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Wenn sie einmal mit dem § 823 des Bürgerlichen Gesetzbuches gefaßt worden sind und eine neue Kleidung haben bezahlen müssen, werden sie voraussichtlich den groben Unfug lassen. ______
Was tut eine gute Mutter?
Sie tadelt mmd lobt ihre Kinder nicht in Gegenwart von Gästen.
Sie pflanzt in das Herz ihrer Kinder Liebe zu allem Guten und bewahrt sie vor bösen Einflüssen.
Sie gibt ihnen eine frohe Jugend, damit sie mit Freude an ihre Kindheit zurückdenken können.
Sie lehrt ihre Kinder die Seligkeit des Gebens.
Sie vernachlässigt keines in ihrer Liebe, sondern ist gerecht und gleichmäßig gegen jedes.
Sie hat im Gewähren und Versagen der Bitten ihrer Kinder keine Launen.
Sie läßt das Kind, das sie gestraft hat, fühlen, daß es ihr wehe tut, strafen zu müssen, und nimmt cZ nachher liebreich wieder auf.
Sie bleibt jung mit ihren Kindern.
Sie achtet auf der Kinder Haltung und Gebärden und bekämpft häßliche Manieren.
Sie lehrt ihre Kinder höflich sein gegen hoch und niedrig.
Sie duldet keine Tierguülerei.
Sie lehrt ihre Kinder ihre Lehrer achten und lieben.
Sie duldet nicht, daß ihre Kinder unter sich falsch sprechen.
Sie duldet nicht, daß ihre Kinder gegen Arme und Gebrechliche rücksichtslos sind.
Sie erinnert sich, was ihr in ihrer Kindheit wohl und wehe getan, und erzieht ihre Kinder danach.
Sie gewährt ihren Kindern eine gewisse Selbständigkeit, weil sie weiß, daß eigene Erfahrungen klug machen.
Sie härtet ihre Kinder gegen Wind und, Wetter ab und gewöhnt ihnen auch allzu große Empfindlichkeit gegen die Unbilden des Lebens ab.
Sie lehrt ihre Kinder, daß Hoffnung nicht zuschanden,wirb, wenn auch unsere Wünsche sich oft nicht so verwirklichen, Ivie wir es wünschen.
Vermischte».
* Von der Stellung der Fran in Amerika. Die Frau geuießt in Amerika eine souveräne Stellung in der Gesellschaft, und die Gesetze sprechen ihr ganz besondere Begünstigungen zu, deren jedes Weib teilhaftig wird, das, amerikan. Boden betritt. Schon in der Schule wird den Kindern als oberstes Gesetz Achtung vor dem Weibe gelehrt. Ein Knabe, der einen Akt der Roheit gegen ein Mädchen begeht, wird aus der Schule ausgeschlossen. Daß die Frau ,in Amerika alle möglichen Stellungen bekleidet, zu denen sie in Europa nicht zugelassen wird, ist bekannt, so als Architekt, Bankdirektor, Schiffs- kapitän auf Lustdampfern usw. Immerhin dürfte es aber noch angestaunt werden, daß, wie es sich kürzlich in Neu-Mexiko ereignete, ein weiblicher Gefängnisaufseher, mit dem Revolver in der Hand, sechzehn Verbrecher, die aus dem Gefängnis ausbrachen, in Schach hielt. Die verbrieften Rechte der Frau sichern ihr eine ungemein bevorzugte Stellung. Der Ehebruch der Frau entbindet bei der Scheidung den Mann nicht, für sie auch weiterhin sorgen zu müssen. Den Advokaten der Frau muß der Mann auf jeden Fall bezahlen, so daß jede unbemittelte Frau sofort Rechtsbeistand findet. In Kentucky ist die Mißhandlung der Frau ein Scheidungsgrund, die Mißhandlung des Mannes nicht. Jedem Mädchen wird für ein, vor Zeugen gegebenes Eheversprechen, wenn es nicht gehalten wird, Schadenersatz zugebilligt. Wenn ein Mann ein Mädchen vor Zeugen ms seine Frau vorstellt, so gilt das als vollzogene Trauung unter dem „allgemeinen Gesetze" und die Fran kann alle Ansprüche einer legitimen Frau stellen. Kein Gouverneur wird sich trauen, das Begnadigungsrecht, das er cventl. bei einem Mörder anwendet, für einen Mann zur Geltung zu bringen, der sich gegen eure Frau vergangen hat, denn sonst wäre er Politisch tot.
Mode.
— Frauen besitzen für die Toiletten ihrer lieben Mitschwestern einen äußerst scharfen Blick und eine feine Beobachtungsgabe. Sie vermögen sofort zu erkennen, ob ein Kleid fertig gekauft oder für sie gearbeitet worden ist. Ein nach Maß gearbeitetes Kleid wird aber bekanntlich von jeder Frau vorgezogen, da es an Bequemlichkeit und Sitz den fertig gekauften meist wert überlegen ist. Allerdings ist nicht jede Frau in , der Lage, sich eine teure Schneiderin leisten zu können und sie würde, auf den Vorzug solcher Kleidung verzichten müssen, wenn cs nicht Mittel gäbe, sich selbst seine Garderobe zu fertigen. Allerdings gebt es hierfür nur wenige gute Hilfsmittel. Als ein solches ließt uns die weltbekannte „Lippcrheidesche Modenwelt" (Berlin, W. o5) vor, die ihren Weltruf lediglich dem Umstand verdankt, schicke, elegante Kostüme nach genau ausprobierten Schnitten zu geringen
Prerlen zu bringen-, die es ermöglichen, daß auch des Schneiderns ungeübte Damen sich mit eigen gemachter, gut sitzender Garderobe versehen können. Außerdem sind Normalschnitte in vier Größen erhältlich. Auf den übrigen Gebieten der Frau, als Hauswirtschaft, , Kindererziehung und deren Garderobe, Handarbeit, Gesundheitspflege, ist "dieses Blatt ebenfalls unübertrefflich und von einer großen Reichhaltigkeit. Im Unterhaltungsteil findet man eine gewählte Lektüre. „Tie Modenwelt" kostet bei jeder Postanstalt und Buchhandlung vierteljährlich Mk. 1,25. Mehrerer Nachahmungen wegen achte man genau auf den Titel.
Literarisches.
— W. O. von Horn's Gesammelte Volkserzäh- lungenaus M a j e und S p i n n st u b e. Neu herausgegeben von I. Erler und Ä. Wiegand. Jeder Band geheftet pro Band Mk. 1,—, gebunden Mk. 1.40. 1907 erschienen Band 1—4, von denen enthalten: Band 1: Der Eisgang des Rheines 1730.' Ein Stücklein aus einer trüben Zeit. Unsichtbare Macht. Meine Wege sind nicht eure Wege usw. Band 2: Dorfweise. AuI dem Spessart. Eine Ostenderin. Band 3: Mailehen. Die Elzer, Deserteure. Band 4: Aus der Schmiede. Rheinische Schmugglergeschichte. Erste Braut. Gotteshäuschen von Bacharach. — Die Neuherausgabe der besten Hornschen Volkserzählungen ist mik Freude zu begrüßen, haben doch Prof. A. Stern u. a, m, Horn neuerdings wieder als Meister der populären Erzählung! anerkannt. Zur Pflege gesunden Volkstums, zum Vorlesen für! klein und groß, für Büchereien namentlich auf dem Laude gibt es wenig geeignetere Erzählungen als die Horns.
—Insel-Almanach auf das Jahr 19 0 8. 175 Seiten! mit Beilagen. Leipzig, im Insel-Verlag. Kartoniert 80 Pf, — Zum dritten Male kommt dieser Almanach in die Hände der Literatur- und Kunstfreunde und der Bücherliebhaber und spiegelt von neuem das Bestreben des Insel-Verlages, edlen Gehalt in schöne Form zu fassen, wieder. Besonders reich ist diesmal der Inhalt des sorgfältig ausgestatteten Buches. Es enthält u. a. Aufsätze von Hofmannsthal, Ellen Key, Poppenberg, van be Velde; Gedichte von Hofmannsthal, Ricarda Huch, Wilde, d'Annunzio, Vogeler und dem frühverstorbenen Grafen Wolf von Kalckreuth, linb ungedruckte Briefe von Nietzsche, Goethes Mutter und der Herzogin Elisabeth Charlotte von Orleans (Liselotte). , Aus Goethes Gesprächen findet man die Aeußerungeir des Dichters über die Frauen zusammengestellt. Den künstlerischen Schmuck des Almanachs bilden u. a. Zeichnungen von Ludwig von Hofmann, Vogeler und Tiemann. Für den am Schluß befindlichen Verlagsbericht hat der Insel-Verlag das goethische Ge- leitwort gewählt: „Laßt uns doch vielseitig sein! Märkische Rübchen schmecken gut, am besten gemischt mit Kastanien, und diese beiden edlen Früchte wachsen weit auseinander.
Aphorismen.
Von Helene Berg.
Wahre Gedaickenst-eiheit gipfelt in der rechten Auffassung und Erkenntnis des Lebens; schaue nicht nur in dich —' schaue auch um dich.
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Tie reinen Gedanken ohne Ziel sind Ahnungen der Seele; daß eS etwas Besseres und Höheres giebt, als das Leben des Alltags. d
Frauen geben alles hin — und sind doch reich dabei I Nur bedarf es erst bei ihnen jener Macht, der Kraft, die dazu verliehen ist — der Liebe.
H-
Eine stille Stunde! Ilud das Herz sagt mehr, als es in Wochen eingesteheii könnte, da man nur der Außenwelt gelebt.
Die schönste Liebe — bei der man nicht weiß, warum man geliebt wird. --------—
Magisches Quadrat.
In die Felder nebenstehenden Quadrates such die Buchstaben AAEEEEEHISSSLL R R derart einzutrngen, daß die ivagerechteu imd senkrechten Reihen gleichlautend Folgendes be« deuten:
1. Eine Göttin.
2. Ein Tier.
8. Ein Nahrmigsmittel.
4. Ein Fisch. Auflösung in nächster Nummer?
Auflösung der Königspromenade in voriger Nummer k Wer groß sich dünkt an Macht und an Besitz: Die höchste Eiche ist zunächst dem Blitz; — Und wem weil er gering bleibt, Zweifel nagen r Auch kleine Zweige können Fruchte tragen.
Albert Roderich.
Redaktion: P. Wittko. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


