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fituren zu kümmern und bei seinen vorbereitenden Arbeiten noch den Widerspruch seiner Kollegen zu ertragen hatte. Nachdem auch die Rangfrage und die Einweisung in den Leichenzug geordnet waren, konnte am 8. November, drei Monate nach dem Tode, die Leichenfeier vor sich gehen. Die Bestattung war natürlich unmittelbar nach dem Ableben erfolgt; es galt nur, eine pomphafte Trauerfeier in Szene zu. sehen. Ilm 10 Uhr besetzten die Musketiere in „sauberer Uniform" alle Posten; von 11—12 Uhr läuteten die Glocken. Bis 1 Uhr hatte sich die ansehnliche Trauerversammlung: Professoren, die Spitzen der Behörden, Studenten in und vor dem Auditorium versammelt. Das fürstliche Militär in Parade stand vor dem Hause des Kommandanten. Der Trauerzug bewegte sich durch die neuen Baue übers Kreuz, über den Markt nach der Kirche. Voran schritten zwei Studenten mit schwarzen Stäben. Singend folgten die Stadtschüler, dann die praeceptores des Pädagogiums mit den Schülern, wieder zwei Marschälle, der Leichenwagen, von 6 Pferden gezogen, geführt von ebenso viel schwarz gekleideten Knechten. Zu beiden Seiten des Wagens schritten Studenten. Hinter dem Trauerwagen folgten die mittistri academici, die umflorten Zepter tragend, dann der fürstliche Deputierte, der Rektor und die Professoren paarweise in Trauermänteln, zuletzt die Studentenschaft. Hieran schlossen sich an, wieder von Marschällen begleitet, hohe Zivil- und Militärbeamte und am Schluß die 22 Zünfte, die den Verstorbenen als „Gießener Kind" besonders zu ehren wünschten. In der Kirche umstrahlten 12 brennende Wachskerzen in silbernen Leuchtern die wappengeschmückte Totenbahre. Trauermusik ertönte unter der Leitung des Musikdirektors Bieler; sie wurde gestellt von den Schülern des Paedagogiums und hiesigen und auswärtigen Musiker::. Die Trauerrede hielt Superintendent Liebknecht. Von der Kirche bewegte sich der Zug unter den Klängen eines Marsches zurück nach dem Kolleggebäude, wo den Professoren, Beamten und akademischen Bürgern in den einzelnen Hörsälen Konfitüren, Mandeln, Bretzeln und Wein gereicht wurden. Bis nach 8 Uhr währte der Leichenschmaus, wobei es nicht allzu geräuschlos hergegangen sein soll. Am nächsten Tage um 10 Uhr war eine akademische Feier. Die Zünfte erhielten 40 fl. zum „Vertrinken". Aehnlich gestaltete sich die Leichenfeier beim Abschciden des Rektors und Theologieprosessors Joh. Steph. Müller im Jahre 1768; nur war der Schmaus als eine „entbehrliche und leicht zu Ausschweifungen Anlaß gebende Ausgabe" in Wegfall gekommen. Rangstreitigkeiten bildeten auch bei dieser Feier wieder eine Hauptrolle.
Wie ganz anders unsere heutigen Studentenaufzüge in ihrer Farbenpracht bei einer Bestattungsfeierlichkeit gegenüber dem einförmigen Bilde dieses feierlichen und ernsten Leichenzugs der damaligen Zeit!
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An diese Darbietungen aus der Geschichte unserer Hochschule reihen sich würdig die interessanten Beiträge in der Festschrift Ludoviciana, herausgegeben von den Professoren B. Sauer und H. Haupt. Unter deren umsichtiger Leitung und der freundlichen Mitwirkung schätzenswerter Kräfte unserer Stadt ist es gelungen, in dieser Festgabe manche trefflichen kulturgeschichtlichen Bilder aus vergangenen und jüngsten Tagen der Universität und Stadt Gießen zu bieten.
Als Einführung in die Festschrift bringen uns die ersten Seiten ein Begrüßungsgedicht auf die Jubilarin und neben dem Bilde des Rector Magnificentissimus unseres Großherzogs dessen Weihspruch zum Jubeltage: „Eft Deus in nobis, agitante calescimus illo". (Es lebt ein Gott in uns; wenn der uns treibt, werden wir warm.) Mit der ältesten Zeit der Universitätsgeschichte beschäftigen sich die Arbeiten: Ludwig V. und die Gründung der Universität Gießen, Georg II. und die Rückverlegung der Universität
von Marburg nach Gießen, Hessische Landgrafen als Rectores Magnificentissimi, Th. v. Butzbach und die hessen-darm- städtische Universität. Der ersten und zweiten Jahrhundertfeier wird in besonderen Besprechungen gedacht. Acht Aufsätze würdigen die ersprießliche Tätigkeit berühmter Gießener Professoren aus älterer und neuerer Zeit. Auf die für die Entwicklung der Universität wichtigen freundschaftlichen gegenseitigen Beziehungen zwischen Stadt und Universität, wie sie von Anfang an bestanden, will der Beitrag: St ad t und Uni v er s i t ä t Hinweisen. Ueber das Stndentenleben, wie es sich in den verschiedenen Perioden in seinen Auswüchsen, in seiner Durchbildung und Klärung, in patriotischen und freiheitlichen Bestrebungen darstellt, liefern uns mehrere Abhandlungen interessante Ausschlüsse. Weiter sei aufmerksam gemacht auf die Arbeiten: Die Universitätsbibliothek, Die neuen medizinischen Institute der Nniversi- tät Gießen, Botanisches Institut und botanisch e r G a r t e n, D e r f o r st w i s s e n s ch a f t l i ch e U n - ter richt an der Universität Gießen, Die katholisch-theologische Fakultät in Gießen, Das physikalische und physikalisch-chemische Institut, Die Veterinärmedizin in Gießen. Die Darstellungen: Gießen in den 70 er Jahren des 19. Jahrhunderts werden manchem Leser Miterlebtes in Erinnerung bringen. Eine andere Arbeit macht Mitteilungen aus der Geschichte des Theaterwesens in unserer Stadt von seinen Anfängen bis zum Ausgang des 19. Jahrhunderts. Auch Lokaldichter sind in der „Ludoviciana" zu Wort gekommen. Abbildungen, Nachbildungen nach photographischen Vorlagen und Aetzungen von alten Bildern, die sich im Besitze der Universitätsbibliothek, des Oberhessischen Geschichtsvereins und von Privaten vorfanden, erhöhen den Wert dieser Festschrift. Dr. B.
Goldene Worte.
Tue nur das, was dich geistig erhöht und zugleich nützlich für die Gesellschaft ist. _ , Henderson.
Jedermann besitzt gerade soviel Eitelkeit, wie ihm Verstand fehlt. ‘ Swift.
Magisches Quadrat.
In die Felder uebcnsteheuden Quadrates sind die Buchstaben aaabbellnnuiioory derart emzutragen, das; die wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bedeuten: 1. Eine Insel.
2. Eine Handelsstadt.
8. Stätte der Erquickung.
4. Ein Vorname.
Auflösung in nächster Nummer.
Attslösung des Arithmogriph in voriger Nummer: Gride — Liga — Igel — Lille — L-arra — Papagei — Aegir — Wagaz — Niege — Eile — Bißt;
Grillparzer.
Preisrätsel-Losung.
Unser letztes Preisrätsel, ein Rösselsprung, ist vo>: 83 Personen richtig gelöst.'worden. Die Lösung lautet:
Ein schönes Alter ist des Lebens Krone;
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Wer lange trug des Daseins schwere Bürde Und alt '[em Haupt noch aufrecht hält mit Würde, Gibt dadurch Zeugnis, das; er seinem Leben Von Jugend auf den rechten Halt gegeben.
Tie Preise sielen aus'
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Tie Prämien können im Lause der nächsten Woche bei unsere? Geschäftsstelle abgeholt werden.
Redaktiön : P. W i t tL a. —^RMationsdMck rmd Kerlag der Br^h k'sehen UniversttälS-Duch- imfr Stemdruckerei, R. Lange, G ketzer..


