W
8 1 N J
HaCTM
M^W
WJJ
(nuinuz ^iM y—
■•• Bhl LVw
(Nachdruck verboten.)
'sie Annonce.
o lle von Thomas Glahn.
(Fortsetzung.)
Wieder die Stille. Ter Rauch, erfüllte allmählich das ganze Zimmer.
Plötzlich erhob sich der junge Arzt, legte die Hände aus den Rilcken und schritt auf und-ab.
„Du, Sänftling — wir haben ja keine Geheimnisse vor einander. Mr ist was schauderhaft Peinliches klar geworden."
„Geld?"
„Ach, Unsinn! Mel — drückender. Kurz und gut: ich habe die triftigsten Gründe, anzunehmen, daß Rest — hm — in mich verliebt ist oder es nächstens sein wird."
Kurt Unruh nahm die Zigarre aus dem Munde.
„Menschenherzen sind unberechenbar. Mir ist schon Schlimmeres passiert."
„Red' keine Sprichwörter, sondern rate mir lieber. Du weißt ganz gut, wie die Aktien stehen. Ich hab' den „Taugenichts" wahrhaftig riesig gern. Ebenso tote Tu die „Mola". 9htn toär's ja aber möglich, daß sich das Göhr schließlich als — als häßlich entpuppt oder daß der persönliche Eindruck nicht dein der Briefe entspricht — na, das glaub' ich ja nicht, aber ein praktischer Mensch rechnet doch auch damit. Und nach diesetn „Taugenichts" ist mir die Resi wahrhaftig am liebsten. .Berstehst Tu mich?"
„Ich verstehe", sagte der Assessor würdevoll.
„Nun also. Ich möchte sozusagen zwei Eifert int Feuer haben. Oder wenigstens: mit der Resi nicht ganz aus- einander kommen. Andererseits mag ich nicht lügen. Tut mir leid, aber ich bin mal so anständig. Melleicht — das weiß ich tticht — ist Rests Liebe noch ein junges Pflänzchen. Tann wäre es am besten, es auszureißen, ehe es groß wird. Später tut es mehr weh oder ist vielleicht unmöglich. Davor möcht' ich das liebe Mädel bewahren. Was also tun?"
Kurt Unruh hauchte die Kneiferglüser an und putzte sie.
„Zerlegen wir die Materie einmal und sehen dann zu. Vorerst: wodurch wird Deine Annahme, daß Resi Dich liebt, gestutzt?"
Fred Richter schüttelte den Kopf.
„Tas will ich Dir ein anderes Mal erzählen. Die Hauptsache bleibt: wie kuriere ich Resi von ihrer Liebe?"
„Hm, wenn Tu willst... Es wird am besten sein, wenn man ihr ganz beiläufig zu erkennen gibt, daß Tu augenblicklich in einen Herzensroman verwickelt bist. Rest ist. stolz genug, um dann ihr Gefühl niederzukämpfen."
„Sehr schön. Wenn sie es nur nicht so gründlich niederkämpft, daß es nie ivieder aufwacht. Es wäre doch möglich, daß ich, falls mir der „Taugenichts" nicht behagt, reuig zu ihr zurückkehre."
„Pah, lieber Fred — das laß mich nur machen. Ich, spreche dunkel und unverständlich, daß sie nichts weiß und sich alles denken kann. Nützt das nichts, dann red' selber mit ihr."
Es ward noch mancherlei hin und her gesprochen. Schließlich, aber sagte Fred Richter: „In Gottes Namen, Sänftling. Mach' Deine Sache gut. Ich bin da in ein scheußliches Ttlemnta geraten. Man sieht erst, daß man einen Menschen gern hat, wenn man ihm weh tun soll. Donnerwetter ja, ich bin nicht gerade gefühlvoll, aber täuschen und enttäuschen möcht' ich das Mädel auch nichts Wann bist Tu bei Bergmanns?"
„Ich denke, morgen."
„Gut. Zwei Tage später geh ich selber mal hin, utrt zu rekognoszieren."
Tamit trennten sie sich.
Merundzwanzig Stunden später trank Kurt Unruh im Bergmannschen Hause Kaffee. Resi war nicht so lustig und aufgeräumt wie sonst.
„Fühlst Du Dich tticht Wohl, Cousinchen? Oder hast Du Aerger gehabt?" fragte er bei der Zigarette nachher, Zigarren waren int Eßzimmer nicht geduldet.
„Ach", sagte sie, „man kann schließlich nicht immer froh sein."
Ter Assessor seufzte.
„Ueöerall trübe Gesichter. Du, Fred, mein Staatsanwalt, — hol's der Henker!"
„Fred? Hör' mal, wenn der ein trübes Gesicht zieht, muß es schon schlimm kommen."
„Hast recht, Resi. Der arme Junge! Na, lassen wir's. Verreist Ihr dieses Jahr?"
„Erst int August. Und dann wahrscheinlich nach Sylt/<
„Ach Gott, ja, ich selbst möchte ja auch weg. Weiß nur nicht, ob es gehen wird."
Sie spielte mit dein kleinen silbernen Löffel und klirrte leise gegen das Porzellan.
„Ich denke, Fred und Du, Ihr wolltet nach Tirol? Das wäre doch sehr hübsch. Was — was fehlt Seiner Hochwohlgeboren dem Herrn Doktor denn?"
„Hm!"
Sie sah ihn groß an.
Borigesmal war er doch sehr vergnügt."
„Er zeigt's auch nicht so, Rest. Und ich weiß selber nicht, wie tief es geht, und was dahinter steckt.
„Hat er eine unglückliche Liebe?"
Kurt Unruh knipste die Asche von seiner Zigarette und besah das Muster des Tischtuchs.
„Hör' mal, Kurt", sagte sie plötzlich. ungeduldig, „was ist denn los? So rede doch!"
„Melleicht — hast Tu recht."
Ein Schweigen entstand. Resi Bergmann preßte dir. Lippen zusammen. Ten silbernen Löffel hatte sie hingeleat,
„Also da- ist es", sprach sie dann leichthin. „9w daran stirbt man nicht."


