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Heine Lena u.

Siehst du, wie aufmerksam der Junge ist," scherzte er, nur damit liebe Tochterchände dem Mütterchen an ihrem Ehrentage die Silbevmhrte ins Haar flechten können, hat er das Kind mitgebracht. Nun versuche auch dein Heil, liebe Ellen," fügte er hinzu und reichte ihr den kleinen Zweig. Ich beugte mein Haupt, und meine neue, geliebte Tochter schlang das Diadem um den Scheitel.

Dann saßen wir beisammen, und Ellens Vater, der mit den beiden gefahren war, kam dazu, und bald wußten wir, daß unser Sohn geborgen war tut fremden Lande, und wie sie ihn so lieb hatten, daß.sie ihm ihr Teuerstes anvertrauten.

Darf ich bei dir bleiben, während Rudolf und Papa ihre Reise machen?" fragte mich das liebliche Mädchen.

Ach, könnte ich dich für immer behalten," flüsterte ich.

Aber im Frühjahr," setzte sie aufleuchtenden Blickes hinzu,wenn wir heiraten, dann kommt ihr zu mtS, nicht wahr, liebe Mutter?"

Und sie kiißte mir die Hand und sah mich so sehnsüchtig bittend an.

Will's Gott," sagte ich ernst und feierlich.

Und ich hoffe, er wird nichts dagegen haben im Frühjahr wollen wir hinüber fahren.

Air- und Einsichten.

Eine kleine Zahl von Büchern durch und durch zu kennen, so daß inan sie nur in die Hand zu nehmen braucht, um ein Nach- einpfmden der Genüsse ungezählter Lesestunde» zu habe», das ist edler und befriedigender als ein ganzer Kops voN vager Erinner- nngeii an tausend Büchertitel ruid Dichternamen.

Hermann Hesse.

Bnchstaben-Einschieb-Rätsel.

Es sind 9 Wörter zu suchen von der unter a) angegebenen Bedeutung Seht man diese Wörter (je 3 Buchstaben) zweimal nebeneinander und schiebt einen Buchstaben dazwischen ein, so ent­stehen zwei neue Wörter von den unter b) und c) angegebenen B^eutungen. Die eingeschobeneil 9 Buchstaben ergeben zusammen- gestellt den Namen einer berühmten Verlagsbuchhandlung. lBei- spiel: Ode m ode a) Ode (zweimal); b) Odem; <-) Modest

1. a) Wärmegrad, b) Teil des Baumes, c) Farbe;

2. a) Zur»!, b) Blutgefäß, e. Blume;

3. a) Waffe, b) Markgraf, c) märchenhafter Riese;

4. a) lateinischer Gruß, b) französisches Vorwort; c) lateinische Warnung;

5. a) Gemahlin des Aegir, b) Schriftsteller, c) Hebewerk;

6 lerI* 9J]a6' b) ehemal. Erzherzog; c) Schatz und

7. a) Niederländ. Maler, b) spartanische Heeresabteilung, c) Gott;

8, a) englische Insel, b) Stammvater der Menschheit, c) rnsstsche Stadt;

9. a) türkischer Name für Dnjeper, b) Gebrauch, c) Neger­stamm tu Westafrika. hb.

Auflösung in nächster Nummer.

Austösung des Quadrat-Rätsels in voriger Nummer;

Reue Kalender.

Als Jubilar Pocht diesmal derMünchener Kalen, rf* ^ahr 1909" an die Türen seiner Freunde, die

sem erstes Erschetrieit vor 25 Jahren begrüßt, und die ein Viertel lahrhunderr ihm Treue gehalten haben. Freilich als er vor drei Lustren' bte gewohnten Gleise der Kalenderliteratur zu ver- ME »Nb außer dem Ka endarium lediglich mehr Wappen- uns»' Wappenbeschrerbungen zu bringen begann, da mögen manche zwei- sFud den Kopf geschüttelt haben in der Meinung, daß ein solches Kalenderunternehmen kaum eure Zukunft verspreche Dochk

derMünchener Kalender" hat nicht bloß seinen Platz in der Kalenderltteratur mit Ehren behauptet, er hat sich Tausends' Freunde m den weitesten Kreisen erworben; er ist einern^ artzges deutsches Wappenwerk und nt Tausenden Familien estr' tiebes Schmuckstück ihres Heuns geworden. Das verdankt er aber vor allem dem einmütigen Zusammenwirken des ausae-i zeichneten Professors Otto Hupp, der die künstlerisch-heraldische Ausstattung und des Kgl, Preußischen Geh. Kanzleirats Gustav i>1« -^faffung des Textes übernommen, und: laft no. least der Verlagsanstalt vorm. G. I. Manz die ihm regelmäßig eine typographisch vorzügliche, tadellose Aus- gestaltung zu verleihen verstanden hat. So zeigt denn der neue to8 1Y09 ?uf seinem Titelblatte ein offenes, von' Soinen behütetes Portal und zwischen dessen Säulen, von geflügelten' Engeln gehalten, das von einem stilisierten Lorbeerkranze um­gebene Münchener Stadtivappen, während unten sich der Aus- blm tu eine von einer Gebirgskette abgeschlossene Landschaft ^öffnet. An Jnhlalt bringt der neue Jahrgang zunächst daA üs^elt- < ^rrzoge von Sachsen-Meiningen und dann,- dNouatstafeln, die Stammwappen der Ge- schlechter Feilitzsch, Juelich, Landschad von Steinach, Lehndorfs Leuchtenberg, Manteuffel, Polheim, Schafsgotsch, Spanheim, Vel- denz, Beltheim und Wolckensteiu mit erläuternden Texten. Dusch' ^ubilaumchahrgang umfaßt nunmehr dieses eigenartige' deutsche Wappeiiwerk tm ganzen die Stammwappen von 13 deut- "nd von 183 deutschen Fürsten- und Grafeu- geschlechterm ^ätttt^t^ in meisterhafter Blasonmerung dargestellt ntt,r fachmännischen Erläuterungen versehen. Mit dem großen st auch derKleine Münchener Kalender 1909" erschienen und auch er wird wieder vielen ein lieber, treuer Begleiter fein.

VsrMkschßs»,

* Die Witwenfahne. Während in Europa die Sitte es übernommen hat, mit dem üblichen Trauerjahr die Zeit des äußeren Schmerzes zu bemessen, mit dem die Witwe den ver­storbenen Mann betrauert, liachdem die Stämme des franzö­sischen Kiongogebietes nicht die Zeit, sondern den Wind zum Richter ihres Leides. Wenn der Gatte stirbt, hißt die Frau vor ihrem Hause eine Fahne an einer langen Stange. So lange der Stoff der Flagge intakt bleibt, darf sie sich nicht verheiraten. In dem' Augenblick aber, da der Wind oder der Sturni und Mtterungs- nnflüsse das Tuch ein wenig zerfasert, gewinnt sie das Recht, einem anderen Manne die Hand zum neuen Bunde zu reichem v'ür die Eingeborenen gibt sich in denk Schicksal der Flagge der Wille der , Götter kund und nie hat man es erlebt, daß eine ällzu Verliebte cs gewagt hätte, der natürlichen Zerstörung der Fahne nachzuhelfen. Furchtbare Strafen wären ihr Los. Nicht selten fügt es das Schicksal, daß ein frischer Sturmwind bereits Zu,, per ersten Trauernacht die neue Fahne zerfetzt; dann ists der Gotter Wille, daß sie ohne dem Toten nachzutrauern über ihre Zukunft entscheidet. Andere dagegen, weniger Glückliche, finden rm Wind und im Sturme keine Bundesgenossen und müssen oft lahrelangtrauern", ehe die Fahne beit ersten Riß zeigt.

* Die Herstellung neuer Ohren. Der Verlust pon Nase und Ohren wird niemals gern empfunden, kann aber durch Unglücksfälle leicht Vorkommen. Unsere Chi- rurgen sind bestrebt, diesen kosmetischen Fehler nach Kräften Au beseitigen, da die Anwendung einfacher Ersatzstücke, wie sie die Bandagisten Hersteller nicht befriedigen kann. Während Nian es inbezug auf Nasen schon zu einer großen Voll­kommenheit gebracht hat, war von einem vollständigen Ersatz, eines verloren gegangenen Ohres noch nichts bekannt. Um so erfreulicher ist die Mitteilung von Professor Dr. Schmie-

in derBerl. Klin. Wochenschrift", dem es gelungen ist, ein Ohr, das durch einen Sandwagen abgefahren wor­den war, wieder herzustellen. Der Ersatz, war um so schwerer, Ech i>as, Knorpelgerüst nicht mehr vorhanden war. Als Ersatz für letzteres benutzte er den Knorpelteil des rechten, Rippenbogens, aus dem eine ohrmuschelförmige knorpelige Scheibe herausgeschnitten wurde. Diese hüllte er In einen großen Hautlappen von unterhalb des Schlüssel- »eins ein und brachte das Ende mit dem knorpeligen Stück an den richtigen Platz, wo das neue Ohr sitzen sollte. Bei leichter Rechtsneigung des Kopfes und bei über den Kopf g-schlnugenem Arm ließ sich das leicht machen. Als das neue hr angeheilt war, wurde der .Hautlappen vollständig ab- geschnttten. Wie aus den Abbildungen hervorgeht, ist das Resultat em sehr befriedigendes, und es besteht auch die Hoffnung, daß das kosmetische Ergebnis in einem ähn­lichen Falle noch ein besseres sein wird, da die Verwendung des in meser Weise herbeigeholten Knorpels für ein neues Ohr noch nicht bekannt war und sich die Methode bei weiteren Erfahrungen naturgemäß vervollkommnet.

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Redaktion: B. W l t t k o. Rotationsdruck und Verlas der B r ü h l 'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.