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des Evangeliums tritt in diesen Bildern vor uns, für die er ähnlich den Vorgängern Michelangelos, den Mnstlern des Quattrocento in der Sixtinischen Kapelle Parallelen aus dein Leben Moses und Christus in Beziehung und drama­tisch gesteigerte Bewegung gesetzt hat. Die linke Seite der Kirche behandelt alttestamentliche Vorgänge, die rechte solche aus den letzten Lebenslagen Christi. An Kraft der Kompo­sition, Lebendigkeit des Ausdrucks und Charakteristik der Gestalten find diese biblischen Wandbilder nicht zu über­treffen. In koloristischer Hinsicht stehen sie mit ihren durch­gehends hellen, leuchtenden Tönen, die trefflich mit der Gesamtwirkung des Interieurs Zusammengehen und eine überall sichtbare, helle Bildwirkung ergeben, in gewollten: Gegensatz zu den tiefgestimmten Staffeleibildern einer frü­heren Zeit.

Ter gemeinsame, der eigentlich bezeichnende und origi- uale Zug aller dieser oder der vielen andern Werke, die Gebhardt gemalt hat und die sich fast alle im Besitze van Galerien und Museen befinden, liegt vielleicht gar nicht so sehr in der eigentlichen Malerei obwohl Gebhardt ern leidenschaftlicher Kolorist ist und als solcher nach seinen eigenen Worten dieHarmonie durch Farbenvielheit" an­strebt, d. h. alle Töne einer allgemeinen Farbenstimmunq in die entsprechenden farbigen Akkorde auflöst, als in den seelischen und Charaktereigenschaften unseres Künst­lers. Er will ein Prediger in Bildern sein, ttnb als solchem fällt es ihm nicht schwer, sich das Erscheinen Christi in der Zert der Reformation vorzustellen Ivie etwa Paul Ve- ronese den Christus der sestefeiernden Renaissance gemalt hat. Seme Malerei soll nicht nur das Auge erfreuen, son­dern auch das Gemüt ergreifen.Der Wohlhabende findet nntunter in den Schöpftmgen der Kunst eine Befriedigung, Werl ihn die Form interessiert, weil ihn die Betrachtung gus irgend einem Grunde eine angenehme Stunde bereitet. Der Arme aber ist nur dann dankbar, wenn er etwas Posi-

Reales empfangen hat. lind wenn ich das Geftchl habe, es ser mir gelungen, wirklich etwas zu geben was für erneu Menschen Wert hat, so beglückt mich das" . Jo schrieb der Meister in seiner Antwort auf ein Dank- schrerben des Herrn Herbert Steao, unter dessen Führung die englischen Arbeiter im vorigen Jahre die Düsseldorfer Frredenskirche besichtigt hatten. Seine Kunst will eine Er guickung der Mühseligen und Beladenen sein, denn was srmmer er malt, es spiegelt eine Menschenseele wieder lind sem Herz malt mit. Darum ist in Gebhardts Bildern ein so tiefer Ernst, soviel Ehrlichkeit und Innerlichkeit, Ivie ber wenigen Künstlern von heute.

In rüstigster Schaffenskraft begeht Eduard voii Geb­hardt fernen 70. Geburtstag. Soeben hat sein jüngstes Bild Hermkehr des verlorenen Sohnes", das uns wieder in die altdeutsche Bauernstube führt, die Staffelei verlassen. Er hat das Glück, den vollen Sieg seiner Kunst auskosten zu Können. Grüßen wir dankbar den Siebzigjährigen. Der Feier seines 60. Geburtstages wußte sich der Meister in seiner Bescheidenheit zu entziehen, an seinem 70. werden Künstlerschaft und Bürgerschaft ihn würdig ehren.

Humoristisches.

* Sie muß recht behalten. Junger Ehemann:Es tut mir leid, dir sagen zu müjsen, daß dieser Pudding einfach gräßlich schmeckt." Junge Frau:Aber, Schah, das denkst du dir nur; in meinem Kochbuch steht, er schmeckt ganz delikat."

* Aufrichtig. Arzt (erzählt von einem seiner Patien­ten):Tas war ein schwieriger Fall, aber die Operation ist mir geglückt." Seine Frau:Ttzv List ein geschickter Arzt, Richard: ich wollte, du hattest meinen ersten Mann behandelt, dann lebte ich jetzt noch mit ihm."

Ver vsn bergen.

Wer kam heut' iriih zur Stadt herein? Der Schelm von Bergei, schien's zu sein. Er brach sich durch die Menge Bahn Mit rotem Mantel angethan. Der Henker heut' am Krömmgstag? Ihm zu begegnen bringt schon Schmach. §?"^Römersaal strahlt Lichterglanz, Die Fiedel lockt zu Spiel und Tanz. Noch eh' begann das bunte Neih'u, Trat rot vermummt ein Tänzer ein.

Es reizte des Tänzers schlanke Gestalt Die Herzen der Frauen mit Allgewalt, Da lenkte er quer durch des Saales Mitt* Hinüber zur Kaiserstochter den Schritt. Sie war's, die lange das Äug' ihm gebannt, vur d l e in Sehnen sein Herz entbrannt. »Dari ich, Gnädigste, es wagen, Euch um einen Tanz zu sragen? Stan m Arm mit Euch zu Zivei'n Laßt mich einmal glücklich sein!" Sie bot zur Antwort stumm deir Stan, So uppig-rund, so lebeirsivarm. Wer mag der fremöe Ritter sein? Wer führt schön Hildegund zum Reih'»? »»Herr Ritter, sagt I wer liid ziun Taiiz, «»Zu L>piel Euch ein und Mummenschanz? Noch iuhrte mich so zier und sein Kem Ritter je zum Fackelreih'n. So schivand vom Herzeii all mein Weh In keines andern Rillers Näh'. Seit jetzt mich Euer Arm umsing, Deucht iiijch die ganze Welt gering. »Und iltS auch heul' nur Maskentänz, »»Jst's Leben selbst nicht Mumenschanz allein Fräulein, wißt es besser nicht, Wes; Blick verlangend zii Euch spricht, Meß Seele heiße Sehnsucht trägt, Weß Herz für Euch in Liebe schlägt. Es machte Euer Herz nur schwer, Das fände keine Ruhe mehr."

Sie tanzten, es nahte sich Alitternacht schon, Da stahl sich der Ritter, ihr Tänzer davon. Eilfertig befahl sie deut Tienertroß, Die Türen zu schließen, zu sperre» das Schloß. Alan holt ihn zurück rnid die Maske fällt, Im Stan sie den Schelm uon Bergen hält, Den Henker von Frankfurt es war kein Wahn! Dem Henker hatte sie's angetan. Die Geigen verstummte», die Tochter sank Zu Füßen dem Kaiser, herzwund iiiid krank.

Da raunten die Ritter und Kiiappen iunher. Es dürfe hinfort nicht leben mehr, Wer solches geivagt »md unerhört Die Würde der Kaijcrstochter versehrt. Und alle verlangten durch Kaisers Gebot Für den Cchelmeii von Bergen den Henkerstod. Ter Kaiser jedoch, der lächelte fein: Der Schelm von Bergen soll ehrlich sein. Weil, er meiner Tochter ein Tänzer ivar, So sei er geadelt und ritlerbnr.

Und hält' er die Tochter mir ehrlos gemacht, »So sei er dlirch sie zii Ehren gebracht."

Und es ivar dem Schelmen an Schönheit gleich Kein andrer Ritter im deutschen Reich, Drum gab noch dem Schelmen zur selbige» Sstmd' De» Verlobmigskuß schö» Hildegund.

Das Paar dem Kaiser zu Füßen sank: Wir ivissen Euch, Kaiser, von Herzen Tank, Daß Ihr es verstanden, mit klugem Sinn »Das Böse z>i leiten ztim Gute» hin!"

Dr. Carl Pusch.

Scherzhaftes Ergänzrritgs-Rätfcl.

Was ich--, das--ich nur

Um der--, weil's keiner--

Was ich--, das - ich nur,

Weil du,--, mich batst um--.

Was ich, das--ich auch,

Lieber--, sei stets dein--'.

Bin ich--, sei-- auch;

Sind ivir beide--, ist--

Statt der Striche sind vier kurze Wörter einzusetzeii, so daß kn jedem Satze dasselbe Wort viermal vorkonnnt.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Rösselsprungs ans voriger Nmnmerr

Denn nur der große Gegenstand vermag Den tiefen Grund der Menschheit aufzuregen, Im engen Kreis verengert sich der Sinn, Es wächst der Mensch init seinen größer» Zwecken.

Schiller.

Redaktion: P. Witt ko. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.