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mögen in Diamanten und Edelsteinen, als der Zar. Der berühmte Orlowdiamant ist nur der größte Stern in einem Riesensternbild. Als Nikolaus II. gekrönt wurde, wett­eiferten seine bedeutendsten Vasallenfürsten, der Emir von Buchara und der Chan von Chiwa miteinander, ihm die reichsten Geschenke zu machen. Der Chan schenkte eilte kost­bare Schnur Perlen, die die schönsten der Welt sein sollen, und Diamanten, Smaragde und Rubinen. Nach niedrigster Schätzung haben diese Geschenke einen Wert von 10 000 000 Mark. Der Emir stand nicht weit hinter ihm zurück. Auch der Hetman der Donschen Kosaken, Fürst Swjätopolk Mirski II., wie überhaupt die ersten Adligen und Fürsten des Reiches brachten dem Zaren prächtige Geschenke dar. Es gibt sicherlich keinen anderen Herrscher, dem so häufig Legate zufließen Ivie dem Zaren. Seine Untertanen hinter­lassen ihm ständig testamentarisch große Geldsummen, die freilich nicht immer angenommen werden. Es gehört Di­plomatie dazu, um den Zaren zur Annahme eines Legates zu beioegen. In der Regel setzt sich der reiche Russe, der dem Zaren Geld hinterlassen will, mit Baron Friede­richs oder einem anderen Beamten des kaiserlichen Haus­haltes in Verbindung, ehe er sein Testament macht, um sich der Zustimnrung des Zaren zu vergewissern. Selbst wenn die Emwilliguirg vorher eingeholt ist, werden nach dem Tode des Erblassers sorgfältige Untersuchungen an­gestellt, ob niemand, der moralisch einen Anspruch auf das Vermögen hatte, durch diese Verfügung benachteiligt ist. Wenn das der Fall ist, so befiehlt der Zar, daß das Geld in die richtigen Hände kommt. Wenn diese Vermächt­nisse angenommen werden, so bestreitet der Zar daraus nie seine privaten Bedürfnisse. Wie seine Vorfahren es taten, betrachtet er sie als anvertrautes Gut und bestimmt sie zu einem Fonds für Wohltätigkeits- und kirchliche Zwecke. Während der letzten Hungersnot üt Bessarabien gab der Zar 5 000000 Rubel für die hungernden Bauern. Aber er beschränkt sich nicht nur auf seine russischen Un­tertanen, sondern beteiligte sich z. B. anch an oen Samm­lungen für die Opfer der letzten Hungersnot in Indien und für die Neger von Martinique. . . Ein hoher russischer Würdenträger machte dem Vertreter eines Londoner Blattes kürzlich folgende interessante Mitteilungen über den Reich­tum des Zaren und über seine persönlichen Ver­hältnisse. Es ist unmöglich, den Reichtum des Zaren genau abzufchätzen, aber meiner Meinung nach und bei der vorsichtigsten Schätzung muß er aus allen ihm zu Gebote stehenden Quellen weit mehr als 200 000 000 Mark jährlich einnehmen. Dabei sind die großen Schätze in barem Geld, Gold- und Silberbarren und Diamanten, die in den Gewölben des Schlosses von Peterhof, in der Kronstadter Zitadelle und anderswo aufgespeichert werden, nicht mitgerechnet. Der Zar, der sicherlich der reichste Mann der Welt ist, ist persönlich nicht anspruchsvoll; seine rein persönlichen Ausgaben sind wahrscheinlich mit 200 Mark täglich leicht gedeckt. Wenn er nicht seinem Range entsprechend präsentieren muß, trägt er einen Anzug im Werte von etwa 100 Mark. Er speist sehr einfach, aus­genommen bei großen Staatsdiners, und raucht nicht sehr teure Zigarren. Ebenso einfach in ihren persönlichen Be­dürfnissen ist die Kaiserin. Sie besitzt mehr und schönere Diamanten als andere Frauen, aber sie trägt sie kaum sechsmal im Jahre. Auch ihre Privat-Equipage, die sie zu ihren Ausfahrten in St. Petersburg benutzt, ist durch­aus nicht luxuriös . .

Unser Karten im Mai,

Wie im vorigen Jahre wird auch Heuer von überall her reichste Obstblüte gemeldet. Summend ziehen Biene und Hummel von Blüte zu Blüte und all das andere kleine Volk der Fliegen und Mücken ist in Bewegung, um un­bewußt die Besiuchtung der Blüten in die Wege zu leiten. Auch der Luftzug, wenngleich nicht immer milde und er­freuend, tut das ©einige, um die Pollenstäubchen herum­zuwirbeln und sie auf die feuchten Narben zu führen. So können wir denn hoffen, daß, wenn nicht wider Erwarten Frost die ganze Herrlichkeit zerstört, ein reiches Obstjahr uns beschieden Jein wird. Mit dem reichlichen Ansatz der Früchte, den wir bei ungemein heißem Wetter dadurch be­günstigen,, daß wir frisch und frank etwas feuchte Luft durch Spritzen in die Blüte schaffen, wachsen aber auch unsere

Pflichten. Wir müssen doppelt und dreifach daran denken, daß der Untergrund nicht allzu viel Feuchtigkeit hat und daß unsere Bäume schon in den ersten Wochen nach dem Fruchtansatz in der Zeit, wo sie an den Wasservorrat im Boden die höchsten Ansprüche stellen Mangel leiden. Deshalb heißt es gießen, so tapfer gießen, daß das Wasser auch in den Untergrund dringt.

Reicher Fruchtansatz macht es uns auch mehr denn je zur Pflicht, dem Ungeziefer nachzustellen.

Es ist die Birnblattmilbe zu bekämpfen durch Abpflücken der rotpunktierten Blätter, es sind die Nester lebender Raupen, der Gespinustmotten, des Ringelspinners und des Goldafters durch Abbrennen mittelst der Raupenfackel fort- zubringen. Es ist dem lästigen Zweigabstecher, welcher uns bei unseren Formbäumen stets die vielversprechenden Triebe knickt, nachzustellen. Es ist dem Erdbeerstecher, der Erd­beeren, Himbeeren, ja selbst Rosen schädigt, Abbruch zu tun, der Apfelwickler und der Rosenwickler ist in den zu­sammengerollten Blättern aufzustöbern, der Rosentrieb­bohrer durch Abschneiden von ihm verletzter und beivohnter Triebe zu bekämpfen. Auch der Spargelfliege gedenken wir durch Aufstellen weißer Stäbchen, die mit Raupenleim be­schmiert werden. Spargelkäfer, Stachelbeerraupen werden durch Bespritzung mit Schweinfurter Grün niedergekämpft.

Die reiche Obstblüte machte es auch mehr denn je zur Pflicht, den Sommerschnitt an unseren Obstbäumen Vor­zsunehmen tknd dabei unseren Pekrun recht sorgfältig zu studieren. Er gibt die klarste und genaueste Anweisung.

Im Gemüsegarten werden sämtliche Köhlarten aus- gepflanzt und ist darauf Obacht zu geben, daß wir gesunde und nicht schwarzbeinige Pflanzen setzen. Vom 8. Mai an legen wir Bohnen und Gurken; die Kartoffelaussaat wird beendet, das Spargelstechen mit Vorsicht weiter geführt und wer über größere Mengen Spargel verfügt, sei daran erinnert, daß er sich für die Saison durch Abonnements auf Spargel einen sicheren Absatz schaffen kann. Zu Ende des Monats beginnt das Anhäufeln der Kartoffel- und Kohlpflanzen, stark gerupfter Rhabarber wird durch flüssige Düngung wieder in kräftigen Trieb gebracht.

Vom 13. Mai ab beginnt im Blumengarten die größte Tätigkeit. Was mühsam int Mistbeet und am Fenster heran­gezogen wurde, wird nun auf Beete gesetzt, in kälteren Gegenden allerdings muß bis zum 20. Mai gewartet werden. Aber auch dann können wir Canna, Musa, Co- leus, Caladium, Alternanthera, Lobelia re. hinausbringen und auf die für sie bestimmten Beete pflanzen.

Die Azaleen und Rhododendron aus den Zimmern werden ebenfalls ausgepflanzt. Palmen, Kamelien, Araucarien und andere Zimmergewächse, die besser über Sommer int Freien stehen, erhalten einen halbschattigen Platz. Die Bepflanzung unserer Balkonkästen und unserer Fensterkästen mit Pelargonien, Fuchsien, Chrysanthemum, Kapuzinerkresse und ähnlichen Sachen beginnt. Mr pflanzen Cobaea und Minna lobata aus, setzen in die Ampeln Pe­tunien, Micanien, Efeugeranien rc., zwischen wilden Wein werden Feuerbohnen, Winden, wohlriechende Wicken gelegt, um sein grünes Blattwerk durch leuchtende Blütenfarben zu zieren.

Es ist nicht möglich, jede Arbeit, die noch irgendwo ausgeführt werden muß, hier zu nennen, doch fei daran erinnert, daß alle leeren Flecken mit Blumen zu besetzen sind und alle kahlen Wände und Stackete durch Rank­pflanzen ihren Schmuck erhalten sollen. Auch das Brücken­geländer, die Wasserleitung im Garten können wohltuenden Schmuck erhalten/ wenn wir daran denken und ihn recht­zeitig ausführen.

Abstrichrätsel.

Nachdruck verboten.

Rote, Rted, Ostern, Emmy.

Von jedem Wort ist die Halste der Buchstaben zu streichen, derart, daß die stehen gebliebenen Buchhaben im Zusammenhang ein bekanntes Seebad bezeichnen.

(Auslösung in nächster Nummer.)

Austösung des Buchstabenrätsels in vor. Nr.r

Bruder. Ruder.

Redaktion: August Götz. Rotationsdruck und Verlag der Lrühl'schen Ilnirersitötk-Buch- und Cteindruckerei. R. Lange, Eießen.