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Lerulose auflösen, was beim Honig nicht nötig ist, da er selbst Dextrin und Lerulose enthält/ Substanzen, die sofort in die Leber und von da in das Blut übertreten. Dadurch wird der Honig ein der Gesundheit außerordentlich förderliches Nahrungsmittel.
Vom therapeutischen Gesichtspunkte aus wird der Honig besonders bei Mundkrankheiten angewendet: es ist bekannt, daß derartige Krankheitserscheinungen (Schwämme) beim Gebrauch von Honig in Verbindung mit Alaun oder Borax, ziemlich schnell verschwinden. Wenn kleine Kinder Zähne bekommen, so reibt man ihnen das Zahnfleisch mit einem Absud aus Eibischwurzel oder Safran mit Honig ein. Auch zum Gurgeln werden Honigmischungen gebraucht, und zur Behandlung einfacher Halsschmerzen dient der Rosenhonig, oder das Gurgeln mit Honig und Citrone.
Als Heilmittel sind außerdem bekannt der Oxymel scillitique (Essig und Honig), und der Gesundheitswein (Kerbel, Flockenblume, Weißwein und Honig).
Auch die Anwendung von verdünntem Honig bei Verbrennungen, Frostbeulen (in diesen Fällen in Verbindung mit Terpentinöl), Entzündungen, sowie bei der tierärztlichen Praxis ist ziemlich allgemein bekannt.
Das ist so ziemlich der ganze Gebrauch- den man von dem Honig in der Medizin machst
Unser Autor geht^aber weiter, er führt Beispiele wunderbarer Heilungen von Grippe, Bronchitis, Asthma, Lungen- Tuberkulose sogar, Diphtheritis, Bleichsucht usw. an. Franck dagegen meint, man gehe zu weit, wenn man dem Honig allzuviel Heilkraft zuschreibe, und man könnte aus solchen Ueberschwenglichkeiten leicht zu dem Schluß gelangen, daß eine Arznei, die für so vielerlei Krankheiten mit Erfolg angewandt werde, kein einziges Uebel wirklich vollständig zu heilen vermag. Aber das Vertrauen unseres Autors ist unbegrenzt. Er sagt zum Beispiel: „Die Bienenzüchter leben gewöhnliche sehr lange; das erkläre sich aber nicht nur aus dem Genuß des Honigs, sondern auch aus der Aufnahme des Bienengiftes, sei es durch Einatmung oder durch Stiche. Und was ist dabei eigentliche Außergewöhnliches ?
Gebraucht die medizinische Wissenschaft nicht ebenfalls eine Menge von Giften zur Heilung von Krankheiten? Empfiehlt der Arzt nicht rheumatischen Personen Einspritzungen von Morphium, welche die Biene dadurch ersetzt, daß sie uns selbst mit ihrem Stachel impft? Die Bienenzucht scheint danach wirklich ein Mittel, das Leben zu verlängern!
Gemeinnütziges.
Ein deutscher Landsmann, Herr Richter, der seit langen Jahren am Michigansee im Staate Wisconsin Obstbau treibt, giebt in der letzten Nummer des „Praktischen Ratgebers int Obst- und Gartenbau eine außerordentlich lehrreiche Uebersicht über den Stand des Obstbaues in den einzelnen Staaten der Union, wobei eine kleine Karte als Führer dient. Das, was dem unbefangenen Leser, der aus allem gern lernt, am meisten bei den Schilderungen auffällt, ist der große, einheitliche Zug, der durch den ganzen amerikanischen Obstbau geht: Bei völliger Freiheit des einzelnen, zu thun und zu lassen, was er will, ist der Amerikaner wirtschaftlich so gezogen, daß er sich freiwillig einem Ganzen unterordnet, sich wie selbstverständlich als kleiner Teil einem wirtschaftlichen Großen anschließt. So entstehen ungeheuere Bezirke, in denen immer dieselben Apfelsorten angebaut werden, und daraus erwächst der Segen des Absatzes im großen. Wenn auch zugegeben werden soll, daß wir in Deutschland in dieser Beziehung Fortschritte gemacht haben, so stecken wir doch immer noch in den Anfängen. Es fehlt besonders an den erforderlichen Instanzen, die die wirtschaftliche Direktion für einen Bezirk ausgeben, wie das in den Vereinigten Staaten seitens der mit reichen Mitteln arbeitenden Versuchsstationen geschieht. — Auch in anderer Beziehung ist der Aufsatz des Herrn Richter lehrreich, und nicht nur für den Obstbauer, sondern auch für den deutschen Landwirt: in klaren Worten beweist er die neue entstehende wirtschaftliche Gefahr, die uns droht, wenn der Nicaragua- Kanal eröffnet wird: die Fahrt nach Hamburg von der Westküste Amerikas wird um 9500 Kilometer kürzer — auch l
freuen sich die amerikanischen Kaufleute schon auf den Moment, wo es ihnen möglich sein wird, durch den geplanten Kanal, der die großen Seen mit dem Atlantischen Ozean verbinden wird, nicht nur Obst, sondern auch Brotgetreide aus den reichen Distrikten der Staaten Washington, Oregon und Kalifornien ohne Umladen nach Hamburg zu verschiffen. Wir können das Studium des vortrefflichen Aufsatzes des Herrn Richter allen Landwirten und Obstfreunden warm empfehlen: das Geschäftsamt des „Praktischen Ratgebers" in Frankfurt a. O. sendet die betreffende Nummer auf Wunsch kostenlos zu.
vermischter.
Die .größte Speisekammer der Welt befindet sich, am La Plata-Strom, dicht neben der größten Küche der Welt; diese, deren gigantische Kochtöpfe täglich das Fleisch von tausenden von Rindern zur Bouillon-Bereitung aufnehmen können, ist bekanntlich das Etablissement der Liebigs Fleisch--Extrakt-Kompagnie zu Fray-Bentos in Uruguay. Besagte Speisekammer liegt unter freiem Himmel, und das ist auch nicht anders möglich; denn sie umfaßt rund 202 335 Hektare, übertrifft also an Umfang manchen europäischen Kleinstaat. Die Einrichtung ist die denkbar einfachste; sie besteht aus dem herrlichen grünen Rasen der Pampas-Wiesen, auf dem 120000 Rinder ausgezeichneten Schlages weiden. Das ist der große Stamm-Vorrat der Kompagnie Liebig, ans dem die bereits wohlgemästeten Exemplare zum Schlachten auserkoren werden. Außerdem werden noch viele Rinder zugekauft, aber jene große Speisekammer macht (so wurde in der jüngst abgehaltenen Generalversammlung der Kompagnie betont) das Liebig- Etablissement unabhängig von dem Viehhandel, und deshalb ist auch im Laufe der Jahre stets für ihre Vergrößerung gesorgt worden, auf daß. immer nur eine Qualität geboten werde: „Das Beste vom Besten".
Literarisches.
Katechismus der Tanzkunst von Bernhard Klemm Siebente Anflage. Mit 83 Abbildungen In Originalleinenband 3 Marl Verlag von I. I. Weber in Leipzig.
Ein amüssant geschriebener und spielend in die Kunst Terpsichores einführender Leitfaden für Lehrer und Lernende, für den Salon und die Bühne, vorzüglich für das Ballet, ein Vademekum für jeden, der daS Tanzbein schwingt oder diese Kunst gern erlernen möchte, die nach deS Kunstgelehrten Snlzers Ausspruch „sähig ist, mit allen Werken des Geschmacks in Hinsicht der ästhetischen Kraft nm den Vorrang zu streiten." Abschnitte wie der über Battement und Pirouette haben in erster Linie das Ballet im Auge, während daS umfangreiche Kapitel über Gesellschaftsund Salontänze auch demjenigen manches Interessante bringen wird, der im Balsaal kein Neuling mehr ist; für jeden Gesellschaftstanz sind wenigstens einige gewählte. Touren vorg. sehen. Verdeutlichen schon zahlreiche rhythmisch-musikalische Beispiele und choreograpische Skizzen den Text, |o wird derselbe in den Kapiteln Haltung des Körpers, Grundstellungen, Verbeugungen, Port de bras, Battement, Pirouette, Menuett, Masurka, Walzer, Polka und Kotillon durch eine ganze Reihe von Vollbildern nach sehr gelungenen Momentausnahmen illustriert. Die Aufnahmen erhalten insofern einen ganz besondern Wert, als sie die beiden Salontänzerinnen des Leipziger Stadttheaters, die Damen Frl. Hruby und Frl. Schäffer in wahrhaft klassischen Haltungen zeigen.
Kinder-Zeitttng. Herausgegeben von Felix von Stenglin, Groß-Lichterfelde. Inhalt von Nr. 24. Was in der Welt vorgchl: Einwohnerzahl Deutschlands; Ein Bismarckturm in Kamerun; Botha und Dewet; Neue Kämpfe von Deutschen in China; Englische Werber in Deutschland; Ein Bergsturz wird erwartet; Seltsame Reisen; Das Hündchen auf der Eisscholle; Tierfreunde; Unvorsichtigkeit. Aus dem Reiche der Natur: Ein neuer Stern entdeckt; Mut eines Rebhuhnes; Sine Mäuse-Ausstellung. Der Beobachter in Wald und Feld: Die Florfliege. „Wa ldg eschichten." Erlebnisse. Anzeigen. Zu beziehen durch alle Postanstalten, Buchhandlungen und die Geschäftsstelle in Groß-Lichterfelde, Dahlemerstr. 75.
Delphischer Spruch.
Nachdruck verboten.
Richte zur Erde den Blick, dort siehst du lieblich sie-schimmern. Kopflos erhebt es den Sinn, richte zum Himmel den Blick.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer:
Was ein Häkchen wird, krümmt sich beizeiten.
Rebfltoen: «. Burkhardt. — »ruck und »erlag der Brühl'scheu lluiverMts-Buch. und Steiudruckrrei (Pietsch «rdeu) ix «ießru.


