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in
lauschig.
(Fortsetzung folgt.)
Ich kenne doch
Ich will un-
schob ihm! die
sind denn die
„Sehr wohl!" versetzte er.
Nach dem Abendessen begaben sich die Herren ins Billard- zimmer, die beiden Tarnen ' setzten sich wieder im' Jagdsaal an den Kamin und nahmen ihre Handarbeiten vor. , Troß kam mehreremal dazu oder lehnte an der Türe des Zimmers, in welchen- Recknitz und Lapsen spielten. Es war für niemand möglich, ein Wort zu sagen, welches nicht für seine Ohrenj bestimmt war. Tie mißtrauische Wachsamkeit seines Wesens wurde sogar Lohsen ausfällig, der jetzt ungeduldig das Ende des Spieles herbeiwünschte. Mit eincminal stand Anne Marie in der Titre und winkte ihnen.
„Kvmmt!" — sagte sie fast atemlos, „kommt rasch." Sie öffnete eine Seitentür und ging voraus einen Korridor entlang, wobei sie sich mehreremal umsah, ob auch alle drei folgten,
„Edmund Wurde durch den Jäger abgerufen — ein günstiger Zufall, um euch allein zu sprechen. Kommt!"
Sie bog in einen zweiten Gang und öffnete eine Ture, durch welche sie alle in ein erleuchtetes Boudoir traten. Es war ihr Ankleidezimmer, ein großer Spiegeltisch, auf welchem eine Elfenbcingarnitur von Kämmen, Bürsten, Tosen, Flacons und Schalen stand und lag, ein Waschtisch mit zottigem Eisbär^- sell davor, Sessel und Hocker mit gelbroter, chinesischer Seide bezogen, und eine zierliche Ruhebank vor einem kleinen, Mit Meißner Figuren dekorierten Kamin machten dies Gemach sehr
sie wieder hin.
„Genug," sagte sie kurz. „Sie können gehen.
Troß machte eine Bewegung, als ivolle er ihr so tote vorhin die Karten, jetzt das volle Glas ins Gesicht werfen, Lohsen streckte schon den Arm aus, den Schlag abzuwcnden, aber wieder ging eure Wandlung ohne Uebergang vor sich, lächelnd führte er das Glas I an die Lippen und nippte, sich dabei gegen Marie Anne verneigend: I „Auf Ihr spezielles Wohl, teure Schwägerin!" I
In dem Augenblick suhr ein Windstost Funken aufwirbvlnd, int Schlot herab und rüttelte an den Fensterscheiben. Eine Regensalve folgte prasselnd. nr .
„Tas Wetter wird intimer ungemütlicher, sagte Anne yjictne, „kannst du nicht über Nacht bleiben, Helinuth?"
Ter crivachte lvie aus einem1 Traum und fuhr sich über die Stirn... er war so glücklich gewesen, vergessen zu können. Nun siel ihm wieder ein, weshalb er gekommen. Tie ganze, krasse Wirklichkeit stand vor ihm
„Tanke. Ich kann nicht bleiben. Was ist mir das Wetter? Tas wäre noch schöner, ließe ich mich durch einige Regentropfen zurückschrecken."
„Tü bist ein junger Recke," sagte Troß huldvoll, „aber ich beneide dich! nicht uM das Leben, welches du führst — ich bin auch ein schneidiger Offizier gewesen, aber flotter — flotter! Nicht so ewig hinter dem Tritldienst her, nicht so nur, Pflicht. Wozu denn auch? — Höre- aus mich, lieber Freund, deine Jugend geht hin und von der Welt hast du nichts gesehen. Nimm doch mal so'n Jahr Urlaub und versuche es mit dem Beruf des Globetrotters. Auch'ne fchöne Sache und so — so — hm — abschleifend."
„Kann man ja machen," sagte Lohsen mit Galgenhumor — „kannst du mir einige nette Gegenden nennen, die noch keines Menschen Fuß betreten haben?"
„Aeh, das tvill ich damit nicht sagen. Au contrairc, fange mal 'n bißchen mit Monte Carlo an."
Er lehnte sich zurück und hielt nun einen förmlichen Vortrag- Zuerst sprach er leise und langsam, die Worte dehnend, dann allmählich rascher und rascher, bis seine Rede dahinfloß lvie ein Strom, der kein Ende nehmen wollte. Er schien von dem, was er sagte, selbst mit fortgerisseir, stellte kühne Behauptungen in übertriebenen Ausdrücken aus und verlor sich endlich ins Unbegrenzte. Frankreich, Italien, Griechenland und Konstantinopel folgten sich, dann fing er von Indien an, sprach Über den Buddhismus, über Religionen überhaupt, verglich die eine mit der anderen, sprach gut, und schwungvoll und nicht lohne Begeisterung, — aber unablässig — unablässig.
Seine Zuhörer saßeir stumm und sahm auf bett Mann, dessen Schädel im Licht der Teckenlampen leuchtete und desseir geziert modischer Änzug in so sonderbarem Kontrast zum Gegenstände seines Vortrags stand. Anne Marie zog das ihr am! Rücken laug herabfallende Schleisenbanb durch die Finger und saß mit geschlossenen Augen, unsägliche Langelveile im Gesicht, wie jemand, der Längstbekanntes zum hundertstenmal atthören »Aß. Recknitz zog von Zeit ;u Zeit verstohlen die Taschenuhr und unterdrückte ein Gähnen, das ihm mächtig die Brust schwellte, seine Frau sah etwas ängstlich und beunruhigt aus und Ochsen nur saß scheinbar ganz Ohr, in Wirklichkeit sich dessen, was vvrging, gar nicht bewußt.
Endlich erschien ein Tiener und meldete, es sei serviert.
„Edniünd, es ist serviert," sagte Anne Marie, sich erhebend, „bitte, führe Mietze zu Tisch."
verfälschten Grog."
„Bitte, bediene dich," sagte sie gelassen und Rumflasche hin.
„Bedienen? Bin ich ein Bedienter? Wozu
Tie Unterhaltung ging, wie dies im Salon der Troß meist der Fall war, halblaut weiter und es war daher ausfallend, daß Troß unvermittelt mit lauter Stimme seine Frau anschrie: „Werd . sch nun meinen Grog bekommen ober nicht, Sapperment!"
Es lvar als spräche eilt anderer aus ihm.
„Er steht ja vor dir," sagte Lohsen ärgerlich.
„Tas? Das Zeugs da? Zuckerwasser ist es.
Meine Frau. Solche Schlempe trinke ich nicht.
Kerls eigentlich da? Johann!"
Ter Diener eilte ins Zimmer. Troß hielt thm sein Glav entgegen: „Rum!" — sagte er. Darauf goß ihm der Diener den braunen Likör ins Glas, bis es voll war.
„Mehr!" — schrie Troß.
„Herr Baron, es läuft über. . ."
„Was geht Sie das an? Parieren!" —
Anne Marie nahm dem Bedienten die Flasche ab und stellte
Er brach mitten im Satz ab und das feindliche Glimnüit den matten, halbverschleierten Augen traf sie.
„Oh, du!" — flüsterte er zornig, „ich wußte wohl, du würdest mich nicht zu Wort kommen lassen!"
Tie Anschuldigung war so grotesk, daß alle sich ausahen und nur mit Mühe eilt Auflachen unterdrücken konnten. Man begab sich ins EßzirnMer, und hier an der wie immer wohlbesetzten Tafel war Troß ganz der artige, aufmerksame Wirt, als bett Man ihn zu sehen gewohnt war, und kam mit feinem! Wort auf all das zurück, was er eben in endloser Rede und mit solch einem Aufwand von Dringlichkeit vorgebracht hatte.
Tie Baronin hatte ihren Bruder zu ihrer Linken. Sie sprach mit ihm über die Hochzeit, die er eben mitgemacht hatte, mimt sah, sie tat es nürl, um irgend eine Unterhaltung aufrecht zu halten. Mitten hinein sagte sie, den anderen unverständlich: . „Ich möchte dich sprechen, ehe du abreitest."
Die neue perfekte- Humoristische Skizze von B. Her wi. (Nachdruck verboten.)
Ich lvar tagelang in gehobener Stimmung feit dem Moment, wo ich sie gemietet hatte. Vorher hatte tch eine Zeit der Niedergeschlagenheit durchlebt; es war, als ob ein Löser Geist in meine Küchenregionen eingezogen Ware und darin umginge. c
Von Zeit zu Zeit —- der Zwischenraum dauerte nie lauge — mußte ich dafür sorgen, daß die Luft rein wurde. Der Verbrauch von Ab- und Anmeldeformularen mehrte stch bedeutend, und der in der Nähe unserer Wohnung stehende Dienstmann nickte mir schon immer verständnisvoll zu, fast dankbar, da ich ihm recht häufige Beschäftigung verschaffte. Manche Straßen passierte ich mit eigentümlich fatalem Gefühle, ich war dort wie zu Hause in den Mietbureaus,, bei den hilfreichen Agentinnen, die ihr ganz vortreffliches, höchst empfehlenswertes Personal — das sie nicht einmal von Ansehen kennen — an den Mann oder vielmehr an die Frau zu Wringen versuchen. ,
Ich ging sogar zeitweise mit der Idee um, selbst em solches Bureau einzurichten, denn abgesehen voll dem ge- winnbringenden Geschäft hätte ich doch das erste AussucheN gehabt, — ob ich aber selbst dann mein Ideal gesundest hätte, ist allerdings auch noch fraglich. "
Eines Tages kam es nun mir ins Haus, das Ideal.
Es zog ziemlich heftig an der Glocke — das Ideal.
Angetan war es mit einem hellkärierten Leinwandkleide, einem Umschlagetuch darüber, altmodisch, durchaus nicht an die Küchenfeen der Neuzeit erinnernd.
Es trat sehr bestimmt auf, mit einer Empfehlung der Frau Exzellenz, der es nicht in die Versetzung nach „ober- wärts" folgen wollte. „
Nur mir hätte die Frau Exzellenz die Male „gegönnt .
So bestellte die Male.
Ich fragte der Ordnung wegen nach den Kochkünsten.
Nun, das Repertoire, das sie mir ausrollte — ver- I Müssend wirkte es und bezwingend; wie hatte ich es denn


