Mittwoch den 8. Mi

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John Darrows Tod.

Roman von Melvin L. Severy,.

(Nachdruck verboten,)

(Fortsetzung.)

Maitland, den iHv Bericht etwas in Aufregung versetzt zu haben schien, sagte %u ihr:Da er Ihnen ein solches Versprechen abnötigte, haben Sie natürlich keinen Z:veifel, daß Ihr Vater nicht zurechnungssähig lixtt, wenigstens zu der Zeit, als er so mit Ihnen redete?"

Florence versetzte nachdenklich:In der Tat, das bezweifle ich sehr. Mein Vater sprach ja sonderbare Dinge, aber ich habe nie etwas bemerkt, das auf Geistesgestörtheit schließen ließ. Natür­lich bin ich wohl nicht die geeignetste Person, hierüber ein maß­gebendes Urteil zu fällen."

Maitlands Gesicht verdüsterte sich, während er fragte:tote wollen doch wohl damit nicht sagen, daß Sie Ihr Versprechen als irgendwie bindend ansehen?"

Und warum nicht?" rief sie erstaunt.

Weil das Versprechen so unnatürlich erscheint, daß es allein schon" zur Genüge ein Beweis einer anormalen geistigen Ver­fassung ist."

Ich kann Ihrer Ansicht über den geistigen Zustand metnes Vaters nicht beipflichtcn," versetzte Florence fest:doch Sie mögen recht haben: nu« das weiß ich, daß ich wenigstens nicht geistig krank war, und daß ich ein Versprechen gegeben habe. Sollte es mich mein Leben kosten, mein Gelübde zu halten, ich wüiche keinen Augenblick zögern. Haben Sie vergessen, daß die letzten Worte meines Vaters waren:Leb wohl! Halte dein Ver­sprechen!" Bei diesen Worten blickte sie Maitland an und stutzte ein wenig, als sie den schmerzlichen Ausdruck auf seinem Gesichte bemerkte.Sie meinen, eS1 betöre mich ein trauriger Wahn," sagte sie zur Entschuldigung:und es mißfällt Ihnen, daß ich mich nicht eines Besseren belehren lassen will. Denken Sic, was mein Vater für mich gewesen ist, und dann fragen JSie sich, ob ich sein Vertrauen je täuschen könnte. Sich die Sache in Gedanken auszumalen, ist ja im besten Falle peinlich; die Ver­wirklichung mag für ein gefühlvolles Weib unsäglich schrecklich fein ich wage es nicht, sie auszudenken! Wollen wir nicht von etwas anderem reden?" ,

Eine ganze Weile blieb Maitland still, und auch tch unterorach das Schweigen nicht. Endlich sagte er:Wir wollen hoffen, daß, wenn der vermeintliche Mörder gefaßt wird, die Entdeckung durch einen Mann geschieht, der nicht zuläßt, daß Sie sich selbst oder ^zhr Vermögen zum Opfer bringen." Florence warf ihm einen raschen Blick zu, denn seine Stimme war. ungewöhnlich rauh, und unverkennbar hatte sich eine trübe Stimmung seiner bemächtigt.

Sie schien wir darüber sehr betroffen zu sein, und tch überlegte, ob ich nicht besser täte, sie beiseite zu rufen und ihr auseinander- zu'etzen, daß er manchmal die Beute folcher Stimmung sei, als er wieder das Wort ergriff und, als fei er gar nicht gewahr geworden, welchen Eindruck er gemacht hatte, fortfuhr:Sehen Sie auch, tote gut die Polizei ihre Annahme eines Selbstmords gestützt hat? Wie

immer wird aber auch diesmal ihr Werk Angriffspunkte bietenl Diese müssen wir ausfindig wachen, um ihre Schlußfolgerung über den Haufen zu werfen. Die Versicherungsscheine, die sie zu lesen keine Zeit hatten, müssen wir uns genau ansehen. Ferner untere liegt es nach dem, was Sie mir erzählt haben, kaum einem Zweifel, daß Ihr Vater irgend welche Erklärungen über Ver­hältnisse, .über die er Sie bisher im Dunkeln ließ, hinterlassen hat, eine Aufzeichnung, die Sie nach seinem Tode lesen sollen. Ohne Verzug sollten wir diese Frage erledigen. Die Papiere befinden sich hier oder in den Händen seines Sachwalters. Lassen Sie uns zuerst hier nachforschen."

Seine Privatpapiere," sagte Florence, indem sie aufstand und voranging,liegen im Schreibtisch in seinem Arbeitszimmer."

Bitte, einen Augenblick," sagte Maitland,ich muß Sie noch etwas fragen, das ich leit einer Stunde auf der Zunge hatte, aber immer wieder unausgesprochen gelassen habe. Ich glaube, daß Ihr Vater vergiftet worden ist. Es ist notig, das Gift, wenn solches vorliegt, zu analysieren und die Wunde einer gründlichen mikroskopischen Untersuchung zu unterziehen. Ich ich bedaure, Ihnen Schmerz zu bereiten aber um meine Zwecke zu erreichen, ist es unbedingt erforderlich, den verletzten Teil wegzuschneiden. Dürfen wir dies tun ?, Die Polizei wird uns auf Grund ihrer Selbstmordtheorie dabei kaum Hindernisse in den Weg legen, es handelt sich also allein um Ihre Zustim­mung, Fräulein Darrow."

Einen Augenblick blieb Florence die Antwort schuldig. Sie fiel vor dem Körper ihres Vaters auf die Knie und küßte leiden-, schaftlich die kalten Hände. Zum ersten Male seit dem traurigen Ereignis fand sie Trost in Tränen, und als sie wieder aufstand, iuar eine grpße Veränderung mit ähr vorgegangen. Sie war sehr bleich und griff uac!) einem Stuhl, um sich zu stützen, während sie, von krampfhaftcm Schluchzen, das sie nicht zu unterdrücken vermochte, unterbrochen, auf Maitlands Frage antwortete:Ich ich habe ihm Lebewohl gesagt. Wir'werden nur seinem Gebote folgen, wenn wir kein Mittel zur Entdeckung des Mörders unversucht lassen. Sie Sie haben meine Einwilligung, alles, alles, zu tun, was jener Zweck erfordert. Ich ich weiß, Sie sind so freundlichAber sie vermochte den Satz nicht zu vollenden. Die Nutzlosigkeit aller Freundlichkeit, die traurige Gewißheit, daß ihr Vater auf immer jeder zärtlichen Fürsorge entrückt war, senkte sich wie ein Leichentuch auf ihr Wesen. Das Erwachen, das ich gefürchtet hatte, war eingetreteri. Ihre Hand glitt vom Stuhl herab, sie wankte und wäre zu Boden gesunken, hätte Maitland sie nicht in seinen Armen aufgefangen.

II.

John Darrow s Liebe.

1. Kapitel.

Maitland trug die Bewußtlose in ihres Vaters Arbeitszimmer, und eine Zeitlang bemühten wir uns um sie, ehe sie wieder zu sich kam. Als sie das Bewußtsein wiedererlangt hatte, tooUtcit wir ihre Kraft nicht sofort auf eine neue Probe stellen. Mait­land bestand darauf, daß sie sich ruhig verhielt, während wir beide den Schreibtisch durchsuchten, und eingedenk ihres B-er-