilometer die Forscher von dem Ziel ihrer Sehnsucht, dem Pol. Die ohnehin knappest Rationen werden herabgesetzt. Unter eisigem Südwind feiern die vier bei -einer Kälte von 27 Grad das Weihnachtsfest. Nur für einen Monat noch langen die Nahrungsmittel und hi>t und zurück zum Pol harren noch 917 Kilometer ber Ueberwindung. Aufs neue wird die Tagesration geschmälert; noch läßt die Zu­versicht die Reisenden die zunehmende körperliche Schwächung nicht spüren. Immer bitterer werden die Teniperaturverhältnisse; bisweilen bannt gewaltiger Schneesturm die Forscher in ihre Seite, wo sie fühlen, wie die kostbare Zeit verstreicht und der' Proviant abnimmt. Die mangelhafte Ernährung steigert die Leiden der Kälte, die Körpertemperatur geht zurück, abertrotz­dem fühlen wir uns noch kräftig". Aber nach und nach gewinnen der Frost Und der Sturm und der Schnee die Ueberfyanb. Immer schwieriger wird das Vordringen- Am 6. Januar verzeichnet man 280 8 südlicher Breite; der Thermometer zeigt 390 unter 0. Endlich, am 9. November, wird bei 88° 23 der Beschluß zur Rückkehr gefaßt. In das Eis graben die halberstarrten Hände den Flaggstock des Union Zack, der lustig- im Winde flattert. Dort ist ber Pol, 175 Kilometer vor uns; aber es ist unmöglich, ihn zu erreichen. Vor uns dehnt sich die eintönige weiße EbeM, auf der wir so lange gelitten. Mit unseren großen Ferngläsern suchen wir bett Horizont ab; nirgends sieht man Erde. Allem! Anschein nach liegt der geographische Südpol inmitten dieses riesigen Plateaus ist einer Höhe von 3000 Metern, zweifellos die kälteste und stürmischste Gegend der Erdkugel." Noch eine. Aufnahme der äufgepflanzten Flagge, ein Gruß den wehenden Landesfahnen.Unmittelbar danach treten wir den Rückmarsch an, wieder nach Norden!"

Geographisches Kanimriitssl.

Jtt die Felber vorstehender Figur sind die Buchstaben aaaaaaee gilllm n n p r s s tun derart ________einzutragen, baß die erste wagerechle Reihe den Nanten emeSKönigsreichs be*

- zeichnet u.bie4settkrechteu ReihenWorte

von nachstehender SBebeutung ergeben:

~ Deutscher Fluß,

_ ___ ___ __ Gebirge in Afrika,

Stadt in Böhmen, - ___ __ Stadt in Belgiern

Auflösung in nächster Nummer;

Auflösung des VexirMsels in voriger Nummer: ©al (b. i. */2 Salomo) + Peter Salpeter.

Redaktion: K. Neurath. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiudrnckerei, R. Lange, Gießen.