xurückbllÄ, so darf sie sich Wohl glücklich schätzen, VmN fte Nennt das kostbarste ihr eigen, was ein Mensch sich erwerben kann: kinrn Schatz unvergänglicher Erinnerungen.
vermischte».
* Eine Goldstadt in der Wüste, „liebet Land und Meer" (Stuttgart, deutsche Verlagsanstalt) bringt eine fesselnde Schilderung der Goldstadt Manhattan im nordamcrikanischen Staat Nevada. Der Viehzüchter I. C. Humphrey kam im Frühling 1905 des Weaes. nm einige entlaufene Kühe zu suchen. Ebe er spät nachmittag; fein Pferd wieder sattelte, brach er halb aus Scherz em ^tiid einer vorspringenden Felsleiste au. _ Recht daß er einen reichen Fund erwartete; feine Aufmerhamtest war seinem Vieh gewidmet, doch war ihm unbewußt ein Anfall des Fiebers, das 40 Meilen weiter südlich in Tonopah wütete, ms Blut geraten. Das Fieber brach in ihm in Hellen Flammen aus, als er das Stück Fels umwandte und die frische Seite betrachtete. Freies, reines Gold zog sich in kleinen Teilchen durch die Bruchseite und glänzte in den Strahlen der sinkenden Sonne! Doch Humphrey verlor den Kvpf nicht. Kaltblütig steckte er den Stein in die Tasche, schwang sich aufs Pferd und suchte seine Kühe. Zwei Wochen später kam er in aller Stille mit den nötigen Werk- zeugen und zwei seiner vier Söhne zurück, mit denen zusammen er eine Reihe „Claims" auslegte, die er zu bearbeiten beabsichtigte. Einige wenige Freunde, die den Braten gerochen hatten, folgten ihm bald, doch zogen sie nach einer Woche wieder ab, da das Erz ihnen nicht reich genug zu sein schien. Als aber im Juli Humphrey die Annie-Laurie-Mine entdeckte, deren von der Oberfläche genommenes Erz einen Ertrag von 300 Dollar die Tonne abwarf, kehrten sie allmählich zurück und machten sich mit erneutem Mute an die Arbeit. Um Weihnachten erlahmte die Wüste in ihrem Widerstände. Quarz wurde gefunden, durch welches das Gold in dünnen, fein gesponnenen Fäden tief. Ein einziger solche rErz- Üumpen im Gewichte von einem Pfunde lieferte Gold im Werte von 208 Dollar, und andere Proben ergaben Werte bis zu einer Million die Tonne. Diese Funde konnten nicht länger geheim gehalten werden, und wie ein Wildbach ergoß sich die Flut der Gold- hungrigen in das Tal. In den „älteren" Minenstädten kämpsten Männer wie route Tiere um Sitze in den Postkutschen, die einen Fahrpreis von 30 Dollar für die Entfernung von durchschnittlich 100 Kilometern nach Manhattan verlangten.
* M a r k T w a i n s D u e l l. In den letzten seiner autobio- §raphischen Skizzen, die Mark Twain in „The North American ieview" veröffentlicht, kommt er auch aus die Zeit zu sprechen, da er als Redakteur in Nevada lebte und sein einziges Duell ausfocht. Er sch i. tert diese urwüchsigen Gegenden, wie sie in den sechziger Jahren waten, wo nur der sich glücklich und stolz fühlen durfte, der entweder einen im Duell tot oder zum Krüppel geschossen hatte oder — selbst totgeschossen wat. Aber Mark Twain hatte gar keine Lust nach solcher aktiven oder passiven Ehre und hielt sich von jeder Gelegenheit fern, die ein Duell herteiführen konnte. Eines Tages jedoch war sein Chefredatteut verreist und überließ es Mark Twain, die „Virginia Eity Entreprise" allein hetaus- zugeben und täglich einen Leitartikel zu schreiben. Am ersten Tage ging es gut; Mr. Clemens (Mark Twain) wußte zwar kein Thema für einen Leitartikel, aber ein Blick auf den Kalender half ihm,aus der Verlegenheit. Es war der 23. April, am nächsten Tage war Shakespeares Geburtstag, und so mußte der große Brite zu einem Leitartikel herhalten, für den das Konversationslexikon das Material lieferte. Aber am nächsten Tage hatte Shakespeare nicht schon wieder Geburtstag, und Mark Twain tat was, !vas man in solchen amerikanischen Städten zu tun gewohnt ist. Er griff den Herausgeber der Kvnkurrenzzeitung, der „Virginia Union", einen Mr. Laird, an. „Ich kitzelte Mr. Laird mit ein paar Liebenswürdigkeiten, wie sie unter den Zeitungs- Herausgebern dieser Region beliebt sind, und am nächsten Tage kam er wie ein Tiger herangestürzt. Er war von irgend etwas, das ich gesagt hatte, beleidigt — vielleicht nannte ich ihn einen Pferdedieb oder was man sonst für Ausdrücke gebraucht, um den Herausgeber einer gegnerischen Zeitung zu kennzeichnen. Zweifellos stimmte, die Charakteristik — aber er nahm es krumm." Es kam also zu einer Forderung, die Mark Twain gar nicht sympathisch war, trotz des Stolzes, von dem seine Zeitung sich erfüllt zeigte. Denn er war ein schlechter Schütze und Mr. Laird ein vorzüglicher; aber dafür hatte Mark Twain in Steve Gilles einen exquisiten Sekundanten. Die Forderung und die Vorbereitungen des Zweikampfes sind aufs ausführlichste^ geschildert. Als Laird und fein Sekundant herankamen, schoß Steve Gilles mit seinem Revolver einem Spatzen auf große Entfernung den Kopf herunter. In demselben Moment traten die Gegner an.
„Wer tat den Schuß?" frag Lairds Sekundant.
Ehe Mark Twain eine Antwort geben konnte, sagte Steve in aller Ruhe: „Clemens schoß."
„Das ist ja wundervoll geschossen!" rief der gegnerische Sekundant, „wie weit entfernt war der Vogel?"
„Nicht sehr weit, höchstens 30 Ellen!"
Jetzt fragte Lairds Sekundant: „Und trifft Clemens oft so gut?"
Steve antwortete kalt: „Viermal unter fünf Schüssen!"
„Ich sagte garnichts," erzählte Mark Twain; „aber der gegnerische Sekundant nahm Laird unter dem Arm und zog mst ihm ab, wobei ich sah, daß Lairds Beine ziemlich schlotterten. Und am nächsten Tage erhielt ich einen eigenhändigen Brief des gegnerischen Zeitungsherausgebers, er werde sich unter keinen Umständen mit mir schießen." Mark Twain schließt das Kapitel mit den Worten: „Seitdem habe ich niemals mehr mit einem Duell etwas zu tun gehabt. Ich hasse Duelle von Grund meines Herzens. Ich halte sie für eine Narrheit, außerdem sind sie lcbensge-
fährlich."
* Der Name „Philipp" in den Mundarten. Die häufige Verwendung von Personennamen im allgemeinen Sinne gehört zu den Eigentümlichkeiten, der Volkssprache. Am verbreitetsten dürste wohl die Heranziehung der Vornamen zur Bezeichnung von körperlichen oder geistigen Eigenschaften sein; gewöhnlich liegt dabei ein tadelnder Sinn vor; vgl. Stoffel, Toffel und Löffel V— Christoph (el)j, Rüpel (=-- Ruprecht). Häufig treten zu diesen Namen wach erläuternde Zusätze, wie in Faselhans, Hans Taps, Schmutzbartel. Dr. Meisinger hat in seinen „Appel- lativnamen in den hochdeutschen Mundarten" (Lörracher Programm) die deutschen Mundarten auf das Vorkommen solcher Personennamen hin geprüft, lieber den Namen „Philipp" lesen wir dort: Philipp wird bald zu „Lippel", bald zu „Lips". Der Eliässcr redet von einem „Deisemlips" = ungeschickter Teig- knetner, zu althochdeutsch deismo, Teig, zu stellen. Mit „Schmeer- lips" bezeichnet er einen schmutzigen Menschen. Der Schweizer nennt einen dummen Kerl „Lips". In Bayern bezeichnet „Lippel" oder „Han Lips" einen ungeschickten, dummen Menschen; „kippeln' ebenda — einen zum Narren haben, Im bayrischen Volksschauspiel ist „Lippel" der Hanswurst. Daneben findet sich in Bayern die Zusammensetzung „Batzenlippel", in Augsburg von einem flegelhaften Menschen gebraucht Einen einfältigen Kerl bezeichnet es in vem vbcrbayerischen Schnadahüpfel:
Wer en Apfel schält, Und er ißt ihn nit, Wer e Dirndl liebt, Und er küßt es nit, Wer ins Wirtshaus geht, Und er trinkt fein' Wein, Muß e rechter Batzenlippel sein.
In Niederhessen gilt „Lipps Tulian" für ein windiges, dabei oberflächliches Bürschchen; in Oberheuen findet sich noch „Drecklips" und — „Saulips". —
— „D jernileh" und „D ie beiden Armenierinnen" von Detlev Stern. (Hermann Hillger Verlag, Berlin W. 9.) — Diese beiden kleinen Romane in einem Bande vereint, geben ein Bild des Ledens in Konstantinopel. „Djerniley zeigt dem Leser die Zustände im Harem am Faden einer wannenden Liebesgeschichte. Eine Deutsche wird an einen teiajcn Türken verheiratet und führt in dem Harem des Mannes ent elendes Dasein. „Die beiden Armenierinnen" enthalten die Geschichte zweier merkwürdiger Frauencharattere, die in ein reicyes Schicksalsleben geführt werden. Glänzend geschildert sind ui dem zweiten Roman die Zwistigkeiten zwischen den Bekennern der verschiedenen ^Religionen im Orient. Dadurch gewinnt das Buch auch eine Art kulturhistorischen Interesses.
Bilderrätsel.
Nachdruck verboten.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Magischen Dreiecks in voriger Nummert
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Piedakuon: Ernst Hetz. — Rotationsdruck und Verlaa der Brühl'setzen llnwerüiäts-Bucd- und Siembrudetet ili. Lange. Diebes-


