514ä

Blicks begegneten sich Carla Wurde Wiebe r ein Wenig rot, Und dann sah sie wieder auf ihre Arbeit.

Ihre beiderseitige Unterhaltung war allerdings nie sehr geistreich, dazu war weder Carba noch Fred Bennet selber veranlagt.

Fred sprach darauf von der Dresch arade, aber nachdem er ihr das erklärt hatte, schüttelte sie belustigt bett Kopf. Sie hatte ja überhaupt kein neues Meid und auch keins, mit dein sie Staat machen konnte. Sie brauchte auch keins für wen denn,? Bei Bell freilich war das etwas Anderes und Carla fragte Herrn Bennet, ob sie nachsehen sollte, vb Bell nun bereit war. Dabei erhob sie sich aber Fred Lat sie, noch zu bleiben. Er hatte ihr n o ch etwas mit« zuteilen.

Vielleicht blos noch ein paar Tage, Miß Carla", sagte er,und datm gehe ich fort von Newyork, dann gehe ich auch fort von Ihnen."

Carla stieß einett kleinen Schrei aus; sie hatte sich in den Finger gestochen Ob aus Versehen oder aus Schireck.

So", erwiderte sie nur.

Fred erklärte ihr weiter, daß, falls der Krieg zum "Ausbruch kommen würde, woran nun nicht mehr zu zweifeln .wäre, denn der Kongreß Hütte jetzt die fünfzig Millionen bewilligt, die Marine würde mobil gemacht und die Küsten in Verteidigungszustand gesetzt daß in diesem Falle alle Unverehelichten juttgett Männer in dem Klub, dem er an­gehörte, sich entschlossen hätten, in das .Heer als Frei­willige einzuiretett.

Wenn aber kein Krieg wird!" sagte sie kleinlaut, wie irgettd jemandem zunt Trost.

Tann, Miß Carla, b mitt bleibe ich hier!"

an

MrenWillen hatte sie aufgepflanzt, und was noch

Schwache in ihr gewesen, das hatte sie unter ihre Füße getreten. So, statt des Herzens einen Stein in der Brust, wollte sie Weiter leben bis es einmal zu Ende war.

Und noch jetzt war sie sein Weib und trug noch seinen Namen. v '

Sie sah so angestrengt auf ihre Arbeit, und er blickte ihr jetzt mit einer solchen Aufmerksamkeit zu, daß sie beide Nicht bemerkten, wie drüben vor deni Hause unter dem geschnitzten Holzbach die Gestalt einer Dame jetzt sichtbar Wurde. Es war Bey.

Sie kam vom Strande, von ihrem Morgeubade. Dar­auf deutete auch das einfache Weiße Piquekleid, das sie trug, Und der schlichte Strohhut. In der Hand hielt sie einen anfgespantiteii Sonnenschirm.

Als sie die Beiden erblickte, blieb sie stehen, und' ein jfrtfer MW von Zufriedenheit huschte über ihr sreund- Tie Anziehung, die Carla auf Fred auszuüben begonnen Kitte, war ihr längst nicht mehr fremd, und sie freute sich d« nüber.. Seit Jahren war es schon ihr Wunsch, daß er endlich von seiner Leidenschaft zu ihr geheilt würde und daß es einem anderen Mädchen gelingen möchte, ihm das .Glück zu schwenken) das er in jeder Weise wert war. Nun War er auf dem besten Wege dazu. Und würde nicht auch Carla an ihm einen Mann bekommen, wie man ihn nicht Vesser für sie finden konnte? Carla war ein Vermächtnis, für das sie zu sorgen hatte. Sie war nicht mehr ihre Schwester, sie war ihr Kind-

Ringsum leuchtete der Frühling, das Glück, wie es sich dort drüben in den beiden jungen Gestalten Verkörperte. Nur ihr selber sollte nie ein Glück erblühen. Ausgeschlossen stand sie da hinter goldenem Gitter.

Hitchock hatte ihr aUseinandergesetzt, welche neuen und abermaligen Schwierigkeiten und Verzögerungen dadurch M?", daß man des Verschwundenen, Verschollenen Nicht habhaft Werden konnte. Warum gab er kein Lebens- öerchen von, sich, warum versteckte er sich?

blleicht ist ihm ein Unglück zngestoßen", hatte der alte Mann in seiner ruhigen, geschäftsmäßigen Weise gesagt

vielleicht auch lebt er gar nicht mehr. Leuten, die man övr'Verzweiflung treibt, passiert ja leicht mal was. Aber deshalb brauchen Sie sich Nicht zu ängstigen. Wir warten noch ein halbes Jährchen und zuletzt lassen wir ihn für tot erklären amtlich. So ober so dann sind Sie Mtwe."

Natürlich hatte sie Hitchpck verstanden auch Wenn er nicht ganz anszusprechen Wagte, was er eigentlich Meinte. Er meinte, daß s i e es war, dieihn" in die Verzweiftung getrieben hatte und in den Tod. Damit glaubte er, die

Reue in ihr zu Weckens das Mitleid mit ihm damit meinte er, sie schwach machen zu können. Vielleicht Wta auch dieser alte Mann nichts anderes, nichts besseres als ein Betrüger, der mit ihm, dem angeblich Verschollenen, int Einverständnis stand, so daßer", wenn sie erst in die Falle gegangen war, dann plötzlich lebendig vor ihr stand. Einmal war es ihnen mit einer Falle geglückt. W sollte ihnen nicht zum zweiten Male glücken.

Glaube, Verttauen! Das waren auch die Tröstungen der Religion. Aber Glaube und Verttauen waren in ihr gebrochen und es gab keine Macht, die sie wieder auf» richten konnte.

Noch immer bemerkten die Beiden sie nicht, so vertieft waren sie in ihre Unterhaltung jetzt ergriff Fred Carlas Hand.

Sie trat in die Veranda zurück.

Sie lächelte wieder einmal und ihr Lächeln sagte:Er hat mich ewig lieben wollen, das hat er mir geschworen, und nun wird er also eine Andere lieben. Wie gut, daU ich auch ihm niemals geglaubt habe."

Vierzehn Tage nach dem Ostersonntag, am 23. April, erfolgte die Kriegserklärung und Fred kam nach Longbranch heraus, um Abschied zu nehmen. Er war von Mut und Opferfrende erfüllt. In allen diesen jungen Leuten, deren ganze Thätigkeit sonst ausschließlich auf Geldverdienen ge­richtet War, War bei dem Rufe des Vaterlandes eine Art von Idealismus erwacht, den niemand für möglich ge­halten hätte.

Er war zuerst mit Bell allein.

Leb' Wohl", sagte sie zu ihm,ich halte Dich nicht. Ich wünschte, ich wäre ein Mann, und ich könnte mit. Ich tarnt Dich nur beneiden."

IN dieser Abschiedsstunde fühlte er die Veränderung, die mit seinem Herzen vorgegangen war. In seine Freude mischte sich der Trennungsschmerz. Wer dieser Schmerz galt weniger Bell als Carla.

Bell", sagte er, denn Nun er sich über sich selber klar geworden war, nun wußte er, daß es audji ihr nicht ver­borgen geblieben sein konnte,Bell, was denkst Du von mir? Von mir und Carla?"

Daß sie Deiner wert ist und daß ich mich herzlich darüber freue."

Er sah, daß sie nicht gekränkt War und dankerfüllt und stumm küßte er ihr die Hand.

Bell", sprach, er dann,wie soll ich jetzt Wissen, daß' sie die Rechte ist, daß sie nicht blos ein notbürftiger Ersatz ist, für Dich"

Warte, bis Tu heimkehrst", erwiderte sie,und wenn Tu sie bis dahin nicht vergessen hast, bann heirate sie."

Vorausgesetzt, baß sie mir nicht einen Korb gießt wie Tu."

,^as wollen wir gleich einmal probieren."

Carla trat eben ein.

,Fred will sich von Dir verabschieden", sagte Bell, er geht in den Krieg!"

In ben Krieg!"

Stt würbe blaß vor Schreck, und als Fred ihr die Hand reichte und sie mit seinen warmen braunen Augen ausahs und nichts weiter sagte, als:Ich komme Abschied nehmen, Miß Carla", wurde sie wieder rot.

Noch an demselben Tage bestieg Fred mit seinen Freun­den einen der Dampfer, die regelmäßig Von Newyork nach Florida gehen, uin sich unter das Kommando von Admiral Sampson zu stehlen.

(Fortsetzung folgt.)

Im Reiche des Kaffees.

Bon A. G. R o d e w a l d.

Nachdruck verboten.

Der Amerikaner E. C- Rost hat auf seinen Weiten Reisen die größten kaffeeproduzierenden Länder der Welt besucht darunter die Kaffeefelder Brasiliens) der Phi­lippinen, Havais, Kubas und Puerto Ricos und teilt in einem langen Reisebericht, welchem ich einige inter­essante Einzelheiten entnehme, seine Beobachtung mit. Er betonte, daß er den ungeheuren Einfluß des Kaffees auf den Welthandel doch erst erkannte, als er Brasilien bereiste. Denn kein anderes Kaffee produzierendes Gebiet könne sich auch nur im entferntesten mit Brasilien messen.