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Wiederherstellung den Reiz der anmutigen Gegend, die sie beherrscht, erhöht und an Interesse bedeutend gewonnen.
Menn wir bei dieser Rheinfahrt die zahlreichen Burgen betrachten, nicht nur ihrer malerischen Lage wegen, sondern durch Blicke in die Vergangenheit ihre frühere Bedeutung und ihr ehemaliges Ausschell vor den Zeiten wilder Zerstörung mit geistigem Auge erfassen, wenn wir uns diese Ruinen vorstellen als großartiges Ganzes, in dem sich Menschen tummelten, mit den Türmen und Türmchen und zahlreichen Erkern, den Schwänen i nr Wassergraben, wenn wir sie so ganz durchempfinden, dann wird uns der Bollgenuß des Anblicks der rheinischen Burgen zuteil, der schöpferische Reiz der Erinnerung hat sie uns neu aufgebaut, und der Zauber von Sage rind Geschichte' zeigt uns die Ruinen, erfüllt und umgeben von unvergänglichen Blüten und Blumen.
Senden wir zum Schluß noch einen Gruß der schon mehrfach erwähnten Marksburg, die das reizend gelegene Städtchen Braubach krönt. Noch vor 25 Jahren war es wenig bekannt und von Fremden selten besucht: jetzt ist es einer der beliebtesten Ausflugs- rind Ruhepunkte der rheinischen Touristen.
Das Versmaß des folgendes Gedichtes ist das der spanischen Sequidille.
Gin Städtchen ruhet traulich. Am Bergesrande
Und schaut sich in den Fluten Am Rheinesstrande.
Hoch oben ragen
Der Marksburg Maliern, kündend
Voll alten Tagen.
Ein zweiter Berg daneben Trägt die Kapelle, Ten Menscheir Friede» spendend Und L-ebenshelle.
Turch fleiß'ge Hände In edler Pflanzen Fülle Prangt das Gelände.
Den Berg zur anderen Seite Nur deckerl Reben, Doch der Geschichte Geister Dort flüsternd schweben Und geben Kunde:
Hier glänzten Rheinbergs Zinnen Weit in die Runde.
Des Rheines Silberfluten Ziehen still und leise Aus dem Gebirg und murmeln Gar traute Weise, Verleihen den Reben Mit ihrem feuchten Hauche Gedeih» und Leben.
Wenn ich auf deinen Pfaden, O Braubach, gehe Und deinen holden Zauber Mich grüßen sehe, Dann möcht' ich zaudern Bei jedem meiner Schritte Und mit dir plaudern.
Du Garten an dem Rheine, Hier möcht' ich ioeilen, Ter Tage Kümmernisse Bei dir zu heilen, Ten Mut erneue»
Und mich auf deinen Auen Des Lebens freuen.
ipc. Gorkis kurze Autobiographie. Maxim Gorki, ivelcher kürzlich seinen 40. Geburtstag feierte, hat schon heute seine Autobiographie geschrieben. Diese Arbeit hat die Zeit des großen russischen Dichters nicht lange in Anspruch genommen. Ter Text der Autobiographie ist näm- lich folgender: Nachdem ich geboren und einige Zeit in der Welt herumgelaufen, wurde ich im Jahre 1878 zu einem Schuhmacher in die Lehre geschickt; 1879 fand mich in einem Zeichenbureau; 1880 ivar ich Küchenjunge auf einem Dampfboot; 1884 Lastträger; 1885 Bäcker; 1886 saug ich im Chor einer reisenden Operiltruppe; 1887 verkaufte ich Aepfel auf den Straßen; 1888 wollte ich mich selbstmorden, ließ es aber bleiben; 1890 wär ich Schreiber bei einem Rechtsanwalt; 1891 irrte ich zu Fuß durch halb Rußland; 1893 erschien mein erstes Buch. — Hier endet die Auto
biographie Gorkis. Er sandte dieselbe an seinen Verleger, als dieser eine Gesamtausgabe seiner Bücher veranstaltete und Gorki um einige einführende Zeilen in das Werk bat. t Put melkende Kuh. Eilt Gerichtsausschuf;
begab sich jungst auf eine Wirtschaft bei Köln, um sich vavon zu überzeugen, ob eine Kuh, die nach den. Angabeir des Verkaufens 12 Liter Milch täglich liefern sollte, wirk- llch nrchts tauge, wie der Käufer und Kläger behauptete. Der Verkäufer mußte die Kuh melken, allein obwohl er nn Schweiße feines Angesichts, von seiner stärkeren Frau durch unablässiges „dann treck doch, dann treck doch" aufgemuntert, arbeitete, floß die Milch nur spärlich. Der Anwalt des Klägers stellte das mit Genugtuung fest, erhielt aber in demselben Augenblicke von der Kuh einen mächtigen Schlag mit dem Schwanz ins Gesicht. Er erklärte darauf, daß er sich Schadenersatzansprüche gegen den Tierhalter vorbehalte. Man sehe ja jetzt, welche Bewandtnis es mit der gutmelkenden Kuh habe. Erbost über diese spöttische Bemerkungen erwiderte die Frau des Beklagten: „Dat gläuv ich, ävver für üch es dä ganze Prozeß de gotmelkende Kuh."
Der Dichter auf der Hochzeitsreise. Von Mistral, dein proven?alischen Dichter, wird in einer Planderei des „Figaro" eine hübsche Anekdote erzählt. Paul Arena traf den Dichter einmal—es ist schon sehr lange her—in Italien. „Was machen Sie denn hier?" fragte er ihn.—- „Ich bin auf der Hochzeitsreise," erwiderte Mistral.—■ „Ja, wo ist denn Ihre Frau?" — ,, Die ist zu Hause ge- blicbem Wir sind nicht reich genug, um uns eine Hochzeitsreise zu zweien zu leisten; deshalb bin ich allein gefahren, aber ich schreibe ihr alles, was ich hier git sehen bekomme..."
* Eine Kuriosität. „Einen Gruß von Mutter", sagte ein kleiner Junge zum Schlachter, „und sie schickt mich her, daß ich Ihnen den großen Knochen zeigen soll, den Sie ihr heute morgen mit dem Rindfleisch geschickt haben." — „Sag Deiner Mutter, das nächste Mal, wenn ich einen Ochsen ohne Knochen schlachte, will ich ihr eine Keule zum Geschenk machen," versetzte der Fleischermeister grinsend. — „Einen Gruß von Mutter," fuhr der kleine Mann fort, „und sie sagte, das nächste Mal, wenn Sie wieder ein Stück Rindfleisch mit einem H a m m e l knochen darin haben, möchte sie gern den ganzen Kadaver als Kuriosität kaufen."
(„Pick me Up.")
Rösselsprung.
Auflösung in nächster Nummer.
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Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Maikäfer.
Redaktion: I. SB.: E. Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch, und Steindruckerei, R. Lauge, Gießen,


