die Konturen des Königs waren erst skizziert.Dieses Bild wird wohl bald fertiggestellt sein?" bemerkte ich.Nein, das wird nie der Fall sein", lautete Menzels Antwort.Es ist zwar manches Gute in dem Bilde, aber sehen Sie sich einmal den Ausdruck der Leute an; es ist der Kriegsvat vor der Schlacht von Leuthen; sehen Männer, welche wissen, daß sie vielleicht ihr Leven lassen werden, so aus?" Auch ein anderes, fast vollendetes Bild- wollte er der Ver­nichtung weihen. ®tte entzückend gelungene Ansicht der Berliner Geusdarmes-Kirche mit einer Anzahl mit Kränzen und Blumen geschmückter Särge vor derselben. Alles er­schien fertiggestellt mit Ausnahme einer Ecke, aber der Meister war lustlos.Ms hierher glaubte ich an die In­spiration meiner Arbeit, aber plötzlich kamen mir Skrupel: Nein, so geht es nicht; das kann nicht sein: Deutschland wird nie durch Straßengefechte groß werden." So blieb die Verherrlichung des Begräbnisses der Achtundvierziger unvollendet. Ein drittes Mld, das Menzel mir zeigte, hatte auch seine Geschichte. Es war der lieberfall Friedrichs des Großen aus das östreichische Biwak bei Schloß Lissa, wobei der König mit Mühe der Gefangennahme entging. Dieses Werk wird aber doch wohl nicht vernichtet werden", sagte ich.Nein, das ist fertig", lautete die Arttwort,aber der Besteller wird es nie erhalten. Es ist im Auftrage des Herzogs von Ratibor gentalt, als derselbe es aber ansah, bemerkte er, es erscheine ihm etwas zu ruhig, zu gesetzt. Ich hatte es ja gewußt: er hatte etwas in der breiten, melodramatischen Manier erwartet." Ich schwieg.Als der Herzog mich aber einige Tage darauf frug, weshalb ich, ihm das Genrälde noch nicht gesandt habe, erwiderte ich trocken:Tas Bild ist mein; Ew. Hoheit werden es nie bekommen." Und dabei blieb es."

Vermischter.

DieteurePopularität. In einer neuen Theater­zeitschrift,Das Theater" betitelt und herausgegeben von Christian Morgenstern (Verlag von Bruno Casiirer, Berlin), erzählt Emil Thomas aus dem unerschöpflichen Schatze seiner schauspielerischen Erinnerungen folgenden Spaß:Um Rudolf Haaie, einen der 'besten Komiker Barlins, der wirklich Popularität besaß, nicht nur auf der Bühne, sondern auch beim Volke selbst, zu charakterisieren, sei folgende Episode erzählt: Rudolf Haase war ein glühen­der Verehrer der Muse des königlichen Hofschauspielers Theodor Döring. Dieser, der das wußte, hatte auch ihn sehr gern, denn ein so bedeutender Künstler Döring auch war, so war für liebenswürdige Beurteilung seines Könnens sein Ohr nicht verschlossen, wenn z. B. Haase, in seiner kurz abgebrochenen, fast stammelnden Form zu sprechen, in der Weinhandlung von Lutter und Wegner am Stamm­tisch sagte:Ich sage Ihnen Herr Döring gestern wieder a la boneur großartig wie Sie das machen so alles ohne Balancierstange und ohne Zutaten so die reine Bouillon so alles es ist großartig!" Döring, der diese nicht außergewöhnliche An­sprache Haases schon kannte, war höchlichst erfreut, und so schlug "er Haase einst vor, nachdem sie eine gute Flasche getrunken hatten, mit ihm einen Spaziergang zu machen. Sie brachen beide auf, und als sie die Linden herunter bis zur Friedrichstraße gekommen waren, ging Döring auf die Bude einer Obsthändlerin zu, um für seine schon zu Hause auf ihn wartende Gattin eine Melone zu kaufen. Hierfür forderte die Frau einen Tlr. 6. Sgr. Der Preis war Döring zu hoch, und als er zu feilschen anfing, sagte die alte, ehrwürdige Obsthändlerin:Aber, Herr Döring, for Ihnen ist das doch kern Preis!" Döring, außerordentlich geschmeichelt, daß er von dieser Frau aus dem Volke ge­kannt sei, zahlte 1 Tlr. 5 Sgr. Man händigte ihm die köstliche Frucht ein und er schlenderte mit Haase weiter. Plötzlich blieb er stehen. Sie waren bei der königlichen Akademie angekommen und stellten nach dieser damals in Berlin einzig richtig gehenden Uhr die ihre. Bei dieser Gelegenheit sah Döring seinem komischen Kollegen scharf ins Gesicht und sagte:Haase, haben Sie gehört, wie die Frau beim Einhandeln dieser Melone zu mir sagte:For Ihnen, Herr Döring, is das doch kein Preis?" Sehen Sie, das heißt populär sein."Ach Jvtt", sagte Rudolf, das kann ich auch" Ein zufällig vorübergehender Bäcker­

junge blieb stehen und sah die beiden Minken an. Haase^ den Augenblick benutzend, fragte den Kleinen:Junge, kennst Du mir? Wer bin ich?"Hoho !" schreit der Junge, Sie sind Haase, der Knobbe aus de Maschinenbauer ins Friedrich Wilhelmstädtische!" Döring, ganz perplex über diese Antwort, sieht, wie Haase in die Tasche greift, sein Portemonnaie zieht und dem Jungen einen Silvergroschen gibt. Aber noch erstaunter ist er, als Haase schmunzelnd zu ihm sagt: ""Ihre Popularität kostet 1 Dhaler 5 Sgr., aber meine nur 1 Sgr." Sie trennten sich, Dörmg schüttelte den Kopf und sagte mit seiner ihm angeborenen! Grandezza:Für meinen Haß zu klein!!" Wer Haase erzählte mir lachend:3d), glaube kaum, daß der sehr vergnügt mit die Melone nach Hause jekommen is, denn! ich kenne ihm zu jenau. Die Popularität is ihm zu kost­spielig!" '

* Das Verpflanzen (Versetzen, Umtopfen) der Topfgewächse gehört zu den wichtigsten Geschäften; der Pflanzenkultur und erfordert eine besondere Sorgfalt, Man wähle vor allen Dingen die für die umzutopfende Pflanze geeignete Erdmischnng und verwende einen gut beschaffenen Topf. Dieser muß etwas größer als der bis­herige, aus gutem Ton gefertigt und hart gebrannt sein. Glasierte, Porzellan- oder Fayance-Gefäße sind untauglich Tas Wasser-Abzugsloch muß von oben her durch den Boden gebohrt sein, so daß der Rand nicht nach innen über­steht. Eine Unterlage von grob gestoßenen Scherben oder kleine Ziegelstücke schadet keiner Blume. Die Töpfe lege man einen Tag vor dem Umpftanzen in Wasser. Der Erde füge man etwas Knochenmehl, feine Hornfpähne und zer­stoßene Holzkohlen bei. Beim Ausnehmen der Pflanze aus dem alten Topfe vermeide man eine Beschädigung der Wur­zeln; man lege die linke Hand flach auf den Topf, um­fasse zugleich damit den Stamm zwischen den Fingern und kehre dann mit der rechten Hand den Topf um, so daß der Gipfel der Pflanze sich nach unten zuwendet. Während nun der Topf auf der linken Hand ruht, stößt man rmt dem Rande desselben auf einen harten Gegenstand, oder klopft an der Seite des Topfes umher. Der Wurzelballen wird sich dann leicht aus dem Topfe lösen, ohne daß man am Stamm zu ziehen braucht. Man tut gut, die Pflanze 1218 Stunden vor dem Umtopfen unbegossen zu lassen. Etwa vorhandene faule Wurzeln entferne man mit der Schere; sollten Regenwürmer in den Topf gedrungen sem^ so sind dieselben herauszunehmen. Die alte Erde beseitige man durch einen zugespitzten Blumenstab aus dem Ballen, Nun setze mau die Pflanze in den in angegebener Werse vorbereiteten neuen Topf, halte sie mit der linken Hand auftecht und fülle die Erde mit der Hand auf, ab und zu an die Topfleiten klopfend, damit die Erdmischnng sich sackt. Ist der Topf gefüllt, so drücke man die Pflanze fest und begieße sie mäßig; dann reinige man dieselbe, brnde sie neu an und stelle sie einige Tage in den Schatten. Die Pflanze darf rn dem neuen Topfe nicht höher stehen,, als in dem alten. Eine Düngung bald nach dem Um­pflanzen unterlasse man, da die neue Erde Nährstoffe trt genügender Menge enthält.

Logogriph.

(Nachdruck verboten.)

Als Werkzeug bekannt In des Arztes Hand. Verändere ein Zeichen, Nun ist's ohne Gleichen. Und allerwegen

Bringts Licht und Regen. (Auflösung in nächster Nummer.)

Auflösung des Sternrätsels in vor. Nr.: F ARM MEI 8i E SCHELDE

FR) E D R I CH

P F A R R E B FEILE ACH

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Redaktion: August Götz. Rotationsdruck und Verlag der Brstbl'schen UniversitätS.Buch' und Steindruckerel. R. Lange, Güßen.