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stimmten Tage in einem näher bezeichneten Raum zurück- ?elassene Gepäck an eine bestimmte Adresse zu senden. Man at sich so sehr daran gewöhnt, zurückgelassene Gepäckstücke Jahre lang unberührt zu lassen, daß meist eine dicke Staubschicht darauf ruht. Vielleicyt will man dadurch beurkunden, wie sicher fremdes Gut in solch einem Hause aufgehoben ist. Aber ich glaube, dast man auch die Gewissenhaftigkeit in dieser Weise zu weit treiben kann.
Eine sehr auffällige Erscheinung bildet das Auftreten der Kleptomanie oder der Zerstörungswut bei reichen Hotelgästen, welche eine ganze Zimmerflucht mieten und — ohne mit der Wimper zu zucken, — ihre Rechnung begleichen. Nach der Abreise dieser Gäste findet man die Betten ihrer seidenen Decken beraubt, Handtücher und Kissenbezüge sind verschwunden, ja es giebt Leute, welche sogar den Stiefelknecht mitgehen heißen. In einem Falle, so erzählt ein Hotelier, mietete ein Herr für eine Nacht zwei Zimmer, und am nächsten Morgen bezog das Mädchen das Bett mit frischen Bezügen, um es für einen neuen Gast zurecht zu machen. Indessen mußte dieser wohl nach dem Frühstück nochmals in sein Zimmer zurückgekehrt sein; denn als der Chef, um nach dem Rechten zu sehen, kurz darauf das Zimmer betrat, fand er das Bett zurecht gemacht, aber die Kissenbezüge fehlten. Ter Fremde hatte sie vorsichtig abgenommen und mit in seinen Koffer gepackt. Zufällig wußte der Chef genau, daß das Mädchen frische Bezügo über die Kissen gezogen hatte. Was der Herr mit den Bezügen wollte, ist allerdings rätselhaft. Vielleicht benutzte er sie auch nur zum Einpacken irgend eines Gegenstandes/ weil er nichts anderes zur Hand hatte. Tie Bettwäsche scheint übrigens öfters diesem Zwecke zu dienen; denn es kommt vor, daß Stücke aus dem Laken herausgeschnitten werden, während der Rest zur weiteren Verfügung dem Hotelier überlassen bleibt.
Viele werden glauben, daß man die Zimmermädchen für das Verschwinden und Vernichten der Sachen verantwortlich machen müßte. Tas wäre aber eine schreiende Ungerechtigkeit, da die Mädchenstuben von der Wirtschafterin täglich inspiziert werden und die Mädchen kein Paket aus dem Hause schassen dürfen, ohne daß die Wirtschafterin den Inhalt desselben prüst. Nach Untersuchung des Pakets erhält das Mädchen einen Paß, und nur gegen Vorzeigung desselben läßt sie der Pförtner am hinteren Portal hinaus. Würde es versuchen, ohne Paß das Haus zu verlassen, so würde es entweder zu der Wirtschafterin zurückgesandt werden, oder der Portier würde das Paket öffnen und sich den Inhalt notieren. Tiefe Kontrolle macht es den Bediensteten eines großen Hotels fast unmöglich, gestohlene oder beschädigte Gegenstände fortzuschasfen, und in den Zimmern der Mädchen giebt es keinen Platz, etwas nur für kürzere Zeit zu verbergen..
Tast viele Verbrecher in den nobelsten Hotels logieren, ist hinreichend bekannt. Es dürfte aber wohl kaum Vorkommen, daß dieselben durch irgend ein Mitglied des Hotels unterstützt werden. Wenigstens ist mir nicht ein einziger Fall dieser Art bekannt. Dagegen hört man sehr häufig, daß das Hotelpersonal bei der Entdeckung lang gesuchter Hochstapler mitwirkt, und mancher Hotel-Kellner ist an Menschenkenntnis und Beobachtungsgabe dem gewiegtesten Detektiv überlegen.
Ein Fortschritt!
Wie unangenehm wurde bisher nicht selten während einer Sommerreise das Fehlen der illustrierten Blätter empfunden, auf die man zu Hause abonniert ist. Das Nache- senden ist zu umständlich,, die einzelnen Nummern leiden sehr und gehen schließlich für den vollständigen Jahrgang verloren. Da wird man es nun mit großer Freude begrüßen, düß vom bekannten Familienblatt „Daheim" eine für den Einzelverkaüf bestimmte Sonderausgabe (in grünem Umschlag) erscheint, die in fast allen Buchhandlungen, an den Bahnhöfen, in Bädern und Sommerfrischen zu haben ist- - _____________
GeimernnÄtzktzes.
Der Kampf gegen die Schleppe zeigt deutlich, wie sehr man in Bolkskreisen sieh für eine Beachtung
hygienischer Forderungen interessiert. .Man darf wohl mit Bestimmtheit annehmen, daß die Tuberkulose keine nachhaltigere Verbreitung finden kann, als durch die Schleppe. Tie Ansteckungsgefahr durch das Aufwirbeln des Staubes auf der Straße, durch die Verschleppung desselben in die Wohnungen mit den Kleidern und speziell den intimeren, den Unterkleidern, durch die bei der Reinigung durch! die Dienstboten veranlaßte neuerliche Staubauftreibung, ist für viele Menschen die Ursache einer Infektion mit Tuberkelbazillen. Man braucht durchaus nicht von der Bazillenfurcht angesteckt zu sein, um dieses zu glauben; denn die einfache Vernunft muh es bestätigen, daß ein auf der Straße herumgezogenes Kleid unzählbare Jnfektionskeime aufnehmen muß. Wie viele Menschen sind denn so rücksichtsvoll, den Auswurf nicht auf die Straße zu spucken? Wohl die wenigsten und am seltensten oft gerade die Schwindsüchtigen.
Spiritus entfernt Grasflecken aus weißen Schürzen, Hemden rc. Pulverisierter Kalk und Salmiak nimmt die Flecken auf Marmorbassins, Wasserklosets rc.
(Entnommen dem „Prakt. Wegweiser", Würzburg.)
Rhabarber. Spricht man von Rhabarber, so denkt man vielfach nur an das bittere Arzneimittel, welches aus der Wurzel der Rhabarberstaude gewonnen wird, und nicht an das wohlschmeckende Kompott, welches man aus den im Frühjahr hervorschießenden Blattstielen bereiten kann. Der Genuß der Rhabarberstiele ist noch bei weitem nicht so gebräuchlich, als es wünschenswert wäre. Es mag auch hier ein kleines Vorurteil herrschen, wodurch der allgemeineren Verbreitung dieses Genußmittels sich Hindernisse entgegenstellen. Jetzt machen, sich! indes schon in verschiedenen Gegenden Deutschlands größere Rhabarberkulturen bemerkbar. Tie Führung in dieser Kultur hat zweifellos die Stadt Frankfurt a. Oder, wo in den letzten 15 Jahren der Rhabarber eine überraschende Bedeutung gewonnen hat. Vor dieser Zeit sträubte man sich ebenso wie anderwärts gegen den Rhabarber. Erft die warme Empfehlung dieses Kompotts in den Tagesblättern vermochte die Hausfrauen zu einem Versuch zu bewegen, und als dann die Rhabarberstiele auf dem Markte mehr und mehr gekauft wurden, befleißigte man sich des Anbaues, der sich so schnell ausdehnte, daß schon gegenwärtig jährliche etwa 200 000 Bund Rhabarberstiele in Frankfurt a. O. gebrochen werden. Allerdings wird nickst die volle Ernte in Frankfurt verbraucht. Ein großer Teil davon wird auch nach auswärts verschicke Wer sich noch genauer über Ausdehnung und Handhabung der Rhabarberkultur unterrichten will, findet in der neuesten Nummer des praktischen Ratgebers einen reichillustrierten Artikel. Diese Nummer ist kostenlos vom Geschäftsamt des praktischen Ratgebers im Obst- und Gartenbau in Frankfurt a. Oder zu erhalten.
Rhabarber wird übrigens seit undenklichen Zeiten auch in den Hamburgischen Vierlanden im großen gebaut und auf Ewern — großen, offenen Segelkähnen — zu Wasser nach Hamburg auf den Markt gebracht. Ganze Schiffsladungen davon sollen überdies nach! England, vornehmlich London verfrachtet werden. D. R.
Magisches Quadrat.
Nachdruck verboten.
1. Nutzpflanze.
2. Versammlungsort.
3. Mädchenname.
4. Böhmische Stadt.
In die Felder vorstehenden Quadrates sind die Buchstaben AAAAAA, II, K, LL, M, 88, U, Z derart einzutragen, daß die vier wagerechten Reihen gleichlautend mit den vier senkrechten sind und Wörter von der bcigefügien Bedeutung bilden.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummer:
W a l d e r s e e.
«. Bllrkhsrdt. — »rat «nd Setlag der BrLhl'sch«, IKMeersitiitS-Br-ch- m-d Gtciadruckerei (Pietsch $rbt«) i*


