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ter im wesentliche« aus Kieselsäure besteht, ober andere ähnliche mineralische Erden, wie der in Derbyshire in England gewonnene Moderstein (rotten stone) fast allgemein im Gebrauch. Die als Poliermittel verwandte Substanz muß natürlich stets weicher sein als das zu polierende Material; als Träger für das Polierpulver dienen daher auch ost weiches Kupfer, Elfenbein und Holz.
Die alten Griechen waren die geschicktesten Kameenkünstler, die je existiert haben. Die wenigen noch vorhandenen Proben ihrer Arbeiten aus der Ptolomäerzeit (3. und 4. Jahrhundert v. Ehr.) sind unübertroffen, und die feinsten römischen Stücke aus dem 1. Jahrhundert v. Ehr. bis zum 3. Jahrhundert n. Ehr. sind tatsächlich Werke griechischer Künstler, die in Rom ansässig waren. Gegen das Ende des dritten Jahrhunderts begann der griechische Einfluß auf die römischen Mbeiten nachzulassen, und es ist als sofortige Folge hier und da an ein merkliches Sinken des bisherigen hohen künstlerischen Wertes zu bemerken. Die Verlegung des römischen Hofes nach Byzanz und das Vordringen des Christentums wirkten ebenfalls nicht in günstigem Sinne. Vielfach begann man nun die Gestalten der klassischen Mykologie durch biblische und christlich-legendäre zu ersetzen; Herkules wird zu David, Venus und Heda zur Jungfrau Maria, und selbst das Haupt der Medusa hat man in das fromme Antlitz der heiligen Veronika verwandelt. Kein Wunder, wenn die byzantinische Kameenarbeit an künstlerischem Wert nicht allzuhoch steht. Bemerkenswert ist sie wegen der Geschicklichkeit, mit der sie in der Verwendung des Blutsteines, namentlich zur Darstellung der Kreuzigungsszene, vorging. Erst die Re- naissaneezeit brachte auch für die Kamee eine Wiederbelebung, wenn sie auch keine neuen und wirklich bedeutenden Formen hervorzubringen im stände war. Später — etwa vom 16. Jahrhundert ab — wurden Muscheln als Material für kleinere Mbeiten sehr beliebt. In technischer Hinsicht besteht gegenüber dem Ausarbeiten aus hartem Stein hier ein ziemlich bedeutender Unterschied, da das Material ziemlich weich ist und sich fast wie Holz bearbeiten läßt.
Einzelne alte Kameen sind weltberühmt, teils wegen der außerordentlichen Schönheit ihrer künstlerischen Ausführung, teils wegen der Größe und Schönheit des Steins, aus dem sie herausgearbeitet sind. Die größten bekannten Kameen enthalten Darstellungen aus dem Leben des Kaisers Tiberius, des Nachfolgers von Augustus; die eine, 29 : 34 Zentimeter groß, befindet sich in Paris, die andere, 19 : 24 Zentimeter messend, in Wien. Das schönste Stück mit Einzelporträt durfte ein jetzt in London im Britischen Museum befindliches Bild des Kaisers Augustus sein, das, aus einem prachtvollen Sardonyx geschnitten, 15 : 22 Zentimeter mißt. Auch Vasen, Schüsseln und Becher wurden als Kameen aus wertvollen Stoffen geschnitten. Nur wenige derselben sind bis auf uns gekommen, und an diesen hat meist die Zeit ihre Spuren zurückgelassen, während die Mehrzahl überhaupt derselben zum Opfer gefallen ist. Nach der Besiegung des Königs Mithridates von Pontus soll Pompejus in dem königlichen Schatze nicht weniger als zweitausend aus hartem Stein geschnittene Gefäße erbeutet haben. Das berühmteste alte Stück dieser Art dürste die Farnesische Schale in Neapel sein, die bei einem Durchmesser von etwa 20 Zentimetern aus einem prachtvollen Sardonyx herausgearbeitet ist und in welcher wir wahrscheinlich eine altägyptische Arbeit aus der Zeit der Ptolemäer zu sehen haben.
Ei« schlaues Mädel! Unter den Gästen eines vornehmen Hotels befand sich eine junge Dame vom Lande. Ter Wirt bemerkte, dag sie jeden Wend die Treppe her- unterkam, sich einen Krug Wasser holte, und dann in ihr Zimmer zurückkehrte.
Eines Albends fragte er sie, warum sie nicht klingle, damit das Zimmermädchen ihr das Wasser brächte.
„In meinem Zimmer befindet sich keine Klingel", sagte bie Dame.
„Keine Klingel in Ihrem Zimmer, gnädiges Fräulein? Erlauben Sie, daß ich sie Ihnen zeige."
Damit nahm er ihr den Wasserkrug ab und begleitete
sie nach ihrem Zimmer, wo er sie auf den Knopf der elektrischen Klingel aufmerksam machte.
Sie starrte denselben entsetzt an und rief aus: „Das ist eine Klingel? Das Zimmermädchen sagte mir, es sei das Feuersignal, und ich sollte es niemals anrühren, ausgenommen wenn es brennt."
So verstand das Zimmermädchen, sich die Mühe des Wasserholens zu ersparen. Tit-Bits.
Alles auf einmal. Der Logiergast kam zum Frühstück herunter und fand, daß nichts fertig war.
Als seine Wirtin endlich erschien, fragte er sie, warum es noch kein Frühstück gäbe.
„Ach", sagte sie, „ich hatte einen schönen Fisch für Sie gekauft, leider aber hat die Katze —"
„Verwünschte Katze! Dann geben Sie mir etwas kaltes Huhn."
„Ich bedaure, die Katze —"
„Gut, dann einige Eier."
„Es sind keine Eier da, die Katze —"
„Nun, so braten Sie die Katze, dann haben wir alles auf einmal." Tit-Bits.
Gut pariert. Kürzlich wurde eine Dame, eine wohlbekannte Vertreterin der Frauenbewegung, von einem anmaßenden, jungen Gecken gelangweilt, der in verständnisloser Weise seine Ansichten über die ernste Frage vorbrachte. Er spielte sich als Gegner der selbständigen Frau auf und schloß seine Bemerkungen über die Bestrebungen derselbe!« mit den Worten:
,Lch glaube wahrhaft, meine Gnädigste, Sie möchten gern ein Mann sein", worauf sie sanft erwiderte:
„Und Sie nicht auch?"
Tit-Bits.
Ei» Kovtplimeul. „Ernst," sagte die hübsche Frau, „ich habe heute ein nettes Kompliment über Dich gehört."
Ernst legte die Zeitung hin, drehte die Enden seines Schnurrbarts nach oben und sagte erwartungsvoll:
„Nun, das ist nichts so Besonderes. Man sagt mir alle Tage Komplimente."
Seine Frau fuhr fort, ihren Tee zu trinken, und Ernst wartete, daß sie weitersprechen solle. Endlich sagte er:
„Nun, warum sagst Du mir nicht, wer es war, der mir ein Kompliment zollte ?"
„O, Du würdest es in einer Woche nicht raten."
„Frau S.?" fragte er.
"Oder Else R.?" forschte er sehr angelegentlich.
„Auch nicht."
„Nun, wenn es ein Geheimnis ist, so will ich gar nicht wissen, wer es war, oder was er sagte."
„Es ist kein Geheimnis", sagte seine Frau freundlich. „Herr H. sagte mir, daß er, so oft er mich träfe, von neuem überzeugt fei, daß Du ein Mann von ausgezeichnetem Geschmack wärest."
Ernst erwiderte nichts. Er steckte die Hände in die Taschen und ging nachdenklich im Zimmer auf und ab.
Tit-Bits^
Anagramm.
(Nachdruck verboten.) a. b.
1. Küstenfluß — Erzeuger.
2. Werkzeug — Stadt int Rheinland.
3. Amtskleid — Amtsperson.
4. Biblischer Name — Insel im Mittelmeer.
5. Einwirkung " — Schmuck.
6. Stimmungsausdruck — Truppengattung.
7. Teile des Gedichts — Gesäß.
8. Vorname — Klebstoff.
9. Vorname — Singvogel.
ES find 9 Wörter zu suchen von der Bedeutung unter a; von jedem dieser Wörter ist durch Umstellung der Buchstaben em anderes Hauptwort zu bilden, dessen Bedeutung unter b angegeben ist. Die Anfangsbuchstaben der Wörter unter b müssen im Zusammenhang einen amerikanisch«« Staat benennen.
(Auflösung in nächster Nummer.)
Auflösung des Kapselrätsels in vor. Nr.r Ferdinand Freiligrath.
Redakt«: Turt Plata. — Rotationsdruck und N$«to« der Brühl'schen UniversitätS-Beich« vvd Strindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.


