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bev Publikums dein Spott und der Verhöhnung ausgesetzt. Es lag dies in der Art ihrer Organisation und der Frettvülrgkeit des Beitritts, sowie in der Verschiedenheit der Altersklassen. Sie mußte äußerlich vor dem geschulten Militär abstechen. Tw Disziplin litt unter der persönlichen Bekanntschaft. Wenn auch die nötige Achtung dem Vorgesetzten gegenüber m den Statuten empfohlen wurde, so blieb doch das Verhältnis des Vorgesetzten zu dem Untergebenen ein vertrauliches, ein -Verhältnis lute da» zwischen jenem bai-erischen Hauptinann und seinen Untergebenen, der seinem Vorgesetzten im kritischen Augenblick zu sagen wagte. „Herr Hauptmann,' mer wolle Kehrt machen.
Mit dem 1. November wurde durch Verordnung bie ttn Edikt vvin 6. März angekündigte Einrichtung einer gesetzlichen Bürg erwehr bestimmt, „da den seither bestehenden Vereinigungen feste Gestaltung und förmliche Anerkennung ab- ginge, sie daher nicht ben Zweck einer geordneten Bewaffnung erreichen konnte". Zwecks Überleitung der bestehenden Burger- garde zur Bürgerwehr wurde bestimmt: „Mir die Biirgerwehr, welche sich schon gebildet hat, kann die Anmeldung durch Ueberceichung einer Bestandsttste von Seiten des dernmligen Oberanführers stattfinden, welche die Wirkung persönlicher Er- klürimg des Einzelnen hat." Ein^ Vewrdnung des Großherzog- lichen Ministeriums des Innern vom 4. November bestimmt: „In den Garnisonsorten ist der Kvnlmandaiit der Garnpon von jedem Ausrücken der Bürgerwehr zu beitachrwstigen Zur Zu- famnicnbernfung der Bürgergarde mittelst der Trommel oder de^ Signallwrns dürfen die Signale nicht gegeben werden, welche für das im Orte befindliche Militär vorgeschrieben Und. Um den Plan einer Verbrüderung der Bürgerwehren von Gießen, Lich, Butzbach, Marburg, Wetzlar zu bewerkstelligen, wurde auf Sonntag, deti 26. November, eine Zusammenkunst nach Gießen VcmbTcbet.
Tie Bürgerwc h r ist gegen das Ende des Jahres 1848 selten in Tätigkeit getreten. Es lag dazu fctum eine Veranlassung vor. Ruhig sah man dein Schlüsse des Jahres entgegen:. man harrte der Tinge, die der Völkerfrühling des Jahres 1849 bringen werde. -e-.
Vermischtes.
* Der menschliche Fuß als Greiforgan. Im tvürttembergischen anthropologischen Verein zeigte Geh. Rat Dr. v. Bälz, daß der menschliche Fuß, ähnlich wie die Hand, ursprünglich eilte Fähigkeit zum Greifen hat und heute noch, wenn diese Anlage nicht durch naturwidriges Schuhwerk ertötet wird, sie ausbilden kann.- Die bei uns- geltende Ansicht, daß der menschliche Fuß lediglich als Stütz- und Gehorgan dienen solle und daß eine etwa vereinzelt sich äußernde Fähigkeit zum Greifen ein Atavismus sei, ist die Folge einer auf die europäischen Völker beschränkten Betrachtungsweise. Bei andern Völkern ist diese Fähigkeit noch vielfach ausgebildet. Bedingt ist sie durch weiteres Abstehen und Kürze der großen Zehe, sowie Hebung gewisser Muskeln, die bei uns fast nur noch rudimentären Charakter haben. Der Fuß hat dann größere Aehnlichkeit mit der Hand. Diese Fußform findet sich vielfach bei den arbeitenden Klassen in Japan und besonders in Tongking. Die Chinesen nannten daher bezeichnend bei ihrer Eroberung Tongkings vor 4000 Jahren die dortigen Bewohner „Gabelzeher". Indessen ist die Anlage auch bei Europäern an sich vorhanden und kann auch da zu bedeutender Kraft und Geschicklichkeit entwickelt werden. Das zeigen nicht nur Ausnahmefälle von armlosen Menschen, die mit den Füßen schreiben (der Historiker Prof. Lohmeher in Königsberg war so ein Armloser. Red.) malen oder Violine spielen, sondern zahlreiche Fälle von Europäerkindern, die in Japan nach dortiger Sitte barfuß aufwachsen. Bekanntlich zeigt auch der griechische Fuß noch einen Abstand zwischen der großen und der zweiten Zehe. Der Fuß erhält durch diese größere Beweglichkeit auch einen viel sicherem und festern Auftritt. Entwicklungsgeschichtlich schließt der Redner aus diesen Beobachtungen, daß der menschliche Fuß, dieses charakteristisch menschliche Organ, nicht ans dem Umweg über die Affenhinterhand entstanden ist, sondern daß etwa von einer gemeinsamen Form nach der einen Seite die Affenhand, nach der andern der menschliche Fuß sich entwickelt habe.
* Eine Besteigung des G a u r i s a n k a r. Dr. T. G. Longstaff ist von seiner großen Expedition in das Himalaja-Gebirge mit seinen Genossen Major G. Bruce Und dem Sekretär des „Alpine Club", L. Mumm, nach London zurückgekehrt und erzählt, wie aus London gemeldet wird, folgendermaßen von seiner Gaurisankar-Be-
steigung: „Mit uns waren zwei italienische und ein Schweizer Führer, ein eingeborener Offizier und acht Scharfschützen des 5. Regiments. Ursprünglich war es unsere Absicht, das Ziel unserer Reise, den Gipfel des Ganrisankar, von der tibetanischen Seite zu erreichen, doch es stellte sich heraus, daß dies deshalb nicht möglich war, weil die heimische Regierung jedem Reisenden das Heberschreiten der Grenze verboten hatte. Unser Platt wurde demzufolge dahin geändert, daß wir uns ent-, schlossen, nach Zentral-Himalaja zu gehen, nach Garhwak, unt von da nach dem Trisul vorzudringen. Nach Durch- schreitung des Nishi-Tales begannen wir den Aufstieg. Nach zwei Tagesmärschen längs des Gletscherkanals stiegen wir am 7. Juni die Schneeabhänge hinaus und erreichten noch am Abend desselben Tages eilte Höhe von 20 000 Fuß, Als nach drei Tagen keine Besserung des Wetters eintrat,- mußten wir, gezwungen durch die härtesten Entbehrungen, bis zu einer Höhe von 11600 Fuß absteigen. Am nächsten Morgen erreichten wir die Höhe unseres ehemaligen Lagerplatzes, doch rasteten wir erst in einer Höhe von 21000 Fuß. Je mehr wir uns der Spitze näherten, desto mehr versanken unter uns die Bergriesen, mit Ausnahme des Nanda Devi, dessen gewaltige Südabhänge wegen der Steil- heit eisfrei waren. Nach zehnstündigem Steigen erreichten wir den Gipfel. Der Ausblick, der sich mir bot, rst fast unbeschreiblich. Ich glaubte, in die Hnendlichkeic zu sehen. Tausende Fuß unter uns waren gegen Süden die bewaldeten Hügel von Kumaon, während sich gegen Westen der Horizont ins Hnendliche schob. .
* Ein Brieswechsel zwischen Sch ule und Haus. „Sehr geöhrter H. Lehrer! Ich entschuldrge freundlichst meinen Sohn Max. Derselbigte rst krankheitshalber geschäftlich verhindert, nicht in der Schule zu kommen. Mrt Hochachtung A. B., Milchgeschäft." — „Herrn B. ersuche ich um die genaue Angabe des Grundes, ans welchem Max die Schule versäumt hat. Daß er krank war und deshalb! im Geschäft helfen mußte, ist doch nicht anzunehmen. A. M., Lehrer." — „Geöhrter Herr Lehrer! Wenn Sie so was nicht begreifen, das sieht doch ein Blinder, daß meine Frau krank war und mein Sohn Max deshalb ms Geschäft helfen mußte. Deun in Bett liegen mit nasse Hm- chläg auf den Kopf und Halsentzündung m die ^-uße nebst eine Wärmeflasche daran wegen Schüttelfrost, da kamt der Mensch nicht Hintern Ladentisch stehen und Mrlch verkaufen, und Butter zu billigsten Preisen und das hat mein Sohn Mar getan. Aber Frühstücksmilch austragen m die Häuser, da is die Lina gegangen, wo schon aus der Schule is, und wenn Sie das nich einsehen, da thun mich vor die Jungens leid, wo zu Ihnen in die Schule gehen, was sollen die woll lernen? Es grüßt ^huen nut Hochachtung A. B., Milchgeschäft, billiger wie jcber Konkurrent — Tatsächlich vorgekvmmen. Nur wollen die „Hess. Schulbl." mts Schonung den Namen des Orts nicht nennen*
Goldene Worte.
Lew Lasten dir das Leden auh so trage! ,
Das mehrt die Krait und läßt den Mißmut weichen, Ein sröhlich Herz ist echter Mannheit Zeichen,- Tein siechen Schwächling nur geziemt die Klage.
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Götter ahnen, Götter dichten, Götter menschenähnlich bilden Ist die Kunst, mit der der Mensch sich langsam anierzicht vom Wilden Bis zum sieggekrönten Meister aller Mächte seiner Erde, , Daß dereinst er selbst Erstiller seines GöttertrauincS werde. Wilhelm Jordan.
Rätsel.
Mein würzig belebender Wohlgeschmack Erquickt dich nach manchem schweren Gelag. Doch lieft du mich von Hinten nach Vorn, Bin ich in Diebes Ang ein Dorn.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: Ost, Rost, Trost.
Redaktion: P. Wittko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steiadruckerei, R. Lange, Gießen.


