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,Sie

die Katze'

sie die Wange, aber ihr Widerstand ward dadurch nur ge­steigert.Thymert könnte mir helfen", dachte sie bei iich^ jetzt zum ersten Male gedachte sie des treuen Freundes. Guenn war stets bestrebt gewesen, die Roheiten ihres

macherwerkstätt. Eine Katze kam langsam die Treppe her­unter. Guenn lockte sie schmeichelnd zu sich heran, um sie liebkosen au können, aber die Katze wandte sich gleichgiltig ab und ging langsam, wie sie gekommen, wieder die Treppe hinauf. Wenn Guenn in den Regen hinausblickte, konnte sie gerade die drei Fenster im Speicher mit den staubigen, zerbrochenen Scheiben sehen, jedoch nichts von ihrem Nannte, von Jeanne oder Monsieur Hamor entdecken. Sie wagte sich nicht weiter hinaus, um nicht bemerkt zu wer­den. In der Nähe befand sich auch Morots Packhaus; auf einem dazu gehörigen Bodenraum saßen vier Mädchen mrt dem Ausbessern der Netze beschäftigt. Es waren arme, stille Geschöpfe, durch Siechtum zu ihrer sitzenden Tätigkeit gezwungen; Guenn trat jetzt unter sie wie ein Wirbelwind.

:, vor aller Welt zu ver- aläubische Furcht vor Hamors über ihre Zurückhaltung da- ach an Thymert wenden Thymert allein ...Herr und sie in Schutz nehmen; sie hatte ja ,it ihm zu kommen, sobald sie in Not und Heute zum ersten Male fühlte sie sich hilflos "und mit diesem ihr so neuen Gefühl verband sich ein freundliches Gedenken an den jungen Priester, von denk sie wußte, daß er treu zu ihr stehen würde in dem' Kampf gegen die Fremden und ihre ausländischen Sitten, gegen ihr Lächeln, ihre einschmeichelnden Stimmen, die sie so, haßte, weil sie ihr immer int Ohre klangen.

Aufatmend warf sie den Kopf zurück, summte ihr über­mütiges Liedchen von des Lebens Bitternis und wandte sich zum Gehen. Sie fühlte, sie war wieder die alte Guench lustig, sorglos und unbekümmert. Sie wollte hinab an den Strand und nach einem Schiffer ausschauen, der sie mit hinüber nach den Lannions nehmen könne.

Jedermann weiß, daß die Gänse einst durch ihr Ge­schnatter Rom vor dem Untergang bewahrt haben aber wer ermißt das Unglück und den Jammer, der seit der Zeit jener kapitolinischen Gänse dnrch Plappern und Schnattern

gezwungen, ___.... _____ ,v>v. vvtv ^^VV11UU1U.

Tas Gespräch, das bis dahin lebhaft genug gewesen war, geriet bald ins Stocken. Guenn war hier nicht am Platze, das fühlte sie selbst. Sie ärgerte sich über die fleißigen, gesetzten Mädchen, die gar nichts jugendlich Frisches hatten und von ihrer Anwesenheit wenig erbaut erschienen.

flnb gerade so dumm und langweilig wke Liv , dachte sie bei sich, und wieder überschlich sie die geheime Enttäuschung, die sie vorhin bei dem ablehnenden Benehmen der kleinen Mietze empfunden.Vermutlich wäre es bei den Nonnen in Quimper ähnlich zugegangen", meinte sie im Stillen und sagte dann laut zu den Mädchen gewandt: Es ist nicht sehr unterhaltend bei euch, das muß ich sagen, ich gehe lieber, lebt Wohl!"

Mer als sie dann wieder draußen auf der Land­straße war, fand sie auch nicht die gewünschte Zerstreuung. Ihre Gedanken wanderten unablässig nach dem Atelier hin­über. Was wohl Nannic dort oben tun mochte? Es mußte ihm Wohl gefallen, sonst wäre er sicher nicht geblieben. Wenn sie sich nur unbemerkt hätte hinaufschleichen und einmal hineingucken können I Es schien ihr so seltsam, sich Nannic bei einem Fremden zu denken. Jeanne war na­türlich auch oben, und Monsieur Hamor saß da, hielt den Pinsel mit den langen, Weißen Fingern, malte und lächelte daber wie immer.

inesgenossen.

Guenn war blaß geworden bei dem unerwarteten Befehl. So lange sie denken konnte hatte sie sich ihrem Vater noch nie mit einer Bitte genaht. Heut aber bat sie ihn, wie ein anderes Kind einen besseren Vater gebeten hätte. Vater", sagte sie leise sie nannte ihn sonst nie bei diesem Namen zwinge mich nicht dazu!"

Du bist eine Närrin!" brauste Rodellec auf.

....Ich habe noch nie etwas von Dir verlangt", fuhr sie ich^und doch ungestüm fort,gewahre mir das e t n e

schicke mich nicht zu ihm, nur zu dem nicht! Ich will ja sonst überall Yingehen, will jedem von ihnen sitzen, nur nicht zu ihm, nicht zu ihm, Vater!" Des Mädchens Stimme bebte vor verhaltener Leidenschaft; in dem einen WorteVater' lag das ganze heiße Flehen ihrer Seele.

Du gehst zu Hamor, und sonst zu keinem^, beharrte I

Rodellec in finsterm Trotze.Wenn Du binnen drei Tagen nicht bei ihm bist, bringe ich Dich selbst hin."

Jetzt war des Mädchens heißes Blut nicht mehr zu be­zwingen:Und wenn ich nun nicht will!" ries sie mit zorn- sprühenden Augen.

Ein Faustschlag, der Guenn einen Augenblick betäubt zu Boden streckte, ivar die Antwort. Verwirrt raffte sie sich ! auf und badete die schmerzende Schläfe in kaltem Wasser. Rodellec verließ fluchend das Haus, und Nannic, der bisher ein stummer Zuschauer der häuslichen Szene gewesen toar,: näherte sich der Schwester.Ich gehe jetzt auch", sagte er, und Du wirst später nachkommen später

Als Guenn allein war, ging sie zunächst daran, die kleine Hauswirtschaft in Ordnung zu bringen so gut sie es verstand. Dann begab sie sich ins Dorf hinab, wo sie zweck- und ziellos umherwanderte. Noch immer lag der seltsame Druck auf ihrem Herzen und dabei zog es sie wie mit unsichtbaren Fäden näher und näher nach dem Orte, ivo sie ihren Nannic bei dem lächelnden Fremden wußte. Deutlich sah sie Hamors Gesicht vor sich wie am ver­gangenen Abend, den stolzen Kopf vom hellsten Licht über- gossen, den freundlichen Ausdruck seiner Mienen, wenn er mit der Hand die Zigarette haltend, zu den Knaben sprach alles das stand vor ihrem geistigen Auge und verfolgte sie, wohin sie auch an diesem trostlosen Morgen die Schritte lenken mochte.Warum bist Du so zornig^ Guenn?" Das Mädchen begann zu zittern, wenn sie an seine Stimme! dachte. Sie hatte alles versucht, den Klang aus ihrem Ohv zu verbannen, aber umsonst: immer größer wurde die Sehnsucht und die Rastlosigkeit ihres Herzens, und so sand sie sich bereits zum drittenmal unter dem Bvgentor, mit heißem Verlangen nach den Fenstern des Studios ent- porstarrend.

Nannic erwartete sie dort oben, das wußte sie. Wenn sie nun hinaufginge natürlich nicht um zu sitzen nur um sich einmal dort umzusehen ?

Bet dem Gedanken geriet sie in die heftigste Aufreg­ung; ihr Blut schien schneller zu kreisen, ihre unbezähm­bare Abneigung gegen Hamor brach noch einmal wild hervor. Wie hatte er gestern abend gelächelt! Er lächelte! ja immer. Seit jenem ersten Wend von der Bucht, wo sie anfing, ihn zu hassen, weil er ein Fremder war und sitz angestaunt hatte, konnte sie jenes Lächeln nicht mehr los­werden es verfolgte sie in ihren Gedanken des Tages, in ihren Träumen bei Nacht. <5ie haßte ihn noch immer! Jawohl, sie haßte ihn. Schon deshalb, weil seine Stimmtz so weich und einschmeichelnd llang, wie die eines Engels^ wenn er sieGuenn" nannte. Wie trotzig war sie ihnt gegenüber getreten, wie hatte sie mit den Mädchen unten am! Fluß gelacht und gespottet! Ganz Plouvenec hatte es ge­hört, daß sie, Guenn Rodellec, niemals Modell stehen würde, und wenn die ganze Welt sie darum bäte! Konnttz sie da ihren Stolz opfern und zu ihm gehen, iuie die andern? Nein, niemals! Aber der Vater? Noch schmerzte

Die arme, kleine Guenn! Da stand sie nun unter dem steinernen Torbogen und fühlte sich grenzenlos verlassen und allein in Nässe und Kälte. Es hinderte sie freilich nichts das Tor zu öffnen, über den Hof und die Treppe hinauf nach dem Studio zu gehen; nein, es hinderte sie nichts, gar nichts, nur ja, was denn eigentlich? Sie wußte es selbst nicht zu sagen. Ungewöhnt, sich von ihren Empfindungen Rechenschaft abzulegen, wußte sie deutlich nur das eine, daß es nicht in ihrer Macht stehe, Nannic zu erreichen, wenn sie nicht zugleich alle ihre Vorsätze, ihre trotzig behauptete Meinung, ihre"ganze stolze Sprödig­keit aufgeben wollte. Gestern abend, als man sie noch spät gerufen hatte, um ihren Vater aus dem Wirtshaus hermzufuhren, tote das sehr häufig geschah andere Mnge Mädchen wußten es auch nicht besser und sie die unstchern Schritte des Wankenden auf dem längen Heim­weg stützte, hatte sie aus seinen verworrenen Reden nur die immer wiederkehrenden Worte herausgehört:Sechzig ^?ken- sechzig Franken!" Heute, am frühen borgen, hatte, ihr der Vater den Sinn dieser Worte llar gemacht

und ihr anbefohlen, sich ohne Säumen nach Hamors Atelier I Vaters, so gut es gehen wollte, ur llch tljttt für sechzig Franken monatlich ! bergen. Aber ihre wilde, abergläv als Modell zu vermieten. Die elterliche Autorität war in | Einfluß trug jetzt den Sieg Übe Plouvenec noch unumschränkt. Selbst wenn der Vater als von; sie wollte sich, Trunkenbold und Wüstling bekannt war, galt sein Macht- würde sie verstehen spruch dem Kinde gegenüber so viel wie der eines silber- versprochen, zu ihn Haarigen, gottesfürchtigen Patriarchen unter seinen Stam- Bedrängnis sei. H