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besonders für die Kinderwelt, wenn der Frost anhält und mit ihm der schöne Schnee. Dann lassen sich die prächtigsten Schneemänner bauen, deren ausgehöhlter Kopf mit einem Lrcht erhellt zu werden pflegt. Es läßt sich ja auch eigentlich Lar kein richtiges Weihnachtsfest denken, ohne daß der Schein des strahlenden Lichterbaumes auf die stille, weiße, vor den Fenstern sich ahnungsvoll ausbreitende Schnee­fläche fällt. Dann duftet das ganze Daus nach Lack, jenem bezaubernden, verheißenden Duft des Weihnachtsabends, der einem Schweden nie aus dem Gedächtnis schwindet. Denn die Geschenke werden in versiegelten Papierhüllen den un- «rgründlichen Tiefen eines Korbes entnommen und dann unter die Anwesenden verteilt. Es versteht sich, daß dies den Reiz des Geheimnisvollen und der Spannung wesent­lich erhöht. Nach der Bescherung versammelt sich die Fa­milie zu dem Weihnachtsmahl, das aus Langenfisch mit Schinken, Reisbrei und Pflaumentorte besteht.

Zwischen Weihnachten und Neujahr stellt sich bei Nord­wind der eigentliche Winter ein. Ein immer kraftvolleres Eisband fesselt die Seen und Buchten, und immer fester und sicherer wird die Schneedecke in den Straßen und auf dem Lande. Nur die grünen Wogen des Norrstromes rauschen, jedes Zwanges spottend, nach wie vor unaufhaltsam durch! die stille, winterliche Stadt. Der Winter muß in der That ein außergewöhnlich strenges Regiment ausüben, um auch diesen kecken Gesellen unter sein Szepter zu beugen.

Schon lange vorher tummelt sich die Jugend während der Freistunden auf den in den Höfen der Schulen künstlich angelegten Eisbahnen. Aber nun geht es auch auf die weiten, schier endlos sich hindehnenden Meeresarme hinaus, auf deren blankem Eisschild die Sonne so verlockend blitzt. Schnell wie eine Schwalbe fliegen da die Schlittschuhläufer über die zugefrorenen Buchten dahin, deren grüne, wunder­bar klare und durchsichtige Fläche die Linien der Ufer wiederspiegelt. Ein See löst den anderen ab. Weit draußen aber taucht eine Eisyacht auf, die einem Riesenvogel gleichend, mit weit ausgebreiteten Schwingen vorwärts stürmt. Und plötzlich erscheinen weiße Segel am Horizont, die sich mit Windesschnelle dahinbewegen, um schon im nächsten Augen­blick den Blicken zu entschwinden. Das sind Schlittschuh­segler, denen eine große Körperstärke und außerordentliche Gewandtheit zu Gebote stehen muß, wenn ihnen aus ihrem jchönen Sport nicht ernste Gefahren erwachsen sollen.

Das Schlittschuhlaufen wird in Stockholm von vielen Vereinen und Klubs mit größtem Eifer betrieben. Schlitt­schuhbahnen gießt es beim Riddarholmsfjärd und an der Kungsbro. Die Bahn vonStockholms allgemeinem Schlitt­schuhklub", des ersten in ganz Europa, aber liegt im Herzen von Oestermalm auf dem inneren Teil des tief in die Stadt -eindringenden Nybrowiken. Sie wird auchzuden Wettrennen benutzt, denen tausende, von fieberhaft erregten Zuschauern, der Hof, sowie Mitglieder des diplomatischen Korps von den Kais aus zuschauen. Außer den Schlittschuhkünstlern und Schnelläufern aber lassen sich dort auch die schlanken Ge­stalten der hübschen Schwedinnen in ihren koketten Eis­kostümen bewundern. Von ihren Kavalieren, wahren Nord- landsrecken, sorgsam geleitet, schweben sie chie beschwingt über die schimmernde Bahn. Ein besonderes farbenprächtiges Bild, das wie ein nordisches Wintermärchen anmutet, aber ent­faltet sich dort des Abends, wenn die elektrischen Bogen­lampen ihre blendenden Lichtwellen über die Tausende von Menschen hinfluten lassen, die dann nach den machtvollen Klängen von Musikkapellen der Garde-Regimenter auf der glänzenden Eisfläche auf- und abwogen.

Einen ganz unerhörten Aufschwung hat hier in den letzten 10 Jahren der Skilauf genommen, dank der Be­mühungen desVereins zur Hebung des Skisports in Schweden". Von Nordland und Finland kommen ganze Wagenladungen voll Skis nach Stockholm, wo sie einen wich­tigen Handelsartikel bilden. Der Skilauf gilt als Sport im eigentlichsten Sinne. Ihn hemmen keine Schranken. Er ist an keine Gesetze gebunden. Ueberall da, wo bisher kein menschlicher Fuß den Schnee niedergetreten hat, darf der Ski seine endlos langen Spuren hinterlassen. So weit den Skiläufer nur die Schneedecke trägt, erstreckt sich sein Reich, und mag er bis zu den öden Bergregionen Lapplands Vor­dringen. Er bevorzugt gegenwärtig für seinen Gebrauch die schmalen Kajanaschneeschuhe, denen eine fast unglaubliche

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Geschmeidigkeit eigen ist. Mit diesen an den Füßen, schießt er, Reisfrost im Haar, die Wangen von der rasenden Fahrt gerötet und in Schweiß gebadet, dahin, nach etwaigen Hindernissen ausspähend, die mit gewaltiger Sprungkraft genommen werden, und nur darauf bedacht, das Gleich­gewicht zu wahren. Zwischen hohen Föhrenstämmen, in denen dumpf der Wind braust und an schneebedeckten, tiefen Fichtenwäldern geht es vorüber, gleich dem Schatten einer Wolke, die der Sturm vor sich hintreibt. Die alljährlich ver­anstalteten Wettrennen im Bergab- und Weitlauf zählen zu den beliebtesten und anziehendsten Winterschauspielen. Wer je einen Skiläufer den steilen Hügelabhang herunter­sausen und mitten auf dem Wege einen Sprung von 20 bis 25 Meter Länge über ein Hindernis ausführen sah, ver­gißt diesen Anblick nicht wieder.

Während des langen Winters, der selbst im März das Thermometer oft auf 15 Grad Celsius herabdrückt, ist Stock­holm nicht selten von aller Seeverbindung abgeschnitten. Um dann wenigstens nicht den Verkehr mit Finland zu unterbrechen, wird eine schmale, durch den ganzen Skägard hinlausende Wasserrinne offen gehalten. Mühsam muß sich hier der Expreßdampfer seinen Weg bahnen, und meilenweit tönt über die zugefrorenen Kanäle und Sunde das Getöse des von der Schiffsschraube gebrochenen Eises hin. Aber dem Stockholmer währt der Winter nicht zu lange. Dann kommen die reichen Gutsbesitzer, denen die Zeit auf dem Lande zu eintönig dahinfließt, nach! Stockholm, um dort in vollen Zügen die Vergnügungen der Hauptstadt zu ge­nießen, dann entfaltet sich ein glänzendes Gesellschaftsleben, das der große, auf den Geburtstag des Königs fallende erste Hofball würdig eröffnet. Der Theaterfreund hat die Auswahl zwischen Oper, französischer Komödie oder einer Operette, und der Musikliebhaber kann in den beiden großen Mustklokalen Stockholms, Berns Salonger und Manchs Cafe, dem Spiel hervorragender Orchester lauschen. So naht leise und unvermerkt der Frühling, dessen warmem Hauche auch die trotzigsten Eisblöcke nicht zu widerstehen vermögen, und sich schließlich doch von den noch stürmischer und heraus­fordernder dahinbrausenden Wogen des Norrstromes in die verschiedenen Meerbusen hinausführen lassen. Dann be­mächtigt sich in Erwartung des holden Lenzes, mit seinen lichten, immer Heller werdenden Nächten der Gemüter die­selbe, ahnungsvolle, freudige Unruhe, die sie erfüllte, als der Winter die erste weiche Schneedecke über der Stadt webte, und als der Klang der Weihnachtsglocken tief ver­heißungsvoll durch die Herzen zitterte.

Genieinnützkges.

Das Anlegenund PackenderMi st beetkäst en. Wie viele Gartenfreunde haben sich vorgenommen, Heuer ein Mistbeet zurechtzumachen, um frühen Salat, frühe Möhren und Radies zu ziehen, und ganz besonders die Pflanzen für den Gemüse- und Blumengarten zur zeitigen Entwicklung zu bringen. Aber wenn die Arbeit beginnen soll, wie hapert es überall! Hier fehlt die rechte Vorstellung von einem Mistbeetkasten, dort ist man über das Packen mit Mist nicht im Klaren, über die Höhe, welche Mist und Erde im Kasten haben sollen, dort nicht über das Konser­vieren des Holzes, kurz, es giebt, wenn man ein Mistbeet anlegen will, der Fragen so viele, daß eine ausführliche Anweisung höchst willkommen ist. Diese ausführliche An­weisung, reich mit schönen, praktischen Bildern durchsetzt, finden wir in Stil 45 desErfurter Führers im Gartenbau". Diese Nummer steht unseren Wonnenten kostenfrei zur Ver­fügung, wenn sie sich mittelst Postkarte an das Geschäftsamt desErfurter Führers" in Erfurt wenden.

Mode.

Das Schneider« ist ein Vergnüge« geworden, seitdem fertige Schnitte, wie sie die Internationale Schnittmanufaktur, Dresden, billig liefert, als praktisches Hilfsmittel zu benutzen sind. Unabhängig vom Geschmack anderer kann man mit deren Hilfe die verschiedensten Be- kleidungsaegenflände selbst Herstellen und darf sicher sein, daß das mit eigenem Fleiß hergestellte Stück auch wirklich paßt und damit der Er­zeugerin Freude macht. Dabei sind Schnitte für die einfachsten Bedarfs­gegenstände des Hauses bis zu den elegantesten Kostümen vorrätig, und die Wahl demselben wird durch ein reichhaltiges Modenalbum mit Schnitt­musterbuch vermittelt, welches von der obengenannten Firma zum Preise von nur 50 Pfennig zu beziehen ist. Die Benutzung dieser praktischen Schnitte kann jeder wirtschaftlich denkenden Frau nur empfohlen werden.