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Mängel herbeigeführt: durch eine schlechte Haltung, unzulängliche Atmuugsfunktionen und nachlässige, unbedachte Bewegungen. Für die Haltung des menschlichen Körpers ist besonders der Kopf maßgebend. Durch Konvenienztorheiten sind wir zu der Ansicht gelangt, daß eine aufrechte Kopfhaltung gleichbedeutend mit Hochmut sei. Außerdem haben uns die in beängstigendem Maße zunehmenden Straßengeräusche zu hastigem, unstetem Hin- und Herwenden des Hauptes verleitet, so daß an ruhige und graziöse Biegung des Halses nicht mehr zu denken ist. Daher das fast gänzliche Verschwinden der schön geschwungenen, antiken Halssäule, die bent breiten oder viel zu kurzen, in Doppelkinn oder Kropf auslaufenden Nacken Platz gemacht hat. Auch die Rumpfform ist heute bei den meisten Frauen durchweg unedel, doch resultieren ihre Unvollkommenheiten, tote z. B. Verkümmerung der Rückenmnskulatur, vorwiegend ans den mangelhaften Atmungsorganen und der damit verbundenen regellosen Luftzufuhr. Hastiges Sprechen, Keuchen, Bücken, Drehen lassen ein hygienisches Ein- und Ausatmen nicht zu. Nicht .nur mit den einschlägigen Unterrichtsfächern, wie Gesang, Deklamation und Redekunst, auch mit der gewöhnlichen Turnstunde sollten deshalb systematische Atmungsübungen verkni'ipft sein, die schon das Kind an rhythmisches Atmen, Atmungsinterpunktion und zweckentsprechende Haltung gewöhnen. Auch die einfache, besonders häusliche Belvegung sollte, ganz wie der Sport, ästhetisch und hygienisch kontrolliert werden, damit die erschreckend häufigen eckigen Arm- und Beinstellungen, die linkische Gangart und nachlässige Tournüre der Frau vermieden würden.
* Die blonde Dame. Die Studenten von Cambridge, die sonst in dem Rufe stehen, daß sie ziemlich nüchterne, aber ernste Gesellen sind, lieben doch zuweilen einen kräftigen Scherz. Und sie schrecken nicht davor zurück, selbst ten akademischen Behörden eine Komödie aufzuführen. So führten sie einen zum Sultan von Sansibar ausstaffierten Kameraden ihren Vorgesetzten zu. Und der Mummenschanz gelang so gut, daß der maskierte Herrscher mit allen Ehren und Würden empfangen wurde. Nun aber haben sie einen neuen Streich vollführt, von dem gegenwärtig ganz Cambridge spricht. Es ist eine „hochweise" Bestimmung der alma mater, daß die Studenten leine Loge im Theater mieten dürfen, sie müßten denn von einer Dame begleitet sein, die ihre Verwandte ist. Im Cambridge-Theater wurde nun, so lesen wir im Seil. Tgbl., „Die lustige Witwe" gegeben. Das war natürlich für die Studenten ein fröhlicher Anlaß, um einen losen Streich auszuführen. Eines Abends wurde die Aufmerlsamkeit des Publikums im Theater nicht nur von der lustigen Witwe in Anspruch genommen. Aller Augen bewunderten eine entzückend schöne Dame, die in ihrer Loge von drei Studenten umgeben war. Die Herren bemühten sich sehr um ihre „Verwandte", sie reichten ihr Sck)okolade, sie fächelten ihr Kühlung zu, wenn es im Hause allzu warm wurde, und sie schienen glücklich, wenn sie von tei" Dame ein Lächeln erhaschten. Die schöne Fremde trug eine sehr elegante Atlastoilette und fiel besonders durch ihre reichen blonden Haare auf. Manch sehnsüchtiger und neidischer Blick wurde von den Studenten des Parketts nach der Loge hinauf geworfen. Noch am nächsten Morgen bildete die schöne Unbekannte den Gegenstand des Gesprächs. Und schließlich stellte sich heraus, daß die Unbekannte gar keine Unbekannte war. Sie war nicht einmal eine Dame gewesen, sondern nur ein fröhlicher Bruder Studio. Die rungen Leute hatten sich den Schwank ein gut Stück Geld kosten lassen, denn die Toilette war von einem berühmten Westend-Schneider hergestellt worden. Für die blonde Lockenfrisur hatte man den berühmten Haarkünstler Clartfon aus London geworben. Kurz, die ersten Meister hatten die Schöne hergerichtet. Natürlich hatten die Herren vor Theaterbeginn mit der „Cousine" diniert, sie hatten sich mit ihr sogar photographieren lassen. Die Behörden sind noch ratlos über diesen fr—öhlichen Streich. Sie hüten sich aber, durch zu große Strenge gegen die lvitzigen Jünglinge einer wohlverdienten Lächerlichkeit anheimzufallen.
" Welchen Weg legt ein Kellner zurück ? Der Wirt eines Berliner Hotels hat kürzlich, wie wir in der Mlg. Fl.-Ztg. lesen, seine» Oberkellner mit einem Schrittzähler versehen. Der ,F)ber" begann seinen Dienst um sieben Uhr morgens und beendete ihn um zwölf Uhr abends.
Zwrschendurcki machte er zwei Stundeu Tischzeit. Die Prüfung ergab, daß der „Ober" tagsüber sage und schreibe 22 Kilometer zurückgelegt hatte. Trotzdem hatte er den Speisesaal fast niemals verlassen müssen, da die einzelnen Gerichte per Telephon von ihm bestellt und durch Zuträger: aus der Küche geholt wurden. Gewiß eine anständige Leistung! 1 a
Die kleine fünfjährige Traute"fragil „Muttel, hat die Großmuttcl auch mal eine Muttel gehabt?" —< Mutter: „^a. Traute" — Traute: „Und hat die Mattel auch wieder eine Muttel gehabt?" — Mutter: „Freilich, Traute, jeder Mensch hat einmal eine Muttel gehabt. Denk doch mal, was sollte solch em kleines Baby wohl machen, wenn's keine gute Muttel hatte, die ihm zu trinken gibt, es badet und behütet und so lieb hat, wie andere Menschen das kleine Baby gar nicht haben wurden. — Traute (nach einigem Nachdenken!: „Ja, aber die allerallererste Muttel, die hat dock keine Muttel gehabt, wer hat denn die behütet?' — Mutter: „Das hat der »eta Gott getan" — Traute (unterbricht rasch): „So, na, und wie oer liebe Gott ein Baby war, wer hat denn dem 's Fläschel soeben? (Zeitschr. f. Kinderpflege.,
Toleranz. „Toleranz bet is, wenn ick mir von meine jwotestantische Jberzeuung «ich abhalten lasse, die katholische« Feiertage ooch zu feiern."
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Karl Hans Strobl, Der Schipkäpaß, Roman, Berlin- F. Fontane u. Co.
K. H. Strobl, Die Vaclavbude, Ein Prager Studenten- roman, ebenda.
C. Roemheld, Auf stillen Pfaden, Ged. Nidda, Selbstverlag.
Ad. Müller, Naturbilder aus der heimischen Bvgelwelt» Frankturt a. M. I. Strauß.
9,r,n h22, • Das offene Tor, ein Wiener Roman, München, Süddeutsche Monats e te.
_ --r. le - Prenzlau: Der Hexenwahn, Tiibingen, I. C. B. Mohr.
Bibliothek für alle, Bd. III. Stuttgart, Zeller und, Schmidt.
Webers Juristen-Kalender, bearb. von Dr. Arthur K a l V mann, Berlin, E. Weber.
M.V Ploennies: Gesammelte Werke, herausgegebeu vo« Karl Noack, Bd. I: Leben, Wirken und Ende des Freiherr« Leberecht tont Knopf. Darmstadt, H. L. Schlapp.
Tr. H. Andres: Die Einführung des konstitutionelle« Systems im Großherzogtum Hessen. (Historische Studien, Bd. 64.) Berlin, Emil Ebering.
Fr. L. K. Weigand: Deutsches Wörterbuch. 5. Ausl.» 5, Lief. (Grimasse Käfer.) Gießen, Al red Töpelmann.
E. Meinhold: Deutsche Rassepolitik und die Erziehung zum nationalen Ehrgefühl. München, I. F. Lehmann.
Emil Schiff: Wie bessern wir unsere Kolonialwirtschaft? München, I. F. Lehmann.
Altfränkische Bilder: 15. Jahrg. Würzburg. H. Stürz.
weihnachtsratsel.
Bei der Lichilein Hellem Schein
Kehren alte Jnbre wieder Tie drei ersten bei uns ein. Singen froh wir Weihnachtslieder.
Werden dann das Ganze sehen An dem Tannenbaume aueb, llnd dte Kindbett wird erstehen, Wenn durch einen samten Hauch .
Wir das lehte Wort bewegen In dem grünenden Gezweig. Dessen Rauschen, dessen Regen Weckt die Kinderlust sogleich. . A. E> Auslösung m ni hsler Nummer.
Auflösung des Rösselsprungs in voriger Nummerr Wenn etnfl die Dichtung ohne Erbe» Bon dieser Erde wandern muß, Tann werden alle Blumen sterben, Ed' sie erschloß der Sonne Kus;; Dünn werden sternenleer die Nächte, Der Erde Farben blaß und tot, Daun fehlt dem menschlichen Geschlechte Die Träne in des Lebens Not.
R. v. Goltichall.
Redaktion: E> Anderson.
tHotanoiiabtud und Vertag der Brüht'sch er> Untoeiftiät4*Buch- und Sieuti»rackerer, ÖL Lange, Gwßeir.


