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eine lila- oder fraisebarbige Bluse zu einem schivarzen Rock tragen, so würde ein Besatz von schmalem Sammet­oder Seidenbäudcheu zu verwendeu sein, um die notwendige Harmonie herzustellen, und zwar würde ein möglichst reich­licher Gebrauch dieser Ausschmückung sehr vorteilhaft wirken- Für die Anordnung des Besatzes stehen die verschiedensten Wege offen, wie z- B- gitterförmig, schräg, quer, längs, als durchgehender Besatz der Garniturteile, als Umrandung derselben, bei gemusterter Seide sogar als Umrandiing der Muster- In diesem letzteren Falle müßte das Band aller­dings so schmal wie möglich sein, da es sonst nicht nur zu wuchtig .wirken würde, sondern sich auch zu schlecht ver­arbeiten ließe, weshalb man in diesem Falle auch sehr gern Chenille verwendet- Sehr hübsch würde z. B. auch ein Arrangement wie Modell 1256 aussehen, wenn man an Stelle der hier angegebenen Fältchen das Band setzt- Die vorn schräg zulaufende Linie, die sich im Rücken zu wieder­holen hätte, ist immer vorteilhaft für die Figur- Der Um- chlag, wie Rand des Ueberärmels würde mit zum Band -affender Spitze bekleidet, während Aermelpuffe und Ein- atz aus Ueberkrustungen zu bestehen hätte, welche wiederum mit der Seide übereinstimmen.

Bei einfarbigen oder gestreiften Seiden ist auch die Fältchennäherei noch immer eines der beliebtesten Aus- stattungsmittel; denn es ist nicht nur billig, sondern auch haltbar- Man hat in dieser Fältchennäherei nach und nach «ine solche Kunstfertigkeit erlangt, daß oft die erstaunlichsten

Erfolge damit erzielt werden; denn je kleiner und feiner die Fältchen sind, desto schöner und eleganter wirken sie- Wie man den gleichmäßig in Fältchen genähten Stoff auf einer eleganten Bluse vorteilhaft anordnet, zeigt gleich­falls das schon vorher beschriebene Modell Nr- 1256.

Moderner und eleganter, aber auch mühsamer in der Ausführung sind die Spitzeninkrustationen, zu welchen man für Seide stets kräftigere Spitze nimmt, als für Rester und Seiden-Mousselin- Diese Ueberkrustungen müssen, wenn sie gut aussehen und gut halten sollen, auch sehr gut und gediegen gearbeitet werden, was immerhin eine geschickte Hand erheischt.

Leichter in der Herstellung und auch haltbarer sind dagegen die Cretonneanwenduugen, mit denen man jetzt die entzückendsten Wirkungen erzielt. Man verwendet sie als Kanten, als Streumuster oder auch als Besatz für einzelne Kleidungsteile. Die Wirkung der einzelnen Blüten und Blätter ist immer wie gemalt und wird noch erhöht durch eine Umrandung von Goldfaden oder Chenille- So gehört z- B. eine weiße Tasftbluse in Streumuster mit kräftig rosa- Cretonneblumen bedeckt, welche mit weißer Chenille um­randet, mit zu dem elegantesten und wirkungsvollsten, was es überhaupt giebt-

Originell und neu ist auch der Besatz von kreisrunden Pastillen, welche in verschiedenen Größen und Ausführungen hergestellt werden- Sie wechseln von Pfennig-G-röße bis

Modell Nr. 1256.

Modell Nr. 1253.

Modell Nr. 45.

zür Größe eines Zweimarkstückes, und benützt man als Her­stellungsmaterial meist schwarzen Sammt- Doch auch farbige Und gemusterte Seidenstoffe werden gern verwendet. So nimmt es sich z. B. sehr gut aus, wenn man zu einer farbigen, vielleicht roten Seidenbluse, die Garniturteile aus schwarzem Sammt herstellt und dicht mit Pastillen aus weißer Seide benäht, welche am Rande der einzelnen Teile größer und nach der Mitte zu kleiner werden- Auch umgekehrt, weiße Kleidungsteile mit schwarzen Sammtpastillen, würden in diesem Falle sehr gut Wirken-

Hat man Spitzen oder Spitzenstoff zu verarbeiten, so kann man deren Wirkung nicht nur dadurch bedeutend erhöhen, daß man sie farbig unterlegt, sondern auch, indem man die Musterung mit Goldfaden oder Chenille umreißt und leicht mit Flittern ausstickt, was immer von ungemein vornehmer Wirkung ist- Spitzeneinsätze durchzieht man auch gern, wenn es irgend angeht, mit abstechendem Band, wozu Modell 45 eine reizende Vorlage bietet- Rosetten und Schlupfen von gleichem Band geben dann meist die passendste Ergänzung dazu.

Doch nicht jedem ist es gegeben, so viel Zeit und Mühe oder Kosten an die Herstellung einer einzigen, seidenen Bluse zu wenden, weshalb wir mit Modell 1253 auch eine einfachere Vorlage bieten- Die Hauptwirkung fällt hier dem kleidsamen, breiten Kragen zu, welcher mit einer passen­den Posamentengarnitur umrandet ist- Im übrigen sorgen Einsatz und Aermelpuffen aus Resten, sowie der eigen­

artige Bandbesatz auf Vorderteilssalten und Handstulpen für die nötige Feinheit-

Die breiten Kragen an und für sich, besonders wenn sie aus schöner Spitzenarbeit bestehen, sind überhaupt eine sehr beliebte und feine Ausstattung für seidene Blusen, ebenso wie die duftigen und kleidsamen Spitzentücher. Diese letzteren wirken besonders dann sehr vornehm, wenn die dazu gehörige Bluse einen kleinen, spitzen Ausschnitt zeigt, was für junge Mädchen sonderlich kleidsam und auch sehr modern ist-

Für die Hausschneiderei ist die soeben im Verlag der Europ- Modenzeitung, Dresden-N., erschienene Zu­schnei d es ch ule fürs Haus, Preis 3 Mk-, etn groß? artiges Hilfsmittel. In 8 Heften sind in dieser Zuschneide­schule die naturgroßen Schnittmodelle in allen denkbaren Größen zum bequemen Abnehmen enthalten, nnd zwar für alle für die Hausschneiderei in Betracht kommenden Sonder­heiten, wie Frauen- und Mädchenhemden, Frauenjacken, Frauentaillen, Frauenröcke, Frauenunterbeinkleider, Herren­hemden und Unterbeinkleider, Erstlingswäsche re- Dre Reich­haltigkeit dieser Schnittsammlung von anerkannt gutem Sitz, verbunden mit der seltenen Preiswürdigkeit, macht die­selbe für jeden Haushalt zu einem unschätzbaren Behelf für die Ausübung häuslicher Nähkunst, die bei Anwendung dieser bequemen Schnitte überraschend günstige Ergebnisse liefert.

Redaktion: E. Burkhardt. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schcn Universitäts-Buch- und Steindruckerei (Pietsch Erben) in Gießen.