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Ans Hk eigenen Spur.

Krimi nalxo:> vjk Otto Boeder.

(Nachdruck verboten.)

(Sdiluß.)

Ungleich schlimmer noch erwies sich der krakehlsüchtige Zu­stand des Berauschten; dieser hatte jedes Verständnis über die Tragweite seiner nur zu laut hinausgeschriecnen Worte verloren. Laut brüstete er sich mit feinem Erfolge, prahlerisch erging er sich in ausfchweiienden Schilderungen, wie er in Zukunst sein Leben glan.voll einrichtcu würde. Umsonst blieben alle Bemühungen des verzweifelten Detektivs, den Trimkenen zu beruhigen. Seine Versuche, ihn in einer Troschke unterzubringen, schlugen gleichfalls fehl. Es blieb ihm nur übrig, ihn so rasch wie möglich aus dem Bereich der Selkenbachschen Villa, in der Hoffnung, rntt-rwegs einen willfährigen Kutscher aufzutreibcn, zu bringen.

Schliesslich gingen dem Trunkenen die Beine aus. Ganz verzweifelt lieft ihn Walden in der Tiergartenstrafte liegen und eilte nach dem Potsdamer Platz voran, um dort vielleicht eine Troschke aufzutreiben. Wohl sah er eine solche; doch da mit dem Kutscher ein Schutzmann unterhandelte, wehte er nicht hin- 8utrtt.it, sondern hielt nach einem anderen Gefährt Ausschau. Während er noch dabei war, - tauchte bereits Andreas Witw auf und brachte den Trunkenen mit sich herangeschleppt.

Ich lwrte ihn schon von weitem brüllen", berichtete Wal­de» weiter.Er glaubte noch mit mir zu tun zu haben. Ich wunderte mich nur, daft Rokohl nicht sofort Argwohn fahle und ihn sesthielt, denn er plauderte unser ganzes Geheimnis aus. TamalS stand ich auf bent Scheidewege. Ich hätte ihn seinem Schicksal überlassen sollen. Doch noch hatte er die Dokumente. Das Verlangen nach ihrem Besitz machte mich nn- rurechnungsfähig. So muß es wohl sein, denn wie Hütte ich sonst derartig kopflos handeln können!"

Um jeden Preis wollte der Detektiv den Trunkenen be­schwichtigen. Er sah, wie der entfernende Witte an ihm vvrttber- kam; er sprach ihn sogar an. Tie Wahrnehmung, daft dieser gleichen Hut und Paletot wie er selbst trug, zeitigte in ihm einen verzweifelten Entschlnft. Lange schon war sein Blick auf die matt erleuchtete Apvthekenlaterue nahebei gefallen. Nicht umsonst war er verunglückter Mediziner. So blitzschnell ihm der Gedanke kam, sich Chloroform zu verschaffen, damit den Sinnlosen zu betäuben und ihm den Raub abzunehnren, so rasch war er dabei, den Gedanken zur Tat zu wandeln.

Endlich war der Unselige wieder in meiner Gewalt. Mein letzter Versuch, ihit zur Hergabe der Papiere und seines son­stigen Raubes zu bewegen, scheiterte. Da verlieft mich die ruhige Besinnung und ich bediente mich des Betäubungsmittels. Mit dumpfem Erseufzen verhüllte er die Augen mit der einen Hand. Es war die dunkelste Stunde meines Lebens. Ich kann nur eins sagen: ich dachte gar nicht an die Möglichkeit, daft ich dem Menschen neben mir ein Leid znfügen könnte; ich handelte unter den« instinktiven Drange der sich bedroht sehenden Krea­tur . und als ich zu meinem Entsetzen entdeckte, daft. Schuh-

machcr leblos nach vorne fiel, nachdem ich ihm die Tasche» durchsucht und deren Inhalt in mich genommen, da dachte ich immer noch nicht an die Möglichkeit des Todes. Diese Er­kenntnis kam mir erst, als ich sem Herz nicht mehr klopfen fühlte."

Von jener Stunde an war Walden wie unter fremdem Banne gestanden; rein mechanisch hatte er gehandelt, ohne sich über die Tragweite seiner Handlungsweise klar geworden zu sein. Sich des Toten zu entledigen, schien ihn« die Hauptsache. Dann, als der erschreckte Kutscher davongefahren, entsann cr sich erst, was alles in der Droschke zurückgeblieben war. Halb betäubt war Walden von dannen gegangen; ermattet war er endlich in ein Rachtkasö eingetreten und hatte rein mechanisch die Dokumente durchgesehen; ebenso bestürzt hatte er sie in ein Kuvert gesteckt, mit verstellter Hand die Adreste geschrieben und den Umschlag dann dem Postkasten anverlraut.

Was ich weiter tat um» wie ich handelte, ich kann cs selbst nicht mehr sagen", schlaft er matt.In mir lebte eine Riesenangst, etwas zu verlieren, was mir über alles köstlich erschien nicht Stellung oder Ansehen vor der Welt, das alle- lief; mich herzlich kalt . . . nur vor Einer wollte ich bestehen!" Er schrie cd fast hinaus; doch er wagte nicht, Hermine mit feinem flackernden Blicke zu berühren.Diese Furcht trieb mich vorwärts; sie lieft mich rein Maschinen nüftig handeln, ich weift nicht, ob ich zweckmässig verfuhr oder unklug. Ich war wie ein Nachtwandler, so schrecklich tvar mein Sturz in jener Nacht. Ich weift nur eins und daraufhin will ich sterben und vor meinen Schöpfer treten. Ich wollte nicht morden, sondern mir unschädlich machen und gerade die Erkenntnis, daft mir dies niemand glauben würde, raubte mir den Rest ruhiger Uebcrlegung . . . und die Todesangst in mir macht« mich zum Lügner, zum Falscher> sie erst lieft mich ehrlos werden!"

Erschöpft, am Rande seiner Kraft, hielt cr imte und wollte das Gesicht mit verzagtem Ausdruck darin tvieder der Wand zukehren. Doch da fühlte ex seine Hand schon mit herzlichem Drucke gefasst und als er aufschaute, begegnete er Hermineus gutem Blicke.Wie!" rief er stöhnend,Sie fassen meine Hand jetzt noch!"

Erst recht jetzt", versetzte das Mädchen warn«,denn mir sagt mein Herz, daft Sic die lautere Wahrheit gesprochen haben- Freund Walden.... und diese selbe Wahrheit werden Sie auch Ihren Richtern sagen und man wird Ihnen glaul>en."

Mir aus der Seele, gesprochen!" siel Rat Hansemann ein, dem eine Zentnerlast vom Herzen genommen schielt; er hascht« nach der anderen Hand des mit geisterhaftem Blick von einem zum andern Sehenden.Menschenskind, gcwift haben Sie gefehlt, aber nicht als Verbrecher, mag Ihre Handlungsweise auch strafbar fein. Für Sie spricht Ihr ganzes Leben, Ihre Tüchtige keit, Ihr unaufhaltsam tiorittt treibe ntcr Ehrgeiz!"

Walden lächelte unsagbar bitter.Er soll verflucht fein, dieser Ehrgeiz!" stieft er dumpf hervor. Tann sich mäftigend, sagte er fast flehend:Und Sie verachten mich nicht Hermine? Ich kann Ihnen nicht ins liebe Gesicht schauen, ich schäm«