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Rrdaltronr Auauk Gök. Rotationsdruck und Verlaa der Brüll'scheu UuiversttötS-Buch» und Eteindruckerti (Pietsch Erbens in Gießen.

Scherzrätsel.

(Nachdruck verboten.) Kommt ein Bogel, wohlbekannt^ Ohne Schwanz zu einem Land, Wird ein deutscher Poet genannt. (Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung der Charade in vor. Nk.r Lustspiel.

Cornelius Nepos auch eine gewisse literarische Unsterblich­keit im Kreise der hessischen Schuljugend erworben hat. Der mit dem TitelSchafskops" Beehrte war Justus Liebig zu Darmstadt. Liebig saß! mit noch zwei Unglucksgefährten untenan. Der Konrektor Storck hatte tat Tag, denn ebenso unbe" ' " "

rade einen schlech­ten Tag, denn ebenso unbefriedigt schied er von dem nochunter Liebig" sitzenden Jungen Georg Gervinus, dem dreizehnjährigen Sohne des Gerbers Gervinus. Nun drohte sich das Unheil über dem Haupte desjenigen, der zu aller- Unterst saß, dem eigentlichen Nltimus, dem vierzehnjähri­gen Johann Jakob Kaup, gleichfalls einem Darmstädter Bürgersohn zu entladen. Mein der Gestrenge zog es! vor, statt diesen auf die Folter zu spannen, wieder zu dem jungen Stang zurückzukehren.Was willst Du wer­den?"Chemiker!"Dummkops, was ist denn das?!" entgegnete Herr Storck mit verächtlichem Achselzucken.Seht

Außerordentlich beliebt und dieses Beifalls vollkom­men w-urdig ist dieJugendgartenlaube", farbig illustrierte Zeitschrift für die Jugend, Verlag von G. Kempe in Leipzig, vierteljährlich nur 1 Mark. DieJugend garten- laube" ist wohl einzig in ihrer Art durch die Fülle von Stoff zur Unterhaltung und Belehrung, gediegen, vor­nehm, billig.

Cotta'sche Handbibliothek. Hauptwerke der deutschen und ausländischen schönen Literatur in billigen Einzelausgaben. Stuttgart und Berlin, Verlag der I. G. Cotta'schen Buchhandlung Nachfolger G m. b. H. Den! ersten Nummern ihres neuen UnternehmensCotta'sche Handbibliothek", das mit dem Zwecke ins Leben ge­rufen wurde, die Verbreitung der Hauptwerke der deut­schen und ausländischen schonen Literatur durch billige Einzelausgaben zu fördern, läßt die Cotta'sche Verlags­handlung schon nach! kurzer Pause weitere Nummern fol­gen. Dank der vielen Vorzüge: sorgfältige Auswahl der auszunehmenden Werke, solide Ausstattung durch großen- scharfen Druck, holzfreies Papier und gute Heftung habest sich die Bändchen rasch eingebürgert und einmütigen Bei­fall gefunden. Brachte die erste Reihe u. a. zum ersten­mal Werke von Grillparzer in billigen Einzelaus­gaben, so verdient auch die zweite Reihe besondere Auf­merksamkeit, weil neben weiteren Werken der Klassiker auch Gott fried Keller, und Heinrich Seidel, durch billige Einzelausgaben von Schriften vertreten sind, deren ausschließliches Verlagsrecht der Cotta'schen Buchhandlung zusteht. Von Gottfried Keller wird die köstliche Humo­ristische ErzählungDie drei gerechten Kamm­macher" geboten, während Heinrrch Seidels Eigenart durch das liebliche IdyllDer Rosenkönig" und dir prächtigenWeihnachtsgeschichten" gekennzeichnet wird. Die Namen Goethe, Heine, Kleist, welche, außerdem vertreten sind, beweisen, daß tste Verlagshand­lung bemüht bleibt, den verschiedensten Ansprüchen Rech­nung zu tragen.

ihr", fuhr er fort,ihr drei seid unwürdig, in dir Hallen der Wissenschaft einzutreten. Köpfe habt ihr zwar zrößer und dicker, wie alle anderen, aber der Spiritus ehlt darin. Spart euch die Mühe und euren Eltern das chöne Geld ! Liebig, Dein Latein reicht gerade aus zum Apotheker; Du, Gervinus, kannst weder Latein noch Deutschs und Du, Kaup, kannst überhaupt gar nichts !" Liebig kam, so erzählt Dieffenbach- in der Tat bald zu einem Apotheker in die Lehre, Gervinus wurde Lehrling in einem Manufakturwarengeschäft, Kaup blieb etwas länger auf dem Gymnasum. Ltobia wurde der berühmte Bahnbrecher, auf dem Gebiete der Chemie, Gervinus wurde dem Kauf­mannsstande untreu und ein berühmter Geschichtsprofes­sor, Kaup Naturforscher, der sich, durch seinen Versuche denDarwinismus zu widerlegen"- bekannt machte.

vants gab. Er war damals in seiner vollen Kraft schrieb er doch gerade an seinem Wintermärchen aber trotz seines herrlichen Dichterkopfes mit der mächtigen Stirn, der Adlernase und dem sinnlichen, aber sehr anmutig zucken­den Mund machte er keinen eigentlich imponierenden Ein­druck, weil er, sehr kurzsichtig, seine an sich! schönen Augen immer unangenehm zusammenknisf, sie nur selten aufschlug, und weil er seine jüdische Abstammung, von der in seinem blonden und blauäugigen, ganz germanischen Kops keine Spur zu entdecken war, umso deutlicher durch seine schlechte Haltung aussprach da er, obwohl von Hause aus breit und gut gebaut, doch! den schleppenden, nachlässigen Gang seiner Rasse hatte. Er sprach fast nie zusammenhängend­sondern machte nur immer Ausfälle und unendlich drollige Bemerkungen, besonders' wenn er durch Widerspruch gereizt ward. Auch brachte er offenbar immer schon einige kostbare Witze fertig mit und leitete die Unterhaltung dann so, daß er sie wirksam anbringen konnte. Da Laube auch Meister in scharf zugespitzter Sprechweise war, Wagner aber im sprudelnden Erzählen seinesgleichen suchte, so war das Ge­spräch dieser durch die schönen Frauen uitb den guten Wein ohnehin animierten Männer allerdings wohl eines der glänzendsten, die ich je gehört.

Interessant ist die Charakteristik, die Pecht von Gott­fried Keller entwirft Pecht entzählt das Folgende:

Klein und untersetzt von Statur, aber fest und breit­beinig auftretend, gliche die nervige Gestalt mit den kurzen Beinen eigentlich nur einem etwas verkürzt ausgefallenen Gestell für den herrlich mächtigen Dichterkopf mit der hohen Jupiterstirne. Mer auch, ihm hatte die immerhin ein wenig kleinliche und enge Welt um ihn herum, die er so unübertrefflich mit ihren Vorzügen und Mängeln wieder­gegeben, doch eine Menge Falten angeärgert, die nur ver­schwanden, wenn er etwa einmal nach! langem Schweigen warm wurde. Der unglückliche Stauffer-Bern, der ein so vortrefflicher Stecher war, hat ihn zehn Jahre später in ganzer Figur wunderbar ähnlich gestochen. Wenn er nichts gemacht hätte als dies Porträt und die beiden womöglich noch, besseren Bildnisse Gustav- Freytags, so würden diese Meisterwerke genügen, seinen Namen trotz seines häßlichen Endes zu erhalten. Hatte nun Keller während des Diners mit noch mehreren ihm wie ich unbekannten Personen sich sehr reserviert verhalten, so wurde er doch viel ergiebiger, als wir Herren nachmittags gemeinsam einen großen Spa­ziergang den Berg hinauf machten, obwohl er auch da bas ihn wie die meisten Schweizer charakterisierende herbe Wesen nie ganz verlor. Findet man dasselbe doch leicht selbst in den Werken heraus, wenn man z. B. dieLeute ton Seldwyla" oder denMartin Salander" mit ähnlichen von Fritz Reuter vergleicht- Aber gerade dieser starke, ja oft ganz berauschende Erdgeschmack derselben ist es, der uns so unwiderstehlich fesselt! Die stolze und oft rauhe Mann­haftigkeit, die daraus spricht, besaß nun Keller ganz und gar auch im Verkehr, das sich beugen und gefällig sein hatte er nie gelernt, ja der Widerspruch lag ihm immer am nächsten, und dennoch gewann er durch, seine Bieder­keit rasch, das Vertrauen. Etwa sechs, acht Iahte später habe ich Keller dann noch einmal in Zürich wieder besucht. Da glich er, auf dem Stuhle sitzend, Stauffers' Porträt ganz frappant. Ter ewige Aerger, in Deutschland- besser verstanden und gewürdigt zu werden als in der Schweiz selber, hatte ihn allmählich ganz in dies verdrießliche Ge­sicht hineinwachsen lassen. Tenn für Deutschland hatte er eigentlich wenig Verständnis und noch weniger Liebe. Sein echt republikanrsch kurz angebundenes, von aller Sentimen­talität himmelweit entferntes!, anscheinend trockenes und hartes Wesen mag ihm als einmal anerzogener Don wohl oft selbst beschwerlich geworden sein.

vermischter.

* Das Genie auf der Schulbank. Aus der Jugendzeit des Chemikers Justus v. Liebig, dessen tM. Geburtstag am 12. Mai stattfindet, erzählte Ferdinand Diefenbach! in dem Lebensbilde eines Schulkameraden Lie­bigs eine bemerkenswerte Episode. Es heißt da:Setz' Dich, Liebig! Du bist ein Schafskopf!" Der so sprach, war Herr Johann Justus Storch, Konrektor am Gymnasium zu Darmstadt, ein gefürchteter Schulmonarch, der sich durch seine Ausgaben der Fabeln des Phaedrus und des