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das Königreich Sachsen zn denen der Kleinen. Den östlichen Kleinen stellt Demker die westlichen gegenüber (Südfrankreich) und die südlichen in Süditalien, Sizilien, Korsika, Sardinien. Sie repräsentieren die ibero-insulare Rasse.
* Eine lustige Geschichte erzählt der „Reichenh. Grenzb": Stand da ein Landmann aus dem Zsärwinkel vor einem Hutgeschäft in München und schaut mit halb scheuen, halb begehrlichen Blicken auf die ausgestellten Waren, besonders auf die zahlreichen Panamahütö. Bald gesellte sich ein Münchener dazu, dem die gesunde Farbe des Jsarwinklers und seine treuherzigen blauen Augen gefallen, und sie unterhalten sich über die hohen Hutpreise. „Js a net schlecht," sagte der Agrarier kopfuickend, „bei uns dahoani hamma dös Stroh umsonst und da kost' der Bund 75 Pfennig." Er wird nun darüber aufgeklärt, daß das ein ganz anderes Stroh sei als das feinste bayerische. Und allmählich erwacht in ihm die Lust, sich solch ein Staatsding zuzulegen, aber es schien ihm nicht geheuer, in ein so großes Geschäft zu gehen. Der Münchener erbietet sich natürlich, ihn zu begleiten, und beide landen dann auch schließlich beim Lager der Panamahüte. „Zoagens mir amol die billigsten von beite Dinger!" Er besieht sich die Imitation zu 4 Mark, dann die „billigsten Echten" zu 8 Mark usw., die man einrollen und in die Tasche stecken kann. Das gefällt ihm alles sehr gut, aber als er hört, daß so ein Hut mindestens 16 Mark kostet, betrachtet er ihn voir allen Seiten und gibt ihn endlich zurück, der Hut wäre noch gar nicht fertig. „Wieso?" fragte der verdutzte Verkäufer den etwas hastig gewordenen Kunden. „Der Huat muß rechts und links zwo« Löcher ha'm, damit der Ochs die Hörndln durchstecken kann, der wo 16 Mark für den Strohhut zahlt!" Sprachs und ging Pfiffig lächelnd aus dem Laden.
* Wie Frauen demonstrieren. Die Frauenkundgebungen, wie sie in England an der Tagesordnung smd, nehmen mitunter eigentümliche Formen an. So fand vor längerer Zeit in Rußlanc, eine Kundgebung gegen das Korsett statt. Auf einem langen Wagen wurden zwei Frauen hernmgefahren, deren nackte Oberkörper die natürliche und die durch das Korsett verunstaltete Form der Büste zeigten. Die eine war ein schönes junges Mädchen, das nie im Leben ein Kvrsett getragen hatte; die andere eine durch das Korsett entstellte und vorzeitig gealterte Frau. Gleichzeitig wurden Bilder verteilt, die die Wirkung des Korsetts in ähnlicher Weise darstellten. — Gegen eine andere weniger verwerfliche Torheit protestierten die Frauen in Alambama. Dort hatten sich die jungen Mädchen angöwöbnt, beim Radfahren männliche Kleidung zu tragen. — Um ihnen das zu verleiden, steckten die Frauen, der Stadt eine Negerin in Männerkleidung und zwar eine knallrote Bluse und blaue Hose mit weißen Streifen. Dann wurde die Negerin auf ein Rad gesetzt mit dem Auftrag, hinter allen jungen Mädchen herzufahren, die in Männerkleidung auf dem Rade fuhren. Das half, denn die entsetzliche Kleidung der Negerin wirkte so abschreckend, daß die jungen Mädchen überhaupt alle Lust am Radfahren verloren. — Solche Kundgebungen sind durchaus kein Vorrecht der Frauen. In einer ungarischen Stadt haben kürzlich die Männer eine erfolgreiche Kundgebung veranstaltet. Der Grund dazu war, daß die Frauen Pompadours in die Theater mitzunehmen pflegten, die das Opernglas, das Taschentuch und das Konfekt enthielten. Die Pompadours wurden an die Lehnen der Sitze gehängt und dann ivurde während der Vorstellung lustig daraus Konfekt geknabbert. Eines Abends aber hatten sich auch alle Männer ihr „Pompadour" mitgebracht. Es war von ziemlich großem Format und enthielt reichliche Eßvorräte, sowie Schnupf- und Kautabak. Während der Vorstellung wurde dann das Abendbrot verzehrt und lustig Tabak gekaut und geschnupft! Seit dieser Zeit waren die Frauen Dom. Mißbrauch des Pompadours geheilt.
* Die nackten Heiligen des Himalaja. Es ist bereits viel erzählt worden von den Mahatmas, jenen buddhistischen Heiligen, die auf deu Höhen des Himalaja in unzugänglichen Höhlen wohnen. Doch war bisher noch niemand bis zu ihnen vorgedrungen, so daß ein Bericht der Hindustan Review von besonderem Interesse sein wird, da hier vier kühne Reisende ihre Begegnung mit, diesen Einsiedlern schildern. Sie waren in eine unwirtliche und unzugängliche Höhe emporgestiegen; man hat ihnen die ungefähre Richtung angegeben, in der sie gehen sollten, über lange fanden sie nichts. „Da endlich! Auf einem steinernen Felsen lag in gebückter Haltung in dem ungewiß zitternden Licht der bleichen Sterne ein schöner alter ehrwürdiger Mann. Sein langes weißes Haar und sein herab
fließender Bark waren von den herabfallenden Schneeflocken bedeckt; sein steiniges Lager mußte ganz mit Eis! überzogen sein. Unbeweglich, erstarrt, mitten in der romantischen Umgebung, in der heiligen Stille dieser feierlichen! Stunde erlaubte ihm seiu ruhiges Hiugegebensein au die beseligeuden Visionen anderer Welten nicht, auf unsere Gegenwart zu achten. Wir sahen ihn atmen, aber die Verehrung, die wir für den Heiligen empfanden, erlaubte nichts sich ihm zu nähern und ihn ztt berühren. Die halbe Stunde^ die wir bei ihm standen, öffnete er nicht einmal seine fest geschlossenen Augen. Nicht weit von der Stelle, wo der! alte Mann lag, konnte inan einen anderen jüngeren Mann! sehen, ausgestreckt auf die gefrorene Erde. Hinter diesem wurde ein dritter Büßer sichtbar; er lag auf seinen Händen und Füßen in solcher Weise, daß sein Rücken den Boden nicht berührte, sein Kopf war weit zurückgesuukeu und das Gesicht blickte starr und verzückt nach oben. Nichts! beschützte diese in heilige Beschauung versunkenen Büßer! vor dem wildheuleuden Eiswind und deut unaufhaltsam! fallenden Schnee, sie waren völlig bloß und hatten nicht einen Faden ernt Leibe, während wir iu unseren dicken Flanellröcken und -Mänteln eine grimmige Erstarrung in den Gliedern fühlten und es vor Kälte kaum aushalterk konnten. .
Literarisches.
=i Pflanzen als Zerstörer des menschlich e n B e s i tz st a n d e s. Wenn auch nicht iu dem llmfange, wie die Schädiger aus dem Tierreich, so fügen doch auch! die pflanzlichen Organismen dem Menschen in seinen: Besitzstände vielfach großen Schaden zu. Die Umfriediguugeü der Grundstücke und die Balken des Hauses werden von den verschiedensten Pilzen bedroht. Die Tapeten der Zimmer, Möbel und allerlei Eßwaren verschimmeln, eingemachte Früchte geraten in Gärungen, Fleischvorräte und! Fische fallen Fäulnisbakterien anheim. Alle diese verschiedenen und oft voll empfindlichen Folgeerscheinungen begleiteten Schädigungen von menschlichen Besitztümern durch Pflanzen zieht Regierungsrat Dr. Otto Appel von der Kars. Biologischen Anstalt zu Dahlem in den Kreis ferner Untersuchungen, die er in dem von Hans Kraemer heransgege- benen Monumentalwerke „Der Mensch und die Erde" (Deutsches Verlagshaiis Bong & Co., Berlin W., Lieferung 60Pfg.) veröffentlicht. „Die Pflanze als Kulturfeind" betitelt sich, dieser wichtige Abschnitt, der wiederuni sowohl in der leicht faßlichen Klarheit des bedeutungsvollen Textes, wie auch in dem staunenswerten Reichtum der Illustrierung alle die Vorzüge aufweist, durch die das großartige Werk sich seinen unbestrittenen Platz! an der Spitze aller derartigen! Publikationen errungen hat. Gleichzeitig bildet der Beitrag von Regierungsrat Appel die Ueberleitung zu der Besprechung der pflanzlichen Mikroorganisn:en in ihrem Verhältnis zum Menschen — ein Kapitel, das zu den wichtigsten der gesamten Menschheitsgeschichte überhaupt zählt.
An- und Einsichten.
Mit wilder Narrheit will ich lieber kämpfen,
Sils mit der Dummheit, die geregelt ist,
Jos. Freiherr v. Slusfenberg.
Rätsel.
Tas Erste ist ein Wassergeist, Genannt in deutschen Sagen; Das Zweite ist ein Bodenmaß, Biel wert in unfern Tagen.
Das Dritte zeigt sich überall, Bald roh, bald kunstbehauen. Das Vierte, Rus des Trauernden, Ist auch als Dorf zu schauen.
DaS Ganze ist ein Städtchen schön, An Eins und Zwei gelegen, Dem Flusse, dessen Wogewall
Dem Rheine eilt entgegen. A. Slmmann. Auslösung in nächster Rnnnner.
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer: - Tonne — Tenne — Tanne.
NedaktiomL Anderson. — Rotationsdruck und Verlag der Blühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckerei, R, Lange, Gießen.


