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frischen Stillt, und die Lerche läßt aus blauen Lüften trillend ihr Lied erschallen.

Schon ein liederfrvher Ritter des dreizehnten Jahrhun­derts, der schwäbische Graf Könrad von Kirchberg, begrübt den Einzug des Wonnemonats mit folgenden Versen:

Auf, der Mai kam in das Land, der da löst der Sorgen Band, Kinder, Kinder, seid gemahnt, seine Pracht zu schauen! Auf der lichten Heide breit sind die Blumen ausgestreut,' Wie ein Teppich, weit und breit, schimmern Feld und Auen. Ta hört man die Nachtigall auf dem blütenschweren Reise Singen Lenzes Lob mit Schall.

Berg und Tal grünen ihm zum Preise.

Freut euch, ihr Jungen, Blumen sind wieder entsprungen! Nun schlinget den Reihen und jauchzet dem prangenden Maien!

lind wie viele mag seit jener Zeit Maienlust und Maien- wonne in den Sattel des Tichterrosses gehoben haben! Auch der Redaktwnspapierkorb derGießener Fam.-Bl." weiß davon zu erzählen! Jsts ein Wunder, daß die Luft überschäumt, wenn nach langer Winterzeit des Jahres schönere Halste folgt?

Merkwürdig berührt cs uns auf den ersten Blick, daß der Volksglaube mit dem Einzug des Maien den Hexensabbat zu- sammen fallen läßt. Die Hexen, eins der häßlichsten Gespinste menschlicher Phantasie, sind aus den Elfen und Priesterinnen des sinnreichen Göttevglaubens unserer Vorfahren entstanden. Wenn Himmel und Erde, oder Wodan und Freia, der lichte Sonnengott und die Beherrscherin des alles erzeugenden mütter­lichen Bodens, Hochzeit feierten, dann führten am Vorabende auf wolkengeküßten Bergeshöhen die Priesterinnen und Göttinnen den Hochzeitsreihen auf. Der christlichen Kirche waren die im Volksgemüte fortlebenden Erinnerungen ans alter. Zeit unbe­quem, und sie suchte sie zu vernichten. Sie weihte den 1. Mai der ~ heiligen Walpurgis, einer Enkelin des Bvnifacius, des Apostels der Deutschen. Göttinnen und Priesterinnen verwandelte die abergläubische Phantasie in häßliche Gestalten, die in der Nacht zum 1. Mai auf Ofengabeln, Besen, Stecken, feurigen Böcken und Katzen und fliegenden Pferden zu ausschweifenden Gelagen nach deut Brocken und anderen Bergen zogen. Diese Tiere und Gerätschaften standen in Beziehungen zum Donncr- gvtte, der um die jetzige Zeit in der Regel die ersten Blitze schleuderte. Die Walpurgisnacht ist also ein verunstalteter Ueber- rest der altertümlichen poetischen Auffassung der um den 1. Mai statifindenden Natur-Erscheinungen, die unsere Altvordern in kindlicher Unbefangenheit zu Gottheiten personifizierten.

Boykott zum Heimatschutz schlägt derKunst- wart" (Verlag von Georg D. W. Callweh in München, viertel- Mrllch 4 Mk.) vor. Er schreibt: In den Zeitungen erläßt eine Münchener Frrmenschilder-Fabrik und Reklame-Anstalt große An- zeigen über ihreaugenfälligste und eigenartigste, darum erfolg-- sicherndste aller Reklame-Unternehmungen", nämlich den An­schlag an ausgesuchtesten, von allen Seiten zugänglichen Plätzen und Orten wie die bestbesuchtesten Ausflugsorte an Seen und M Gebirge auf eigenen freistehenden und schön stilisierten Tafeln". Wenn die Tafeln so schön sind wie das Deutsch, so werden sie ausnehmend schön sein. Daß aber der Satz wahr ist:dauernden und nachhaltigen Erfolg verbürgt einzig und allein die Plakät- Reklame auf dem Land", das glauben wir doch nicht. Zwar, es trifft zu:der Passant muß verweilen, kann nicht vorüber- stbhen wie m der Stadt", und ist er einer von uns, so ekelt An das Treiben so, daß er die Rektamefirmen auch im Gedächtnis behalt. Aber das kann die Folge haben, daß er später von ihnen kauft ober, auch ;bie: daß er später von ihnen nicht kaust, Und wenn die Herren Reklainemacher merken, daß das Ausschreren ihrer Firmen zwischen den Naturschönheiten wie das Ausnehmen in eine schwarze Liste wirkt, dann werden sie sich schwer hüten ihr Geld auf die Dauer für derlei auszngeben. Gerade an die reisenden Naturfreunde wenden sie sich ja mit tyreit Reklamen, aber eben die reisenden Naturfreunde sind auch zu einem sehr großen Steife in allerhand Organisationen vcr- vunöeu, b.e Boykott-Erklärungen mit ganz vortrefflichem Erfolge

Konnten. Wie schnell war seinerzeit in Marburg die brave alte Mauer all ihrer Reklamczier entkleidet, als die Stu- wrlarten: wer da mitmacht, von dem kaufen wir nicht. re m-n^. 'V1'*5.uin versuchen, ob ein entsprechendes Bor- .Großen ''uirft äderen Organisationen nicht auch im

5« Aufsätzen einer höheren Tochter,

gemachterWort, ein schwer geprüfter, viel durch- E®!.?\j;te Waste ist ein einsamer Ort, an welchen Man ,ich nur unter dringenden Umständen begibt.

Die neue Mischehe.

Professor Bernelot, ein holländischer Zoologe und Botaniker, hat den genialen Plan gefaßt, tm Kongostaate eine Versuchst statron zur Kreuzung von Anthropoiden und einer niederen Neger-, raste zu errichten, um auf diese Weise die zwischen Mensch und Affen fehlende Zwischenstufe festzustellen.

Selbstverständlich rechnet der Professor auf die Unterstützunr der Beteiligten und wird den ganzen bereisen, um durch populär-wissenschaftliche Vorträge für seine Idee zu werben.

freiwillige Kongostaat Anhänger

,Iber es scheint ihm schon vorgearbeitet zu sein, denn die neueste Nummer derKongoer Affenpost" enthält im Anzeigen- ^s,sEon eine Reihe von Helratsgesuchen, die dem Professor schnitte"- ^ieU^e machen werden. Wir bringen ein paar Aus-

dor^ilia aus altadligem Geschlecht, elegante Erscheinung, mit bei­nahe aufrechtem Gang, im besten Affenalter, wünscht sich mit vermögender Bantu- Negerin, nicht über fünfzig, zu verheiraten. Offerten unter A h n e n r e i ch ", kamel­postlagernd in Mussumba.

^Für meine Nichte,^ kräftige Basoko - Negerin, tüch- iige Hausfrau, bescheiden er­zogen, wird ein achtbarer An­thropoid, nüchtern und sparsam, als Gatte gesucht. Bewerber mögen sich schriftlich unter Bei­fügung ihres polizeilichen Ftth- rungsattestes an den Basoko- schinicd A m b o s a m b o s in Jambumba wenden.

M"kiage! Bcugala-Witmer Mariage!

gut situiert, kinderlos, lebenslustig, null sich wieder verheiraten. Negermnen ausgeschlossen. Junge Schimpansiimen oder Gorilla- madchen aus guter Familie und von angenehmem Aeußeru, rot- haangc bevorzugt, mit Sinn für glückliches Ehelebeu, bitte um Photographie und Angabe der Mitgift. Diskretion Ehrensache. Adresse: Erstes Zimschenstusen-Vermittelungsbiircau, Am Aequator- platz Nr. 23.

Einheirat!

Orang-Utang, in. ein. kleinen Assen a. erster Ehe, wünscht in em gutgehendesPariümerie- geschäft in gleichviel welchem Negerstannne einzuheiraten. Ich sehe weniger aus schönes Gesicht als auiVerträglichkeit und gute Erziehung. Offerten unter Mbo-Mbo 3719 an die Expedition dieses Blattes.

smNMLLWdÄ angenehmem Aeußeru, musi­kalisch, Freundin des Kletter­sports, sucht einen ebensolchen Lebensgefährten, am liebsten N b a n g i - Neger, in sicherer Stellung und mit entsprechen­der Bildung. Persönliche Be­sichtigung : Donnerstag abends gegen 11 Uhr an den Stanley- Fällen. Kennzeichen: Glas­scherben int rechten Ohrläppchen.

Familienhäuser.

Das Verlangen nach Vorbildern für Einfamilienhäuser, Villenc. ist in unserer Zeit gar groß. Mancher Leser wird daher mit Interesse davon Kenntnis nehmen, daß im Verlage von See­mann & Co. in Leipzig ein Heft erschienen ist, das Ein- und Mehr- familienhäuser enthält, deren Herstellungskosten 10 bis 12 000, 20 und 40 000 Mark betragen. Das Material des Heftes entstammt einem von der Regierung zu Breslau ausgeschriebenen Wettbewerbe zu Wohn- und Logierhäusern für die Bäder Landeck und Reinerz, Es ist ein interessantes Material in Schaubildern, Grundrissen, Schnitten re. auf 61 Seiten inner Beigabe von 7 farbigen Ab­bildungen vereinigt.

Bilderrätsel.

Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Hasten, Husten.

fRcbnftton: P. Wittko. Rotationsdruck und Berlag der Brühl'fchen Universitäts-Buck- und Steiadruckerei, R-Länge^Gießem