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und die Kinder von

deinem Helmuth.

Marie Anne.

dich grüßen, Helmi, und komm!

Teine dich liebende alte Schwester

werde, weiß der Himinel. Dabei befinde ich mich Wohl, wie der Usch in« Wasser. Das siehst du ein, nicht wahr, Wietze, daß ich nach dieser langen unfreiwilligen Bummelei doch nicht so­gleich auch noch Urlaub für Schlesien nehmen kann. Das sähe mir gar nicht ähnlich. Also bitte, sei nicht böse. Nächstes Jahr hoffe ich den Rittmeister zu kriegen!, dann komme ich. Gan- bestimmt! Was fällt denn denr alten Trauen ein? In seiner Hand wußte ich Hochwerth gern aber so? Nein! Ob denn die Rüstung nuferes Ahnherrn noch iin Vorsaal steht? Bitte, sieh doch, ob du das Ding für mich kansen kannst und laß es in meinem Zimmer bei euch ansstellen. Unsere Vorfahren waren bis ins graue Mittelalter zurück untadelig, ihr Andenken soll, sofern es in Eisen verkörpert ist, geehrt werden. Grüße Konrad

ein Abenteuer, dachte er, es gibt deren eben von verschiedenen Sorten.

Er nahm einen Wagen und fuhr ins Hotel. Den Winter­garten hatte er aufgegeben.

Am nächsten Morgen gings in die Garnison zurück und am Geburtstag erklärte Tante KommandöSchen das neue Cave für Prachtvoll".

Leutnant Loysen an Marie Anne von Recknitz: Liebe Mietze!

Schnurre nur nicht gar so vorwurfsvoll, du tveißt doch, wie lieb ich euch habe und wie sehr ich an Bardes hänge. Nächstes Jahr komme ich auch ganz gewiß auf langen Urlaub. Ties Jahr wird tvohl nicht genug dafür übrig bleiben. Momentan ' verbietet mir der Arzt eine längere Eisenbahnreise. Mso gehe I ich nur nach Berlin zu Trotzens. Wo soll ich diese vermaledeite dienstlose Zeit auch sonst verbringen. Hier in Klippingen auf keinen Fall, das hielte ich gar nicht aus. Also Berlin. Ter Arm heilt normal, aber die rechte Rippenseite hat bei dem Sturz auch noch einen Extraknax abgekriegt, und diesem sollen lange Eisenbahnrciscn unzuträglich sein. Glaube mir, ich käme jetzt lieber auss Land aber Troß ist ja, wie cs scheint, .dies Jahr mit Berlin verheiratet. ' Wie lange idi. .;c marvdc gelten

Am 18. März.

Anne Marie von Troß an den Oberleutnant von Loysenr Berlin, am 25. März.

Lieber Helmuth!

Ist es nötig, dir erst zu versichern!, daß du mir jeden Tag willkommen bist? Beruhige den Oberstabsarzt in Bezug auf die dich hier erwartende Pflege. Ich nehme es mit jedem Lazarett­gehilfen auf. Verbände sind meine Spezialität.

Sehr habe ich bedauert, deinen letzten Besuch bei uns ver­fehlt zu haben. Was führte dich nach Berlin?

Anne Marie.

Einen Tag nach Empfang dieses Briefes landete Loysen in Berlin. Er trug den linken Arm in der Schlinge, das war aber auch alles, was darauf hindeutete, daß er einem schweren Reitcrunglück mit knapper Not entgangen war. .

(Fortsetzung folgt.)

Icr KaupLgcwmn.

Erzählung von B. Her w i.

Nachdruck verboten.

Ich habe eine ganz famose Fran schon eine ganze Weile, über zwanzig Jahre, da lernt man sie kennen. Gut ist sie, nicht zänkisch, häuslich und anspruchslos; sic schmort einen brillanten Sauerbraten, will nie Badereisen machen, gibt auch keine Klatschkafsees; sie wäre überhaupt voll­kommen, wenn sie nicht eine Schwäche hätte.

Was sage ich, Schwäche? . . . Nein! Einen Fehler, eine Leidenschaft . . . ein Laster . . . eine Sünde!

Der Teufel sitzt ihr im Nacken und hat ferne Hande festgekrallt, er zieht sie da und dorthin und flüstert ihr ins Ohr rrnd läßt nicht mehr von ihr, nnd sie hat sich ihm ergeben willenlos, bedingungslos, dem bösen, bösen Spiel­teufel !

Ja, dem Lotteriespielteusel!

Ich bin nur ein kleiner Beamter mit festem Gehalt; wir haben keine Kinder dararif pocht sie nun.

Wenn sie eine Berlosungsliste sieht in der Zeitung, an den Anschlagssäulen, im Schaufenster, bei Bekannten dann wird sie unruhig, dann wird sie wild.

Anfangs ließ ich sie ruhig gewähren, aber dann wurde es zu toll. / ,. .

Bitte, bitte, lieber Alter, kaufe es mir, rrur noch dres eine Los... es sind ja ganz famose Chancen. Nur zehn Mark, das ist doch nicht zu teuer. Denke bloß, wenn wir Kinder hätten !"

Mit diesen Argumenten kam sie häufig. Was> glauben Sie wohl, kosten mich die Kinder, die ich nicht habe?

Wieder einmal gab ich nach, und wenn ichs mcht getan hätte, wäre sie heimlich hingegangen und würde den letzten j Spargroschen geopfert haben.

Es ist nun einmal meine Passion," sagte Albertine und so kaufte sie das Los und legte es zn den übrigen in die oberste Kommodenschublade. Darin stand ein ver­schlossenes Kästchen, angesüllt mit den bedruckten, ominösen/ kostspieligen Zettelchen: Braunschweiger, Mecklenburger/ Hamburger, Dresdener Pferdelotterie, Rotes Kreuz, Donn I bau . . . ohne Ende, ohne Ende.

| Tie Ziehuugsterminc nahten heran, einer nach dem

IV.

Marie Anne von Recknitz an den Oberleutnant Helmuth von I Loysen:

Liebes, gutes Brüderchen!

Mit dem größten Bedauern erfüllt uns die Nachricht von dem Unfall, den bit erlitten. Die Kinder, namentlich dein Paten- fohn, waren ganz außer sich. Lilly kocht den ganzen freien Nachmittag Salben ans unmöglichsten Ingredienzen, um Onkel I tzelmis Arm wieder zusammenzuleinien. Gott sei Dank, daß I cs noch so ablief, es hätte dir Schlimmeres geschehen können, | als ein Armbruch. Hast du rechte Schmerzen? Geht die Heilung I gut von statten? Lieber Bruder, komm doch zn uns, sowie du kannst und darfst nnd ich pflege dich hier völlig ans. Es I ist wirklich schlimm für uns, daß dir Dobrau nnd Berlin so nahe sind nnd Bardes so weit liegt. Weißt bu, Böser, überhaupt noch, wie es in Schlesien aussieht? Ich werde schon eifersüchtig auf Anne Marie, die so viel mehr von dir sieht als ich. Früher kamst hu häufiger, bist du dir dessen bewrißt? Da war dir Bardes noch ganz die Heimat. Djaß es dir Heimat bleibe, darum bittet auch Konrad, und hat er nicht ein Recht, es zu fordern? | Was unsere so früh verwaiste Kindheit Frohes und Liebes bot, I hier haben ivir es durch Kvnrads vormundschaftliche Güte ge­nossen und ein lieberes Los, als das, als sein Weib hier bleiben zu dürfen, konnte mir nicht fallen. Ich weiß auch, du hängst I noch an ihm und wirst mich nicht umsonst einladen lassen-

Biel Neues gibt es nicht zu berichten. Unser Kadett wird I in vier Wochen zum Osterfest ertvartet. Die Geschwister staunen I ihn immer an in feiner schmucken Uniform. Er macht dir keine | Schande und lernt fleißig. Möchte er. deinen und Vaters Namen | immer in Ehren tragen und dir so recht ähnlich werden. Unser I Heinzelmännchen soll dem Bruder nächstes Jahr ins Korps I folgen, der Heine Dicke ist ja noch mehr Soldat als Helmi. Lilly ist jungenhaft wild und unser Nesthäkchen Annchen ein süßer Fratz. Ach, lvenn Anne solch ein Kind hätte, wie dies, ihr Patchen! Mein guter alter Brummbär ist gesund und frisch und von früh bis spät tätig. Einen schönen neuen Kuhstall | haben wir gebaut.

In der Nachbarschaft hat sich mancherlei, verändert, doch ich fürchte, es interessiert dich nicht vielleicht aber doch der ! Berkaus von Hochwerth. Graf Trauen! hat es an einen geadelten I Bankier, Baron Ellenheim, verkauft unb ist mit Komtesse Henny nach Brauustadt in eine Billa gezogen. Man sagt, seine Söhne | brauchten zu viel Gelb. Der Verkauf tat uns sehr leid. Wir vergessen boch nie, daß, Hochwerth unserem Urgroßvater Loysen gehört hat. _

Stehst bu noch mit Wilhelm von der Haibe in brieflichem Berkehr? Einst war ja die Freundschaft groß. Körperlich soll es ihn« leider recht schlecht gehen, aber pekuniär ist er nicht mehr ! in so großer Sorge. Tas Gut rentiert sich jetzt. Als er noch in ! Not lvar, hat ihn« Konrad freundschaftlich seine Hilfe als alter Freund und Nachbar angetragen, aber Haide lehnte freundlich ab. Er ist wohl ein selten liebenswürdiger Mensch, wenn auch etwas sonderbar pietistisch.

Mich rufen Mamsell und Gärtner in die Wirtschaft. Laß