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1903. Wr. 144.

Montag den 28. Slptemöer.

I Monsieur Harnors Begeisterung?" fragte der Professor mit feinem, etwas skeptischen, Lächeln die Leiden andern junAN

, //D^wiß, mehr oder weniger bewundern wir alle das mLAr« AL?' ifl |le un8 W S»«

"M) so. Sie haben sie noch nicht gemalt?"

, "..ein, bis letzt noch nicht, aber binnen kurzem wird sitzen, ich schwöre es beim^ heiligen I M-iwoc , rief Hamor übermütig.

Wer ist denn eigentlich die Kleine?"

A, ist ein wildes Fischerkind, das wie die andern in der Fischhandlung arbeitet, die besten Einkäufe für ihren I Herrn macht wenn die Boote abends einlaufen, und mit allen Seeleuten ein Herz und eine Seele ist. Man kennt

I Lnb breit in der Gegend von Plouvenec, sie läuft Überall frei umher, am hellen Tag tote um Mitternacht ttbT. treibt mit jedem, der ihr in den Wurf kommt, ihren derben Scherz Sie hat ein kluges anstelliges Köpfchen und

I öl Tk 8'ClT Ed Leben. Ihr Vater ist em roher .^uukenbold und von ihren sonstigen Beziehungen weiß

! "ur, daß sie noch einen kleinen buckligen Bruder hat,' ! Höch,t durchtrieben zu sein scheint. Das Mädchen besitzt

die Anmut einer wilden Gazelle, und ihre Schönheit ist von ?ös?m-^rl-ckender Natur. Es liegt etwas südlich Leiden- KÄhrt^nd'frisch." Erscheinung, dabei ist sie ganz un-

»Ich für meinen Teil finde ihren Muskelbau noch viel bewunderungswürdiger, als ihre sonstige Schönheit" bemerkte Douglas in seiner ruhigen, trockenen Art.Sie

so leicht und luftig, daß man iinwillkürltch den Atem anhalt, ivenn sie vorbei kommt."

Ich versichere Sie, Monsieur", rief Hamor eifria und dem ungläubig lächelnden Professor einen überzeugen­den Blick zu,diese einfache kleine Bretagnerin besitzt sucht nur südliche Wärme und Farbenschmelz, sondern sie pf auch em kleines Meisterwerk nach Form und Umriß. Ich sah sre neulich ihr Boot rudern, ich beobachtete jede Linie fu.d jede Bewegung. Das Mädchen würde in Marmor ein tadelloses Bild abgeben." Hamor sprach mit einer Ehr-, furcht und Feierlichkeit, etwa wie ein anderer seine reli­giöse Ueberzeugung dargelegt haben würde.

'$a soi!" r-ief der Professor, erhob sein Weinglas und blinzelte mit verständnisvollem Lächeln zu den Freun­den hinüber.Hier wäre ja ein Geschäft zu machen, Wenn

*?te Sie sagen, so müßte sie im Hippo-

chr Gluck machen. Eine solche Vereinigung von Schönheit, Frische und Gliedergeschmeidigkeit würde ja mit Gold ausgewogen werden. Und dann, aprtzs", er lächelte und warf eine schmachtetide Kußhand hinaus in die unbestimmte Zukunft. ®

®lte unwillkürliche Unruhe bemächtigte sich seiner Zuhörer. Sogar Douglas streckte sich und nahm eine ab­weisende Haltung an. Die Maler hätten in der sorglos

(Nachdruck verboten.)

Jas MemiiW m der Bretagne.

Von B. W. Howard.

(Fortsetzung.)

Oen Sie also Nächte laiw mit Ihrem Virgil E'u,^wahrend draußen die wilde See tobt?" ftagte Ha- entwarf er bereits ein Bild des Pfarrers, e,r' emem Buche in der Hand dasaß, das gesenkte mit. der Tonsur und das stark ausgeprägte glatt- Tvw^ beleuchtet^""" flntfernben Kerzenlicht ä la Gerhard m ¥nn bec Virgil ist so ziemlich alles, was

K S entgegnete Thymert einfach;freilich weiß h auswendig; in rannen Sturmnächten,

Wenn die Boote draußen smd und ich mich um meine

^Ä^bn.sorge, gehe ich in der Kapelle auf und nnd tröste mich mit ihm. Ich folge hierin nur einem tav§/"eu Beispiel, beim der heilige Kädoc mit dem großen

Herzen, ein Schutzpatron der Bretagne, hing auch k 8'nfern seiner Seele am Virgil. In seinem feuri- gen Christenglauben hatte er nur den einen Zweifel was W'1. dn. S--I-N ffi» roewen mochte, die auf Erden tote Engel vom .Himmel i 8^" ,6edrchtet haben, wennschon sie des ewigen

aT^r ^tten teilhaftig werden können! So war unser

Landesheiliger Saint Kadoc." '

feine Gesundheit trinken", rief Hamor

Wfthen habenl^ "" §i,nmeI feilien Virgil von Angesicht Noch mancherlei geschichtliche und philosophische Fragen ?bruhrt, bis der Pfarrer hinausgerufen ward, weil em alter Fischer seines Rats bedurfte.

. Unterdessen begann der Professor, der sich bis dabin ziemlich schweigsam verhalten hatte, sich behaglich eine pgarette anzünd end, zu den Malern'gewendet'Sie oCiUslrbtf? Naturschönheiten und Mannigfaltig-

^t rn der Landschaft, aber genügt eigentlich Ihrem künst- ?ige!?@cgmi)d?"taS baS leibliche Geschlecht der hie- . »Gewiß", versetzte Staunton,wir finden Schönheit

Tarben und der Zuge bei den jungen Mädchen und bei eine malerische Häßlichkeit.

Anmut ist freilich schon seltener, die Frauen sind körperlich I überarbeitet und altern daher auch vor der Zeit" I

Unb doch ist hier ein kleines Jnivel verborgen", be­gann Hamor mit Feuer,haben Sie schon meine kleine Venus von Plouvenec gesehen?"

. . "^ein, weines Wissens nicht, ich habe überhaupt noch ! rfrft e^UUl in. Flügelhaube und Holzschuhen gesehen. Eh^ lich ist dies auch nicht gerade die Art Venus, der ich den Vorzug geben möchte! Teilen Sie auch I