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Von der deutschen Vichter-GedachtimWung.

Tas Jahr 1907 hat der Deutschen Dichter-Gedachtms- Stiftung in Hamburg ungemein große Fortschritte gebracht. Nach­dem die Stiftung, die nur lüber ein sehr kleines Kapital verfügt und größtenteils auf Jahresbeiträge angewiesen ist, in den ersten Jahren nach ihrer 1901 erfolgten Begründung nur wenige Bei­tragende gefunden hatte, haben fid) ihr tnii un® tn

noch vermehrtem Maße 1907 zahlreiche neue Mitglieder ange­schlossen, so dass die Zahl der Mitglieder in diesen Werden Zähren Non etwa 1000 auf etwa 6500 gestiegen ist. T-ie Summe der Jahresbeiträge von Privatpersonen ist insolaedessen von etwa <000 M auf etwa 14 000 M. mti Jahre 1906 und nun 1907 auf

M. auf etwa 14 000 M. in« Jahre 1906 und nun 190/ aus 25 500 M. cmporgeschnellt. Tazu kommen noch die Jahresbeiträge von Körperschaften und Magistraten nnd die Beitrage emer ganzen Anzahl voii Fürstlichkeiten. Hat sich doch un> Jahre 1907 der Deutschen Dichtev-Gedächtnis--Stiftnng nicht nur dm Kaiserin an- aeschlo'sen, sondern auch viele regierende BundesfurWu, an ihrer Spitze "die Großherzöge von Baden und Sachsen-Wemmr, der Hirsoar gent von Braunschweig, die Herzoge von Anhalt, Sachsen- Altenburg nnd Sachsen-Koburg-Gotha, sowie Prinz Hemrich und Prinzessin Irene von Preußen. Tee Stiftung hat die ihr zu- fließenden Jahresbeiträge größtenteils zur Unterstützung kleiner, ländlicher Volksbibliotheken verwendet und hat dafür im letzten Jahre eine Summe von 33864F2 M. ünsgegeben. Dafür hat sie 44 806 Bücher in 37 705 Banden verteilen können. Außerdent hat sie sechs neue Bande ihrer bekanntenHausbücherei" gedruckt und hat von den schon früher erschienenen 21 Bänden dieser Sammlung 17 in neuer Auflage herstellen müssen. Während früher die erste Auflage "dieser Bücher auf je 5000 Exemplare bemessen wurde- (an sich schon eine ganz stattliche Zahl), ist sie letzt infolge des beständig steigenden Absatzes aus je 10 000 festgesetzt worden. Einzelne der früher erschienenen Baude sind bereits in 30 000, ja in 40 000 Exemplaren erschienen, und zusammen mit ihren Volksbüchern", von denen die Stiftung 1907 10 neue Hefte druckte, hat sie bereits fast % Millionen Bände Herstellen können. Ter Kassenabschluß der Stiftung weist infolge dieser lebhaften Steigerung ihrer Tätigkeit und infolge der regen Entwickelung der Ortsgruppen-Abteilung, die überall WerbemÄtelPunkte für die Stiftung zu schaffen sucht, einen Gesamtbetrag von je 144 218 M. 71 Pfg. in Einnahmen und Ausgaben auf, wovon mehr als die Wlfte auf die Verlags-Abteilung entfällt, die, wie es scheint, sich «u einer nicht zu unterschätzenden Einnahmequelle entwickeln wird. Andererseits ist bedauerlich, daß das eiserne Kapital der Stiftung stoch imtner erst 12 532,27 M. beträgt, so daß dessen Zinsen weniger als ein Drittel Prozent der Einnahmen ausmachen! Hoffentlich ersteht der Stiftung einmal ein Krösus, der diesem gemeinnützigen Unternehmen ein letztwilliges Vermächtnis zuwendet. Denn für das Jahr 1908 hat sie weitere große Pläne, und aller Voraussicht nach wird auch dieses neue Jahr eine starke Ausdehnung ihrer Tätigkit mit sich Bringen. . 1907 hat die Stiftung neben einem Einfamilieuhause, das sie schon früher ge­mietet hatte, noch ein zweites beziehen müssen, weil die Zahl der Angestellten sich von 14 auf 28 vermehrte. Der Umkreis der Beziehungen der Stiftung macht es erklärlich, daß so viele An­gestellte erforderlich sind: gibt es doch tatsächlich keinen ein­zigen Berufskveis, mit dem sie nicht in irgendwelcher Verbindung stände. VoM Fürsten bis zum Arbeiter dehnt sich ihr Mitglieder­kreis aus; außerdem "findet ein lebhafter Briefwechsel mit Regie­rungen, Magistraten, Kreisausschüssen, höheren und Volks-Schulen, Babrikbüchereien, unzähligen kleinen Volksbüchereien usw. statt.

in ausführlicher Jahresbericht ist in Vorbereitung. Wir hoffen, daß es der Teutschen Dichtev-Gedächtnis-Stiftung in Ham- hurg-Großborstel auch in diesem Jahr gelingen möge, viele Tau­sende weiterer Mitglieder heranzuziehen beträgt doch der kleinste Jahresbeitrag, für den noch ein Band derHausbücherei" ge­währt wird, nur 2 M. stnd daß sie ihre hohe Aufgabe, unseren Dichtern durch Verbreitung ihrer Werke ein Denkmal in unser aller Herzen zu setzen und die schlichte Literatur durch Verbreitung guter Bücher zu bekämpfen, erfolgreich weiter betreibe! Tie Drucksachen der Stiftung sind von ihrer Verwaltung in Hamburg- Großborstel (Generalsekretär Dr. Ernst Schultze) unentgeltlich zu beziehen. Von ebendorther kann jedermann später unentgeltlich den ausführlichen Jahresbericht für 1907 erhalten; eine Postkarte, auf der dieser Wunsch ausgesprochen wird, genügt. Mitgliedern wird der ausführliche Bericht ohne weiteres zugehen.

Heiter die erste Stelle. Anders stellen sich die Verhältnisse, wenn nH.ni die Lasten des Steuerzahlers vergleicht. Hier be­haupten die Engländer die erste Stelle, denn jeder englische Bürger zahlt jährlich für die Armee zirka 16,80 Mk. Ter französische Steuerzahler folgt mit 13,85 Mk. der Deutsche schließt sich mit zirka 10,70 Mk. an. Ter Holländer zahlt 8,95

Mk., der Schweizer 7,75 Mk, der Italiener 6,90

Mk., der Amerikaner 6,15 Mk., der Oesterreicher 5,60 Mk., der Russe 5,30 Mk. für die Kriegsbereitschaft seines Vaterlandes. Wiederum ein anderes Bild ergibt sich, wenn man das Verhältnis der Ausgaben für die Kriegsmacht zu den anderen Staatsauf­wendungen betrachtet. Hierin marschieren Deutschland und Oester­reich an der Spitze, ein gutes Drittel aller Staatsausgaben ent­fallen auf das Militär. Am wenigsten zahlen Italien und Holland/ die nur ein Siebentel ihrer Staatsausgaben der Armee zuwenden.

* B e i d e nTeuf e t anbete r n". Der englische Arzt Dr. A. Hume Griffith, der mit seiner Frau mehrere Fahre lang unter den Bewohnern Mesopotamiens seinen Berus ausgeübt hat, und von Mosul, das dem alten Niniveh gegenüber liegt, weit durch die umliegenden Länder herum­gekommen ist, berichtet von einer merkwürdigen Sekte, die die Berge in der Umgegend von Mosul bewohnen. Es handelt sich um die Aezidis oder Teufelanbeter, bei deren Scheik er eine Woche zugebracht hat. Der Stamm zählt etwa 20 000 Köpfe. Die Leute wohnen auf Bergfesten und sind geschworene Feinde der Türken, die ihnen wegen der Unzulänglichkeit ihrer Wohnungen nichts anhaben! können, ließet ihre Religion breiten sie den Schleier des Geheimnisfes, und sie wollen nicht zugeben, daß sie den Teufel anbeten; aber es sind genügend Beweise für diese Annahme vorhanden. Ihre Priester sind ganz in weiß gekleidet, und führen immer einen Amtsstab bei sich, auf dessen oberem Ende ein Pfau aus Erz sitzt. Am, Eingang ihres Haupttempels ist eine Schlange abgebildet, die ständig mit Kohle schwarz gehalten wird und der alle die höchste Verehrung darbringen. Jeder Anhänger des Kultes küßt diese Schlange, bevor er den Tempel betritt. Die religiösen Riten, in denen der Hypnotismus eine Rolle spielt, wer­den sehr geheim gehalten und nur in der Zeit zwischen Sonnenuntergang und Sonnenaufgang ausgeübt.. Vor einiger Zeit bemächtigten sich die Türken des Heiligtums der Ueridu und versuchten sie zur mohammedanischen Lehre zu bekehren; da sie damit jedoch keinerlei Erfolge hatten- gaben sie den Yezidis ihr Heiligtum zurück. Die Teufel­anbeter haben eine große Scheu davor, in die Städte herniederzusteigen, obwohl sie öfter zu dem englischen Arzt kamen, um sich von ihm behandeln zu lassen.

*Darnedes Hauses:Glauben Sie mit, nur der Verhei­ratete weiß,'was ein glückliches Leben ist!" Gast:Ganz richtig, meine Gnädige aber dann ist es zu spät!"

Goldene Worte.

Wenn man beim Stich der Biene oder des Schicksals nicht stille hält, so reißt der Stachel ab und bleibt zurück. Jean Paul.

Freude, der man entsagt, schenkt oft Befriedigung höherer Art, schenkt Frieden. * Sean Paul.

Frage nicht, auf welcher Seif sei Recht ober Unrecht. Wenn du schlagen stehst deinen Bruder, steh' ihm bei und dann »lagst du lenes tragen. * Jean Paul.

Wer heutzutage zu einer jeden Lüge pfeifen wollte, müßte stets einen gespitzten Mund haben. * Abraham a Santa Klara.

Vor jedem steht ein Bild des,'was et werden soll:

So lang et das nicht ist, ist nicht sein Friede voll.

Rückert.

Liebe und Freundschaft sind die schönsten Blumen des mensch- lichen Lebens. Wer sie zu pflegen weiß, kann nie ganz unglücklich werden. Goethe.

vermischtes.

C. K. UeBcr das Gewicht der Ausrüstung, die die Soldaten in den verschiedenen Heeren zu tragen haben, gibt die Minerva einen interessanten Vergleich. Am schwersten ist der russische Infanterist belastet, der ein Gewicht von über 59 Pfund tragen muß. Ihm folgt der Italiener mit rund 58 Pfund. Der deutsche Infanterist trägt 55 Pfund, der Oesterreicher 53 und der Franzose 52 Pfund. Am leichtesten ist die Ausrüstung des englischen Soldaten, die nur 50 Pfund Beträgt. In Bezug auf die M ar s chs chne lli g keit Behaupten die Jta-

Rätsel.

Trag ich dich stark auf meinem Rücken, Wirst ferne Länder du erblicken.

Rim setz ein Zwillingspaar in meine Mitte ein, Und unentbehrlich werd ich dir gar oftmals fein.

Gießen. A n g. M u h l.

Auflösung in nächster Nummer.

Auslösung des Rätsels in voriger Nummer: Rettig, Gitter. '

Redaktion: P. Witiko. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.