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(Fortsetzung folgt.)

der MSbel, Gemälde, sowie all der alten I liches Interesse entgegenbrachten, die sich von ihrem Mann als Stucke auf, bte Vielleicht in dem Landschhoß Verwendung 1 ----- r-t-------- ------ -

finden könnten.

Spielzeug behandelt vernachlässigt suhlten, und die sich in ihrer Herzenseinsamkeit an irgend einen anderen Gegenstand ängstlich Nammerten. Ganz plötzlich iah man die vielen verträumten Gesichter, sah man nervöse zitternde Frauengestalten, denen jedes laut gesprochene Wort Schmerzen verursachte, die jeder Glockcn-- ton ängstlich zusammenfahren ließ mit einem Wort, die Noras Wesen und Tragödie auf der Bühne des Lebens weiter spielten.

Aie unverstandene Iran.

Eine junge Dame steht mit hochroten Wangen vor einem altern Fraulein, das, äußerlich wenigstens, alle Spuren der Emanzi­pation an sich "trägt, und das Zeitungsblatt zittert in ihrer Hand, als sie mit bebender Stimme einen Abschnitt aus einer Wochenzeitung vorliest, der folgendermaßen lautet:Ich habe muh scheu immer um alle Frauen herumgedrückt, die als be- wnders klug, geistreich und gelehrt gelten; das alles ist Sache

< ,??anne§. Weih fol( meines Erachtens nichts als eine niedliche, liebenswürdige treue, bescheidene, Hausgenossin sein, die ihren Daseinszweck darin erblickt, dem Manne das Leben möglichst angenehm zu machen. Damit erfüllt sie am voll­kommensten den ihr angewiesenen Beruf. Und diesen idealen TYMS habe ich äm vollkommensten in der Japanerin gefunden, die wie bei allen Orientalen die Sklavin des Mannes, aber eene allerliebste Sklavin ist, die Gott sei Dank keine Eman­zipation, keine Frauenrechtelei und keine Blaustrümpfe kennt.

Tie blonde Dame weint beinahe, als sie schließt, die ältere Mckt überlegen die Achseln:Der Herr Verfasser wird schlechte Erfahrungen gemacht haben."

Kein Mensch in der Welt wimdert sich "heutzutage über die Entrüstungsrnte, die, ob einer solchen Ansicht aus dem Munde lunger und weniger junger Damen kommen; und doch liegt die P "och gar nicht so lange hinter uns, da es das Ideal eines jchen Mädchens war, im Besitze einzig und allein der Eigen- Ichaiten zu sein, deretwegen heute mindestens die Hälfte der herangewachsenen Jugend den Verfasser des Artikels, von dem gesprochen wurde, lynchen möchte.

Tie Literatur, besonders die Romane, deren Autorinnen

,,8sben uns stets Aufschluß darüber, nach welcher Richtung hm sich das Ideal der Frauen bewegte.

Romane der Marlitt, Heimburg und Werner den Buch- und Zeitungsmarkt überschwemmten, eiferten die Lese­rinnen dieser Bücher, gleichviel, ob sie Mädchen oder Frauen waren, den Heldinnen der Werke nach.

Persönliche Liebenswürdigkeit, häusliche Tüchtigkeit und ein ausdauernder Fleiß, der aber vollständig in den Diensten der Fa­milie, besonders der männlichen Angehörigen stand, waren das Ziel, wonach alles, was weiblich war, und den besseren Ständen ««gehörte, strebte. Dazu gesellten sich in den meisten Fällen eine süßliche Sentimentalität, ein allzu großes Liebesbedürfnis i uiw das stetig währende, brennende Verlangen nach irgend einer i romantischen Enthüllung, nach einer Ueberraschung, die das Leben eiii wenig, em klein wenig ja nur aus dem Gleise, den aus­getretenen Bahnen des Alltags, tmrft. Sonst jedoch war die Frau von dazumal sehr glücklich, wenn sie einen Mann hatte, wenn der Mann fte ehrlich und treu liebte, und ein guter, sorgender Vater für die Kinder war. Dafür besorgte sie ihm das Haus, war reinlich und ordentlich, selbst wenn die Reinlichkcitsliebe sich bis zur Reinlichkeitswut steigerte und dem Hause auch für Tage rede Gemütlichkeit und Wohnlichkeit nahm. Sie liebte es sehr, den Mann mit ihren kleinen, häuslichen Sorgen zu gnälen, I heft auch sehr oft die Verstimmung, die durch 'Aerger am Herd oder in der Tomestikenstube hervorgerufen war, an ihrem Mann ««?/ gleichgiltig, ob er müde und abgearbeitet von seinen Ge- j fchasten kam oder nicht. Sie wirtschaftete so viel wie möglich herum, I gönnte sich keinen Moment der Ruhe und glaubte, die Welt zu I beglücken, wenn sie vom frühen Morgen bis zum späten Abend I nnunterbrocyen auf den Beinen blieb.

, Mit dem Beginn des Realismus in der Literatur bekamen auch die Frauengestalten sowohl im Leben als auch in den Ro- I manen em anderes Gesicht, und die Frage zu beantworten, bil- | den sich die Frauen nach den Romanen, oder sind die Romau- heldinnen nach den lebenden Erscheinungen geformt, ist gar nicht | leicht und gar nicht einfach

Sehr häufig wird ja behauptet, die Kunst bilde sich aus den I Strömen der Zeit heraus, der Realismus sei ein natur- I getreues Photographieren der Verhältnisse, des Ortes und der I lebenden Personen. Dennoch möchte ich sagen, daß die Frauen- I Kestalt, das Typische an der Erscheinung des Weibes, sich aus der I Literatur heraus entwickelt hat. Ms HauptmannsVor Sonnen- I ««rgang" seine Aufführung erlebte, konnte man den Typus der I

Mahr sehr häufig im Leben wiederkehren sehen. Tas junge Mädchen mit dem großen Wissen, der großen Intelligenz und i einem heißen sehnen, einer großen Liebe im Herzen, trafen wir | ö« der Zeck überall. In Gesellschaften, in Badeorten, im Kupee I auf Reisen, oder wir hatten wenigstens den klaren Eindruck, daß I Anna Mahr ,,gespielt" wird. I

Dann, als Die schwedische und dänische Literatur bei uns I bett Eingang und das Interesse fand, trat ganz allmählich der I Typus derunverstandenen Frau" aus dem Rahmen.

IbsensNora" hatte ein Heer von Noras im Gefolge. Man begegnete ihnen überall, den jungen ost auch nicht mehr I ganj jungen Frauen, die ihren Kindern nut ein vberfläch- I

I . man setzte einen großen Ehrgeiz darein, nervös zu I chM und von seiner Umgebung nichtverstanden" zu werden. ! o« ,ctc^e iunge Mädchen, die im Schoße ihrer Familie sehr glück­lich hatten werden können, spürten auf einmal die Fesseln, die

I Ketten, mit denen sie gebunden waren, und begannen daran zu rütteln, allerdings meist ohne sie zu zerreißen. Führte dieses | Auflehnen gegen die Tradition zu kleinen Zwisten und häuslichen I Szenen dann hatte man gewöhnlich das erreicht, was man zu I erreichen wünschte, und fühlte sich glücklich in dem Gedanken Iunverstanden" zu sein.

Im Hause, im Ballsaal, im Theater sah man plötzlich einen I ganz neuen Mädchen- und Frauentypus, mit denen die Herren I der Schöpfung zuerst gar nichts anzufangen wußten. Tie harm- I lose Fröhlichkeit, das Genügen mit den banalen Vergnügungen I hatte aufgehört,, man verlangte eine ernsthafte Unterhaltung, I ein Eingehen auf die Individualität und bezeichnete die jungen I Mitichwestern, denen Tanz und Scherz als Unterhaltungszweck I genügte, schlankweg und mit mitleidigem Achselzucken alsGänse", | während man auch unter der männlichen Jugend sehr scharf zu sondieren begann. Rosige Wangen und strahlende Augen die j beiden schönsten Eigenschaften der Jugend wurden unmodern, I man zog das bleiche Gesicht mit den oft genannten zuckenden I Nasenflügeln vor, paßte es doch viel besser zu dem Wesen der I modernen Frau; die natürliche Grazie und Munterkeit machten I müden, lässigen, katzenartigen Bewegungen Platz, und jede dieser ! Bewegungen ^drückte etwas aus von dem nervösen Spiel der I schmalen weißen Finger angefangen, bis zu einem müden Heben I des Kopfes, notabene wenn man zu lesen verstand. Ein junger I Herr, der längere Zeit in den Wildnissen Australiens als Forsch- ungsreisender gelebt hat, betrat den Salon einermodernen Fran" | aus Berlin W., wo der Nora-Typus ganz besonders stark ver- I treten gewesen sein soll. Nur eine einzige Tarne, eine Klein­städterin, die bis zu dem Tage von allen anderen weiblichen Güsten als vollständige Null eftimiert worden war, über deren lautes Lachen man mitleidig die Achseln zuckte, und über deren haar-

I sträubende Ansichten man Lachkrämpfe bekam, erregte das Ge- gilett des Weltreisenden, und er wandte sich an sie mit den orten:Können Sie mir vielleicht sagen, gnädiges Fräulein, | welches Stück die Tarnen spielen?"

Heutzutage gelangt man immer mehr dahin, die unverstandene, die verkannte Frau zn überwinden, und das vernünftige, das in­telligente Weib an ihre Stelle zu setzen.

Man hat sich aufgelehnt dagegen, dieniedliche Sklavin" des Mannes zu sein, man wollte nicht nur die bescheidene geduldete Hausgenossin vorstellen, deren einziger Lebenszweck darin be­steht, dem Manne ein angenehmer Zeitvertreib zu sein. Man begann zu empfinden, daß man dem Manne gar nicht das bieten kann, was er von seiner Lebensgefährtin beanspruchen kann, wenn man nicht selbst eine Persönlichkeit, mit eigener Meinung, eigener Intelligenz und eigenem Wissen ist.

Daß bei diesem Ringen und Streben ein Geschöpf entstand, das auf den ersten Blick allzu viele Lächerlichkeiten aufwies, ist ja ganz natürlich. Aber aus diesem Geschöpf entwickelt sich lang­sam und stetig.die Frau der Zukunft, die den Mann absolut nicht aus seiner Stellung drängen will, wie so viele heftige Gegner der Emanzipation behaupten, sondern die mit ihm arbeiten, mit ihm schaffen und aufsteigen will, die ihm eine lachende Gehilfin ist in den Tagen des Glückes, ein treuer, zuverlässiger Freund in den Tagen des Unglücks, der die Hände nicht schlaff herabsinken, wenn der Ernährer einmal von seiner Arbeit ermüdet, und die der Welt gesunde und kluge Kinder schenken kann.

Und diese Frau der Zukunft können wir auch hie und bi schon jetzt in der Gegenwart sehen, wenn wir nur den gute Willen haben. Ruth Goetz.

Vermiete».

* Ferdinand Lassalle und Eosima von- I o iv. Ans dem vor kurzem im Verlage von Friedrich Rothbarth in Leipzig erschienenen, in Form eines spannenden Romans von A. O. v. Pozsonh geschriebenen BucheFranz Liszt und Hans von Bülow" (5.> Mark), das sich hauptsächlich mit Herzensgeschichten der beiden Tonkünstler und ihres Familienkreises in hoch^- interessanter Weise beschäftigt, entnehmen wir folgende Anekdote:Bülow verkehrte mit seiner Frau in Berlist im Hause des Präsidenteu Bonseri. Alles, was damals nur einen Namen in der Kunstwelt hatte oder in der Politik, in Wissenschaft, im Leben sich hervorgetan, fand im Bonserischen Hause gastliche Aufnahme. In jenem Haus« verkehrte auch Ferdinand Lassalle, nmd dort war es ge-