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gemaltes Originalporträt deS Bischofs von Atterbury esaß. Von diesem Porträt ließ er durch den Maler Wors- dale Kopien für 60 bis 80 Mk. anfertigen, und wenn er einem seiner Freunde eine besondere Aufmerksamkeit zu erweisen wünschte, so schenkte er ihm einOriginal"-Gemälde des Atterbury. Worsdale malte 5 bis 6 dieserOriginale". Um das Jahr 1789 soll, nach Chambers' Journal, auch ein Mr. Parsons eine groge Anzahl der Gemälde Sir Peter Lelys kopiert haben, durch welche sich selbst Kenner täuschen ließen.

Meistenteils waren es nätürltch arme Schlucker, die sich des schnöden Mammons wegen zu diesen Fälschungen verleiten ließen. Doch es ist nicht ausgeschlossen, daß auch hervorragende Ktinstler si'ch bisweilen derartiger Fälsch­ungen schuldig machten, und man hat sogar den Namen Michel Angelos aus die Liste derselben gesetzt. Es wird als erwiesen angesehen, daß der große Künstler sich mindestens in einem Falle dieses Vergehens schuldig gemacht hat. Heath Wilson erzählt in seinem interessanten WerkeLeben Buonarottis", daß eine der erstell Skulpturen Michel Ange­los, welche einen liegenden schlafenden Cupido darstellt, in ihrer Ausführung so sehr den antiken Werken glich, daß Lorenzo-di-Pier Francesco de Medici vorschlug, dieselbe künstlich zu entfärben, um den Anschein des Alters hervor­zubringen, da das Werk so einen höheren Preis erzielen würde. Dieser Rat wurde befolgt und die Figur darauf an einen Händler, Messer Baldassarre des Milanese, ver­kauft, der dieselbe wieder an den Kardinal San Giorgio in Rom als Antike für die Summe von 1920 Mk. verkaufte, während er selbst nur 280 Mk. an den Künstler gezahlt hatte.

Nun sind nicht alle Personen in der Lage, die Rück­gabe ihres Geldes zu erzwingen, wie es der Kardinal tat. In vielen ähnlichen Fällen leiden weniger energische Opfer lieber im Stillen, als daß sie sich der Lächerlichkeit aussetzen, wie die folgende alte, aber, wie es heißt, wohl­beglaubigte Geschichte zeigt:

Ein Pariser Händler, halb Antiquar, halb Abenteurer, verwendete, durch das Prahlen eines Engländers verleitet, der angab, sich eine Kunstsammlung anlegen zu wollen, mehrere Tage darauf, seinem Kunden echte, aber kost­spielige Sachen zu verschaffen. Da es ihm nicht gelang, ut Paris ein Geschäft abzuschließen, so schlug er dem Ama­teur, einem Parvenue, vor, ihn nach Rom zu begleiten, wo er, wie der Händler versicherte, seine künstlerischen Be­dürfnisse zu niedrigeren Preisen befriedigen könne. Die Reise wurde beschlossen, und bald nach ihrer Ankunft be­suchten der Händler und der Kunde die Gärten der Borghese, wo der Engländer sich heftig in eine Statue verliebte, die er auch für würdig erachtete, den Boden seines neuerwor- benen Gutes zu schmücken. Den Händler, welcher wieder vergeblich versucht hatte, ein vernünftiges Geschäft abzu­schließen und sich ein gut Teil italienischer Unverschämt­heiten hatte gefallen lassen müssen, entrüstete und be­lustigte zugleich die von fernem Gönner bekundete Unwissen­heit, und er beschloß, einer augenblicklichen Eingebung fol­gend, ihn grüirdlich auszubeuten. Ohne zu erröten, ver­sicherte er, daß sich der Ankauf der Statue gewiß vorteilhaft arrangieren ließe, wenn die Sache vollständig ihm über­lassen bliebe. In der Tat berichtete er dem Eirgländer zu dessen großer Genugtuung noch an demselben Abend, daß das Geschäft abgeschlossen sei. Nachdem der Engländer eine Quittung und einen Erlaubnisschein, die Statue von ihrem Standort entfernen zu dürfen, von seinem Agenten em­pfangen batte, händigte er diesem 12 000 Mark ein. Es ist kaum nötig, zu sagen, daß der Pariser mit diesem Gelbe un- züglich verschwand.

Für den Händler hatte die Sache keinerlei üble Folgen, denn als der^ Käufer das ganze Ma tz seiner Dummheit erkannte, zog er vor, sein Geld zu verlieren und lieber die Sache zu vertuschen, als zum Gegenstand des Gespöttes seiner vornehmen Bekanntschaften zu werden, die er so sorgsam pflegte.

Vermischtes.

Eine Höhle als Kerker. Eins der stärksten Gefäng­nisse in Nordamerika befindet sich in der Stadt Clifton in Graham County, Arizona. Dieser Ort liegt in einem Tal, welches an einer Seite von einem hauptsächlich aus Quarz­

gestein vestehenben Hügel begrenzt ist. Als die Behörden der County die Notwendigkeit erkannten, ein Gefängnis anzulegen, beschloß man, mit Hilfe von Sprengstoffen eine Höhle in den Abhang des Hügels zu sprengen. Die Oeff- nung wurde eben nur groß genug gemacht, daß ein Mensch ohne Schwierigkeit hindurchkann, während das Innere wie eine Kohlenmine ausgehöhlt und durch natürliche Scheide­wände in vier Zellen geteilt wurde. Man machte keinerlei Bemühungen, das Innere der Zellen zu glätten, sondern die Decke und die Seitenwände blieben in der zerrissenen unebenen Beschaffenheit, welche durch das Sprengen hervor­gerufen war. Um den Zutritt von Licht und Luft zu er­möglichen, wurden Löcher in den Fels gebohrt und die Oeffnungen durch eingeführte Stahlstangen von etwa einem Zoll Durchmesser gesichert. Der Gngang wurde mittels einer ebenfalls aus Stahlstaugen konstruierten Tür ver­schlossen, doch der weiteren Sicherheit halber, und um einen Raum für den Sheriff und seine Beamten zu schaffen, wurde ein Flügel oder eine Borhalle aus Mauerwerk an den Hügel angebaut. Den Stein für diesen Zweck hatte man bei der Sprengung gewonnen. Das Vestibül ist durch eine Querwand geteilt, sodaß man, um zu dem eigentlichen Ge­fängnis zu gelangen, drei vergitterte Türen passieren muß. Es sind nur vier Zellen vorhanden, aber jede derselben ist groß genug, um mehrere Insassen zu beherbergen; nötigenfalls kann dieser neue Kerker einige zwanzig Per­sonen aufnehmen. Obgleich die Wände und Decken aus Fels bestehen, ist das Innere doch trocken. Die Gefangenen sollen in diesem natürlichen Kerker unter weniger Unzuträglich­keiten leiden, als diejenigen, welche in künstlichen Gebäuden untergebracht sind. Der schwächste Teil der Mauern dieses Gefängnisses ist über 1,80 Meter stark. Ohne Zweifel wollte man unter möglichst geringem Kostenaufwand für diese kleine Zahl von Gefangenen einen absolut sicheren Kerker ge­winnen, der zugleich den Borzug der Feuerfestigkeit besitzt

Das ist aber nett! Es war im wilden Westen Amerikas» Wie geht es?" fragte der Tourist.

Ganz erträglich", antwortete der alte Mann, der auf dem Baumstumpf saß.Ich sollte ein paar Bäume fällen, da kam der Cyklon, warf sie um unb ersparte mir die Mühe."

Das war gut."

Ja, und dann zündete der Blitz das Reisig an und ersparte mir die Arbeit, es zu verbrennen."

Merkwürdig! Wer was machen Sie jetzt?"

Jetzt warte ich, daß ein Erdbeben kommen und di« Kartoffeln aus der Erde schütteln soll."

Schachaufgabe.

Von F. Havelka in Louny. (Nachdruck verboten.)

a b C d e f p h

8

8

6

6

5

a b c d e i g h Weiß.

Weiß zieht und setzt mit dem dritten Zuge matt. (Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Zahlenrätsels in vor. Nr.r Sokrates; Oskar, Ratte, Tasse, Rose, Kakao.

Redaktion: Curt Plato. - Rotationsdruck und Verlag der «rühl'sckm UniverfitLtS-Vuch. und Eteindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.